Forscher lassen Festplatten durch Ultraschall wachsen

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US-amerikanische Forscher haben eine Technik zum Patent angemeldet, welche die Kapazität von Festplatten durch gezielten Einsatz von Schallwellen vergrößert. Diese erwärmen das Material kurzzeitig, wodurch es sich vorübergehend ausdehnt und mehr beschreibbare Fläche bereitstellt.

Obwohl Solid State Drives der klassischen Festplatte Marktanteile abspenstig machen, führt kein Weg an den mechanischen Laufwerken vorbei, wenn es große Datenmengen möglichst preiswert zu speichern gilt. Doch allmählich stoßen Hersteller bei der Vergrößerung der Kapazitäten an die Grenze des technisch Machbaren. Geht es nach US-amerikanischen Forschern der Oregon State University, werden Ultraschallwellen jene Grenzen im wahrsten Sinne des Wortes aufweichen.

Die US-Ingenieure haben ein Verfahren entwickelt, bei dem hochfrequenter Schall einen begrenzten Bereich des Speichermediums kurzzeitig aufwärmt. Dadurch wird das Material, das beschrieben werden soll, für einen Moment elastisch und dehnt sich aus. Daten haben so mehr Platz zur Verfügung. Sobald keine Ultraschallwellen mehr auf das Material einwirken, verfestigt es sich nach Aussage der Forscher wieder. Probleme, dass sich die Hitze weiter ausbreitet als erwünscht, soll es dabei nicht geben.

Das Forscherteam aus den USA hat das Verfahren kürzlich als Patent angemeldet. "Die Technologie sollte uns erlauben, die Vorteile von Festkörperelektronik und Magnetspeicherung zu vereinen und nichtflüchtige Speicherlösungen zu schaffen, die mehr Daten auf weniger Platz fassen, bei weniger Energieverbrauch", sagt Albrecht Jander von der Oregon State University. Derzeit untersuchen die Forscher, mit welchen Materialen sich das Verfahren am besten umsetzen lässt.

Quelle: Oregon State University

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    • Kommentare (15)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von ruyven_macaran Trockeneisprofi (m/w)
        Zitat von sfc
        Steht im Artikel auch nicht anders. Ich schätze mal, dass mit dem Wachsen sollte einfach nur ne knackige Überschrift sein. Da sie obendrein doppeldeutig ist (kann auf die Materialgröße und Speicherplatz bezogen werden), find ich die jetzt nicht unbedingt abwegig.
        Sie ist vollkommen falsch.
        In der Quelle steht "allows a tiny portion of the material to bend or stretch". "bend" ist biegen, "strecht" ist verziehen. Es geht nicht um wachsen ("grow"), sondern um Beweglichkeit. Eine relevante Größenänderung ist schlichtweg unmöglich, oder wie soll ein Teil einer Platte plötzlich um 10, 20, 30% in der Größe anwachsen, ohne die ihn umgebende Platte zu zerfetzen? Du kannst einen Punkt mit 10 nm Durchmesser nicht auf 15 nm Durchmesser vergrößern, solange für ihn nur ein 10 mm Kreis an Platz zur Verfügung steht. Was hier entwickelt wurde ist also eine neue Form des bislang mit Lasern projektierten heat-assisted-recording.
        Darüber hinaus zielt es, wie bereits erwähnt, auch nicht auf Festplatten ab.
      • Von ruyven_macaran Trockeneisprofi (m/w)
        Zitat von sfc
        Steht im Artikel auch nicht anders. Ich schätze mal, dass mit dem Wachsen sollte einfach nur ne knackige Überschrift sein. Da sie obendrein doppeldeutig ist (kann auf die Materialgröße und Speicherplatz bezogen werden), find ich die jetzt nicht unbedingt abwegig.
        Sie ist vollkommen falsch.
        In der Quelle steht "allows a tiny portion of the material to bend or stretch". "bend" ist biegen, "strecht" ist verziehen. Es geht nicht um wachsen ("grow"), sondern um Beweglichkeit. Eine relevante Größenänderung ist schlichtweg unmöglich, oder wie soll ein Teil einer Platte plötzlich um 10, 20, 30% in der Größe anwachsen, ohne die ihn umgebende Platte zu zerfetzen? Du kannst einen Punkt mit 10 nm Durchmesser nicht auf 15 nm Durchmesser vergrößern, solange für ihn nur ein 10 mm Kreis an Platz zur Verfügung steht. Was hier entwickelt wurde ist also eine neue Form des bislang mit Lasern projektierten heat-assisted-recording.
        Darüber hinaus zielt es, wie bereits erwähnt, auch nicht auf Festplatten ab.
      • Von Inzersdorfer
        Der Speicherplatz wächst durch die Erhitzung nicht, und Festplatten ebensowenig, da es um solche garnicht geht.
      • Von sfc BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von Inzersdorfer
        Das "wachsen" bezieht sich nur punktuell auf die Oberfläche des Speichermediums
        Steht im Artikel auch nicht anders. Ich schätze mal, dass mit dem Wachsen sollte einfach nur ne knackige Überschrift sein. Da sie obendrein doppeldeutig ist (kann auf die Materialgröße und Speicherplatz bezogen werden), find ich die jetzt nicht unbedingt abwegig.
      • Von Inzersdorfer
        Herr Gründken scheint den Tenor des Artikels falsch verstanden zu haben, es geht um die Entwicklung eines magnetischen Festspeichers, Zitat:“This technology should allow us to marry the benefits of solid state electronics with magnetic recording, and create non-volatile memory systems that store more data in less space, using less power" und "It should also be possible to create a solid state memory device with no moving parts to implement this technology".
        Das "wachsen" bezieht sich nur punktuell auf die Oberfläche des Speichermediums, Zitat: "With the new approach, ultrasound is directed at a highly specific location while data is being stored, creating elasticity that literally allows a tiny portion of the material to bend or stretch. It immediately resumes its shape when the ultrasound waves stop", das dabei temporär aufquillt, um mit vorhandener (damit kostengünstiger) Magnetspeichertechnik auf die dann gegenüber Heute deutlich kleinere Strukturen (daher auch das Mehr an Speicherplatz) schreiben und lesen zu können.
      • Von jusaca
        Zum Thema Energiesparen: Ich vermute einfach mal, dass durch das wärmere Material die Magnetisierungsenergie deutlich kleiner ausfallen kann. Eine andere Erklärung fällt mir zur Zeit auch nicht ein.
        Aber wenn ich das richtig sehe, bestehen ja recht große Parallelen zur TAMR-Technologie. Das ist im Prinzip ein ähnlicher Ansatz, nur dass anstatt der Ultraschallwellen ein LASER zum Einsatz kommt.

        Grüße
        jusaca
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