So gut wie einst der Game Boy? Blaze Capcom Super Pocket im Test
Aus dem Hause Evercade kommt der Blaze Capcom Super Pocket. Mit 12 vorinstallierten lizenzierten Spielen, darunter Mega Man und Street Fighter, versucht der Handheld, an die goldene Ära des Game Boy anzuknüpfen. PCGH macht den Test.
Blaze Entertainment bedarf in der Retro-Gaming-Szene keiner Vorstellung mehr. Das Unternehmen aus England hat sich mit der Veröffentlichung der Evercade VS Heimkonsole und dem Evercade EXP Handheld etabliert. Seit dem Jahr 2020 hat Blaze Entertainment über 40 Cartridges mit mehr als 500 lizenzierten Retro-Titeln veröffentlicht, wobei der Release der Tomb Raider Collection 1 kurz bevorsteht. Unter der Marke Hyper Mega Tech! statt Evercade hat das Unternehmen den Blaze Capcom Super Pocket auf den Markt gebracht, der Retro-Gaming zum Budget-Preis mit dem Charme des Nintendo Game Boy verspricht. Doch kann das Gerät im Test überzeugen?
Retro Gaming Renaissance
Der Blaze Capcom Super Pocket ist kompakte 8 x 13 cm groß, wobei die Form des Handhelds zweifelsohne vom Nintendo Game Boy inspiriert ist. Während die Front in einem dunklen Blau gehalten ist, sind die Seiten und der Rücken gelb. Auf der blauen Front befindet sich neben der Menü-Taste auch das Steuerkreuz sowie die vier Tasten A, B, X und Y. Unterhalb befinden sich die Start- und Select-Taste. Vier Schultertasten sind auf der Rückseite des Handhelds unterhalb des Cartridge-Slots und Lautstärkereglers angebracht. Dabei ist die Position der Schultertasten, gerade bei Spielen, die effektiv Gebrauch von diesen machen, leider nicht optimal, und es bedarf einer Eingewöhnungsphase, um eine komfortable Position für die Finger zu finden.
Das Spielgeschehen findet auf dem 2,8 Zoll großen Bildschirm mit IPS-Technologie und einer Auflösung von 320 x 240 Pixeln statt. Die Farbqualität kann dabei während des Spielens durchweg überzeugen, und auch bei steileren Betrachtungswinkeln gab es keine merklichen Probleme, dem Spielgeschehen zu folgen. Für das Seitenverhältnis der Spiele stehen drei verschiedene Optionen zur Auswahl: Originalauflösung, Vollbild und Pixel Perfect. Obendrauf lassen sich für Nostalgiker und Fans von Röhrenfernsehern ebenfalls Scanlines einschalten. Bei aktivierten Scanlines erscheint das ansonsten helle Bild des Handhelds allerdings merklich dunkler. Wer sich einen größeren Bildschirm für seine Retro-Spiele wünscht, sollte jedoch den neuen Evercade EXP-R Handheld in Betracht ziehen. Dieser wartet mit einem 4,3 Zoll großen Bildschirm mit einer Auflösung von 800 x 480 Pixeln auf, kostet jedoch dementsprechend mehr.
Der Ton des Super Pocket wird über den mittig zwischen der Start- und Select-Taste platzierten Lautsprecher abgespielt. Dank seiner Position wird er während des Spielens von den Händen nicht verdeckt und versprüht so den Charme von 8- bis 64-Bit-Soundtracks. Der Ton kann trotz der kleinen Größe des Gerätes überraschend laut aufgedreht werden. Über den 3,5-mm-Audioanschluss lassen sich aber auch Kopfhörer anschließen.
Von Mega Man bis Tomb Raider
Namensgebend kommt der Handheld mit 12 vorinstallierten Capcom Arcade-Klassikern out of the box. Dazu gehören unter anderem Street Fighter II: Hyper Fighting, Mega Man, Ghouls'n Ghosts, Strider und Bionic Commando. Wer bereits den Evercade EXP Handheld besitzt, dem kommt die Liste an Titeln mit Sicherheit bekannt vor, da es sich hierbei lediglich um eine abgespeckte Version handelt. Erwähnenswert ist, dass die doch eher knackigen Retro-Titel mit einem Easy-Mode kommen, der das Spielgeschehen auf Wunsch deutlich erleichtert. Zusätzlich gibt es die Option, pro Spiel bis zu sechs Speicherstände anzulegen. Die Steuerung ist auch positiv hervorzuheben. Das Steuerkreuz ist auch in kniffligen Passagen überaus präzise und die Tasten sind responsiv und reagieren ohne größere Verzögerung.
Wer gehofft hat, seine eigenen ROMs auf den Blaze Capcom Super Pocket laden zu können, wird allerdings enttäuscht. Diese Option bietet der Handheld nicht. Dennoch gibt es genug zu spielen, da der Blaze Pocket als Teil der Evercade-Familie jede Cartridge abspielen kann, die von der Firma veröffentlicht wurde. Das sind bis heute über 40 Cartridges mit über 500 Spielen. Von Klassikern des Commodore 64 über Titel wie Duke Nukem bis hin zu neueren Indie-Spielen wie Astebros und Good Boy Galaxy ist hier für jeden etwas geboten. Die Tomb Raider Collection 1, welche die ersten drei Abenteuer von Lara Croft beinhaltet, wurde kürzlich als Teil der neuen Giga Carts für 24,99 Euro angekündigt und ist bald ebenfalls auf dem Blaze Capcom Super Pocket spielbar. Alle anderen verfügbaren Evercade Cartridges werden mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 19,99 Euro verkauft.
Mit einer Akkulaufzeit von etwas über vier Stunden bei normalem Gebrauch bietet der Handheld genug Ladung für die meisten Spielsessions. Geht der Akku doch einmal zur Neige, kann der Blaze Pocket über den USB-C-Anschluss am Boden des Handhelds neben dem Ein-/Aus-Schalter geladen werden. Ein USB-C-Kabel ist im Lieferumfang enthalten.
Der Blaze Capcom Super Pocket wird mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 59,99 Euro angeboten. Zwar liegt der Preis damit über dem anderer Retro-Handhelds auf dem Markt, wie etwa dem Pocket Player Pro Super Street Fighter II, doch hat man mit dem Super Pocket die Möglichkeit alle verfügbaren Evercade Cartridges zu spielen. Insgesamt überzeugt der Blaze Capcom Super Pocket im Test, abgesehen von kleineren Mängeln wie den Schultertasten, durchweg positiv. Für Nostalgiker und Fans von Retro-Titeln sowie für alle, die die Klassiker zum ersten Mal erleben möchten, ist der Super Pocket das lohnende Tor in die Welt der Retro-Spiele.

Aber diese chinesischen Billo-Gameboys kann ich nicht empfehlen. Da sind meist nur drittklassige, schlecht zusammengeschusterte Kopien von Klassikern enthalten. Davon hat eigentlich niemand was.
Was Evercade betrifft, so verstehe ich deine Bedenken bezüglich des wiederholten Kaufs von Spielen. Ich selbst bin jedoch ein großer Fan davon, eine offiziell lizenzierte Sammlung von Spielen in physischer Form zu besitzen und nicht auf ROMs zurückgreifen zu müssen. Als großen Vorteil sehe ich bei Evercade auch die Möglichkeit, sehr alte Spiele, wie die des Commodore 64, mobil mit dem Evercade EXP oder Blaze Pocket, aber auch auf dem Fernseher mit der VS-Heimkonsole zu spielen, indem ich einfach die Cartridge vom Handheld in die Konsole stecke.
Für diejenigen, die eine einfache, möglicherweise nostalgische Spielerfahrung suchen, ohne sich um das Herunterladen und Konfigurieren von Software kümmern zu müssen, könnten Evercade-Konsolen also interessanter sein. Daher greife auch ich ehrlich gesagt lieber bei den Cartridges zu, zusätzlich auch, da ich Wert auf Lizenzen und die Unterstützung der Originalentwickler bzw. der Markeninhaber lege. Der Markt zeigt natürlich, dass der Blaze Pocket ein Nischenprodukt ist. Dies wird schon allein durch die Anzahl der im Handel verfügbaren Handhelds für Emulatoren, unter anderem von Ayn und Anbernic, belegt. Aber hier spielt die persönliche Präferenz eine große Rolle, was man am Ende des Tages bevorzugt.
Bei Käufen aus Nostalgiegründen kann ich nicht mitreden. Ich bin heilfroh, dass wir heutzutage ein Gerät mitnehmen können, wo alle Spiele direkt gespeichert sind und wir nicht dutzende Cartridges oder sonst was mitnehmen müssen. Auch das Immer-vom-Sofa-aufstehen-Müssen bei einem Spielwechsel vermisse ich überhaupt nicht.
Aber ja, dass ich meine Spiele nicht doppelt kaufen werde, ist wohl der größte Knackpunkt. Zwar finde ich es gut, wenn alte Spiele noch verkauft werden, aber ich will mich nicht mehr mit Hardware-DRM herumschlagen müssen. Lieber habe ich es, wenn die ROMs direkt verkauft werden, wie das zum Beispiel SEGA auf Steam tut.
Sehe jetzt nicht viel Feines daran, seine alten Spiele immer wieder und wieder kaufen zu müssen. Und wenn ich sie noch nicht habe, dann kaufe ich die bestimmt nicht im Bundle mit einem geschlossenen, beschränkten Gameboy-Klon.
Was Evercade betrifft, so verstehe ich deine Bedenken bezüglich des wiederholten Kaufs von Spielen. Ich selbst bin jedoch ein großer Fan davon, eine offiziell lizenzierte Sammlung von Spielen in physischer Form zu besitzen und nicht auf ROMs zurückgreifen zu müssen. Als großen Vorteil sehe ich bei Evercade auch die Möglichkeit, sehr alte Spiele, wie die des Commodore 64, mobil mit dem Evercade EXP oder Blaze Pocket, aber auch auf dem Fernseher mit der VS-Heimkonsole zu spielen, indem ich einfach die Cartridge vom Handheld in die Konsole stecke.
Für diejenigen, die eine einfache, möglicherweise nostalgische Spielerfahrung suchen, ohne sich um das Herunterladen und Konfigurieren von Software kümmern zu müssen, könnten Evercade-Konsolen also interessanter sein. Daher greife auch ich ehrlich gesagt lieber bei den Cartridges zu, zusätzlich auch, da ich Wert auf Lizenzen und die Unterstützung der Originalentwickler bzw. der Markeninhaber lege. Der Markt zeigt natürlich, dass der Blaze Pocket ein Nischenprodukt ist. Dies wird schon allein durch die Anzahl der im Handel verfügbaren Handhelds für Emulatoren, unter anderem von Ayn und Anbernic, belegt. Aber hier spielt die persönliche Präferenz eine große Rolle, was man am Ende des Tages bevorzugt.
Sehe jetzt nicht viel Feines daran, seine alten Spiele immer wieder und wieder kaufen zu müssen. Und wenn ich sie noch nicht habe, dann kaufe ich die bestimmt nicht im Bundle mit einem geschlossenen, beschränkten Gameboy-Klon.
Was aber nicht klappen konnte: Scanlines bei 240 Zeilen. Das kann ja nicht funktionieren, mit Flüssigkristallen.