Plaud Note Pro vs. Soundcore Work: Zwei KI-Diktiergeräte im Test

Aufnahmenbasierte Notizbücher bzw. Diktiergeräte mit integrierter KI-Transkription sind neu aufkommende technische Helfer im Alltag. Wir haben uns das Plaud Note Pro sowie das Soundcore Work zum Test bestellt und miteinander verglichen.

2
Special Veronika Maucher Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Plaud Note Pro vs. Soundcore Work: Zwei KI-Diktiergeräte im Test
Quelle: PCGH-Ratgeber

Mit ChatGPT und dem KI-Boom etablierten sich auch erste schnelle Methoden, Aufnahmen von Konferenzen, Telefonaten, Interviews und Ähnlichem bequem und zuverlässig in Geschriebenes umwandeln zu lassen, sprich, sie zu transkribieren. Gerade Journalisten erinnern sich ungern an das Abtippen von Interviews. Zugleich bietet die Tonaufnahme natürlich eine höhere Genauigkeit bezüglich der besprochenen Daten und Fakten, als es eine händische Mitschrift gewährleisten würde. Von den ersten Workarounds mit Aufnahme über das Smartphone und Hochladen der Sounddatei in eine KI zur Transkription war der Weg zu KI-basierten Aufnahmegeräten wahrlich nicht weit. Wir haben die beiden brandneuen Diktiergeräte mit KI (über die App), Plaud Note Pro und Soundcore Work, für Sie getestet und gehen auf die Unterschiede vergleichend ein.

Plaud Note Pro im Test

Das Plaud Note Pro ist das dritte Gerät des noch jungen Unternehmens. Gegründet 2021 mit Sitz in San Francisco handelt es sich bei Plaud um ein Startup, das 2023 den Plaud Pin nebst passender KI im Abomodell auf den Markt gebracht hat. Der Erfolg war groß genug, dass Forbes erst kürzlich darüber berichtete. Beworben werden die Aufnahmegeräte als "Notizbücher". Der ursprüngliche Gedanke richtete sich vor allem an Ärzte, Anwälte und Geschäftsleute, die schnell und unkompliziert Gedanken festhalten und im weiteren Verlauf verschriftlichen wollen.

Keine 3 mm dick: Das Plaud Note Pro hat fast Scheckkartenformat. Quelle: PCGH-Ratgeber Keine 3 mm dick: Das Plaud Note Pro hat fast Scheckkartenformat.

Im Lieferumfang enthalten sind drei Dinge: das Plaud Note Pro, die passende Magnet-Hülle und ein magnetisches Ladekabel. Das Kabel hat am einen Ende USB-C, am anderen vier Magnet-Pins. Das Note Pro selbst hat keinen USB-C- oder anderweitigen Anschluss, bei einer Dicke von gerade mal 2,99 mm ist das auch gar nicht möglich. Die filigrane Bauweise und das minimale Gewicht von 30 g sind sehr gut dafür geeignet, das Plaud Note Pro in der Brusttasche eines Hemdes oder Kittels, in der Hosentasche und selbst in kleinsten Handtaschen oder in der Geldbörse zu transportieren. Etwas mehr Fülle bekommt es dann, wenn man es in die magnetische Hülle schiebt. Die ist dazu da, das Note Pro hinten am Smartphone anzubringen, um so Anrufe aufzuzeichnen. Nervig: Ist das Diktiergerät einmal in der Hülle, bekommt man es nur mit Mühe und Gefummel wieder heraus. Zeitweise haben wir uns mit einer schmalen Zange beholfen, weil sich das Gerät partout nicht mehr aus dem Etui nehmen lassen wollte.

Aufnahmequalität ist ok

Ob mit oder ohne Etui, spielt bei der Qualität der Aufnahme in Hinblick auf direkte persönliche Sprachaufnahme oder Gesprächs- bzw. Konferenzaufnahme keine Rolle. In der Praxis heißt das: Die Aufnahmequalität ist mit und ohne Etui etwas dumpf und kratzig. Man versteht alles, aber die Aufnahme wirkt eher so, als hätte man heimlich oder versehentlich mit dem Handy in der Hosentasche aufgenommen. In der App kann man die Aufnahme übrigens auch schneiden und um Pausen bereinigen - so spart man letztlich auch Minuten, wenn man kein Unbegrenzt-Abo hat (dazu weiter unten mehr).

Beim Transkribieren beweist das Plaud Note Pro eine sehr gute Trefferquote bei der akkuraten Verschriftlichung. Bei der Erkennung von unterschiedlichen Sprechern nicht. Zum Test hat sich Redakteurin Veronika mit ihrem Sohn Felix unterhalten und sogar eingesprochen, dass zwei Personen anwesend sind. Überdies handelt es sich um zwei sehr unterschiedliche Stimmen. Die KI macht aus allem "Sprecher 1". Die KI erstellt aus jeder Aufnahme auch eine Zusammenfassung mit den wichtigsten Punkten, möglichen sich aus dem Gespräch ergebenden To-dos und einer Grafik dazu. Beispiele zur Arbeit der Plaud AI können Sie den Screenshots aus der App in der Galerie entnehmen:

Bildergalerie

Exportieren + Abomodell

Exportieren kann man übrigens alles. Die Audiodatei, das Transkript, die von der KI generierte Zusammenfassung und so weiter. Dabei stehen dem Nutzer auch verschiedene Dateiformate zur Verfügung, wie beispielsweise txt oder docx bzw. MP3 oder WAV. Zur Speicherung bietet Plaud die eigene Cloud mit unbegrenztem Speicherplatz und Desktop-Zugriff über den Browser an. Man kann die Dateien aber auch in einer eigenen Cloud, die auf dem Smartphone installiert ist (in unserem Test pcloud), ablegen, das Ganze per Mail, WhatsApp, Teams und so weiter schicken. So hat man auf jeden Fall problemlos die Möglichkeit, das Aufgenommene und Transkribierte jenseits des eigenen Smartphones zu nutzen und weiterzuverarbeiten.

Mit dem Etui kann man das Plaud Note Pro ans Smartphone heften und das Gespräch aufnehmen. Quelle: PCGH-Ratgeber Mit dem Etui kann man das Plaud Note Pro ans Smartphone heften und das Gespräch aufnehmen. Das geht im Übrigen auch ganz ohne das Abomodell, das Sie vielleicht schon als Screenshot in unserer Galerie weiter oben entdeckt haben. Ohne zusätzliche Bezahlung kann man pro Monat 300 Minuten Aufnahme transkribieren und von der KI bearbeiten lassen. Die Betonung liegt auf KI-Arbeit. Aufnehmen und anhören können Sie, so viel sie wollen. Wer mehr, sprich unbegrenzt, Minuten benötigt, für den gibt es das Jahres- (249,99 Euro) oder das Monatsabo (20,90 Euro). Man kann auch, wenn sich ein Ausnahmefall ergibt, Minutenpakete kaufen. Hier kosten beispielsweise 120 zusätzliche Minuten dann 2,99 Euro. Wem 300 Minuten ausreichen, der kommt mit Plaud AI sehr günstig weg. Die Möglichkeit, im "Notfall" für 2,99 Euro zwei Stunden draufzupacken, ist sicher auch eine gute Option. Tatsächlich sind auch 249,99 Euro im Jahr ein nachvollziehbarer Preis, wenn man ein Power-User ist, der täglich diverse Meetings und Telefonate aufzeichnen und dokumentieren möchte oder muss. Wichtig ist zu erwähnen, dass man auch ohne Abo auf alle Funktionen der KI Zugriff hat.

Testergebnis Plaud Note Pro

Das schmale Format des Plaud Note Pro ist elegant und praktisch, man kann das Diktiergerät in jeder Hemd-, Kittel- oder Hosentasche, theoretisch sogar in der Geldbörse verstauen. Die KI-Transkription ist sehr gut, die Zusammenfassungen sind hilfreich, die ergänzenden Fragen und To-Dos können einem durchaus Denkarbeit abnehmen. Die unbegrenzte Cloud, die Möglichkeit, alle Dateien problemlos zu versenden oder auf den PC zu übertragen und auch die 300 Freiminuten pro Monat machen das Plaud Note Pro zu einem erfreulichen Begleiter für alle, die Gedanken, Ideen, Telefonate, Interviews oder Meetings aufzeichnen wollen oder müssen. Die Abo-Pläne sind preislich ok und wegen der Kosten, die KI-Berechnungen bekanntermaßen verursachen, nachvollziehbar. Kritikpunkte sind die qualitativ nicht besonders gute Aufnahmequalität - hier merkt man, dass bei dem Gerät der Fokus eher auf die Verschriftlichung als auf die Aufnahme selbst gelegt wurde - und die Tatsache, dass man das Note Pro nur mit Mühe und Kampf wieder aus dem Etui bekommt. Gekauft werden kann das Gerät auf der Website des Herstellers.

2
  1. Seite 1 Diktiergeräte im Vergleich: Test Plaud Note Pro
  2. Seite 2 Diktiergeräte im Vergleich: Test Soundcore Work
  3. Seite 3 Diktiergeräte im Vergleich: Plaud Note Pro vs. Soundcore Work
    • Kommentare (2)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Cyrotech Schraubenverwechsler(in)
        Versteh ich jetzt auch nicht wo da der Vorteil sein soll. Handy nimmt auf, klingt super, Transkription ist perfekt, also?
      • Von Cyrotech Schraubenverwechsler(in)
        Versteh ich jetzt auch nicht wo da der Vorteil sein soll. Handy nimmt auf, klingt super, Transkription ist perfekt, also?
      • Von Rollora Kokü-Junkie (m/w)
        Ich verwende immer noch ein normales/professionelles Diktiergerät. Aufgezeichnet im .wav Format und dann halt entweder transskribiert oder via KI transskribiert und nachbearbeitet.

        Was genau ist jetzt der Vorteil von 2 Hardware-Diktiergeräten wie diesen, von meinem Ansatz oder "mit dem Handy aufnehmen und transskribieren"?
      Direkt zum Diskussionsende
  • Print / Abo
    Apps
    PCGH Magazin 07/2026 PC Games 06/2026 play5 07/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 06/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games Hardware PC Games Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk