Forza Motorsport 7 auf der E3 2017 angespielt: UHD-Raserei mit 700 Autos
4K-Rennen in 60 Bildern pro Sekunde mit so vielen Porsches, Lamborghinis und Ferraris wie in keinem anderen Rennspiel - Forza Motorsport 7 will mit über 700 Autos und bester Technik glänzen. Wir unternahmen eine Probefahrt.
Auf der E3 2017 in Los Angeles gab es eine echte Weltpremiere: Zum ersten Mal wurde ein neues High-End-Fahrzeug im Rahmen einer Spiele-Pressekonferenz vorgestellt - und nicht wie sonst üblich auf einer Automesse in Frankfurt oder Detroit. Die Weltöffentlichkeit erhielt auf Microsofts Xbox-Pressekonferenz einen ersten Blick auf das 2018er-Modell des Porsche 911 Carrera GT2 RS, das zusammen mit über 700 anderen Vehikeln den Weg in Forza Motorsport 7 gefunden hat. Der neueste Teil der Rennsimulation läuft dank Xbox Live Anywhere auch auf Windows-10-PCs, sofern sie im Windows Store erworben wird. Erfolge und Spielstände sind dann frei zwischen Xbox One und PC austauschbar.
Ein Mann und sein Auto
Microsoft demonstrierte Forza Motorsport 7 auf der E3 auf der aufgebohrten Xbox One X, über die Sie bei uns bald noch mehr erfahren. Das Xbox-One-Update beherrscht 4K-Gaming, HDR, Dolby Atmos und viele weitere Tricks, die auch in Forza zum Einsatz kommen. Das geht schon vor dem Rennen los: Wir sehen den Fahrer beziehungsweise die Fahrerin höchst detailliert neben dem Fahrzeug stehen, bereit, hinters Lenkrad zu springen.
"Ihr könnt die Fahrer mit Hunderten von Helmen, Anzügen und Co. aus der Motorsport-Geschichte, aber auch der Popkultur individualisieren", erklärt uns John Wendl. Der Mann muss es wissen, schließlich ist er Content Director beim Entwicklungsstudio Turn 10. Unsere Bekleidung ist dabei so hoch aufgelöst wie das Fahrzeug - selbst Aufnäher sind messerscharf zu erkennen.
Bildergalerie
Schleuderpartie im Wüstensand
Natürlich schnappen wir uns zuerst den Porsche, von allen Amerikanern erstaunlicherweise mit dem Endvokal ausgesprochen - sonst haben die Amis nur ein "Porsch" für den deutschen Hersteller übrig. Wir drehen mit dem 911er zwei Runden auf dem Wüstenkurs in Dubai, der es durchaus in sich hat. Uns gelingt zwar ein guter Start, nach dem wir uns auf den siebten von 24 Plätzen vorkämpfen können, doch dann verbremsen wir uns in einer leichten Schikane und landen im Sand, der an dieser Stelle besonders tückisch neben dem Asphalt lauert.
Bis wir wieder auf der Strecke sind, hat uns das gesamte Feld überholt, und wir verwenden die zweite Runde damit, uns wieder auf den 12. Platz nach vorne zu kämpfen. Die Optik der Strecke wirkt etwas schlicht: Neben der Strecke, etwaigem Sand und den Fahrzeugen bekommen wir meist nur Felsformationen zu sehen - auch wenn diese mit Hilfe der Photogrammetrie ins Spiel gebracht wurden. Dafür sehen die Flitzer absolut edel aus. Unsere Programmierer hatten nach dem Rendering noch rund 30 Prozent GPU-Leistung übrig.
Das haben wir der Xbox One X zu verdanken, sagt John Wendl: "Unsere Programmierer hatten nach dem Rendering noch rund 30 Prozent GPU-Leistung übrig."
Die kommt unter anderem bei HDR-Effekten zum Einsatz: So fahren wir von der gleißenden Wüstensonne in einen Tunnel, in dem wir in den ersten Momenten fast nichts sehen können - nur die Rück- beziehungsweise Bremslichter unserer Kontrahenten. Wilde Überholmanöver sind hier also eher nicht ratsam.
Mistwetter am Nürburgring
Die GPU-Bonusleistung fließt in viele Kleinigkeiten, die man auf den ersten Blick als selbstverständlich empfindet, doch in anderen Spielen vermisst, wenn man sie dort nicht mehr sieht: So vibrieren Rückspiegel und Wischblätter beinahe unmerklich, wenn unser Wagen über die Strecke brettert. Und brettern tun wir auch im zweiten Rennen: Wir sitzen nun hinter dem Lenkrad eines Nissan GTR, der über den Nürburgring fegt - beziehungsweise über dessen kürzere Südschleife.
Anders als in Dubai gibt's in Deutschland keinen strahlend blauen Himmel. Stattdessen ist er wolkenverhangen, und noch während der ersten Runde fallen die ersten Regentropfen. Der Nieselregen entwickelt sich zu einem ausgewaschenen Gewitter, komplett mit Donnergrollen und über den dunklen Himmel zuckenden Blitzen. Wer eine Dolby-Atmos-Anlage daheim hat, hört das Unwetter aus allen Richtungen. Wir spielen mit Kopfhörer, was immer noch eine beeindruckende Klangkulisse bedeutet.
Der GTR - na gut, auch wir sind etwas vorsichtiger gefahren und haben besonders beim Bremsen auf die nasse Fahrbahn geachtet - beherrscht die inzwischen gerade in den Haarnadelkurven mit Wasserpfützen bedeckte Strecke meisterlich, so dass wir die Zielgerade als siebter Fahrer überqueren. Der Regen hat sich in diesem Moment verzogen, die Wolken reißen auf und das Licht der untergehenden Sonne spiegelt sich golden in den Pfützen und dem noch regennassen Asphalt. Sehr schick.
Trucker außer Rand und Band
Wie schon beschrieben ist der Forza-Himmel keine statische Skybox. Wolken ziehen umher, die Lichtverhältnisse sind stets im Fluss. "Wir setzen das dynamische HDR-System aus Forza Horizon 3 auch in Forza 7 ein", sagt John Wendl. "Dazu kommt Image Based Lighting bei den Autos zum Einsatz, die damit individuell beleuchtet werden." Dieses System setzen die Designer schon seit dem vierten Forza ein, konnten es auf der Xbox One X jedoch noch stärker hochschrauben.
Wir sind derweil dabei, das dritte Rennen zu bestreiten - in einem etwas ungewöhnlichen Vehikel. Denn neben Straßenfahrzeugen, GT- und WEC-Rennwagen, Muscle Cars und klassischen Flitzern sind erstmals auch Trucks mit im Spiel. Ganz genau - auch die Kapitäne der Landstraße drehen gerne mal eine Runde auf der Rennstrecke. In Italien rasen wir mit 23 anderen Sattelschleppern um die Wette, und obwohl wir deutlich schwerfälliger unterwegs sind, gelingt uns am Ende der zwei Runden sogar ein hervorragender zweiter Platz. Wir wollen aber auch nicht verheimlichen, dass wir die Fahrhilfen aktiviert und den allgemeinen Schwierigkeitsgrad auf Einfach gestellt gelassen haben.
Fazit
Forza Motorsport 7 bietet so viele Möglichkeiten, dass man vermutlich kein anderes Spiel mehr braucht - bis der nächste Teil erscheint. Spaß beiseite: Das siebte Forza ist eine prächtige Wahl, um die Fähigkeiten der Xbox One X zu demonstrieren. Neben der Autovielfalt, einer Fülle von Einstellungsmöglichkeiten und Rennvarianten ist auch der erstmals sichtbare und ausrüstbare Fahrer eine gute Idee, die für langfristige Sammelmotivation sorgen dürfte - auch, wenn man alle 700+ Wagen freigespielt hat.
Zwar bietet Forza Motorsport 7 nicht so viele Feintuning-Optionen wie etwa Project Cars, das sich an Hardcore-Simulationsfans richtet - doch dafür besitzt Turn 10s neuester Streich eine deutlich schickere Präsentation mit deutlich detaillierteren Rennstrecken. Wie das Spiel auf einer "normalen" Xbox One aussieht, konnten wir auf der E3 jedoch nicht sehen, Microsoft betont jedoch immer wieder, dass die Änderungen nur die Optik, nicht aber etwa die Spielbalance betreffen.

Hat irgendjemand ne Ahnung wie es auf der Normalen Xbox One laufen wird?
Ich hätte nämlich nicht wirklich Spaß daran wenn es ruckeln würde.
Laut Microsoft soll FM7 aber kein Port wie H3 sein sondern von Grund auf für den PC entwickelt worden sein.