Fallout 76: Benchmarks und Fazit
Auf Seite 2 des Techniktests von Fallout 76 finden Sie Grafikkarten-Benchmarks und unser Fazit zum MMO von Bethesda. Wie gut läuft das Spiel auf Radeons und Geforces?
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Fallout 76: Grafikkarten-Benchmarks
Erst das Vergnügen, dann die Arbeit: Vor jeder Benchmarksession erkunden mehrere Redakteure der PC Games Hardware die Spielwelt, auf der Suche nach einer geeigneten Testszene. Als Grafiktreiber verwenden wir den zum Zeitpunkt des Artikels jeweils aktuellen Code von AMD und Nvidia, namentlich die Radeon Software 18.11.2 und den Geforce 417.01 WHQL. Unsere Wahl fiel schlussendlich auf eine Szene im Südwesten der Karte, die Szene bietet eine hohe Weitsicht, dichte Vegetation und eine im Verhältnis hohe Grafiklast. Dieser Punkt ist wichtig, denn in Fallout 76 ist es in bebauten Gebieten relativ schwierig, die Grafikkarten gut auszulasten. Fallout 76 läuft zwar wesentlich runder und performanter als Fallout 4, allerdings gibt es noch immer einige Probleme mit der Auslastung der Systemressourcen. In komplexen Gebieten scheint ein hoher Draw-Call-Overhead zu verhindern, dass die CPU gut ausgelastet wird, was wiederum begünstigt, dass die Grafikkarte nicht zureichend mit Renderanweisungen gefüttert wird, auf diese warten muss und derweil Däumchen dreht. In solchen Bereichen ist es selbst in Ultra HD nicht immer möglich, potente Grafikkarten an ihr limit zu treiben.
Des Weiteren müssen wir auf die in Full HD schwierig zu reproduzierende Ergebnisse hinweisen. Bei unseren Messungen schwanken diese Werte häufig ein wenig, eventuell hat die Performance des jeweils genutzten Servers und die Verbindung mit diesem Auswirkungen auf die Leistung. Wir haben die Messungen schlussendlich optimiert, indem wir mit zwei PCs und Spielfiguren simultane Messungen anfertigten, um die Ergebnisse jeweils zu validieren. Eine gewisse Unschärfe bei den Ergebnissen ließ sich jedoch nicht völlig vermeiden. Bei höheren Auflösungen und höherer GPU-Last mindert sich dieser Effekt drastisch, die Werte sind von Spiel zu Spiel und Server zu Server stabil. Die höchste Genauigkeit haben die zu weitesten Teilen grafiklimitierten Benchmarks in WQHD und Ultra HD. Wir haben uns daher entschieden, die Auflösung 2.560 × 1.440 als Standard-Messung zu wählen. Wenn Sie Benchmarks in Full- und Ultra-HD begutachten wollen, wählen Sie diese bitte im Drop-Down-Menü aus; Sie können auch mehrere Auflösungen gleichzeitig anwählen.
Zur Analyse der Werte lesen Sie bitte das Fazit!
Die Grafikkarten-Messmethodik der PCGH
Basierend auf Leser-Feedback verwendet PC Games Hardware für Spiele-Benchmarks seit einigen Jahren keine Referenz-Grafikkarten mit Standard-Taktraten mehr. An ihre Stelle treten Herstellerdesigns samt werkseitiger Übertaktung, wie sie von einem Großteil unserer Community verwendet werden. Hierbei handelt es sich um typische Modelle, wenngleich "typisch" gar nicht so einfach zu definieren ist. Die Auswahl richtet sich nicht nur daran, welche Grafikkarten noch im PCGH-Testlabor anwesend sind, sondern auch, ob sie repräsentativ für das jeweilige Modell sind: Wir nutzen nach Möglichkeit weder unübertaktete, sich wegen Überhitzung drosselnde oder enorm schnelle Herstellerdesigns, sondern "Vernunftversionen", wie wir sie auch in den PCGH-Grafikkartentests meistens empfehlen. Beachten Sie bitte, dass wir nicht sämtliche Modelle am Markt testen können, sondern uns auf eine Auswahl beschränken müssen. Auch behalten wir uns vor, einzelne hier herangezogene Herstellerkarten in anderen Tests auszutauschen, beispielsweise dann, wenn sie das Testlabor verlassen müssen.
Jede Grafikkarte wird vor den Benchmark-Durchläufen einer Aufheizperiode unterzogen, während derer sich der Kerntakt (Boost) auf ein bestimmtes, von Modell zu Modell unterschiedliches Niveau absenkt. Auf diese Weise vermeiden wir unrealistisch hohe Werte: Eine gerade aus dem Regal genommene Grafikkarte, noch kalt vom Nichtstun, boostet höher als im normalen Betrieb nach einiger Zeit unter Last. Die durchschnittliche, automatisch gesetzte GPU-Taktfrequenz beim Test der jeweiligen Karten finden Sie in den Benchmarks. Die tatsächliche Frequenz ist wichtig und kann angesichts der großen möglichen Unterschiede nicht einfach unter den Tisch fallen, denn "GTX 1080 Ti" ist nicht "GTX 1080 Ti", um nur ein Beispiel zu nennen - je nach Herstellerdesign können zehn Prozent Differenz dazwischen liegen. Hinterfragen Sie daher Messwerte im Internet, die ohne jegliche Taktangabe veröffentlicht werden. Dem gegenüber stehen wenige Grafikkarten, von denen keine übertakteten Versionen existieren. Die prominenteste ist AMDs Radeon R9 Fury X, welche wir als Referenzdesign testen - gäbe es OC-Versionen, würde eine solche in den Benchmarks mitmischen
Fallout 76: Fazit
Fallout 76 hat es bei Spielern und Fans definitiv ein wenig schwer. Die etwas seltsam anmutende Mixtur aus klassischem Bethesda-Rollenspiel ohne NPCs und Multiplayer-Survival-Sandbox ist definitiv nicht nach jedermanns Geschmack. Die Welt wirkt aufgrund der fehlenden Nichtspieler-Charaktere deutlich einsamer als die klassischen Serien-Teile, wenn Sie allein losziehen, dem Multiplayer fehlt es indes ein wenig an Substanz, um Mehrspieler-Fans zu sättigen. Eine ganze Reihe Bugs und noch immer einige Performance-Problemchen gibt es obendrauf. Bethesda sollte etwas stärkeren Fokus auf die Qualitätssicherung legen und Spielern mehr Möglichkeiten geben, die eigene Spielerfahrung ihren Wünschen nach anzupassen - und für PC-Spieler sollten einige zusätzliche Optionen geboten werden, die sie wertschätzen. So etwas erwarten Spiele-Käufer mittlerweile und reagieren entsprechend enttäuscht, wenn Bugs das Vergnügen stören und vielerlei nützliche Funktionen fehlen, an die man sich in anderen Spielen gewöhnen konnte.
Aber es ist auch nicht alles schlecht. Auch wenn das Spiel nicht zu den grafisch opulentesten Titeln gehört, ist Fallout 76 durchaus schick, Welt-Design und Atmosphäre sind gelungen. Die Performance ist ordentlich und eine deutliche Verbesserung gegenüber Fallout 4 - das Spiel läuft schon auf Mittelklasse-Hardware gut, allerdings ist nicht immer gegeben, dass die Systemressourcen vollständig genutzt werden können. In den häufigsten Fällen können aber hohe Bildraten auch jenseits 60 Fps erzielt werden, was sich positiv auf die generell etwas träge Mauseingabe auswirkt. Aber Sie benötigen für Fallout 76 keine solch hohe Frameraten, das Spiel ist eher gemächlich und auf eine allzu hohe Präzision ist auch bei Schusswechseln nicht gefordert. Bis einschließlich WQHD bieten schon GTX 1060 oder RX 580 60 Fps, für Full HD ist auch eine etwas ältere GPU wie die ehemals weitverbreitete GTX 970 gut geeignet - diese Grafikkarte empfiehlt Bethesda zusammen mit AMDs R9 290X bei den offiziellen Systemanforderungen. Allerdings ist deren Grafikspeicher ein wenig knapp, mit 4 GiByte sind hin und wieder Nachladehänger zu bemerken. In WQHD bricht die GTX 970 schließlich stark ein, während sich die mit 8 GiByte bestückte R9 390 deutlich weniger von der Last beeindrucken lässt. AMD hat mit Fallout 76 außerdem wesentlich weniger Probleme mit Fallout 76 als noch mit Fallout 4 oder Skyrim SE, dort lag die Performance der Radeons teils deutlich hinter eigentlich vergleichbar schnellen Geforce-Karten zurück. Nvidias neue Grafikkarten-Generation schlägt sich ebenfalls sehr gut und führt die Benchmarks an. Ist eine gute Auslastung gegeben, thront RTX 2080 Ti mit komfortablem Abstand von guten 25 Prozent über der GTX 1080 Ti und erzielt dabei selbst in Ultra HD noch knapp dreistellige Fps. 60 Fps können aber bereits mit der RTX 2070, aber auch AMDs Vega 64 und der GTX 1080 und eventuell ein wenig Detailverzicht erzielt werden.
Allerdings gibt es noch immer einiges Verbesserungspotenzial. Und ein solches Potenzial wohnt Fallout 76 unseres Ermessens auch inne, denn durch den Multiplayer-Aspekt ist aus Fallout 76 ein "Service-Modell" geworden. Bethesda dürfte - sollten die Spieler lang genug die Treue halten - über den Lebenszyklus des Titels hinweg weitere Verbesserungen und Fixes einfließen lassen, was der Engine zugute kommen könnte. Dies wiederum könnte dafür sorgen, dass die technische Basis in zukünftigen Projekten besser dasteht. Dank Fallout 76, dem Begehren der Spieler und einigem Druck auf den Entwickler ist nun immerhin die anachronistische Verknüpfung von Spielphysik und Framerate Geschichte. Mit ein wenig Glück weisen The Elder Scrolls 6 und Starfield, für welche ebenfalls die Creation-Engine zum Einsatz kommen soll, diesen Umstand also nicht mehr auf und vielleicht kommen sie gar vom ersten Moment mit 21:9-Unterstützung, freigeschalteten Bildraten, deaktivierbarem VSync und FOV-Slider daher. Fallout-76-Spieler haben durchaus Grund, Bethesda für die technische und spielerische Umsetzung zu kritisieren, sie haben allerdings auch die Chance, durch konstruktive Kritik Verbesserungen anzustoßen.

@Topic
Naja, ist ja auch kein grafisch anspruchsvolles Spiel a la BFV. Aber besonders hoch sind die ja nicht oder? Einfach nur das durchschnittliche Performanceplus zwischen TI vs TI, aber ansonsten nichts besonderes.
Einfach nur Fail nVidia!
Einfach nur Fail nVidia!
Die 1060 ist aufgrund des VRams nur bedingt empfehlenswert. Relevant ist das bisher nur für einige Spiele, die Konkurrenz bietet aber nunmal mehr und Ram ist durch nichts zu ersetzen als mehr Ram, wenn dessen Menge mal ein Problem wird. Gerade die Reduktion der Texturdetails ist ärgerlich, weil sie außer Ram nichts kosten, aber gleichzeitig viel zur Bildqualität beitragen.
Die Frage war ja viel eher, in wie weit das aus heutiger Sicht in Spielen wirklich relevant ist, wenn die Karte selbst, heut als Full HD Karte gilt.
Und genau da sehe ich selbst nach über 4 Jahren keine Probleme.
Darum ja auch mein mit eher Augenzwinkern genanntes Beispiel der GTX 1060 und das Einbrechen in 4K. Was nazürlich nicht ganz ernst gemeint war.