Toshiba sagt Ende von schnellen Server-Festplatten voraus
Schnelle Server-Festplatten stehen vor dem Aus, sagt Toshiba. Für die Modelle mit 15.000 Umdrehungen pro Minute ist es schon soweit, die mit 10.000 Umdrehungen pro Minute werden es bald so sein. Grund hierfür sind der Preisverfall samt Kapazitätssteigerung bei SSDs. Für Laufwerke mit 7.200 und 5.400 Umdrehungen pro Minute sind SSDs aber keine Gefahr im Storage-Bereich.
Toshiba ist einer der letzten verbliebenen Festplattenhersteller neben den beiden Größen Seagate und Western Digital. Anstatt den Festplatten aber eine blühende Zukunft vorauszusagen, scheinen die Japaner, die derzeit in wirtschaftlich schwierigen Zeiten stecken, eher skeptisch zu sein. Technologisch jedenfalls wird es bei Toshiba keine weitere Generation mit sehr schnell drehenden 15K-Festplatten, also 15.000 Umdrehungen pro Minute, geben.
Die Gründe liegen in der Preisentwicklung bei SSDs. Während dort nämlich die Preise zunehmend sinken und die Kapazitäten steigen, von den Transfer- und Zugriffsgeschwindigkeiten ganz zu schweigen, ist die Entwicklung bei Festplatten weitestgehend ausgereizt und preislich ist aufgrund der Konstruktion auch nicht mehr viel zu machen. Die Serverplatten sind damit schlichtweg zu teuer im Vergleich zu SSDs. Toshiba sieht sich zwar in der Lage, die Speicherdichte auf über 600 Gigabyte zu steigern, wie man Golem auf der Cebit mitteilt, hält das aber angesichts des Aufwands für nicht mehr sinnvoll.
Ähnlich sieht es bei den Modellen mit 10.000 Umdrehungen pro Minute aus, wobei hier noch eine neue Generation aufgelegt werden soll. Toshiba schätzt die Situation hier nicht ganz so prekär ein wie bei den 15K-Modellen. Allerdings wird man hier auch keine kostentreibenden Maßnahmen wie den Einsatz von Helium mehr vornehmen.
Bei den Laufwerken mit 7.200 und 5.400 Umdrehungen pro Minute wird es aber wie bisher weitergehen. Hier wird auch in die Entwicklung investiert und unter anderem auf Helium-Befüllungen gesetzt. Die Kapazitäten sind riesig, die Zuverlässigkeit hoch und die Geschwindigkeit ausreichend, wenn auch nicht für alle Belange geeignet. Solche Festplatten werden laut Toshiba auch noch lange neben Flashspeicher weiterexistieren. Allerdings ist auch hier langsam das Ende der Fahnenstange bei den Kapazitäten erreicht. Mit dem plötzlichen Aufkommen von 20 Terabyte fassenden Laufwerken durch einen Forschungsdurchbruch sollte man nicht rechnen. Kapazitätserhöhung geht dann nur über den Einsatz mehrerer Laufwerke - wenn es wirtschaftlich sein soll ohnehin.
Flash ist hier auch keine Gefahr, weil es einfach nicht genug Fertigungskapazitäten gibt und maßloses Investieren würde nur in einem ungewollten Preisverfall enden. Und gerade bei NVMe via PCI-Express begrenzen die vorhandenen Lanes des Systems die Menge der Laufwerke deutlich und auch logistisch sind sie im Nachteil.

Das machen sie sich ja auch nicht. Welcher Heimanwender, dem läppische 200-300 Euro für 1TB SSD schon zu teuern sind, hat den eine (oder besser gleich einige im RAID 0 oder 10) 10000er oder gar 15000er HDD im Rechner? Es geht um "schnellere Serverfestplatten" und nicht um Exabyte von "langsamen" Datenspeicher.
Und wenn PCGH das in der News schon anspricht, kann ich doch darauf antworten.
SSDs werden noch schneller, was im Retail-Bereich aber nicht unbedingt notwendig ist.
Hier ist eher mehr Kapazität für weniger Geld wichtiger.
Sollte diese Entwicklung anhalten, muss sich Toshiba um ihre Festplattensparte keine Sorge machen.
Als Datengrab werden Festplatten auch zukünftig wichtig bleiben.