Western Digital will sich in zwei unabhängige Unternehmen aufspalten
Western Digital steht eine Runderneuerung der Firmenstruktur bevor. Aus WD sollen zwei unabhängige börsennotierte Unternehmen hervorgehen - eines für die Herstellung von Festplatten und eines für SDDs.
Bei Western Digital (kurz WD) ist bald nichts mehr so wie es war. Der Vorstand des Tech-Unternehmens hat einstimmig beschlossen, die Firmenstruktur komplett aufzubrechen. Konkret bedeutet das, es wird in Zukunft (geplant ist die zweite Hälfte 2024) zwei voneinander unabhängige Unternehmen geben, die jeweils an der Börse dotiert sein werden. Beide Firmen sollen sich auf einen Geschäftsbereich konzentrieren: Die eine auf HDDs, die andere auf SDDs. Durch diesen drastischen Schritt versprechen sich die Verantwortlichen mehr Innovation und Effizienz bei der Technologie- und Produktentwicklung.
Western Digital glaubt an eine erfolgreichere Zukunft
"Die Trennung dieser Geschäftsbereiche wird für die Aktionäre von Western Digital einen erheblichen Wert schaffen, da sie an den Vorteilen von zwei Branchenführern mit unterschiedlichen Wachstums- und Investitionsprofilen teilhaben können", schreibt David Goeckeler, CEO von WD, in einer Mitteilung an die Aktionäre. Beide Geschäftsbereiche seien in einer soliden Position, um jeweils aus eigener Kraft erfolgreich sein zu können. Die Langfristigen Ziele lassen sich laut Goeckeler mit einer geteilten Firmenstruktur besser verfolgen. Aus diesem Grund wird der SSD-Sektor, der seit 2016 Teil des Unternehmens ist, nun ausgegliedert.
WD verspricht den Aktionären durch die Spaltung einen Mehrwert für die Zukunft. Die Rede ist von einem "historischen zyklischen Abschwung", der sich im weiteren Verlauf des Geschäftsjahres 2024 ins Positive umkehren soll. Das Unternehmen sieht ein "verbessertes Marktumfeld" sowohl in der HDD- als auch in der SDD-Branche. Auch wenn der Vorstand seine Zustimmung gegeben hat, muss die Entscheidung noch abschließend unterzeichnet und dokumentiert werden. Zuletzt scheiterte ein Fusions-Versuch mit dem Unternehmen Kioxia.
Quelle: Techpowerup

Die von dir angegebenen 20TB SSDs wer auch im Preis fallen, der Bereich SSD wird permanent erweitert.
Viele Privatpersonen und vor allem Unternehmen mit großen Datenmengen, wo es nicht auf Geschwindigkeit ankommt, sondern reines Datenvolumen, sind weiterhin auf Festplatten angewiesen. Die werden auch in den nächsten 10 Jahren nicht verschwinden, es sei denn es passiert irgendein Durchbruch, durch den SSDs auf einmal sehr viel günstiger hergestellt werden können.
HDDs sind zwar noch immer billiger wenn man hochskaliert lahmen Speicher anbietet. Aber das ist eine Nische, die auch immer weiter von der SSD attackiert werden wird. Ausfälle sind nämlich sehr ärgerlich und kosten auch etwas - da HDDs da große Nachteile haben, muss die SSD nicht einmal so billig wie die HDD pro TB werden, sondern es reicht, nahe ranzukommen und nahezu komplett ausfallsicher zu sein. Deshalb sehe ich die HDD noch in den nächsten 10 Jahren ganz aussterben.
Edit: Die Bad Bank-Aussage weiter oben habe ich deshalb nicht als Witz gemeint, sondern ernst. Ich denke anhand der Informationen aus dem Artikel, dass WD sich selbst langsam ersetzt, um nicht auszusterben, und alles was weg soll in ein abgespaltetes Unternehmen steckt.
Vorsicht, die Vorteile von SSDs gegenüber HDDs als Einzellaufwerke kann man nicht auf Storage-Server übertragen:
- Kürzere Zugriffszeiten? 7 ms weniger beim Laufwerk sind gegenüber 35 ms Internet-Latenz ein Tropfen auf den heißen Stein.
- Mehr Laufwerke im Server-Gehäuse? Bei Rechenzentren mit bestehender Kühlung und Infrastruktur ist das egal. Wenn ein moderner Dual-Epyc zwei alte Quad-Xeons ersetzt, werden sowieso 4 bis 6 Höheneinheiten frei, die man mangels Leistungskapazität nicht mit zusätzlichen Servern füllen kann. Entweder man lässt sie leer, oder man nutzt sie für sperrigere Datenspeicher – falls nötig passen 90 3,5-Zoll-Laufwerke in einen 4U-Bonus-Einschub.
- Höhere Transferraten? Spätestens wenn ein eigentlicher Server mehrere derartige Laufwerkssammlungen verwaltet, ist man auch mit Magnetscheiben durch die CPU respektive die PCI-E-Ressourcen der Plattform limitiert. SSDs könnten das gleiche Limit zwar mit deutlich weniger Laufwerken erreichen, aber dann hätte man ja nicht genug Speicherplatz.
- Weniger Server? Sind somit auch keine Option, denn dann hätte man ja weniger Durchsatz. Je nach SSD-Typ braucht man für Flash sogar mehr oder teurere Server, denn der nötige Controller um vier PCI-E-Lanes auf 16 SAS-HDDs aufzufächern ist sicherlich billiger, als ein 20-Port-PCI-E-4.0-Switch für 16-NVME-SSDs. Von einem 68-Porter, um diese jeweils voll anzubinden, ganz zu schweigen.
- Weniger Strom? Das ist der einzige handfeste Vorteil: Große SSDs können während Lese- und vor allem Schreibzugriffen zwar auch einiges an Energie verbraten, aber HDDs machen das ständig, solange sie in Bereitschaft sind. Aber bei unter 0,3 W/TB Leerlaufverbrauch reden wir hier von vielleicht 10 Euro/TB Mehrkosten über einen Nutzungszeitraum von fünf Jahren. Die zusätzlichen Anschaffungskosten bei großen SSDs betragen dagegen laut Preisvergleich (der in diesem Markt nicht ganz repräsentativ ist) über 60 Euro/TB.
HDDs dürften also noch lange ihre Abnehmer finden.