Navee ST3 Pro im Test: Der aktuell beste E-Scooter für unter 1.000 Euro?

75 Kilometer maximale Reichweite, 1.350 W und ein besonderes Federungssystem - der Navee ST3 Pro bietet zumindest auf dem Papier eine starke Ausstattung. Ob der E-Scooter auch im Praxiseinsatz überzeugen kann, zeigt unser Test.

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Navee ST3 Pro im Test: Der aktuell beste E-Scooter für unter 1.000 Euro?
Quelle: PCGH

E-Scooter entwickeln sich immer mehr zur entspannten Alternative zum Auto. Gerade in der Stadt kann man damit Staus umfahren, sich die Parkplatzsuche sparen und muss nicht auf die öffentlichen Verkehrsmittel ausweichen, die nicht selten mit Verspätungen glänzen und dazu noch oft überfüllt sind. Mit den Elektrorollern ist man außerdem deutlich komfortabler unterwegs als mit dem Fahrrad, immerhin spart man sich das Treten. Ein großer Nachteil vieler Modelle ist allerdings die Reichweite. Auch die Motorleistung und die Federung sind oft nur unzureichend, wodurch Fahrten auf Strecken mit Steigungen und unebenem Gelände alles andere als angenehm ausfallen.

Ein E-Scooter, der alles anders machen will, ist der ST3 Pro von Navee. Laut Hersteller zeichnet er sich mit einer Reichweite von bis zu 75 km, einer patentierten Doppelfederung und einer Motorleistung von 1.350 W aus, mit der sich Steigungen von 28 Prozent bewältigen lassen sollen. Navee hat uns einen ST3 Pro zur Verfügung gestellt. Damit hatten wir Gelegenheit, den E-Scooter auf Herz und Nieren zu prüfen. Ob er in der Praxis hält, was der Hersteller verspricht, oder doch einige Schwächen offenbart, zeigen wir im folgenden Test.

Design und Verarbeitung

Bevor der Navee ST3 Pro in Betrieb genommen werden kann, muss erst einmal der Lenker am Hals befestigt werden. Da die dafür notwendigen Schrauben sowie das Werkzeug mitgeliefert werden, ist dies im Handumdrehen erledigt.

Das Trittbrett des Navee ST3 Pro ist gummiert und mit Rillen versehen, dadurch sorgt es für einen sicheren Halt. Außerdem ist es angenehm breit. Quelle: PCGH Das Trittbrett des Navee ST3 Pro ist gummiert und mit Rillen versehen, dadurch sorgt es für einen sicheren Halt. Außerdem ist es angenehm breit.

Optisch hebt sich der E-Scooter angenehm von vielen Standard-Modellen ab. Besonders auffällig sind die golden schimmernden Federungsarme am Vorder- und Hinterrad, die dem Roller einen sportlich-technischen Look verpassen. Gleichzeitig sorgen sie dafür, dass das Trittbrett etwas höher liegt als bei vielen anderen Modellen. Dadurch verändert sich das Fahrgefühl leicht, außerdem bleibt man auch beim Überfahren von Bordsteinkanten nicht so leicht hängen und reißt sich den Unterboden auf.

Das Trittbrett ist 19 cm breit, gummiert und zusätzlich mit Rillen versehen, was auch bei Nässe für guten Grip sorgt. Insgesamt misst der Roller 120 cm in der Länge und 130 cm in der Höhe mit ausgeklappter Lenkstange. Die Lenkerbreite beträgt 60 cm.

Der Lenker wirkt solide, die Griffe sind dem Hersteller zufolge ergonomisch geformt. An ihnen sind je ein Bremshebel angebracht, links befindet sich auch eine Klingel. In der Mitte sitzt ein auch bei Sonnenlicht gut ablesbares, farbiges LED-Display, das Geschwindigkeit, Akkustand und weitere Informationen anzeigt.

Am Lenker des Navee ST3 Pro befinden sich alle notwendigen Bedienelemente. Das integrierte Display zeigt wichtige Informationen und ist auch bei Sonnenlicht gut ablesbar. Quelle: PCGH Am Lenker des Navee ST3 Pro befinden sich alle notwendigen Bedienelemente. Das integrierte Display zeigt wichtige Informationen und ist auch bei Sonnenlicht gut ablesbar.

Links und rechts am Lenker sind Blinker integriert. Ein Modul mit zwei Knöpfen zur Bedienung der Blinker ist am linken Griff befestigt. Allerdings fällt auf, dass der Lenker so voll mit Bedienelementen ist, dass kaum noch Platz für weiteres Zubehör wie etwa für eine Smartphone-Halterung bleibt. Zwar lässt sich mit etwas Bastelarbeit eventuell etwas Raum schaffen, indem man einzelne Elemente leicht verschiebt, doch sollte man dabei vorsichtig sein. Außerdem bleibt fraglich, ob das wirklich praktikabel und stabil ist.

An der Lenkstange sitzt ein LED-Frontlicht samt Reflektor, hinten gibt es ein rotes Rück- und Bremslicht. Auch das Trittbrett ist an den Seiten mit orangenen Reflektoren ausgestattet. Zudem ist an der Lenkstange ein kleiner Haken angebracht, an dem sich etwa nach spontanen Einkäufen Taschen befestigen lassen.

Der Rahmen des Navee ST3 Pro besteht laut Hersteller aus Stahl. Über die genaue Materialzusammensetzung weiterer Komponenten wie der Lenkstange werden keine genauen Angaben gemacht. Navee zufolge soll der Rahmen Belastungen von bis zu 1.000 kg standhalten, die zulässige Nutzlast liegt dennoch bei 120 kg. Eine Dekorfolie im Karbonfaserdesign verleiht dem Trittbrett eine hochwertige Optik. Die Schutzbleche über den Reifen bestehen aus robustem, leicht flexiblem Kunststoff.

Ein kleines, aber cleveres Detail ist, dass die aus Gummi bestehende Verschlusskappe für den Netzanschluss magnetisch schließt. Das ermöglicht ein unkompliziertes Öffnen und Wiederverschließen, ganz ohne die Fummelei, zu der es oft bei herkömmlichen Druckverschlüssen kommt.

Der Klappmechanismus des Navee ST3 Pro ist stabil und durchdacht. Zum Einklappen muss zunächst der Verschlusshebel an der Lenkstange geöffnet werden. Anschließend lässt sich die Lenkstange nach unten klappen. Statt wie bei vielen anderen Scootern direkt in eine Halterung einzurasten, verfügt der ST3 Pro über eine ausklappbare Arretieröffnung, die in einen Haken am hinteren Schutzblech eingehängt wird. So bleibt die Lenkstange sicher fixiert und der Scooter kann im Auto oder in öffentlichen Verkehrsmitteln transportiert werden. Mit einem Gewicht von rund 25,3 Kilogramm ist der ST3 Pro allerdings nicht gerade leicht. Über kurze Strecken lässt er sich zwar noch tragen, doch danach dürfte es schnell zu Ermüdungserscheinungen kommen.

Nicht nur der Mechanismus selbst überzeugt, auch die Verriegelung der Lenkstange hinterlässt einen sehr stabilen Eindruck. Besonders positiv fiel uns die verbaute Kugelverriegelung auf. Ist diese eingerastet, bleibt die Lenkstange selbst dann fest in Position, wenn der Verschlusshebel nicht vollständig geschlossen wurde. Das sorgt für zusätzliche Sicherheit und verhindert ein unbeabsichtigtes Umklappen. Auch nach mehrmaligem Klappen und Öffnen zeigten sich keine Abnutzungserscheinungen. Alles rastet sauber ein, nichts wackelt oder klappert.

Der Navee ST3 Pro überzeugt mit cleveren Details wie einer magnetischen Verschlusskappe für den Ladeanschluss. Die Ventilkappen bestehen leider aus Kunststoff. Quelle: PCGH Der Navee ST3 Pro überzeugt mit cleveren Details wie einer magnetischen Verschlusskappe für den Ladeanschluss. Die Ventilkappen bestehen leider aus Kunststoff.

Die Arretieröffnung lässt sich auch zweckentfremden. Da am Lenker selbst kein Platz für eine separate Schlosshalterung ist, nutzten wir die Öffnung des Hakens, um ein Spiralschloss daran zu befestigen. So war das Schloss immer griffbereit, ohne während der Fahrt zu stören.

Die Verarbeitung überzeugt im Gesamtbild. Nichts klappert, alle Übergänge sitzen sauber, die Materialien wirken hochwertig und der Scooter macht auch optisch einiges her. Ein kleines Detail ist uns allerdings negativ aufgefallen. Die Ventilverschlusskappen der Reifen bestehen aus Kunststoff. Sie erfüllen zwar ihren Zweck, fühlen sich aber nicht sonderlich hochwertig an. Metallkappen hätten hier für einen noch besseren Gesamteindruck gesorgt.

Akkutechnologie und Ladedauer

Der Navee ST3 Pro ist mit einem 596-Wh-Akku ausgestattet, der auf der Ternary-Lithium-Technologie basiert. Dabei handelt es sich um eine spezielle Form von Lithium-Ionen-Akkus, die insbesondere bei hochwertigen E-Scootern zum Einsatz kommt. Diese Technologie ist auch bekannt als Nickel-Mangan-Cobalt und zeichnet sich durch eine hohe Energiedichte aus. Das bedeutet, dass der Akku bei relativ geringem Gewicht besonders viel Energie speichern kann. Im Gegensatz zu anderen Akkutechnologien soll sie für mehr Reichweite sorgen, ohne dass der Scooter schwerer oder klobiger wird.

Navee hebt hervor, dass beim ST3 Pro ein ausgewogenes Verhältnis von Reichweite, Gewicht und Haltbarkeit im Vordergrund steht. Zudem soll ein fortschrittliches Batteriemanagementsystem zum Einsatz kommen, das den Akku schützen, seine Lebensdauer verlängern und eine gleichmäßige Lade- und Entladeleistung gewährleisten soll.

Allerdings gibt es einen Nachteil bei der Ladezeit. Laut Navee dauert die vollständige Aufladung des Akkus ungefähr 10 Stunden. Diesen Wert konnten wir im Test bestätigen. Wer den Scooter regelmäßig leer fährt, muss also längere Ladezeiten einplanen und ihn idealerweise über Nacht laden.

Fahrmodi und Reichweite

Der Navee ST3 Pro bietet drei Fahrmodi: einen Fußgängermodus mit maximal 6 km/h, einen Standardmodus bis 15 km/h und einen Sportmodus bis 20 km/h. In letzterem erreicht der Scooter laut Tacho sogar bis zu 22 km/h. Der Grund dafür ist, dass die gesetzlich zulässige Toleranz zur Überschreitung der Höchstgeschwindigkeit 10 Prozent beträgt und dieser Spielraum von vielen Herstellern inklusive Navee voll ausgenutzt wird.

Laut Navee soll der ST3 Pro im Standardmodus bei 15 km/h bis zu 75 km Reichweite schaffen, im Sportmodus sollen es immerhin 65 km sein. Diese Werte basieren allerdings auf optimalen Testbedingungen. Diese beschreibt der Hersteller wie folgt: vollständige Akkuladung, 75 kg Fahrergewicht, konstante 25 °C Außentemperatur, flacher Asphalt, kein Wind und gleichmäßiges Fahren ohne Beschleunigungs- oder Bremsmanöver. Um die Angaben zu untermauern, verweist Navee auf eine Zertifizierung des TÜV Rheinland, der die Reichweite bei maximaler Geschwindigkeit geprüft und bestätigt hat.

In der Praxis weichen die von den Herstellern beworbenen Idealwerte jedoch häufig deutlich ab. Wie die Reichweite unter realen Bedingungen ausfällt, haben wir unter praxisnahen Umständen getestet. Der Tester mit einem Körpergewicht von zarten 98 kg war an einem frischen Aprilabend bei 13 °C im Hamburger Norden unterwegs. Er startete mit einer Akkuladung von 100 Prozent und fuhr über Asphalt, Kopfsteinpflaster und unbefestigte Wege inklusive Steigungen und Gefälle.

Gefahren wurde im Sportmodus mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 20 km/h. Hierfür hatte der Tester die Energierückgewinnung, die beim Bremsen oder Rollen überschüssige Energie wieder in den Akku einspeist, auf die Höchststufe gestellt. Das integrierte Energierückgewinnungssystem kann einen positiven Einfluss auf die Reichweite haben, der jedoch wie bei anderen E-Scootern gering ausfallen dürfte. Nach 90 Minuten zeigte die App noch 10 Prozent Akkuladung an. Die bis dahin erzielte Reichweite betrug 30,1 km, was rund 53 Prozent unter dem beworbenen Wert von 65 km liegt.

Am Folgetag wurde die Strecke unter ähnlichen Bedingungen größtenteils erneut befahren, diesmal allerdings im Standardmodus. Nach 149 Minuten Fahrt und einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 14 km/h zeigte der Akku erneut einen Restladestand von 10 Prozent an. Insgesamt wurden bis dahin 34,2 km zurückgelegt, was ebenfalls deutlich unter der Herstellerangabe von 75 km liegt. Die Abweichung beträgt in diesem Fall rund 54 Prozent.

Im Praxistest konnten wir zwar nicht einmal annähernd die beworbene Reichweite erreichen, dennoch kann man mit einer Akkuladung weit kommen. Damit eignet er sich sowohl für den Einsatz in der Stadt als auch auf dem Land, wo man meist größere Distanzen zurücklegen muss. Quelle: PCGH Im Praxistest konnten wir zwar nicht einmal annähernd die beworbene Reichweite erreichen, dennoch kann man mit einer Akkuladung weit kommen. Damit eignet er sich sowohl für den Einsatz in der Stadt als auch auf dem Land, wo man meist größere Distanzen zurücklegen muss. Die Diskrepanz zwischen Theorie und Praxis mag auf den ersten Blick enttäuschen, doch sie überrascht nicht. Gerade bei kühleren Temperaturen, höherem Fahrergewicht und wechselndem Untergrund sinkt die Reichweite vieler E-Scooter deutlich. Der ST3 Pro bewegt sich mit seinen Werten im erwartbaren Bereich, wenn auch an der unteren Grenze. Bei wärmerem Wetter und einem leichteren Fahrer dürften selbst im Sportmodus deutlich über 40 Kilometer möglich sein.

Leistung

Neben der Reichweite spielt natürlich auch die Motorleistung eine entscheidende Rolle, und diese bewegt sich auf hohem Niveau. Navee bewirbt sie mit 1.350 Watt. Dabei handelt es sich allerdings um die Maximalleistung, die nur kurzfristig abgerufen werden kann. Im Dauerbetrieb liegt die Motorleistung bei 450 Watt, was ebenfalls ein sehr guter Wert ist. Die Leistungsreserven machen sich bemerkbar. Selbst bei höherem Fahrergewicht und auf steileren Abschnitten bleibt der ST3 Pro kraftvoll und verliert kaum an Tempo.

Für die Beschleunigung stehen mit Eco und Turbo zwei Modi zur Verfügung. Im Eco-Modus ist das Anfahren besonders sanft und gleichmäßig, im Turbo-Modus beschleunigt der Scooter deutlich schneller, dafür aber auch ruckartiger.

Positiv ist uns außerdem aufgefallen, dass der ST3 Pro deutlich ausdauernder ist als viele andere E-Scooter, die bereits an Leistung einbüßen, wenn noch etwa ein Drittel der Akkukapazität vorhanden ist. In unseren Tests blieb die Motorleistung sowohl im Sport- als auch im Standardmodus bis zu einer Restladung von etwa 15 Prozent stabil. Erst unterhalb dieses Wertes konnten wir einen leichten Leistungsverlust feststellen.

Fahrgefühl

Auch beim Fahrkomfort kann der ST3 Pro überzeugen. Das Trittbrett bietet genügend Platz, um während der Fahrt die Fußposition zu verändern. Zudem ist das hintere Schutzblech auch als Abstützfläche für den freien Fuß konstruiert. Der breite Lenker sorgt für eine stabile Fahrhaltung und ein sicheres Gefühl.

Die 10-Zoll-Luftreifen allein sorgen schon für Dämpfung, doch die verbaute Federung hebt den Komfort nochmals deutlich an. Unebene Radwege, abgesenkte Bordsteine, Risse oder auch unbefestigte Wege mit Gras oder Waldboden lassen sich mit dem Scooter ohne Schwierigkeiten befahren. Selbst auf Kopfsteinpflaster werden Stöße zwar nicht vollständig gedämpft, aber spürbar abgemildert. Im Vergleich zu ungefederten E-Scootern fährt sich der ST3 Pro deutlich angenehmer und auch von Bordsteinen lässt sich problemlos abfahren.

Durch die Federungsarme vorne und hinten bietet der E-Scooter auch auf unebenem Untergrund ein gutes Fahrgefühl. Quelle: PCGH Durch die Federungsarme vorne und hinten bietet der E-Scooter auch auf unebenem Untergrund ein gutes Fahrgefühl.

Sicherheitsfunktionen und weitere Features

Der ST3 Pro setzt auf ein Dreifach-Bremssystem: Vorne arbeitet eine Trommelbremse, hinten eine Kombination aus Scheibenbremse und elektronischem E-ABS. Zwei separate Bremshebel ermöglichen es, die Bremsen einzeln anzusteuern. Das ist ein klarer Vorteil gegenüber E-Scootern, bei denen sich die Bremsen nur über einen gemeinsamen Hebel bedienen lassen. Beide Bremsen sprechen schnell und zuverlässig an, ohne dabei zu abrupt zu wirken. Selbst Vollbremsungen brachten den Tester nicht aus dem Gleichgewicht.

Besonders positiv fiel uns das Traktionskontrollsystem auf, das für besseren Halt auf rutschigen Böden sorgen soll. Tatsächlich vermittelt der ST3 Pro spürbar mehr Sicherheit als Modelle ohne ein solches System. Auf schlammigem Untergrund blieb der Scooter gut kontrollierbar, und selbst wenn wir den Lenker während der Fahrt leicht hin und her bewegten, hatten wir den Eindruck, als würde das System aktiv gegensteuern.

Der ST3 Pro ist nach IPX5 zertifiziert und damit gegen Strahlwasser aus allen Richtungen geschützt. Regenfahrten und Pfützen sind somit kein Problem, allerdings bedeutet IPX5 keine vollständige Wasserdichtigkeit. Fahrten bei starkem Regen könnten auf Dauer Schäden verursachen. Auch Offroad-Tauglichkeit ist nur eingeschränkt gegeben, da keine Staubschutzklassifizierung angegeben ist. Für den normalen Straßenbetrieb dürfte der Schutz mehr als ausreichend sein, extrem raue Bedingungen könnten dem Scooter jedoch zusetzen.

Praktisch ist auch, dass die Reifen selbstheilend sind. Kleine Beschädigungen sollen sich selbstständig wieder verschließen. Dadurch soll der Wartungsaufwand minimiert werden. Wir gehen davon aus, dass dieses Feature höchstens oberflächliche Beschädigungen kitten kann.

Die Blinker sorgen für mehr Sicherheit im Straßenverkehr. Quelle: PCGH Die Blinker sorgen für mehr Sicherheit im Straßenverkehr. Die Blinker sind gut sichtbar und lassen sich über ein Bedienelement am linken Griff leicht aktivieren. Allerdings kam es vereinzelt vor, dass ein Blinker versehentlich ausgelöst wurde, etwa, wenn die Hand des Testers das Modul beim Überfahren eines Hindernisses leicht berührte. Optional kann ein akustisches Signal zugeschaltet werden, das bei aktiviertem Blinker ein Piepsen abgibt und so zusätzlich warnt.

Das Frontlicht ist leuchtstark und sorgt auch in Gegenden ohne Umgebungsbeleuchtung für gute Sicht, während das Rücklicht für gute Sichtbarkeit von hinten sorgt. Ein besonderes Feature ist die automatische Lichtsteuerung: Bei schwachem Umgebungslicht schaltet sich das Frontlicht selbstständig ein. Im Test funktionierte das zuverlässig beim Wechsel von Tageslicht in einen Tunnel. Bei fortschreitender Dämmerung am Abend blieb das Licht jedoch zunächst aus. Erst nach einem Neustart des Scooters aktivierte sich die Automatik korrekt. Hier besteht noch Optimierungspotenzial.

Das Vorderlicht und das Bremslicht sorgt dafür, dass man bei Dunkelheit sieht und gesehen wird. Quelle: PCGH Das Vorderlicht und das Bremslicht sorgt dafür, dass man bei Dunkelheit sieht und gesehen wird. Auch mit einer Wegfahrsperre ist der ST3 Pro ausgestattet. Wird diese aktiviert, blockieren die Räder und der Roller piepst konstant, wenn versucht wird, ihn zu schieben. Die Sperre kann mit einem zuvor definierten vierstelligen Zahlencode deaktiviert werden. Wird dieser fünfmal falsch eingegeben, ist eine Entsperrung über die Smartphone-App erforderlich. Dennoch kann das ausreichen, um den Scooter kurz abzustellen. Für längere Abwesenheit vom Scooter sollte man ihn besser doch immer mit einem Schloss sichern.

App

Wie viele andere moderne E-Scooter ist auch der Navee ST3 Pro mit einer Smartphone-App des Herstellers kompatibel. Die Startseite der Anwendung ist übersichtlich gestaltet. Hier werden der aktuelle Akkustand und der geschätzte Restkilometerstand angezeigt. Außerdem lässt sich der Scooter per Wisch sperren und entsperren.

Über die App kann auch ein automatisches Entsperren via Bluetooth aktiviert werden. Ist diese Funktion eingeschaltet, entsperrt sich der Roller automatisch, sobald man, mit dem Smartphone in der Nähe, einen Bremshebel zieht. Sollte das Smartphone einmal vergessen oder dessen Akku leer sein, lässt sich die Wegfahrsperre alternativ auch über einen Entsperrcode deaktivieren.

Die Smartphone-App bietet Zugriff auf einige praktische Funktionen Quelle: Navee, Screenshot: PCGH Die Smartphone-App bietet Zugriff auf einige praktische Funktionen

Ein Fahrtenbuch ist ebenfalls integriert. Es listet die Nutzungstage, die zurückgelegten Kilometer sowie die Durchschnittsgeschwindigkeit einzelner Fahrten übersichtlich auf.

Einige App-Funktionen wurden bereits erwähnt. Über die App lassen sich unter anderem der Blinkerton ein- oder ausschalten, zwischen Turbo- und Eco-Modus wechseln sowie das Traktionskontrollsystem und die automatische Beleuchtung aktivieren. Auch die Intensität der Energierückspeisung und das Einheitensystem können angepasst werden.

Firmware-Updates lassen sich direkt über die App installieren, was den ST3 Pro zukunftssicher macht. In unserem Fall wurde bereits ein neues Update angeboten, das sich problemlos per Bluetooth übertragen ließ.

Ein Highlight für iPhone-Nutzer: Der ST3 Pro ist von Haus aus mit Apple Find My kompatibel. So lässt sich der Scooter wie ein AirTag über das iPhone-Netzwerk orten. Leider gibt es aktuell keine vergleichbare Integration für Android-Nutzer, obwohl es von Google ebenfalls ein eigenes Standortnetzwerk gibt.

Besonders positiv fällt die einstellbare Reichweitenanzeige auf. Die App erlaubt es, zwischen drei Modi zu wählen: einer allgemeinen Schätzung bei konstant 15 km/h sowie zwei Fahrmodi mit jeweils angepasster Berechnungsgrundlage. Das sorgt für deutlich mehr Transparenz als bei vielen anderen E-Scootern, die oft nur einen unbrauchbaren Standardwert auf Basis interner Tests anzeigen. So bekommt man unterwegs ein deutlich besseres Gefühl dafür, wie weit man im jeweiligen Modus wirklich noch kommt.

Was wir in der App allerdings vermissen, ist eine Kartenansicht mit Live-Daten zur aktuellen Fahrt. Andere Hersteller bieten hier ein zusätzliches GPS-Tracking mit Kartenübersicht und erweiterten Informationen wie Höhe, Steigungswinkel und Fahrtzeit. Solche Funktionen wären insbesondere bei längeren Fahrten eine sinnvolle Ergänzung.

Fazit

Im Test präsentiert sich der Navee ST3 Pro als rundum hochwertiger E-Scooter mit starker Motorleistung, komfortabler Federung und durchdachten Features wie Traktionskontrolle, Blinker und App-Anbindung. Besonders positiv fällt das stabile Fahrgefühl auf, das sich sogar auf unebenem Untergrund kaum verändert. Abgesehen von der praxisbedingt niedrigeren Reichweite leistet sich der ST3 Pro keine nennenswerten Schwächen.

Mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 999 Euro liegt er im Premiumsegment, ist jedoch regelmäßig für rund 830 Euro erhältlich. Für diesen Preis bietet er ein hervorragendes Gesamtpaket, das in Sachen Komfort, Technik und Verarbeitung nur schwer zu übertreffen ist.

Das Preis-Leistungs-Verhältnis des Navee ST3 Pro wirkt zunächst unschlagbar, doch er ist nicht ohne Konkurrenz. Der Segway-Ninebot MAX G3 verspricht eine Reichweite von bis zu 80 Kilometern, eine maximale Leistung von 2.000 Watt, eine Ladezeit von nur 3,5 Stunden sowie eine doppelte hydraulische Federung und das zu einer unverbindlichen Preisempfehlung von ebenfalls 999 Euro.

Allerdings konnten wir den Segway MAX G3 bislang nicht testen und somit nicht beurteilen, wie hoch die Abweichungen von den Werbeversprechen im Praxiseinsatz ausfallen. Sollte er sich im Angebot dem Preis des ST3 Pro annähern und in der Praxis ebenso überzeugen, könnte er eine ernst zu nehmende Alternative darstellen. Aktuell gilt jedoch: Wer einen technisch ausgereiften, komfortablen E-Scooter mit reichlich Power und Ausstattung zu einem guten Angebotspreis sucht, dürfte nur schwer etwas Besseres als den Navee ST3 Pro finden.

Modell Navee ST3 Pro
Maximale Geschwindigkeit 20 km/h (Tacho bis 22 km/h)
Dauermotorleistung 450 W
Spitzenmotorleistung 1.350 W
Reichweite (Standardmodus) 75 km (theoretisch)
Reichweite (Sportmodus) 65 km (theoretisch)
Akkukapazität 596 Wh
Ladezeit 10 Stunden
Gewicht 25,3 kg
Zulässige Nutzlast 120 kg
Bereifung 10-Zoll-Luftreifen, selbstheilend
Federung Damping Arm vorne und hinten
Bremsen Trommel vorne, Scheibe + E-ABS hinten
Schutzklasse IPX5
Blinker Ja
App-Kompatibilität Ja
Klappbar Ja
Extras Lichtautomatik, Traktionskontrolle, Apple Find My integriert
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    • Kommentare (2)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von pedi BIOS-Overclocker(in)
        diese dinger gehören sowieso verboten.
      • Von pedi BIOS-Overclocker(in)
        diese dinger gehören sowieso verboten.
      • Von FckZensur Kabelverknoter(in)
        Hmm, ich dachte eigentlich das ich auf ner PC Hardware Seite wäre. Muss ich mich wohl geirrt haben ...
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