Elektrik statt Mechanik, Sitzkomfort und Ergonomie im Check, Fazit
Die elektrische Sonderausstattung im Detail sowie Sitzkomfort und Ergonomie getestet
Inhaltsverzeichnis
Elektrische Bedieneinheiten statt mechanischer Drehräder
Das zentrale Merkmal des DX Racer Martian Pro und des Non-Pro-Modells sind die elektrischen Bedienelemente an den Kunststoffabdeckungen zwischen Sitz und Lehne. Während herkömmliche Stühle die Lehnenneigung über Drehmechanik oder Hebel-Feder-Konstruktionen regeln, erfolgt sie hier elektrisch per Kippschalter im Bereich von 90° bis 135°. Das gelb beleuchtete DX-Racer-Logo in der Mitte dient nur der Optik und ist während des Sitzens nicht sichtbar. Der DX Racer Martian Pro verfügt zudem über eine in die Lehne integrierte Airbag-Lordosenstütze, die der natürlichen S-Form der Wirbelsäule folgt und ebenfalls elektrisch gesteuert wird. Zwei unabhängige Luftkammern unterstützen oberen und unteren Lendenbereich gezielt und ermöglichen eine präzise Anpassung an die Rückenform.
Die Tiefenverstellung schließt den Abstand zwischen Rücken und Lehne sauber und führt im Test unabhängig von der Rückenanatomie zu einer stabilen Sitzhaltung. Eine Lordosenstütze zählt aus ergonomischer Sicht zu den grundlegenden Merkmalen hochwertiger Stühle, da sie den Lendenbereich entlastet und Fehlhaltungen vorbeugt. Die elektrisch verstellbare Lösung der Martian-Serie erwies sich als wirksam, um die Lehne auch über längere Sitzzeiten hinweg optimal anzupassen.
Quelle: PCGH
Die in die Lehne integrierte Airbag-Lendenstütze lässt sich elektrisch auf- und abbewegen. Dazu legen Sie mit dem wie ein Steuerkreuz angelegten Schalter die Ausprägung (Tiefe) fest.
Armlehnen und Kopfstütze des DX Racer Martian Pro werden mechanisch verstellt. Die Armlehnen können gedreht werden, lassen sich vor- und zurück- sowie seitlich verschieben und zusätzlich in sechs Stufen in der Höhe anpassen - damit trifft die Einstufung als 4D-Armlehnen voll zu. Die gepolsterten Armauflagen sind per Magnet befestigt und sind austauschbar - eine praktische und nachhaltige Ergänzung.
Auch die Kopfstütze aus Memory-Kaltschaum nutzt einen Magnetmechanismus. Dadurch können Sie ihre Höhe frei wählen und exakt auf Ihre Körperhaltung abstimmen. Im Gegensatz zu einfachen, fix montierten Kissenlösungen bleibt die Kopfstütze flexibel positionierbar und unterstützt damit eine ergonomische Sitzhaltung.
Heizung, Belüftung und Massagefunktion: Extras aus der Autositzfertigung
DX Racer positioniert den DX Racer Martian Pro mit Sitzbelüftung, Sitzheizung und Rückenmassage als Gaming-Stuhl, der besondere Komfortfunktionen bietet, die Sie sonst eher aus Autositzen kennen. Das Seat-Ventilation-System kombiniert einen kräftigen Lüfter mit einer Wabenstruktur im Polster, sodass Wärme und Feuchtigkeit besser abgeführt werden und Sie auch bei langen Sessions trocken sitzen. Die Sitzheizung arbeitet in drei Stufen und reagiert schnell. Wie wir beim Probesitzen feststellen, sorgt sie zum Testzeitpunkt Anfang Dezember bei 21 Grad Celsius Raumbeheizung bereits in der zweiten Stufe für ein gleichmäßiges Wärmegefühl. Bei der dritten Stufe wird es dagegen schon sehr heiß unter dem Allerwertesten.
Hinzu kommt eine multifunktionale Rückenmassage mit einem acht Punkte umfassenden Massagefeld und sechs Vibrationsmodi, die sich per Knopfdruck steuern lassen und Verspannungen nach längerer Sitzzeit, wie wir im Selbstversuch feststellen, wirklich mindern. Allerdings geht das Feature sehr geräuschvoll zur Sache, daher sollte man im Großraumbüro darauf verzichten. All diese Extras verbessern in erster Linie den Sitzkomfort und verändern die grundlegende Ergonomie des Stuhls nicht. Gerade diese Komfortausstattung macht den DX Racer Martian Pro aber zu einem Alleinstellungsmerkmal im Gaming-Stuhl-Segment und erklärt aus unserer Sicht den rund 200 Euro höheren Preis im Vergleich zum normalen DX Racer Martian, zumal viele Elemente erkennbar aus der Autositzfertigung stammen.
Quelle: DX Racer
Die Sitzbelüftung, die Sitzheizung und die Rückenmassagefunktion sind höchstwahrscheinlich Extras, die aus der Automobilsitzfertigung stammen.
Die Stromversorgung des DX Racer Martian Pro garantiert übrigens einen 5.000 mAh starken Lithium-Akku. Der soll mit einer Ladung, die in ca. 3,5 Stunden vollgeladen ist, über 360 Stunden durchhalten. Leider können wir den Stuhl so lange nicht testen, aber nach einer Vollladung zu Testbeginn, musste er auch nach fünf Tagen Nutzung im Büro nicht wieder aufgeladen werden. Letzteres erledigen Sie, indem Sie das mitgelieferte Ladegerät mit dem Anschluss an der Hinterseite verbinden. Alternativ können Sie den ausbaubaren Akku entnehmen, und direkt mit dem Ladegerät aufladen.
Passende Polsterhärte und super Sitzkomfort
Beim DX Racer Martian Pro sorgt die Kombination aus Polsterdichte und Form für einen sehr ausgewogenen Sitzkomfort. Die Sitzkontaktfläche ist mit einem weichen Schaum von 50 kg/m³ gepolstert, während die Sitzwangen mit 70 kg/m³ deutlich härter ausfallen. Das Sitzpolster gibt bei einem Körpergewicht bis etwa 80 kg nur wenig nach und sinkt erst ab rund 120 kg spürbar tiefer ein. Die Druckverteilung auf der Sitzfläche ist gleichmäßig, die härteren Sitzwangen stören nicht, sondern stützen das Becken angenehm - auch dann, wenn Sie ein breiteres Gesäß haben.
Quelle: PCGH
Komfortfunktionen, wie die Rückenmassagefunktion, die Sitzbelüftung im Sommer und Sitzheizung im Winter heben den schon sehr guten Sitzkomfort noch weiter an.
Die Sitztiefe ist gut gewählt und bietet auch großen Personen ausreichend Auflagefläche für die Oberschenkel. Die Lehne ist mittelhart gepolstert und passt sich in Kombination mit der in Höhe und Ausprägung verstellbaren Lordosenstütze mit ihren zwei Luftkissen sehr gut an die Rückenform an. So entsteht ein angenehmer, klar definierter Gegendruck im Lendenbereich, der auch bei längerem Sitzen unterstützt, statt zu ermüden. Unabhängig vom Körpergewicht sitzen damit sowohl leichtere Nutzer auf der weicheren Sitzfläche sehr komfortabel als auch Personen mit 120 kg oder mehr, die von der höheren Tragkraft und den stützenden Wangen profitieren.
Schon ohne seine besonderen Extras ist der DX Racer Martian Pro daher ein sehr bequemer Gaming-Stuhl mit passender Polsterhärte und viel Platz, auch für große Staturen. Die zusätzliche Massagefunktion sowie die an die Jahreszeiten angepassten Komfortfunktionen Sitzbelüftung im Sommer und Sitzheizung im Winter heben den Sitzkomfort noch einmal auf eine höhere Stufe. Zusammen rechtfertigen diese Alleinstellungsmerkmale den Aufpreis von rund 200 Euro durchaus, wenn Sie täglich viele Stunden auf dem Stuhl verbringen.
Die Ergonomie: fast perfekt dank einstellbarer Lordosenstütze
Die Ergonomie des DX Racer Martian Pro ist gut bis sehr gut und bewegt sich klar im oberen Feld. Verantwortlich dafür ist die Rückenlehne mit Doppel-S-Form, die sich dank passender Polsterhärte und vor allem durch die auf Luftkissen basierende 4D-Lordosenstütze sehr gut an die Form von Wirbelsäule und Rücken anpasst. Die in Höhe und Ausprägung verstellbare 4D-Lordosenstütze verbessert die Ergonomie spürbar und bietet einen klar definierten, angenehmen Gegendruck im Lendenbereich. Hinzu kommen die 4D-Armlehnen, die sich ergonomisch auf die Schulterbreite einstellen lassen, sowie die Massagefunktion, die zur Entspannung der Rückenmuskulatur beiträgt und längere Sitzphasen ergonomisch unterstützt.
Für die volle Punktzahl bei der Ergonomiewertung fehlt dem DX Racer Martian Pro allerdings eine Synchronmechanik. Die in drei Stufen arretierbare Asynchronmechanik mit Frog-Tilt-Mechanismus eignet sich grundsätzlich auch für das dynamische Sitzen. Allerdings neigt sich bei der Wippmechanik die gesamte Sitzfläche und die Rückenlehne gleichzeitig nach hinten, wenn man sich zurücklehnt. Dabei erfolgt die Bewegung der Rückenlehne und Sitzfläche im gleichen Verhältnis. Das bedeutet, dass die Sitzfläche meist in einem festen Winkel bleibt und sich nicht individuell anpasst oder verändert.
Quelle: PCGH
Die Wippmechanik verhindert die volle Punktzahl bei der Ergonomiewertung. Bei seinen Komfortfunktionen könnten aber auch diejenigen schwach werden, die ansonsten eine Synchronmechanik bevorzugen.
Diese Mechanik sorgt zwar auch für Entspannung und Sitzkomfort, bietet jedoch im Vergleich zur Synchronmechanik eine geringere ergonomische Unterstützung, da die Bewegungen weniger auf die natürlichen Körperbedürfnisse abgestimmt sind. Unabhängig davon, dass ihm eine Synchronmechanik fehlt, sitzen Sie auch in der Spieler-Haltung ergonomisch auf dem DX Racer Martian Pro. Stellen Sie die Lehne auf 90° und fahren Sie die 4D-Lordosenstütze voll aus, rückt der Oberkörper etwas näher an den Bildschirm. Dabei stützt die 4D-Airbag-Lordosenstütze den Lenden- und Beckenbereich nach wie vor gut und letzterer wird dabei trotzdem nicht zu weit nach vorn geschoben. Allerdings verlieren die Schulterblätter den Kontakt zur Lehne.

Deswegen sind gute Stühle meist ohne diesen häßlich abbröselnden Mist ausgestattet.
Oder aus Echtleder.
Dieses Elektronikgerödel gefällt mir recht gut, würde, außer die Massagefunktion, aber kaum etwas von den Gimmiks nutzen.
Sehr wichtig finde ich da die Einstellfunktionen und den grundlegenden Sitzkomfort.
Da ist er wohl für den Preis nicht schlecht, aber wer bereit ist 800€ für einen guten Bürostuhl auszugeben, der wird merken:
Büros mit solch teuren Stühlen sind ganzjährig klimatisiert... Sitzheizung ade.
Ob man das andere braucht? ... Bei 800€ bin ich bei anderen Stühlen.
Bei Kunstleder wird mir mulmig. Ob es lange hält?
Trotzdem nicht schlecht, der Preis muß bloß etwas runter.