Elex 2 im Test: GPU- und CPU-Benchmarks
Das Herzstück unseres Techniktests von Elex 2: die Benchmarks von Grafikkarten und Prozessoren. Der Technikstatus der Engine zeigt sich in keinen gutem Licht.
In diesem Artikel
Wie immer beschäftigen wir uns im Team mit den ersten Spielstunden, um die Performance kennenzulernen. Das haben wir auch bei Elex 2 an verschiedenen Rechnern getan. Bei allen Benchmarks kommen die zum Testzeitpunkt aktuellen Grafiktreiber von AMD und Nvidia zum Einsatz, in diesem Fall der Geforce GRD 511.79 WHQL und die Radeon Software 22.2.3. Resizable BAR (rBAR) respektive Smart Access Memory (SAM) sind bei den PCGH-Benchmarks seit April 2021 standardmäßig aktiv. Wie immer bieten wir Ihnen die Ergebnisse in den vier verbreiteten Auflösungen Full HD, WQHD, UWQHD und Ultra HD, welche Sie im folgenden Benchmark auswählen können.
Elex 2: GPU-Benchmarks
Elex 2 erwies sich in unseren langen Spielesessions als hochinteressanter Benchmark - aber auch als große Herausforderung, denn das Spiel läuft so wie kein anderes aktuelles Spiel. Die Last schwankt außerordentlich je nach Szene und es ist nicht immer ersichtlich, was für die Ruckler verantwortlich ist. Nach zahlreichen weiterführenden Tests kommen wir zu dem Schluss, dass der Fokus aus mehreren Gründen ganz klar auf der Prozessor-Leistung liegt.
Dennoch wollten wir Ihnen natürlich auch Grafikkarten-Benchmarks aus Elex 2 liefern, also machten wir uns auf die Suche nach einer anspruchsvollen Szene. Die höchste GPU-Last tritt in der Regel bei In-Engine-Zwischensequenzen auf, welche unter anderem ein hübsches Depth of Field bieten, bei bestimmten Tageszeiten (Stichwort God Rays) oder in Kämpfen (Partikeleffekte). Da wir jedoch "echtes" Gameplay abbilden wollten, entschieden wir uns für eine andere Sequenz, die ganz klassisch nach GPU-Szene aussieht: ein Wald mit hübscher Beleuchtung. Um einen Worstcase handelt es sich keineswegs - die mit einigem Aufwand nach GPU-Auslastung selektierte Szene hat einzig und allein die Aufgabe, Unterschiede zwischen Grafikkarten herauszuarbeiten. Dabei läuft sie sogar überdurchschnittlich gut, denn wenn Elex 2 ruckelt, dann gewöhnlich nicht wegen der Grafikkarte. Dazu gleich mehr. Randnotiz: Grafikkarten mit Vega-GPU zeigen im Test einen Totalausfall, hier fehlt die komplette Grafik abseits der Skybox.
Wer mit- oder nachtesten möchte, sieht die Testszene und Einstellungen im eingebetteten Video. Dazu kommt wie gewohnt das sehr nützliche Tool CapFrameX zum Einsatz, das Sie hier in aktueller Version herunterladen können. Kommen wir nun zu den Grafikkarten-Ergebnissen:
"Katastrophale Radeon-Performance": Wieder eine Clickbait-Überschrift von der PCGH! Bedauerlicherweise entspricht unsere Artikel-Headline der Wahrheit - doch der Reihe nach. Was Sie oben sehen, ist eine der relativ seltenen Szenen in Elex 2, die nicht prozessorlimitiert sind. Hier können sich selbst High-End-Grafikkarten entfalten, wenn auch nicht optimal, zumindest in Full HD. Sieht man sich die Werte an, denkt niemand an eine Katastrophe. Im Gegenteil, die Frametimes respektive Perzentilwerte der teilnehmenden Radeon-Grafikkarten sehen sogar sehr gut aus. Und es stimmt: Verfügen Sie über einen bärenstarken Prozessor und streifen Sie durch einen Wald wie in unserer Testszene, schauen eine Zwischensequenz et cetera, haben die abgebildeten Zahlen Bestand.
Was wir bisher nur durch die Blume gesagt haben: Hier sehen wir einen klassischen "Schönwetter-Benchmark", der wenig mit dem Alltag auf Magalan zu tun hat. Die allermeisten Abschnitte in der Open World sind von Weitsicht und höherer Komplexität geprägt - und hier kommt ein omnipräsentes Problem zum Tragen: Radeon-Grafikkarten erzielen auf der gleichen Infrastruktur signifikant weniger Leistung als Geforce-Chips. Das gilt generationenübergreifend und wirkt mit einer Härte, die wir in diese Form noch nie zuvor gesehen haben. Nun wird es aber höchste Zeit für die Prozessor-Benchmarks - oder sollten wir besser sagen für den Test des Treiber-Overheads bzw. -Multithreadings?
Elex 2: CPU-Benchmarks (Original)
Das wichtigste Merkmal eines Prozessors ist die Performance. Neben einer hohen Single-Core- ist hauptsächlich die Multi-Core-Leistung sehr wichtig, die Speicher- und internen Latenzen spielen auch eine große Rolle. Wir betreiben jeden Prozessor innerhalb der Parameter, wie es der Hersteller vorgibt. Für die Vergleichbarkeit kommt für jede DDR4- und DDR5-Plattform jeweils der gleiche Speicher zum Einsatz. Alle Mainboards, die zum Testen der Prozessoren zum Einsatz kommen, wurden vorher durch die Redaktion geprüft und basieren auf einem ausführlichen Auswahlverfahren. Die CPU-Wasserkühlung verhindert ein temperaturbedingtes Heruntertakten des Prozessors. Als Grafikkarte kommt eine Asus TUF Radeon RX 6900 XT mit erhöhten Taktraten zum Einsatz. Durch Vorheizen umgehen wir temporäre Boost-Modi, welche nicht die zu erwartende Leistung in Spielen abbilden.
Der CPU-Benchmark findet im Gegensatz zu den GPUs nördlich in einem Vorposten statt. Die CPU-Last ist dort viel höher als in der übrigen Open World und greift in der Regel dann, wenn Sie mit NPCs interagieren. Wenn Sie den Benchmark nachstellen möchten, schauen Sie sich einfach das Video dazu an. Dort zeigen wir auch die vorgenommenen Grafikoptionen.
Nein, wir wollen Sie nicht auf den Arm nehmen. Das ist die CPU-Performance in Elex 2! Zumindest, wenn Sie versuchen, das Spiel mit einer AMD-Grafikkarte zu zocken. Es spielt keine Rolle, wie schnell die CPU-Kerne sind oder wie viele Kerne der Prozessor verbaut hat. Wir können Ihnen nicht einmal eine Empfehlung geben, da das Spiel mit jedem Prozessor miserabel läuft. Das Video oben dazu spricht Bände. Wir konnten dieses Verhalten auf drei verschiedenen Computern nachstellen, mit unterschiedlicher Hardware und Software-Konfiguration. Wenn Sie also dachten, dass Sie jemals in einem anderen Spiel eine schlechte Performance haben, dann verbringen Sie nur zwei Minuten in Elex 2 mit einer Radeon-Grafikkarte.
CPU-Performance mit Nvidia-Grafikkarte
Sie können nur eines tun, wenn Sie Elex 2 im aktuellen Zustand flüssig spielen möchten: eine Nvidia-Grafikkarte installieren. Wir haben uns zwei sehr unterschiedliche AMD-Prozessoren geschnappt, namentlich Ryzen 9 5950X und Ryzen 5 3600, und die Unterschiede zwischen den Testsystemen mit einer Radeon RX 6900 XT und Geforce RTX 3090 untersucht.
Satte 145 Prozent schneller rechnet der 16-Kerner 5950X, wenn Sie der CPU eine RTX 3090 statt einer RX 6900 XT zur Seite stellen. 143 Prozent sind es beim Ryzen 5 3600. In Fps bedeutet das einen Anstieg der durchschnittlichen Bildrate von ruckeligen Sub-30-Fps auf flüssige 55 respektive 72 Fps. Interessant ist, dass sich die beiden AMD-Prozessoren mit der gleichen Grafikkarten um genau 30 Prozent hinsichtlich ihrer Performance unterscheiden. Der Radeon-Treiber bremst folglich mit einheitlicher Kraft - die genaue Ursache ist jedoch unbekannt.
Bereits in der Vergangenheit ergaben diverse Tests, dass der Nvidia-Treiber besseres Multithreading unter DirectX 11 beherrscht, derart ausgeprägt war das Problem jedoch nie. Eine mögliche Ursache und unsere Theorie ist, dass der AMD-Treiber bis heute ein bestimmtes DX11-Feature nicht unterstützt: Deferred Context/Command Listing. Dieses erlaubt effektives Multithreading mit der alten API und wird anscheinend benötigt, um die anfallenden Drawcalls bei komplexen Szenen in Elex 2 zu stemmen. AMD legt seinen Fokus seit Jahren auf die Lower-Level-Schnittstellen DirectX 12 und Vulkan und erreicht hier entsprechend starke Resultate. Wir werden Piranha Bytes, AMD und Nvidia dazu befragen und diesen Artikel aktualisieren, sobald es etwas zu berichten gibt.
Beide Prozessoren takten mit voller Kraft, nur am Ende verpufft die Leistung und kommt nicht durch. Mit der Nvidia-GPU sieht die Sache besser aus. Die Frametimes mit der RX 6900 XT sind katastrophal und gehen fast in den Bereich von 100 Millisekunden. Bei Frametimes gilt: Je niedriger und ruhiger eine Linie verläuft, desto flüssiger nimmt der Spieler das Bild wahr.
Aus CPU-Sicht können raten wir aktuell dringend davon ab, das Spiel zu kaufen, sofern Sie auf eine Radeon-Grafikkarte setzen. Der Entwickler wurde von uns bereits über die miserable Performance in Kenntnis gesetzt. Wir drücken die Daumen, dass baldige Patches die Situation entscheidend verbessern - die Day-1-Version vom 1. März behebt die Probleme jedenfalls nicht.
CPU-Benchmarks: Update vom 03.05.2022: DX12 Beta
Inzwischen hat Entwickler Piranha Bytes einen Beta-Branch mit Direct X 12 hochgeladen. Sie können den Patch herunterladen, indem Sie unter Steam das Spiel auswählen, einen Rechtsklick darauf machen, auf Eigenschaften klicken und unter Betas im Auswahlmenü das Update auswählen (Sie benötigen keinen Code). Danach werden große Teile des Spiels erneut heruntergeladen und nach dem Spielstart sollte das Spiel dann DX12- statt den regulären DX11-Pfad nutzen. Dass Sie dafür mindestens auf Windows 10 setzen müssen, sollte Ihnen klar sein. Der große Vorteil von Direct X 12 ist, dass die Grafik-API viel mehr Drawcalls gleichzeitig bearbeiten kann, was die CPU-Auslastung extrem verbessert. Wir haben daher eine Handvoll Prozessoren durch unseren CPU-Benchmark (Video siehe oben) gejagt - mit sensationellen Ergebnissen, die wir Ihnen nicht vorenthalten möchten.
Ein Hinweis in eigener Sache: Der DX12-Patch für Elex 2 befindet sich noch im Beta-Status. Einerseits war es uns nicht möglich, mehr als 60 Fps zu erreichen, da die maximale Bildrate an die Hertz-Zahl des Monitors gekoppelt ist und zweitens stürzte das Spiel mit einer RTX 3090 bei uns reproduzierbar ab. Wir haben daher davon abgesehen, eine größere Anzahl an CPUs zu testen und reichen bei Interesse gerne einen größeren Test nach, sobald der Entwickler den Patch finalisiert und die Probleme gelöst hat. Nun aber zu den Ergebnissen.
Was soll man angesichts der Zahlen noch anderes sagen, außer "Wow!". So und nicht anders hätte das von Anfang an laufen sollen. Wir haben für einen Vergleich der aktuell gepatchten Direct-X-11-API einen Testlauf mit dem AMD Ryzen 9 5950X mit beiden Versionen gemacht. Leider lässt sich das Spiel nicht on-the-Fly zwischen DX11 und DX12 wechseln (es müssen jedes Mal über 20 GiByte neu heruntergeladen werden), sodass Ihnen dieser eine Wert genügen muss. Dieser ist dafür sehr aussagekräftig. Es spricht Bände, dass ein steinalter Intel Core i7-3770K über 27 Prozent schneller als ein Ryzen 9 5950X rechnet, wenn man diesen mithilfe von DX12 beschleunigt. Damit ist das Spiel jetzt sogar ohne Probleme auf altehrwürdigen Vierkernern spielbar. Wir geben somit eine erste Entwarnung. Wenn Sie zuvor mit einer Radeon-Grafikkarten Probleme mit der Performance hatten, legen wir Ihnen den DX-12-Patch ans Herz.


Patchnotes noch keine gefunden, zu GoG kann ich leider nichts sagen, aber wenn über Steam ein solch beachtliches Update gefahren wird, vermute ich mal den überfälligen DX12 Official Patch, der auch für GoG und Konsolen Nutzer zu Verfügung steht.
Edit: Laut World of Elex ist es die DX12 Version, auch für GoG:
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Edit 2: Das ist der Stand der Beta. Kaputtes LOD, keine funktionierende Kantenglättung, grelle Helligkeit nach Mitternacht, das Hacking Minigame verhunzt. Mir fehlen die Worte ...
Edit 3: Laut CM Zyddie wurde aus Versehen die alte BETA Version hochgeladen ...
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PB sollte mal in die Puschen kommen, retten was noch zu retten ist. Technisch war dieser Release echt übel und sehr grenzwertig.