50 Jahre Haltbarkeit und 200 TB pro Kassette: "HoloMem" will Magnetbänder verdrängen
Eine neue Lösung für den steigenden Bedarf an Archivkapazitäten? HoloMem verspricht 200 TB pro Kassette, 50 Jahre Haltbarkeit und LTO-Kompatibilität.
Seit sieben Jahrzehnten lagert "kalte" Datenmasse meist auf Magnetband, doch die nutzbare Kapazität wächst nur im Zweijahrestakt und bleibt aktuell bei 30 TB nativ für LTO-10 (Linear Tape Open) stehen. Gleichzeitig verschlingt die stetige Datenmigration Energie und Personal, während typische Bänder spätestens nach drei Dekaden ausgetauscht werden müssen. Angesichts von Zettabyte-Prognosen für 2035 suchen Archive nach einem Medium, das dichter, robuster und zugleich kompatibel zu vorhandenen Robotern ist. An diese Stelle will das Unternehmen "Holomem" springen.
So speichert das optische Band Daten als Licht
HoloMem füllt zu diesem Zweck eine LTO-Kassette mit einem 100 Meter langen Polymerband, das eine 16 µm dicke, lichtempfindliche Schicht zwischen zwei PET-Folien einschließt. Eine Laserdiode belichtet während des Durchlaufs ganze Datenseiten und erzeugt dabei dreidimensionale Voxels, die sich zu vielschichtigen Hologrammen addieren. Da jeder Layer dieselbe Fläche mehrfach nutzt, erzielt das Verfahren eine volumetrische Dichte, die das Areal von LTO-10 um mehr als das Zehnfache übertrifft.
- Eine einzige HoloMem-Kassette speichert laut Prototyp 200 TB im WORM-Modus ("Write-Once, Read-Many") - rund elfmal mehr als aktuelle Magnetbänder - und soll Daten mindestens ein halbes Jahrhundert unverändert erhalten.
- LTO-10 bringt dagegen 30 TB pro Kassette bei einer empfohlenen Mediennutzung von circa 30 Jahren.
Per Drop-in-Upgrade zur LTO-Kompatibilität
Der Hersteller nutzt die Formfaktoren von LTO, damit Robotersysteme ohne Umbau weiterhin Kassetten greifen können. Im Regal ersetzt das "Holodrive" lediglich ein LTO-Laufwerk; Upstream-Software erkennt das Gerät als vertraute Tape-Einheit, sodass Migrationsszenarien schrittweise stattfinden können. Partnerschaften mit Archiv-Software-Anbietern wie QStar sollen die Integration in bestehende Storage-Policys erleichtern. Gründer Charlie Gale argumentiert zudem, dass die Materialkosten durch serientaugliche Polymere und Standard-Optikkomponenten gering bleiben sollen.
Quelle: Blocks and Files

cool, die Möglichkeit ging an mir vorbei. Wobei: vor 30Jahren war es gar nicht so einfach so viele Daten zusammen zu kratzen... bei 160MB Festplatten und 1,44MB Amiga Disketten... wow