Alle Bulldozer-CPUs im Test: Inklusive FX-8150, FX-8120, FX-6200, FX-6100, FX-4170 und FX-4100
Am letzten Wochenende erweiterte AMD das Bulldozer-Portfolio um den FX-6200 und den FX-4170 - die Zeit ist reif für einen großen Test. PC Games Hardware fühlt allen FX-Chips auf das Modul und prüft, welche Zambezi-CPU am besten abschneidet - egal ob Leistung oder Stromverbrauch.
AMDs Bulldozer-Phalanx umfasst seit einigen Tagen insgesamt sieben Bulldozer-Prozessoren, sechs davon sind für Endkunden verfügbar: Die beiden brandneuen am vorletzten Wochenende vorgestellten Chips in Form des FX-6200 und den FX-4170 sowie die seit Oktober 2011 (siehe Test des FX-8150) bekannten Modelle. Hierbei gilt es zu beachten, dass der FX-8120 mit 95 statt 125 Watt ebenso wie der FX-8100 den OEMs vorbehalten sind (die 95-Watt-Version des FX-8120 haben wir dennoch im Test). Dank einer zeitnahen Sample-Bereitstellung seitens AMD sowie den Online-Versandhändlern Alternate und Getgoods sind wir in der Lage, alle derzeit verfügbaren FX-Prozessoren unter die Lupe zu nehmen - Vorhang auf für ein Roundup.
Alle Bulldozer-CPUs im Test: Modellpalette und Spezifikationen
Die aktuellen FX-Prozessoren basieren auf der Bulldozer-Architektur und sind Teil der Scorpius-Plattform. Als Basis dient ein sogenanntes Orochi-Die mit 1.200 Millionen Transistoren verteilt auf 315 mm², der 32-Nanometer-Fertigung erfolgt bei Global Foundries. Jegliche Bulldozer-CPUs für den Desktop-Einsatz tragen den Codenamen Zambezi und werden im B2-Stepping ausgeliefert.
Das Flaggschiff ist wie gehabt der FX-8150 mit vier Modulen bei 3,6 bis 4,2 GHz - es folgt der FX-8120 mit 3,1 bis 4,0 GHz. Mit stolzen 3,8 bis 4,1 GHz ist der neue FX-6200 ein interessantes Produkt, der ältere FX-6100 bringt es nur auf 3,3 bis 3,9 GHz. Nach unten hin rundet der FX-4100 mit 3,6 bis 3,8 GHz das Bulldozer-Aufgebot ab, der erst dieser Tage eingetroffene FX-4170 dagegen ist mit 4,2 bis 4,3 GHz ein ziemliches (Takt)geschoss. AMD senkte übrigens vor Kurzem den Preis des FX-8120 und des FX-6100.
| Modell | Module / INTs | Basistakt | Turbo / max. Turbo | L2-Cache | L3-Cache | NB-Takt | RAM | TDP | Preis |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| FX-8150 | 4 / 8 | 3,6 GHz | 3,9 GHz / 4,2 GHz | 8 MiByte | 8 MiByte | 2,2 GHz | DDR3-1866 | 125 Watt | PCGH-Preisvergleich |
| FX-8120 | 4 / 8 | 3,1 GHz | 3,4 GHz / 4,0 GHz | 8 MiByte | 8 MiByte | 2,2 GHz | DDR3-1866 | 125 Watt | PCGH-Preisvergleich |
| FX-6200 | 3 / 6 | 3,8 GHz | 3,9 GHz / 4,1 GHz | 6 MiByte | 8 MiByte | 2,2 GHz | DDR3-1866 | 125 Watt | PCGH-Preisvergleich |
| FX-6100 | 3 / 6 | 3,3 GHz | 3,6 GHz / 3,9 GHz | 6 MiByte | 8 MiByte | 2,0 GHz | DDR3-1866 | 95 Watt | PCGH-Preisvergleich |
| FX-4170 | 2 / 4 | 4,2 GHz | 4,3 GHz | 4 MiByte | 8 MiByte | 2,2 GHz | DDR3-1866 | 125 Watt | PCGH-Preisvergleich |
| FX-4100 | 2 / 4 | 3,6 GHz | 3,7 GHz / 3,8 GHz | 4 MiByte | 8 MiByte | 2,0 GHz | DDR3-1866 | 95 Watt | PCGH-Preisvergleich |
Alle Bulldozer-CPUs im Test: Spieleleistung im Überblick
Als Basis unserer Spiele-Benchmarks dient der neue Test-Parcours, den wir unter anderem auf Basis einer Umfrage im PCGHX-Forum gestalteten. So kommen Anno 2070, Battlefield 3, Dirt 3, Shogun 2, Starcraft 2 und The Elder Scrolls 5 Skyrim zum Einsatz. Als Grafikkarte dient eine auf 900/1.800/2.300 MHz übertaktete Asus Geforce GTX 580 DCII, die Auflösung beträgt die mittlerweile üblichen 1.920 x 1.080 Pixel (Full-HD) ohne Kantenglättung oder anisotrope Filterung. Weitere Details zum Testaufbau finden Sie auf der zweiten Seite dieses Artikels - wichtig aber ist, dass wir nun durchgehend mit aktiver Turbofunktion testen!
Geht es um die reine Spieleleistung, so sind AMDs FX-Prozessoren im Mittel auf der Höhe von Intels älterer Nehalem-Generation und damit durchschnittlich langsamer als ein Core i3-2100. So erreicht der FX-8150 in etwa die Gaming-Performance des schnellsten Phenom II X6, dem 1100T, während sich der FX-8120 mit dem Phenom II X6 1090T duelliert. Der neue FX-6200 zieht an den FX-81x0 vorbei, der FX-6100 dagegen reiht sich dahinter ein - schlägt aber den X4 960T knapp. Der FX-4100 fällt einen Tick hinter den letztgenannten Phenom II zurück, der FX-4170 wiederum ist zumindest in unserem Parcours die schnellste FX-CPU für Spieler.
Falls Sie Ihr System benchen möchten, werfen Sie einen Blick auf die Benchmark-FAQs: So testet PCGH CPUs und Grafikkarten mit Spielen.
Alle Bulldozer-CPUs im Test: Anwendungsleistung im Überblick
Als Basis unserer bekannter Parcours, bestehend aus dem FPU-lastigen Cinebench R11.5 (1- sowie X-CPU-Test), der Bildbearbeitung Paint.Net, die Verschlüsselungs-Software Truecrypt inklusive AES (welches die FX in Hardware beschleunigen können) sowie der Integer-lastigen Videokonvertierung via x264 HD.
In diesem Mix können sich die FX-CPUs durchweg vergleichsweise gut positionieren, einzig der Cinebench deckt schonungslos die schwache Gleitkomma- und Singlethread-Leistung der Bulldozer-Architektur auf. Truecrypt ist seit jeher eine Bank für AMD, hier reicht der FX-8150 sogar dem Core i7-2600K das Wasser - noch besser sieht der Chip in x264 HD aus. Die FX-6k- und FX-4k-Modelle dagegen können die geringe Leistung pro Modul durch ihren Takt nur bedingt wett machen, liefern aber angesichts ihres Preises eine ordentliche Leistung ab.
| CPU-Modell | Anwendungsleistung | Cinebench R11.5 x64 (1-/X-CPU) | Paint.Net | Truecrypt | x264 HD (Test 2) |
|---|---|---|---|---|---|
| FX-8150 (4M/8T @ 3,6 GHz) | 62,0 Prozent | 5,95 / 1,02 Punkte | 14,4 Sekunden | 221 MB/s | 36,9 Fps |
| Core i5-2500K (4C/4T @ 3,3 GHz) | 58,2 Prozent | 5,37 / 1,50 Punkte | 15,7 Sekunden | 141 MB/s | 28,9 Fps |
| Ph. II X6 1100T (6C/6T @ 3,3 GHz) | 56,5 Prozent | 5,82 / 1,11 Punkte | 17,1 Sekunden | 173 MB/s | 32,5 Fps |
| FX-8120 (4M/8T @ 3,1 GHz) | 53,7 Prozent | 5,05 / 0,96 Punkte | 16,8 Sekunden | 184 MB/s | 31,4 Fps |
| FX-6200 (3M/6T @ 3,8 GHz) | 50,4 Prozent | 4,64 / 1,00 Punkte | 19,8 Sekunden | 169 MB/s | 29,7 Fps |
| FX-6100 (3M/6T @ 3,3 GHz) | 45,2 Prozent | 4,03 / 0,95 Punkte | 20,6 Sekunden | 145 MB/s | 24,8 Fps |
| Core i7-760 (4C/4T @ 2,8 GHz) | 42,8 Prozent | 3,87 / 1,10 Punkte | 21,0 Sekunden | 96 MB/s | 22,6 Fps |
| FX-4170 (2M/4T @ 4,2 GHz) | 40,2 Prozent | 3,19 / 1,05 Punkte | 25,3 Sekunden | 117 MB/s | 20,7 Fps |
| Ph. II X4 960T BE (4C/4T @ 3,0 GHz) | 39,0 Prozent | 3,51 / 1,01 Punkte | 26,8 Sekunden | 105 MB/s | 20,3 Fps |
| Core i3-2100 (2C/4T @ 3,1 GHz) | 37,6 Prozent | 2,98 / 1,25 Punkte | 26,5 Sekunden | 70 MB/s | 16,4 Fps |
| C2Q Q9550 (4C/4T @ 2,83 GHz) | 37,4 Prozent | 3,43 / 0,87 Punkte | 22,4 Sekunden | 95 MB/s | 19,5 Fps |
| FX-4100 (2M/4T @ 3,6 GHz) | 36,0 Prozent | 2,92 / 0,92 Punkte | 27,2 Sekunden | 106 MB/s | 18,1 Fps |
| Pent. G860 (2C/2T @ 3,0 GHz) | 32,1 Prozent | 2,36 / 1,20 Punkte | 33,7 Sekunden | 52 MB/s | 12,7 Fps |
Alle Bulldozer-CPUs im Test: Stromverbrauch im Leerlauf und unter Last
Das neue Testsystem vertraut auf eine Asus Geforce GT 430, welche die komplette Leistungsaufnahme aller Plattformen um nur 7 Watt erhöht. Um möglichst gute Werte zu erzielen, kombinieren wir jede CPU-Generation mit dem laut unseren Tests sparsamsten ATX-Board für den jeweiligen Sockel; selbstverständlich mit aktuellem BIOS und aktivierten Stromsparmodi. Welche Platinen wir genau einsetzen, erfahren Sie auf der zweiten Seite.
Geht es um den Stromverbrauch im Leerlauf, so sind alle FX-Prozessoren auf Augenhöhe mit Intels aktuellen Sandy-Bridge-Chips, auch die kommenden Ivy-Bridge-CPUs dürften hier nicht nennenswert sparsamer sein. Dank C6 sowie Power Gating (CC6) arbeiten die Bulldozer-Chips im Leerlauf zumindest sehr effizient - unter Last aber wendet sich das Blatt: Der FX-8150 samt restlichem System verpulvert mit fast 200 Watt viel zu viel, der FX-8120 mit 95W TDP dagegen hält sich mit 143 Watt erfreulich zurück - das reguläre Modell ist mit 181 Watt dagegen kaum besser als der FX-8150.
Die beiden 125-Watt-TDP-Chips FX-6200 und FX-4170 "outen" sich ebenfalls als Stromfresser, der FX-6100 und FX-4100 genehmigen sich weniger elektrische Energie, aber im Vergleich zu ähnlich teuren Sandy-Bridge-Chips ist auch das ineffizient. Zumindest die Phenom-II-Generation lässt AMD mit den FX-Prozessoren aber hinter sich.
Alle Bulldozer-CPUs im Test: Overclocking
Geht es um die Übertaktungseigenschaften der FX-CPUs, so sind in den meisten Fällen weit über 4,0 GHz machbar. Wir haben uns exemplarisch die beiden Modelle FX-8120 (95W) und FX-4170 herausgepickt und getestet, wie weit sich beide Chips bei welcher Spannung übertakten lassen - für die Kühlung sorgt ein Thermalight True Spirit 140 mit voller Drehzahl. Der "kleine" FX-4170 rennt bereits mit 4,2 GHz bei 1,45 Volt Kernspannung und bietet kaum Potenzial: Ohne eine Erhöhung der Vcore erreichen wir nur 4,5 GHz - mit 1,50 Volt sind auch 4,7 GHz drin. Für noch mehr Takt müssen wir die Spannung stark anziehen, der Stromverbrauch explodiert jedoch.
Der FX-8120 ist ausgehend von 3,1 GHz theoretisch ein gutes "Opfer" - bei Standardspannung (1,20 Volt) packt unser Sample 3,6 GHz. Nach oben hin wird die Luft jedoch dünn, denn bei 1,50 Volt sind nur 4,4 GHz machbar, die Leistungsaufnahme aber ist jenseits von Gut und Böse. Mit 1,40 Volt macht unser Sample jedoch 4,0 GHz mit, das ist eine akzeptable Mischung aus OC und Stromverbrauch.
| CPU-Modell | Standardtakt (Vcore) | Stromverbrauch | OC (Standardspannung) | Stromverbrauch | OC (erhöhte Spannung) | Stromverbrauch |
|---|---|---|---|---|---|---|
| FX-8120 (95W) | 3,4 GHz mit Turbo (1,20 Volt) | 143 Watt | 3,6 GHz | 164 Watt | 4,5 GHz (1,50 Volt) | 237 Watt |
| FX-4170 | 4,3 GHz mit Turbo (1,45 Volt) | 163 Watt | 4,5 GHz | 172 Watt | 4,7 GHz (1,50 Volt) | 187 Watt |
Alle Bulldozer-CPUs im Test: Zusammenfassung und Fazit
Das Flaggschiff, der FX-8150, liefert zwar die höchste Anwendungs- sowie für eine gute Spieleleistung ab, benötigt hierfür aber sehr viel Strom und kostet immerhin 240 Euro. Der FX-8120 ist zwar langsamer, dafür unter Last aber sparsamer und dank der kürzlich vorgenommenen Preissenkung mit 160 Euro viel günstiger - unser Tipp für alle, die einen flotten FX nutzen möchten. Falls Sie einen ergattern können, ist der FX-8120 mit 95 Watt TDP die beste Wahl wenn es ein Bulldozer-Chip sein soll - zumal sich der Chip locker um ein Drittel und mehr übertakten lässt.
Der FX-6200 für rund 150 Euro ist bei nicht durchweg parallelisierten Anwendungen und im Spiele-Bereich in bisschen schneller unterwegs als der FX-8120, der Stromverbrauch ist ähnlich hoch. Sind Sie rein an Spielen interessiert, ist der FX-4170 für etwa 125 Euro einen Blick wert, wenngleich satte 4,2 GHz wenig OC-Potenzial bieten und der Chip ist alles andere als sparsam. Falls Sie lieber kleinere Modelle selbst übertakten möchten oder Ihnen die Leistung ausreicht, so sollten Sie beim FX-6100 oder FX-4100 zugreifen.
Für um die 100 Euro sind jedoch der Phenom II X4 960T oder der in Spielen sehr flotte sowie sparsame Core i3-2100 die besseren Alternativen. Reine Zocker sollten den Core i5-2500K (180 Euro) ins Auge fassen - dieser ist sind in Spielen schneller als jede AMD-CPU und dabei deutlich energieeffizienter. Interessieren Sie sich generell für aktuelle CPUs, so legen wir Ihnen die Marktübersicht mit 25 (!) Prozessoren der PCGH 04/2012 ans Herz; diese erscheint am 07. März 2012 im Handel.


Da frägt man sich teilweise schon "Warum AMD, warum?!?!".
Edit: Ein Spam Beitrag entfernt
mfg
Benchmarks:
Hier fällt die Gesamtbewertung nur aufgrund der geringen Speicherbandbreite ungünstig für AMD aus, die einzelnen Ergebnisse zeigen aber eine sehr gute Leistung:
AMD FX-8150 - der Bulldozer ist da : Benchmarks: SiSoft Sandra 2010 - Artikel Hartware.net
Bei diesen Ergebnissen fährt der 8150 u.A. sogar eine akzeptable Singlecorebewertung oberhalb einiger anderer AMD-CPUs, unter Anderem des Phenom II X4 965, ein. Beim Komprimieren schlägt er den 2500K sehr deutlich und den 2600K sichtbar:
AMD FX-8150 - der Bulldozer ist da : Benchmarks: Grafik, Video, Komprimierung - Artikel Hartware.net
Die Preise:
8150:
AMD FX-Series FX-8150, 8x 3.60GHz, boxed (FD8150FRGUBOX) | Geizhals.at Deutschland
2600K:
Intel Core i7-2600K, 4x 3.40GHz, boxed (BX80623I72600K) | Geizhals.at Deutschland
mfg