Final Fantasy 7 Remake auf der E3: Ein Wiedersehen nach 22 Jahren
Gut Ding will Weile haben: Auf der E3 2019 in Los Angeles verkündete SquareEnix endlich den Termin für das Remake des Ausnahmerollenspiels Final Fantasy 7. Wir durften selbst ausprobieren, wie sich das Spiel seit 1996 verändert hat.
Vor 22 Jahren machte Final Fantasy 7 die Japano-Rollenspiele auch im Westen salonfähig. Klar, es gab schon etliche Serienteile auf Gameboy, NES und SNES, doch erst der Wechsel zu Sonys ein Jahr zuvor veröffentlichter PlayStation verschaffte Entwickler Squaresoft einen riesigen Erfolg.
1998 erschien die PC-Fassung, die ihrerseits gestandene Redakteure in ihren Bann schlug, die mit Ultima und Wizardry groß geworden waren. So pries RPG-Fan Udo Hoffmann Final Fantasy 7 in PC Player 8/98 als "das beste Rollenspiel, das ich je gespielt habe". In den Jahren danach folgten elf weitere Teile, doch die Fans baten Squaresoft immer wieder sehnsüchtig um ein Remake.
Erregung dann auf der E3 2005: Auf der Sony-Pressekonferenz gab es die Intro-Sequenz von Final Fantasy 7 zu sehen, hochaufgelöst gerendert auf der PlayStation 3. Sollte sich das lange Warten gelohnt haben? Leider noch nicht: Erst zehn Jahre später verkündete nun SquareEnix abermals auf der E3 und abermals bei Sony, dass ein Remake des Spiels nun wirklich in Arbeit sei. Auf der E3 2019 war es dann so weit: Wir durften das Spiel in Los Angeles tatsächlich selbst anspielen.
Fortsetzung folgt
Zuerst die schlechte Nachricht: Das auf der E3 gezeigte Final Fantasy 7 Remake umfasst nicht die kompletten Abenteuer von Held Cloud Strife und seinen Freunden aus dem PlayStation-Original. Stattdessen beschlossen die Entwickler, sich aus Umfangsgründen auf die Stadt Midgard zu beschränken, in der die Geschichte beginnt.
Das bedeutet, dass wir maximal zehn bis 20 Prozent von Final Fantasy 7 zu sehen bekommen - auch, wenn im Remake einige neue Quests, Gebiete und Dialoge darin enthalten sein sollen. Danach ist wieder Warten angesagt. Dennoch soll selbst dieser Happen zwei Blu-ray-Disks umfassen. Mögen die Entwickler sich in den nächsten Jahren bester Gesundheit erfreuen und mögen auch wir den letzten Teil des Remakes noch erleben.
Quelle: Square Enix
Final Fantasy 7 Remake auf der E3: Ein Wiedersehen nach 22 Jahren (3)
Rebellen gegen Shinra
Nun die gute Nachricht: Trotz des radikalen Umbaus des Kampfsystems und der nun komplett in 3D präsentierten Spielgrafik ist die Geschichte noch immer die gleiche. Cloud Strife und seine Freunde müssen der Shinra Corporation das Handwerk legen, die den Planeten seiner Mako-Lebensenergie beraubt. Dazu gibt es zahlreiche Untergeschichten und Verwicklungen, die ein ganzes Buch füllen würden.
Zu Beginn unserer Demo brechen wir mit unserem Kumpel Barret bei Shinra ein, um einen Reaktor abzuschalten. Während Cloud vor allem auf den Schwertkampf setzt, bleibt Barret lieber ein paar Meter zurück, um mit seiner Maschinenkanonenhand auf den oder die Gegner zu feuern. Doch das passiert anders als im Original nur noch bedingt im Rundenformat.
Ohne Echtzeit keine Runde
Wir prügeln wie in Devil May Cry oder Onimusha in Echtzeit auf unsere Gegner ein, können deren Angriffe blocken oder eine besonders kernige Attacke landen. Doch nicht alles ist verloren: Die Aktionen füllen den ATB-Balken - ATB steht dabei für Active Time Battle. Komplett gefüllt erlaubt er uns, das Spiel zu pausieren und nun Aktionen wie in 1996 zu wählen: besonders harte Angriffe, Zauber oder den Gebrauch von Heil-, Mana- und sonstigen Tränken.
Gegner besitzen einen Fokusbalken: Ist dieser gefüllt, greifen sie mitnichten stärker an, sondern sind so verdattert, dass unsere Attacken sie noch stärker mitnehmen. Gerade im Pausenmodus erinnert Final Fantasy 7 Remake am stärksten an das Original, während die Action-Einlagen noch einen Hauch gewöhnungsbedürftig sind.
Gemeinsam gegen den Roboter
Cloud und Barret klettern derweil über diverse Leitern in eine große Maschinenhalle hinunter, machen Kleinholz aus ein paar Wachen, sammeln aus zerdepperten Kisten Tränke & Co. auf und lassen dabei ein paar lockere Sprüche vom Stapel. Die ehemals schweigsamen Charaktere plappern beim Zuschauen fast etwas zu viel, beim Selberspielen passt das aber und fällt nicht negativ auf.
Natürlich stellt sich vor dem Abschalten des Reaktors ein dicker Boss in unseren Weg: ein Robo-Skorpion, der es in sich hat. Der Kampf gegen einen relativ blassen Zwischengegner wird im Remake zu einem gewaltigen Unterfangen. Wir müssen mehrere Phasen überstehen, auf die Schwachpunkte des Robos zielen, unter seinen Füßen begrabene Helden befreien und dabei immer wieder zwischen Barret und Cloud wechseln: Automatisch gehen die beiden nämlich - noch? - nicht in den ATB-Modus, um ihre heftigeren Angriffe zu aktivieren.
Bildergalerie
Neben der komplett überholten Grafik, die uns erstmals erlaubt, echte Details in den Gesichtern von Cloud, Barret und Co. zu erkennen, macht auch die Musik Lust auf mehr. Vor 22 Jahren lizenzierte Squaresoft noch MIDI-Routinen von Yamaha, die die wunderschönen Kompositionen von Nobuo Uematsu aus den Lautsprechern ertönen ließen, heute erklingen orchestral-bombastische Neuinterpretationen dieser Tracks.
Unsere Sorgen, dass das Spiel mit der Beschränkung auf Midgard zu kurz sein könnte, entkräftigen die Entwickler damit, dass sie es mit Final Fantasy 13 vergleichen. Bei dem war man mit der Hauptgeschichte rund 50 Stunden beschäftigt. Wer alles sehen und machen wollte, brauchte dazu locker doppelt so viel Zeit. Was uns wieder zur anfangs gestellten Hoffnung bringt, das Ende des Remakes von Final Fantasy 7 noch zu erleben - und sei es, wenn wir schon die Rente eingereicht haben.
Fazit
"Das ist kein Final Fantasy 7 mehr", entfuhr es mir, als ich die Demo des Spiels auf der SquareEnix-Pressekonferenz zum ersten Mal sehen konnte. Doch gottlob legte sich der anfängliche Schrecken: Die Story ist noch immer die von vor 22 Jahren, die Charaktere sind detailreicher als je zuvor - sowohl optisch als auch persönlichkeitstechnisch. Die Kämpfe scheinen nur auf den ersten Blick hektisch: Wenn man den Wechsel zwischen Echtzeit- und Rundenaction einmal intus hat, kommt deutlich mehr Strategie ins Spiel.
Was ich aber gerne gewusst hätte: Wie setzen die Designer die zahlreichen Minispiele um, vom Motorradrennen über Snowboarding bis zur Tower-Defense-Einlage? Ist das Remake so linear wie der Vorgänger? Dürfen wir einmal mehr Chocobos brüten und gegen superschwere optionale Gegner kämpfen? Welche neuen Bereiche dürfen wir erkunden, die uns 1997 beziehungsweise 1998 noch verborgen waren?
Oh, und wann kommt die PC-Version des Spiels? Die ist zwar noch nicht angekündigt, aber mit so vielen weiteren Teilen sollte sich SquareEnix über jede Einnahmequelle freuen - worauf auch der Zusatz deutet, Final Fantasy 7 Remake komme "zuerst" für die PlayStation 4. Schließlich nutzen die Entwickler die Unreal Engine 4, und die unterstützt bekanntlich die Portierung eines Spiels auf fast jedes nur erdenkliche System. Warten wir ab, welche Ankündigungen SquareEnix nach dem PS4-Start des Spiels am 3. März 2020 aus dem Hut zaubert.

Dafür 60€ ?
Bitte ?!?
Die Riesen Welt von FF7 machte das Spiel aus....
Nur Midgard ist ein ganz schlechter Witz !
ich mag die ff-reihe sehr gerne, obwohl ich nur 10,13-1&2 gespielt habe und jedes dieser spiele war eine perle für sich. als nächstes kommt ff-9 dran und später auch teil 15. ich freue mich jedenfalls auf ein remake des 7- teils.
Demnächst Midgar-in 2 Jahren dann mal nach Junon-und zum optionalen (DLC) Wutai komm ich dann so ca. beim Eintritt ins Rentenalter.
Hat aber auch was Gutes: Bei Episode 5-99 hab ich dann viel Zeit zum Spielen...wenn´s mich (und Square) noch gibt.
Gruß Yojinbo, Der diesen Benutzernamen hat, weil Er FF-Hasser ist!
zu schön
bin auf die ersten Tests gespannt