Doppelt so schnelle Festplatten: Seagate und Microsoft mit zwei Leseköpfen

40
News Benjamin Gründken Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Doppelt so schnelle Festplatten: Seagate und Microsoft mit zwei Leseköpfen (1)
Quelle: Seagate

Seagate setzt bei der Mach.2-Technologie auf zwei Leseköpfe pro Festplatte, um das Tempo der Laufwerke zu verdoppeln. Tester Microsoft vermeldet nun erste Erfolge.

Während SSDs im Consumer-Bereich den Festplatten zunehmend den Rang ablaufen, können sie im Server-Segment noch immer durch hohe Kapazitäten und bessere Pro-Gigabyte-Preise punkten. Und tatsächlich steht die Entwicklung nicht still. Seagates Mach.2-Technologie verbaut zwei Leseköpfe pro Laufwerk, was die Geschwindigkeit von Festplatten kurzerhand verdoppelt. Sequenziellen Transferraten von bis zu 520 MByte/s werden dabei in Aussicht gestellt.

Microsoft hat Seagates Exos-2X14-Enterprise-Festplatte mit genau dieser Technik bereits getestet, um zu prüfen, ob für den hauseigenen Cloud-Services Azure sowie den Exchange E-Mail-Service ausreichend hohe IOPS erzielt werden. Wie nun bekannt wurde, sollen die Erwartungen der Redmonder erfüllt worden sein. Microsoft sei von Anfang an an der Entwicklung beteiligt gewesen und hat die Laufwerke auch auf ihre Kompatibilität und Belastbarkeit hin überprüft.

Verfügbarkeit offen

Microsoft-Ingenieur Aaron Ogus hält dazu fest: "Durch die Untersuchung haben wir festgestellt, dass wir der Verdoppelung von Durchsatz und IOPS nahekommen. Das entspricht den Verbesserungen, die wir von der MACH.2-Technologie erwartet haben." Laut James Borden, Product Manager bei Seagate, könne man die Microsoft-Dienste tatsächlich nur dann mit 16 TByte großen Festplatten in der gewohnten Qualität betreiben, wenn sich der maximale Durchsatz gegenüber einem nur halb so großen Laufwerk verdoppelt.

Ebenfalls interessant: Festplatten: Western Digital kündigt Modelle mit 18 und 20 TByte dank MAMR-Technik an

Wann Seagate Laufwerke mit Mach.2-Technologie offiziell veröffentlicht, steht noch in den Sternen. Aktuell werden lediglich Testlaufwerke für ausgewählte Kunden bereitgestellt. So oder so kommen die Geräte erst einmal für Server. Dort haben Festplatten wegen ihres besseren Pro-Gigabyte-Preises, gerade wegen der hohen Kapazitätsansprüche, noch lange nicht ausgedient.

Quelle: Tom's Hardware

40
    • Kommentare (40)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        AW: Doppelt so schnelle Festplatten: Seagate und Microsoft mit zwei Leseköpfen

        An mehr Kapazität wird unabhängig hiervon gearbeitet. NSA verlieren aber zunehmend zugunsten von Clouds an Bedeutung, womit man wieder bei Servern wäre, und für Videoüberwachung mit langfristiger Aufzeichnung sind Bänder die optimale Lösung. Nicht nur, weil sie pro Speicherplatz sehr billig sind, sondern gerade auch weil es viel mehr Aufwand erfordert, auf Aufzeichnungen zuzugreifen, sodass Manipulationen erschwert werden.
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        AW: Doppelt so schnelle Festplatten: Seagate und Microsoft mit zwei Leseköpfen

        An mehr Kapazität wird unabhängig hiervon gearbeitet. NSA verlieren aber zunehmend zugunsten von Clouds an Bedeutung, womit man wieder bei Servern wäre, und für Videoüberwachung mit langfristiger Aufzeichnung sind Bänder die optimale Lösung. Nicht nur, weil sie pro Speicherplatz sehr billig sind, sondern gerade auch weil es viel mehr Aufwand erfordert, auf Aufzeichnungen zuzugreifen, sodass Manipulationen erschwert werden.
      • Von BigBoymann BIOS-Overclocker(in)
        AW: Doppelt so schnelle Festplatten: Seagate und Microsoft mit zwei Leseköpfen

        Zitat von RyzA
        Für den Servermarkt wohl noch interessant.
        Ansonsten gehört SSDs die Zukunft.
        Nicht nur für den Servermarkt, derzeit noch überall dort wo massenweise Dateien gespeichert werden müssen. Da fällt mir neben den reinen Servern auch noch vieles andere ein, z.B. NAS System (hab selber mittlerweile 16TB und muss wohl oder übel bald aufrüsten, wobei ich noch zwischen HomeServer und neuem NAS oder einfach doppelte Plattenkapazität schwanke), Videoüberwachungssysteme, etc. Es gibt also schon noch für viele Anwendungen die Notwendigkeit für große Speicherkapazitäten. Ich bin mir nichtmal sicher, ob der richtige Weg wirklich ist, die Transferraten und Zugriffszeiten immer nur zu verbessern. In den meisten Fällen (wo große Mengen gebraucht werden) sind diese weitgehend irrelevant. Selbst bei 4K Videoüberwachung braucht man nicht im Ansatz die Transferraten einer heutigen HDD. Lieber mehr Kapazität auf weniger Raum, als mehr Geschwindigkeit.
      • Von RyzA Flüssigstickstoff-Guru (m/w)
        AW: Doppelt so schnelle Festplatten: Seagate und Microsoft mit zwei Leseköpfen

        Für den Servermarkt wohl noch interessant.
        Ansonsten gehört SSDs die Zukunft.
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        AW: Doppelt so schnelle Festplatten: Seagate und Microsoft mit zwei Leseköpfen

        Äh - nein? Wenn die Hälfte der Leseköpfe eines logischen Laufwerks ausfällt, dann ist die nur für diese zugängliche Hälfte der Daten weg. Und die andere Hälfte der Daten weiterhin da und auch nutzbar, wenn sie in sich logisch geschlossen sind. Genau das ist bei JBOD der Fall. (Also vermutlich auch hier, im Gegensatz zu z.B. einem RAID 0, wie ihn SSDs zwischen ihren Flash-Kanälen nutzen.) Im schlimmsten Fall muss die Partitionsinformation rekonstruiert werden, wenn sie konzentriert auf dem ausgefallenen Teil lag, aber das ist dann kein Datenverlust mehr, sondern eine Frage der Dateistruktur.

        Zwei komplett getrennte Laufwerke verringern natürlich zusätzlich die Gefahr von Problemen wegen Elektronik- oder Motorausfall, haben aber den Nachteil, dass man zwei komplette Laufwerke braucht. Das gilt in noch größerem Maße für deren vier. Und 31337 Laufwerke erstmal! Aber hinsichtlich der Aktuatoren und Leseköpfe sind die neuen Seagates wie zwei getrennte Einheiten aufgebaut. Nur ohne Gehäusewände zwischen den Teilen.
      • Von Pu244 Kokü-Junkie (m/w)
        AW: Doppelt so schnelle Festplatten: Seagate und Microsoft mit zwei Leseköpfen

        Zitat von PCGH_Torsten
        Die Platte muss sich nicht als zwei logische Laufwerke ausgeben, um intern geteilt zu arbeiten. Es gibt zahlreiche externe RAID-Lösungen, die dem System gegenüber als Einzellaufwerk erscheinen.
        Und dann ist, wie gesagt, alles weg. (im Gegensatz zur zwei Laufwerkslösung (wobei sich da die Frage stellt, wie der HDD ein toter Aktor bekommt)
      Direkt zum Diskussionsende
  • Print / Abo
    Apps
    PCGH Magazin 08/2026 PC Games 08/2026 play5 08/2026 N-Zone 08/2026 Linux Magazin 08/2026 LinuxUser 08/2026 Raspberry Pi Geek 09/2026
    PC Games Hardware PC Games Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk