GTA 5 im PCGH-Test: Große Leistung auf alten Konsolen - Vorfreude auf mögliche PC-Version
GTA 5 ist das wohl meist erwartete Spiel des Jahres: Unzählige Gerüchte, angebliche Leaks und unsichere Informationen bestätigen die Vorfreude der Fans, die Presse befeuerte diese mit absoluten Traumwertungen. Doch so kurz vor dem Release der neuen Konsolengeneration scheint der Release auf Playstation 3 und Xbox 360 wie eine Verschwendung möglicher Grafikqualität. Wir haben in unserem Test einen ersten Blick auf die Technik des Titels geworfen und sind trotz einiger Abstriche positiv überrascht von Rockstars Leistung.
Auf dieser Seite
- 1 Ganz starke Beleuchtung in GTA 5
- 2 GTA 5: Die haben doch einen Schatten!
- 3 Fade-In: Immer noch ausbaufähig
- 4 Oberflächlich: Man darf vom PC träumen
- 5 Typischer GTA-Charme: Spannende Story, skurrile Charaktere
- 6 Zielhilfe und Arcade-Fahrstil: Die Steuerung im Überblick
- 7 Groß, Größer, Los Santos: Spielwelt und Missionsdesign
- 8 GTA 5 als Höhepunkt dieser Konsolengeneration - Unser Fazit
Nach dem Release von GTA 5 überhäuften sich die Magazine mit ihren Lobeshymnen auf den Ausnahmetitel von Rockstar. Nach fünf Jahren scheint die Serie nichts von ihrem Glanz verloren zu haben, der neueste Teil legt anscheinend sogar noch eine gehörige Schippe drauf. Die ersten Screenshots und Informationen über GTA 5 ließen vor allem alle PC-Fans zweifeln, denn auf der aktuellen Konsolengeneration scheint ein so umfangreiches, detailliertes und dabei optisch beeindruckendes Spiel kaum möglich zu sein. PC Games Hardware hat sich den Konsolentitel einmal genauer angeschaut und neben Story, Spielwelt und Steuerung einen prüfenden Blick auf die Technik von GTA 5 geworfen. Warum wir trotz einiger Kritikpunkte angetan sind von der Optik des Open-World-Titels, erfahren Sie in unserem GTA-5-Special.
Ganz starke Beleuchtung in GTA 5
Entwickler Rockstar hat die letzten Jahre seit GTA 4 eindrucksvoll genutzt. Der neueste Teil der Serie lässt seinen Vorgänger optisch weit hinter sich, was einerseits an einem höheren Detailreichtum, andererseits aber auch an den guten Beleuchtungseffekten liegt. Schon in Red Dead Redemption sah man eine deutliche Weiterentwicklung beim Schattenwurf der Objekte, den Reflexionen der Sonne und bei der Berechnung des Lichteinfalls. GTA 5 baut diese Qualität nochmal eine Stufe aus und glänzt mit starken Beleuchtungseffekten: Kleinste Objekte werfen ihre Schatten, die Berechnung von Sonnen- und Lichtstrahlen sind nicht nur physikalisch korrekt, sondern sorgen auch für eine starke Atmosphäre.
Vor allem nachts glänzt Los Santos durch Lampen, Reklametafeln, Autoscheinwerfer und die ständigen Refelxionen, die die Stadt in ein eindrucksvolles Lichtermeer verwandeln. Dabei gilt für die Beleuchtung das Gleiche wie für alle anderen optischen Verbesserungen in GTA 5: Der Titel von Rockstar überzeugt nicht durch seine grafische Qualität, sondern vor allem wegen seines ungeheuren Detailreichtums. Natürlich sieht GTA 5 in allen Belangen besser aus als GTA 4 (Mods auf dem PC einmal ausgenommen), Texturen, Explosionen und Beleuchtung können mit aktuellen Top-Titeln aber nicht mithalten. Die neue Spielwelt ist dafür aber vollgepackt mit einer Fülle an Details, kleinen Feinheiten und unauffälligen Objekten, die das Gesamtbild von Los Santos eindrucksvoll in Szene setzen. So können wir in einem Helikopterflug Autos und Menschen auf den Straßen erkennen, dazu sehen wir Bauarbeiten an einem Wolkenkratzer und die unzählige Reklametafeln in unterschiedlichen Farben.
GTA 5: Die haben doch einen Schatten!
Auf der Straße selber werfen auch noch die kleinsten Objekte einen Schatten, Zäune und Wände zersplittern physikalisch korrekt bei Beschuss und die Straße ist überfüllt von Menschen und Autos. GTA 5 überzeugt mit seinem Umfang, denn egal ob die detailreiche Kleidung der Protagonisten oder die abwechslungsreiche Skyline Los Santos, immer wirkt die Spielwelt authentisch und lebendig. Dabei bleibt die Framerate in der Stadt überraschend stabil. Bei vollen Straßen inklusive Schießereien und Explosionen treten einige Mikroruckler auf, allerdings bleibt GTA 5 immer spielbar.
Hochgeschwindigkeitsfahrten sind kein Problem, selbst beim plötzlichen Abbiegen nach einer langen Fahrt in eine Richtung konnten wir kein Nachladen der Hintergründe oder eine fallende Framerate beobachten. Totalausfälle oder Freeze-Frames haben wir während unseres gesamten Tests nicht erlebt, anscheinend hält Rockstar sein Qualitäts-Versprechen. Wenn Ihnen eine Framerate von durchschnittlich 30 Fps reicht, dann sollten Sie mit GTA 5 keine Probleme haben.
Fade-In: Immer noch ausbaufähig
Viel diskutiert wurde im Vorfeld auch das verbesserte Fade-In von Hintergründen bei der schnellen Fahrt durch die Straßen von Los Santos. Während in GTA 4 immer wieder Häuser in der Entfernung plötzlich auftauchten, funktioniert der langsame Fade-In in GTA 5 ohne Probleme. Gerade auf weite Entfernung kann der neue Titel von Rockstar punkten, fast unsichtbar gehen die verschiedenen Detailgrade der Umwelt ineinander über. Was aus der Ferne ordentlich aussieht, ist bei näherer Betrachtung allerdings nicht ohne Mängel. Die Kantenglättung mancher Gebäude sorgt erst wenige Meter vor dem Protagonisten für scharfe Ecken und gerade im Detail sind deutlich die Übergänge der verschiedenen Stufen zu erkennen.
Wenn wir zum Beispiel im Vollsprint auf ein Objekt zu rennen, das einen Schatten auf die Wand wirft, erhält dieser Schatten erst mit deutlicher Verzögerung scharfe Konturen. Bei schnellen Ortswechseln müssen teilweise sogar ganze Texturen nachgeladen werden, was einen sehr unschönen Eindruck hinterlässt. Zwar halten sich die Ladezeiten zwischen den Missionen oder sogar beim Wechsel der Charaktere innerhalb der Stadt in Grenzen, das Nachladen von schärferen Texturen oder Kanten kann aber zu jeder Zeit gesehen werden. Gerade im Detail sieht man also deutlich die Schwächen der aktuellen Konsolengeneration, gleichzeitig weiß GTA 5 allerdings, wie man diese so gut wie nur möglich kaschiert.
Oberflächlich: Man darf vom PC träumen
Weniger zu kaschieren gibt es bei den Oberflächentexturen: Auch hier ist ein deutlicher Sprung in der Reihe zu sehen, vor allem die Pflanzen wirken um einiges detailreicher, die Oberflächentexturen sind schärfer als noch beim Vorgänger. Dennoch können die Texturen von GTA 5 mit anderen Open-World-Titeln keinesfalls konkurrieren. Zu viele Abstriche musste Rockstar bei den aktuellen Konsolen machen, in der obersten Liga kann GTA 5 nicht mitspielen. Immer wieder stören Matschtexturen das sonst so harmonische Bild von GTA 5. Allerdings ist auch hier festzuhalten, dass die Qualität der Texturen für die Verhältnisse der Playstation 3 und Xbox 360 absolut in Ordnung geht. Eine mögliche PC-Version mit Modding-Support und aufgebohrten Grafik könnte GTA 5 auch optisch in den Olymp heben. Bei aller berechtigten Kritik der PC-Spieler über die veraltete Hardware der PS3 und der Xbox 360 müssen wir aber neidlos anerkennen, dass Rockstar mit GTA 5 einen optisch starken Open-World-Titel abgeliefert hat. Sollte sich der Entwickler erbarmen und alle PC-Spielern auch eine Version von GTA 5 spendieren, können wir uns kaum vorstellen, was Mods und eine zeitgemäße Hardware aus dieser guten Vorlage noch alles zaubern kann.
Quelle: Rockstar Games
GTA 5 im PCGH-Test (24)
Typischer GTA-Charme: Spannende Story, skurrile Charaktere
Die Geschichte von GTA 5 rund um die drei Bankräuber Franklin, Michael und Travor bedient sich eines komplett neuen Features. Außerhalb der Missionen und an bestimmten Stellen innerhalb der Aufgaben können Sie die Person wechseln und in die Haut eines anderen Protagonisten schlüpfen. So können einerseits die besonderen Fähigkeiten der jeweiligen Charaktere optimal genutzt werden, andererseits entstehen durch den Perspektivwechsel sehr interessante Situationen im Spiel. So werden wir gleich im Prolog als Geisel genommen, durch einen schnellen Wechsel können wir uns aber selber wieder befreien.
Gerade nach einem neuen Coup schafft der Charakterwechsel neue Einblicke in die unterschiedlichen Auswirkungen unserer Aktionen. Während sich für einen unserer drei Protagonisten kaum etwas verändert, müssen wir beim anderen Charakter mit ernsthaften Konsequenzen umgehen. Wo wir ansonsten immer nur einem Hauptdarsteller folgen konnten, präsentiert uns GTA 5 gleich drei Storystränge, die gleichwertig nebeneinander bestehen und klug miteinander verbunden werden. Dabei könnte die Ausgangslage der drei Charaktere nicht unterschiedlicher sein: Der Kleinganove Franklin träumt von Reichtum, Luxus und Berühmtheit, während sich der ehemalige Bankräuber Michael über genau diese Version des American Dream beschwert. Schon bei der ersten Begegnung werden die beiden Perspektiven gegenübergestellt und der Spieler wechselt vom melancholischen Michael beinahe fließend zum jungen und engagierten Franklin, der gerade ein Auto besorgen soll.
Der komplett durchgeknallte Trevor komplettiert das ungewöhnliche Trio und ist der klare Gegenpart zu den beiden rational denkenden Franklin und Michael. Der Sprung zwischen den drei Charakteren funktioniert so gut, weil alle Charaktere stark geschrieben und die Geschichten der drei sehr interessant miteinander verknüpft sind. Rockstars Stärke beim Charakterdesign zeigt sich auch wieder in GTA 5, auch wenn man natürlich keinen der überzeichneten Typen wirklich ernst nehmen darf. Viel eher versprühen alle Charaktere die gewohnte Mischung aus Rationalität und Wahnsinn, die für den besonderen Flair der GTA-Serie sorgt. Die Dialoge sind witzig geschrieben und die Geschichten rund um Franklin, Trevor und Michael strotzen nur so vor gesellschaftlicher Kritik und schwarzen Humor. Kaum ein Titel spielt dabei so sehr mit der Grenze zur Geschmackslosigkeit wie GTA 5: Des Öfteren präsentiert uns Rockstar Situationen, über die man eigentlich nicht lachen kann und die mit Satire nichts mehr zu tun haben.
Zielhilfe und Arcade-Fahrstil: Die Steuerung im Überblick
Bei der Steuerung hat sich Rockstar vor allem an die Bedienungsfreundlichkeit orientiert. Das einfache Deckungssystem stellt keinen Spieler vor echte Herausforderungen, auch Springen und Klettern ist mit dem richtigen Timing kein Problem. Eine integrierte Zielhilfe erleichtert die Schusswechsel ungemein, allerdings ist diese so stark eingestellt, dass man mühelos mehrere Gegner über den Haufen schießt. Auch beim Fahrverhalten der Autos hat Rockstar anscheinend dazu gelernt, denn die Boliden in GTA 5 lassen sich um einiges besser steuern als noch im Vorgänger. Zusammen mit der Zeitlupenfähigkeit von Franklin kommen Sie so ohne große Probleme durch die belebten Straßen Los Santos.
Das arcadige Fahrverhalten kommt dabei dem Gameplay von GTA 5 zu Gute: Rockstar will es dem Spieler möglichst einfach machen, sich durch die neue Spielwelt zu bewegen, damit sich dieser komplett auf die Story und die abgefahrenen Ereignisse konzentrieren kann. Das Schadensmodell der Autos passt da gut dazu: Selbst bei einem Frontalcrash mit Tempo 200 kann der Bolide noch weiter benutzt werden, erst mehrere Unfälle lassen aus der Motorhaube Rauch aufsteigen. Auch für das Schadensmodell gilt: Weniger Realismus, dafür mehr Spielspaß.
Groß, Größer, Los Santos: Spielwelt und Missionsdesign
Es besteht kein Zweifel, der eigentliche Star von GTA 5 ist Los Santos. Nicht nur ist die Stadt dicht bevölkert und scheint wirklich lebendig zu sein, viel mehr strotzt die Spielwelt vor lauter unentdeckten Geheimnissen und Missionen. Neben der Story warten zahlreiche Nebenmissionen, dazu gibt es noch die zufälligen Aufträge der "Freaks & Fremde", die immer wieder für skurrile Situationen sorgen. Die ganzen Sammel- und Nebenaktivitäten könnten alleine ein komplettes Spiel füllen, so können Sie mit Golf, Briefmarken, Tennis, UFO-Teilen, Fallschirmspringen, Yoga, Triathlon, waghalsigen Stunts, Straßenrennen oder eben Stripperinnen Ihre Zeit zwischen den einzelnen Coups verbringen. Diese großen Banküberfälle bestehen dabei nicht nur aus einer einzelnen Mission wie noch in GTA 4, sondern müssen in mehreren Schritten vorbereitet werden.
Ort, Fluchtfahrzeug, Beute, Bewachung, Vorgehen, mögliches Zeitfenster, usw.: Das alles muss vorher ausgekundschaftet und geplant werden, bevor der Spieler sein weiteres Vorgehen plant. Abwechslungsreichtum wird bei GTA 5 großgeschrieben, und das nicht nur bei den Banküberfällen: Egal ob Sie eine Villa einreisen, ein Boot über den Highway jagen, mit dem Motorrad ein Flugzeug verfolgen oder eine Lagerhalle voller Mafiosi leeren, nie wirkt auch nur eine der Missionen langweilig. Grund dafür ist neben dem Missionsdesign die schon angesprochene Wechselmöglichkeit zwischen den Charakteren, die immer wieder für Abwechslung sorgt.
Rockstar scheint vom Konkurrenten Saints Row etwas abgeschaut zu haben, denn GTA 5 präsentiert sich um einiges bunter und durchgeknallter als noch sein Vorgänger. Sie werden es den Entwicklern danken, denn der Spielspaß bleibt durch Story, Charaktere, Witz und Missionsdesign konstant auf hohem Niveau. Wo GTA 4 etwas die Luft ausging, gibt GTA 5 Vollgas.
GTA 5 als Höhepunkt dieser Konsolengeneration - Unser Fazit
Nach gut fünf Jahren Abstinenz meldet sich Rockstar mit einem großen Knall zurück. Das Ende der bestehenden Konsolenära kann kaum besser zelebriert werden wie mit GTA 5. Der Umfang des neuen Open-World-Titels ist gewohnt riesig, der Detailreichtum auf der Konsole unerreicht. Story und Charaktere überzeugen mit dem gewohnten Charme und Witz, der schwarze Humor wird in fast jeder Spielminute deutlich. Manchmal schießt Rockstar bei seiner Persiflage allerdings über das Ziel hinaus, die grotesken Situationen gehen öfter unter die Gürtellinie.
Technisch strapaziert der Titel die Grenzen der bestehenden Konsolen, kann seine Macken und Fehler allerdings sehr gut kaschieren. Die Beleuchtung und das verbesserte Fade-In sorgen zusammen mit der lebendig wirkenden Umwelt für eine beeindruckende Optik, aber gerade im Detail sind immer wieder technische Mängel zu beobachten. Allerdings werden Sie diese kaum wahrnehmen, da Sie von einem skurrilen Ereignis zum nächsten gejagt werden und das abwechslungsreiche Missionsdesgin für einen konstant hohen Spielspaß sorgt. GTA 5 scheint wie der krönende Abschluss der Playstation 3 und Xbox 360, allerdings wünschen wir uns weiterhin eine PC-Version dieses Ausnahmetitels, um auch mit HD-Texturen durch Los Santos wüten zu können.
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Ich glaub kommendes Jahr erfahren wir mehr über den PC release.
Da ich bisher alle GTA-Teile auf dem PC gespielt habe, mein aktueller aber nicht für Part 5 ausgelegt sein wird, habe ich mir eine XBox 360 von einem Freund geliehen und es in wenigen Tagen durchgespielt. War natürlich steuerungstechnisch stark gewöhnungsbedürftig aber das hatte sich schnell gegeben, da wie erwähnt, die Zielhilfe gerade für Neulinge sehr sehr gelungen ist und man, mit ein wenig Übung, wirklich schnell viele Gegner niedermähen kann.
Ich kann zusammengefasst nur sagen, dass mich das Game wirklich durchgehend begeistert hat. Die Story, die Individualität der Charaktere, das Gameplay und vor allem die abwechslungsreichen Missionen begeistern und fordern einen doch öfter heraus. Und da ich den Onlinemodus auch gern probieren würde, hoffe ich den dann aber am PC spielen zu können oder im neuen Jahr kommt dann eine Next-Gen-Konsole dafür, je nach dem.
na das wäre ja was
Ich meine warum hat R* den Launch des Spiel wohl soweit Richtung Next Gen-Launch verschoben? Würden hypothetische Next-Gen-Versionen viel später kommen, wäre es schwerer den Vollpreis für das Spiel zu verlangen. Konsolen Spiele, die für eine Plattform deutlich später erscheinen, sind nämlich gerne mal billiger, da die Publisher wissen, dass das Interesse am Spiel in der Zwischenzeit gesunken ist, bzw. es viele nicht einsehen dann vielmehr für die PS4-Version zuzahlen, während die PS3 Version schon billiger geworden ist. Aber bei nur 2 Monaten zwischen den Veröffentlichungen ist der Preis noch nicht so stark gefallen...
Mir geht der Titel am Ar*** vorbei und ich wundere mich täglich immer wieder was an dem Spiel so atemberaubend ist, das alle wie beim neuen CoD, "den Verstand" verlieren.