Fallout 76 im Techniktest: Geforce RTX mit hohen Fps
Test mit Benchmarks: Mit Fallout 76 hat Bethesda einen Serienableger der populären Fallout-Reihe veröffentlicht, dessen Aufnahme bei Spielern und Fans wohl am besten mit dem Adjektiv "kontrovers" beschrieben wird. Nachdem einige Patches erschienen sind, die unter anderem Performance-Probleme beseitigten, durchstreifen wir mit Benchmark-Tools und 14 Grafikkarten bewaffnet durch die post-apokalyptische Landschaft West Virginias.
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Fallout 76: Worum geht es im Spiel?
Fallout 76 greift einige Spielmechaniken und Inhalte aus dem vierten Teil der Reihe auf und vermengt diese zu einer Multiplayer-Survival-Sandbox. Sie übernehmen allein, zusammen mit Freunden oder anderen Mitspielern die Rolle eines Bunker-Bewohners, mit dem Sie die große, offene Spielwelt erkunden. Die gegenüber Fallout 4 rund viermal größere Umgebung Appalachia ist dabei an das reale Vorbild West Virginia im Osten der USA angelehnt und bietet eine Reihe unterschiedlicher Umgebungen und eine Vielzahl mutierter Gegner, darunter allerlei neue Kreaturen, die häufig an diverse (urbane) Mythen West Virginias angelehnt wurden.
Auf menschliche Figuren werden Sie allerdings nur sehr selten treffen, und diese werden von anderen Spielern gesteuert. Denn die gesamte Spielewelt wurde von einer Seuche entvölkert, daher entfallen im Gegensatz zu den Einzelspieler-Teilen die NPCs. Die Rolle von Questgebern übernehmen Roboter und Computer-Terminals, ähnlich wie in einigen Online-Titeln wie Guild Wars 2 oder Destiny starten außerdem regelmäßig Events, bei denen Sie - und eventuell andere Spieler - bestimmte Aufgaben in einem Gebiet erledigen können. Ein weiterer wichtiger Bestandteil von Fallout 76 ist das Crafting und der Bau von Camps, dazu kommt eine ausgebaute Variante des Crafting-Systems von Fallout 4 zum Einsatz. Auch dessen Survival-Aspekt greift Fallout 76 auf, ist gegenüber anderen Spielen mit Überlebensmechaniken allerdings recht zahm und verzeihlich. Wirklich bedrohlich oder gar tödlich wirkt die post-apokalyptische Wildnis nur selten.
Verbesserte Technik, durchzogen von kleinen Macken
Die Umgebungen sind durchaus nett anzusehen, beim Welt-Design kann Bethesda einige der gewohnten Stärken ausspielen. Bei der genutzten Engine handelt es sich allerdings weiterhin um die technisch etwas angestaubt wirkende Creation-Engine, welche - in mehrfach verbesserter Form - bereits seit Morrowind in Bethesda-Rollenspielen zum Einsatz kommt. Seit Fallout 4 nutzt der Grafikmotor einen physikbasierten Renderer, in Fallout 76 wurden außerdem einige neue Techniken und Effekte integriert. Zu den deutlichsten Veränderungen zählt die Beleuchtung, denn nun kommt mit der Enlighten-Middleware eine Globale Beleuchtung zum Einsatz, deren Wirkung man sehr deutlich wahrnehmen kann. Diese ist vorberechnet, die Engine blendet bei Änderungen der Tageszeit und Witterungsumständen zu den jeweils passenden Beleuchtungsdaten über - nicht ganz unähnlich der Herangehensweise in den letzten Assassin's-Creed-Abenteuern.
Allerdings sind die Übergänge in Fallout 76 weitaus weniger sanft als in Assassin's Creed, hin und wieder ändert sich die Beleuchtung auch sehr direkt und wechselt deutlich sichtbar zwischen zwei Beleuchtungsszenarien. In einigen Fällen, am häufigsten in Innenräumen, scheint das Beleuchtungsmodell auch fehlerhaft beziehungsweise nicht korrekt appliziert. Doch generell ist die neue Globale Beleuchtung nett anzusehen und funktioniert gut mit den unterschiedlichen, häufig recht bunten Umgebungen.
Eine weitere deutliche Überarbeitung hat die Post-Processing-Pipeline erhalten. Dabei setzt Bethesda auf eine auffällige Tilt-Shift-Tiefenschärfe (im verlinkten Beispiel wurde eine extrem auffällige Variante in Skyrim integriert), welche beim Bewegen der Maus dynamisch den Fokus verändert und den Bereich um das Fadenkreuz scharf-, Elemente außerhalb diesem Fokus weichzeichnet. Diese Art Depth-of-Field ist häufiger Bestandteil von ENB-Konfigurationen, aus welchen Bethesda offenbar einige Inspirationen entliehen hat. Neben der recht kräftigen Farbgebung sind unseres Erachtens auch der anamorphische Bloom-Shader sowie die sehr deutlich wahrnehmbare Augen-Adaption beim Verlassen und Betreten von Gebäuden an ENB- und Reshade-Modifikationen früherer Bethesda-Rollenspiele angelehnt. Wünschenswert wäre es allerdings, wenn Spieler zumindest am PC die Option geboten bekämen, die optisch teils sehr gewichtigen Shader zu konfigurieren oder auf Wunsch zu deaktivieren.
Insbesondere die kräftige Tiefenschärfe dürfte nicht nach jedermanns Geschmack ausfallen. Prinzipiell könnte das gesamte Optionsmenü und auch die Bedienung dessen noch eine Überarbeitung vertragen, vielerlei geht mit Maus und Tastatur wenig intuitiv von der Hand, einige sinnvolle Elemente und Regler wie für die schon angeschnittene Tiefenschärfe, einen Field-of-View-Slider, eine Möglichkeit, das 60-Fps-Lock sowie Vsync und die lästige Mausbeschleunigung zu deaktivieren wären für viele PC-Spieler sehr nützlich. Aktuell müssen solcherlei Anpassungen etwas umständlich über die Konfigurations-Dateien vorgenommen werden, möglich sind diese Eingriffe aber schon jetzt. Bethesda hat bereits verlauten lassen, in einem kommenden Patch zumindest einen FOV-Regler zu integrieren. Auch einige Bugs sollten die Entwickler noch beheben, denn noch immer kommt es häufiger zu diversen Aussetzern. Von gravierenden Bugs, Abstürzen und Server-Problemen blieben wir indes während des Testens verschont. Die offiziellen Systemanforderungen fallen moderat aus.
| Minimale Hardware | Empfohlene Hardware | |
|---|---|---|
| Windows | Windows 7/8.1/10 64 Bit | Windows 7 64 Bit |
| CPU | Intel Core i5-6600K mit 3,5 GHz / AMD Ryzen 3 1300X mit 3,5 GHz | Intel Core i5-4790K mit 3,6 GHz / AMD Ryzen 3 1500X mit 3,5 GHz |
| RAM | 8 GiByte RAM | 8 GiByte RAM |
| Grafikkarte | Nvidia Geforce GTX 780 mit 3 GiByte / AMD Radeon R9 285 mit 2 GiByte | Nvidia Geforce GTX 970 mit 4 GiByte / AMD Radeon R9 290X mit 4 GiByte |
| Festplatte | 60 GiByte freier Speicherplatz | 60 GiByte freier Speicherplatz |
Bildergalerie
Fallout 76: Frameraten-Besonderheiten
Bereits behoben wurde erfreulicherweise die Verknüpfung von Spielphysik und Framerate - wobei "bereits" sich auf den Zeitrahmen seit der Veröffentlichung von Fallout 76 bezieht, die Verbindung von Physik und Bildrate ist schon seit Morrowind ein beständiges Ärgernis der Creation-Engine, welches nun endlich ausgeräumt wurde. Sie können nun also auch mit hohen Bildraten spielen, ohne dass das Spiel auf Ihrem PC schneller läuft, wenn 60 Bilder pro Sekunde überschritten werden. Dazu müssen Sie mit einer Nvidia-GPU einzig im Treiber VSync deaktivieren, mit einer AMD-Grafikkarte müssen Sie indes den Umweg über die Fallout-Konfigurationsdatei Fallout76Prefs.ini gehen. In dieser muss der Eintrag "iPresentIntervall=1" auf "0" gestellt werden. Diesen Schritt würden wir indes auch Nvidia-Nutzern empfehlen, die Option verbessert die Maus-Eingabe spürbar, Fallout 76 wirkt direkter. Haben Sie die Option wie wir deaktiviert, kommen Sie von nun an in den Genuss von freigeschalteten Bildraten.

@Topic
Naja, ist ja auch kein grafisch anspruchsvolles Spiel a la BFV. Aber besonders hoch sind die ja nicht oder? Einfach nur das durchschnittliche Performanceplus zwischen TI vs TI, aber ansonsten nichts besonderes.
Einfach nur Fail nVidia!
Einfach nur Fail nVidia!
Die 1060 ist aufgrund des VRams nur bedingt empfehlenswert. Relevant ist das bisher nur für einige Spiele, die Konkurrenz bietet aber nunmal mehr und Ram ist durch nichts zu ersetzen als mehr Ram, wenn dessen Menge mal ein Problem wird. Gerade die Reduktion der Texturdetails ist ärgerlich, weil sie außer Ram nichts kosten, aber gleichzeitig viel zur Bildqualität beitragen.
Die Frage war ja viel eher, in wie weit das aus heutiger Sicht in Spielen wirklich relevant ist, wenn die Karte selbst, heut als Full HD Karte gilt.
Und genau da sehe ich selbst nach über 4 Jahren keine Probleme.
Darum ja auch mein mit eher Augenzwinkern genanntes Beispiel der GTX 1060 und das Einbrechen in 4K. Was nazürlich nicht ganz ernst gemeint war.