Doom: Spezial-CPU spielt den Ego-Shooter mit nur einem Milliwatt
Ein Deep-Learning-Prozessor von Syntiant kann mit nur einem Milliwatt Stromverbrauch den Ego-Shooter Doom spielen. Die Erkennung von Gegnern ist dabei zwar nicht perfekt, aber gut genug für eine kurze Runde.
Der Ego-Shooter Doom musste schon für zahlreiche Experimente herhalten, bei denen das Spiel beispielsweise im BIOS oder auf einem Taschenrechner ausgeführt wurde. Fast 30 Jahre nach dem Release des ursprünglichen Doom gehen Bastlern dabei immer noch nicht die Ideen aus. Das zeigt beispielsweise ein auf IEEE Spectrum veröffentlichter Artikel, demzufolge ein Prozessor den Shooter mit nur einem Milliwatt Stromverbrauch vernünftig spielen kann.
Effizientes Netzwerk
Durchgeführt wurde das Experiment von David Garrett, der bis Anfang des Jahres Senior Vice President Of Engineering bei dem kalifornischen Chipentwickler Syntiant war. Dieser bietet wiederum mit dem NDP200 genau den Prozessor an, der Doom mit einem derart geringem Stromverbrauch spielen konnte. Möglich ist das durch die Auslegung der CPU: Diese ist speziell für Anwendungen gedacht, bei denen ein kleines Deep-Learning-Netzwerk mit möglichst wenig Energie betrieben werden soll. Dafür gibt es einen Takt von maximal nur 100 MHz, und der gesamte Chip wird nur über 40 Pins verbunden.
Für Doom reicht das aber offenbar trotzdem: Um das Spiel mit dem kleinen Prozessor zu steuern, hat Garrett per Reinforcement Learning und der dafür ausgelegten Spielversion Vizdoom ein Deep-Learning-Netzwerk trainiert. Dieses berechnet mithilfe von rund 600.000 Parametern aus dem vom Spiel angezeigten Bild die notwendigen Eingaben. Bei dem besagten Energieverbrauch von einem Milliwatt kann der genutzte Prozessor so mit 6 Fps Gegner erkennen und eine Entscheidung treffen, welche Eingabe er als Nächstes an das Spiel übermitteln soll.
Wie das kurze Demonstrationsvideo zeigt, funktioniert das in einem einfachen Level, bei dem aus jeder Richtung Gegner auf den Spieler zulaufen, recht gut. Der Prozessor schießt nur einige Male daneben und kann die anstürmenden Gegner recht zuverlässig erkennen und beschießen, bis ihm die Munition ausgeht. Angesichts des extrem niedrigen Verbrauchs, der dafür notwendig ist, ist das durchaus beeindruckend.
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Ebendiese besonders hohe Effizienz sollte mit dem Experiment verdeutlicht werden: Garrett wollte damit zeigen, dass auch eine derart schwache CPU zur Erkennung von Menschen geeignet ist. Eine solche Anwendung dürfte den kleinen Chip aber vor deutlich größere Herausforderungen stellen als Doom. Auf einem echten Foto gibt es schließlich wesentlich mehr Möglichkeiten, wie Charaktere aussehen können, und wo sie positioniert sind.
Quelle: IEEE Spectrum via Tom's Hardware

Er selbst spielt gar nicht, sondern eben die CPU. Laufen tut das Spiel auf einem anderen Prozessor.
Gibt sicher auch Smartwatch-Versionen von Doom