Doppelt so schnelle Festplatten: Seagate und Microsoft mit zwei Leseköpfen
Seagate setzt bei der Mach.2-Technologie auf zwei Leseköpfe pro Festplatte, um das Tempo der Laufwerke zu verdoppeln. Tester Microsoft vermeldet nun erste Erfolge.
Während SSDs im Consumer-Bereich den Festplatten zunehmend den Rang ablaufen, können sie im Server-Segment noch immer durch hohe Kapazitäten und bessere Pro-Gigabyte-Preise punkten. Und tatsächlich steht die Entwicklung nicht still. Seagates Mach.2-Technologie verbaut zwei Leseköpfe pro Laufwerk, was die Geschwindigkeit von Festplatten kurzerhand verdoppelt. Sequenziellen Transferraten von bis zu 520 MByte/s werden dabei in Aussicht gestellt.
Microsoft hat Seagates Exos-2X14-Enterprise-Festplatte mit genau dieser Technik bereits getestet, um zu prüfen, ob für den hauseigenen Cloud-Services Azure sowie den Exchange E-Mail-Service ausreichend hohe IOPS erzielt werden. Wie nun bekannt wurde, sollen die Erwartungen der Redmonder erfüllt worden sein. Microsoft sei von Anfang an an der Entwicklung beteiligt gewesen und hat die Laufwerke auch auf ihre Kompatibilität und Belastbarkeit hin überprüft.
Verfügbarkeit offen
Microsoft-Ingenieur Aaron Ogus hält dazu fest: "Durch die Untersuchung haben wir festgestellt, dass wir der Verdoppelung von Durchsatz und IOPS nahekommen. Das entspricht den Verbesserungen, die wir von der MACH.2-Technologie erwartet haben." Laut James Borden, Product Manager bei Seagate, könne man die Microsoft-Dienste tatsächlich nur dann mit 16 TByte großen Festplatten in der gewohnten Qualität betreiben, wenn sich der maximale Durchsatz gegenüber einem nur halb so großen Laufwerk verdoppelt.
Ebenfalls interessant: Festplatten: Western Digital kündigt Modelle mit 18 und 20 TByte dank MAMR-Technik an
Wann Seagate Laufwerke mit Mach.2-Technologie offiziell veröffentlicht, steht noch in den Sternen. Aktuell werden lediglich Testlaufwerke für ausgewählte Kunden bereitgestellt. So oder so kommen die Geräte erst einmal für Server. Dort haben Festplatten wegen ihres besseren Pro-Gigabyte-Preises, gerade wegen der hohen Kapazitätsansprüche, noch lange nicht ausgedient.
Quelle: Tom's Hardware

An mehr Kapazität wird unabhängig hiervon gearbeitet. NSA verlieren aber zunehmend zugunsten von Clouds an Bedeutung, womit man wieder bei Servern wäre, und für Videoüberwachung mit langfristiger Aufzeichnung sind Bänder die optimale Lösung. Nicht nur, weil sie pro Speicherplatz sehr billig sind, sondern gerade auch weil es viel mehr Aufwand erfordert, auf Aufzeichnungen zuzugreifen, sodass Manipulationen erschwert werden.
Ansonsten gehört SSDs die Zukunft.
Für den Servermarkt wohl noch interessant.
Ansonsten gehört SSDs die Zukunft.
Äh - nein? Wenn die Hälfte der Leseköpfe eines logischen Laufwerks ausfällt, dann ist die nur für diese zugängliche Hälfte der Daten weg. Und die andere Hälfte der Daten weiterhin da und auch nutzbar, wenn sie in sich logisch geschlossen sind. Genau das ist bei JBOD der Fall. (Also vermutlich auch hier, im Gegensatz zu z.B. einem RAID 0, wie ihn SSDs zwischen ihren Flash-Kanälen nutzen.) Im schlimmsten Fall muss die Partitionsinformation rekonstruiert werden, wenn sie konzentriert auf dem ausgefallenen Teil lag, aber das ist dann kein Datenverlust mehr, sondern eine Frage der Dateistruktur.
Zwei komplett getrennte Laufwerke verringern natürlich zusätzlich die Gefahr von Problemen wegen Elektronik- oder Motorausfall, haben aber den Nachteil, dass man zwei komplette Laufwerke braucht. Das gilt in noch größerem Maße für deren vier. Und 31337 Laufwerke erstmal! Aber hinsichtlich der Aktuatoren und Leseköpfe sind die neuen Seagates wie zwei getrennte Einheiten aufgebaut. Nur ohne Gehäusewände zwischen den Teilen.