Razer Raiju V3 Pro im Test: PlayStation-Gamepad mit toller Technik, aber ohne Überraschungen
Neuer Gegenspieler für den DualSense Edge in Sicht! Der Razer Raiju V3 Pro entwickelt seine Vorgänger konsequent weiter und kombiniert das Ganze mit dem Sony-typisch asynchronen Tastenlayout. Doch reicht das, um zum neuen Premium-Controller für die PS5 zu werden? Der Test wird es zeigen.
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Wenn man sich online nach Third-Party-Gamepads umschaut, fällt ein Umstand besonders auf: Während sich Modelle für die Xbox samt passendem, asynchronen Tasten-Layout nur so häufen, scheint Sony deutlich zurückhaltender mit seiner Lizenz umzugehen. Erst recht, wenn es um ihre hauseigenen adaptiven Trigger und das haptische Feedback geht. Welche Gründe das haben mag, sei an dieser Stelle jedoch zweitrangig. Wichtig ist zunächst nur, dass der neue Razer Raiju V3 Pro dementsprechend zwar ohne diese speziellen Features daherkommt, dafür aber so manch anderes im Gepäck hat. Ob das allerdings ausreicht, um sich an die Spitze der PlayStation-Pro-Controller zu kämpfen, schauen wir uns im Detail an.
Lieferumfang des Razer Raiju V3 Pro
In vielerlei Hinsicht ähnelt der Controller seinem Xbox-Pendant, dem Wolverine V3 Pro, den wir ebenfalls getestet haben. Das beginnt schon beim Lieferumfang, zu dem neben einer überaus schicken Hartschalentasche auch zwei wechselbare Stick-Aufsätze zählen. Diese haben allesamt einen kleinen Pfeil aufgedruckt, der die korrekte Aufsetzrichtung angibt.
Sich einen nahezu komplett eigenen Controller zu bauen, wie es beim Nacon Revolution X Unlimited dank seiner unzähliger austauschbarer Teile der Fall ist, ist zwar nicht angedacht. In einer Sache hat man aber schon einmal dazugelernt und zusätzlich einen kleinen Schraubendreher beigelegt. Wer sich zuvor also gewünscht hatte, die Rücktasten entfernen zu können, dürfte hierüber erfreut sein. Und für den kabelgebundenen sowie kabellosen Betrieb passen natürlich auch noch das USB-C-Kabel sowie der 2,4-GHz-Dongle mit in das robuste Case.
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Auf RGB wurde - wie heutzutage immer öfter üblich - zugunsten einer längeren Akkulaufzeit verzichtet. Besagter fest verbauter Akku soll der Anleitung zufolge nach drei Stunden vollständig aufgeladen sein und hielt im Test etwa 20 Stunden durch. Im Vergleich zum Sony-eigenen Konkurrenten, dem DualSense Edge, der nur etwas über sechs Stunden erreicht, ist das ein ordentliches Upgrade.
Knackiges Klicken
Auch bei den inneren Werten erinnert der Raiju an den Wolverine. Mecha-Tactile-Schalter und Pro HyperTrigger klingen nach wie vor fancy, aber tatsächlich ein sehr angenehmes Spielgefühl. Von den Action-Buttons über die Claw-Grip-Bumper bis zu den Back-Paddles liefert hier jede Taste knackiges, haptisches sowie akustisches Feedback, das man nach kurzer Zeit nicht mehr missen möchte. Die Druckpunkte sind ebenfalls gut gewählt, wenngleich die der hinteren Tasten schon ausgesprochen sensibel sind. Der Vorteil hierbei ist, dass sie bei Betätigung nicht das gesamte Gamepad erschüttern.
Das tolle Feedback gilt natürlich auch für die Trigger, sofern man deren Auslöseweg mit dem hinteren Schalter verkürzt. Wer bereits den einen oder anderen Pro-Controller in Händen hielt, kennt das Prinzip: Der lange, analoge Auslöseweg eignet sich etwa für Rennspiele, bei denen es auf präzise Eingaben ankommt, während der Mausklick-Trigger in Shootern oder anderen Reaktionsspielen punktet. Wer möchte, kann zudem in Razers Synapse-Software zu digitalen Triggern wechseln, sodass Eingabe unabhängig vom Auslöseweg sofort erfolgt. Schnellfeuer-Trigger kann man dort übrigens ebenfalls auswählen - doch zur Software kommen wir später noch.
Das Auf und Ab der Hall-Effect-Sticks
Die Geschichte der Hall-Effect-Sticks ist eine traurige. Nachdem besagte Technik bereits in den 90ern in Gamepads verwendet worden war, verschwand sie bis Anfang der 2020er weitgehend, nur um so kurz nach ihrem erneuten Aufleben schon wieder durch die nächste ersetzt zu werden. TMR (Tunnel-Magneto-Resistenz) heißt diese Technologie und funktioniert recht ähnlich, soll aber noch präziser und langlebiger sein. Razer setzte etwa schon beim Kishi V3 Pro darauf und nutzt entsprechende Sticks nun auch im Raiju V3 Pro.
Wie langlebig genau sie sind, konnte im bisherigen Testzeitraum von ca. zwei Wochen noch nicht geprüft werden. Das wird erst der Langzeittest zeigen. Stand jetzt lässt sich jedoch noch erwähnen, dass die Sticks insgesamt geringfügig leichtgängiger sind und weniger Druck erfordern als die eines Xbox-Controllers. Ob einem das gefällt oder nicht, ist sehr von der persönlichen Präferenz und Gewohnheit abhängig. Wessen Muscle-Memory mehr Widerstand erwartet, könnte die Eingaben dadurch anfangs als etwas schwammig empfinden.
Asymmetrie vs. Symmetrie
Der offensichtlichste Unterschied zwischen einem Xbox- und einem PlayStation-Controller ist das Tastenlayout. Razers Wolverine V2 Pro belegte zwar die Action-Buttons Sony-typisch, platzierte das Steuerkreuz allerdings noch innen. Der Raiju V3 Pro geht jetzt den anderen Weg und orientiert sich am Lizenzgeber. Hardcore PlayStation-Fans, die hiermit vermutlich maßgeblich angesprochen werden wollen, dürften sich über diese Designentscheidung freuen. Doch für jemanden, der sich daran gewöhnt hat, den linken Daumen schnell nach innen zu bewegen, um vom Stick zum D-Pad zu springen, ist die gegenteilige Bewegung etwas kontraintuitiv.
Dafür verbessert das Gamepad die Haptik an zahlreichen anderen Stellen. Die Griffhörner sind etwas schlanker geworden, komplett angeraut und bieten, ebenso wie die Stick-Kappen, sicheren Halt in jeder Situation. Die inzwischen auch entfernbaren Back Paddles wurden so platziert, dass sich die Finger ganz natürlich um sie schmiegen, was aber bei kleineren Händen üblicherweise besser funktioniert. Dabei ist er sogar noch einige Millimeter breiter als der DualSense mit seinen 160 mm, gleichzeitig aber rund 20 g leichter.
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Neben den Trigger-Schaltern befindet sich auf der Rückseite noch je einer für den Wechsel zwischen PS5 und PC sowie zwischen kabelgebundenem und kabellosem Betrieb. In letzterem dienen beide auch dazu, das Gamepad am Ende der Session wieder auszuschalten. Es mittels der PS-Taste einzuschalten, dauert mit drei Sekunden dagegen ungewöhnlich lang. Obwohl es nicht nach viel klingt, fiel es bei der ersten Inbetriebnahme auf.
Ein weiterer Vorteil ist wiederum, dass die Claw Grip Bumper sehr nah an den anderen Schulterknöpfen angebracht sind, sodass der Zeigefinger keinen allzu großen Weg zurücklegen muss. Und zu guter Letzt sei noch der hervorstehende USB-C-Eingang positiv erwähnt, da dieser dem mitgelieferten Kabel etwas mehr Halt gibt. Möchte man hingegen sein eigenes verwenden, sollte man im Hinterkopf haben, dass dadurch lediglich oval geformte Kabel in die Buchse passen.
