Kolumne - User-Artikel von MrButz: Das nächste Cyberpunk wird klasse!
"Welcome to the next Generation of Open World Adventure!" Mit Slogans wie diesem pries CD Projekt sein neuestes Action-RPG noch kurz vor der Veröffentlichung am 10. Dezember 2020 an. Nach dem katastrophalen Launch stellt sich mir nun die Frage: Wie geht es weiter mit der neuen Marke des polnischen Entwicklerstudios?
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Ich habe damals sehnlichst auf den Release von Cyberpunk 2077 gewartet und wollte gleich um Mitternacht mein Abenteuer in Night City starten. Fehlanzeige!!! Pünktlich zum Launch forderte mich der GOG-Launcher dazu auf, doch erst mal den großen Day-One-Patch zu downloaden. Das macht schon mal etwas skeptisch. Also über Nacht den Download laufen lassen und am nächsten Tag fing dann auch schon das Trommelfeuer an schlechten Bewertungen an. Das war es dann wohl auch mit der "Spiel-des-Jahres"-Auszeichnung. Dabei ist Cyberpunk 2077 definitiv etwas ganz Besonderes, dessen Setting so unverbraucht und voller Potenzial ist, wie ich es selten erlebt habe.
Ein Spiel mit Mangelerscheinungen
In welchem Zustand ist denn das Spiel nun nach ungefähr 10 Monaten auf dem Markt? Zum Zeitpunkt dieses Artikels ist bereits Patch 1.31 verfügbar, was zumindest auf dem PC für ein solides Spielerlebnis sorgt. Wer hier allerdings auf ein Bug-freies Abenteuer hofft, wird definitiv enttäuscht werden. So gibt es weiterhin Animationsfehler oder schwebende Ampeln, direkt vor dem Spieler verschwindende Passanten und noch einiges mehr.
Doch auch weit abseits der Bugs ist Cyberpunk für mich ein Spiel mit Mangelerscheinungen. Wenn ich durch Night City streife, fühlen sich viele Features einfach noch nicht vollendet an. Dabei beweisen die Entwickler des polnischen Studios durchaus ihre Kreativität und Perfektion im Art-Style oder Storytelling. In anderen Gebieten hat es dann aber nicht über den guten Ansatz hinaus gereicht. Gehe ich zu einem Ripperdoc, um mir neue Cyberware installieren zu lassen, gibt es keine Animation, sondern nur ein schnödes weiteres Menü, in dem ich meine Körpermodifikationen auswählen kann. Das hatte ich mir nach der Gameplay-Demo vor Release, in der man unter anderem Victor (einer der vielen Ripperdocs in Night City) einen Besuch abstattet, noch viel beeindruckender und tiefgreifender vorgestellt.
Die Metro als Schnellreisesystem hat es auch nicht ins fertige Spiel geschafft und wurde einfach durch einen Ladebildschirm ersetzt. Und die vielen Megacorporations wie Militech oder Kiroshi haben nicht mal eine einzige Nebenquest oder gar Questreihe bekommen.
Quelle: MrButz
Gehe ich zu einem Ripperdoc, begrüßt mich das Spiel nur mit diesem recht langweiligen Ausrüstungsmenü.
Erfahrung ist die halbe Miete
Cyberpunk 2077 ist ein riesiges Projekt von einem verhältnismäßig winzigen Studio. Zum Vergleich: An einem Assassin's-Creed-Titel arbeiten tausende Entwickler, bei Cyberpunk waren es circa 400 (Anmerkung der Redaktion: Das war der Stand Anfang 2019. Im April bezifferte CDPR die Zahl der Entwickler auf 530). Noch dazu betritt CD Projekt in vielen Bereichen völliges Neuland. Während das Fundament eines The Witcher bereits vorhanden, solide und durch die Vorgänger auf den Prüfstand gestellt worden ist, muss es bei einem neuen Franchise erst erstellt werden. Kein Wunder also, dass Firmen wie EA oder Ubisoft viel lieber an bekannten Marken festhalten.
Die Entwickler haben sicherlich sehr viel aus ihrer ersten Iteration von Cyberpunk gelernt und ein Universum geschaffen, das schon jetzt sehr vieles richtig macht. Es bleibt dennoch zu hoffen, dass ein zweites Cyberpunk deutlich ausgereifter ausfällt als der erste Teil und nicht umgesetzte Features ihren Weg ins Spiel finden, die nun nur noch auf den Youtube-Kanälen findiger Spieler als sogenannter Cut Content zu erahnen sind.
Quelle: MrButz
Gerade auf dem PC kann Cyberpunk 2077 mit seiner extrem dichten Atmosphäre überzeugen!
Cyberpunk die Zweite!
Insiderinfos bezüglich eines Cyberpunk 2 habe ich leider keine. Doch wie es mir scheint, nimmt sich CD Projekt ein Vorbild an Rockstar Games: Zwei große Franchises hochziehen, die auf der gleichen Engine basieren und dann noch einen Multiplayer als lange zu melkende Geldkuh dazu, fertig! Auch wenn der Mehrspielermodus im Cyberpunk-Universum erst mal auf Eis gelegt ist, glaube ich nicht, dass die polnischen Entwickler dieses unverbrauchte Setting einfach gleich wieder in die Tonne treten, gerade, wo es finanziell gesehen wohl eher ein Erfolg anstelle einer Katastrophe gewesen zu sein scheint.
Cyberpunk 2077 hat seine Macken, keine Frage. Trotzdem freue ich mich jetzt schon auf die nächsten Abenteuer in dieser dunklen, von Megacorporations kontrollierten Welt. Und wer kann spannende Geschichten besser erzählen als CD Projekt?

Auf der Raumstation.
Das Johnny so langsam V übernimmt habe ich auf 60 % geschafft, das andere bleibt bei 40 % stehen, es könnte auch deswegen so sein, da ich das Spiel im Eiltempo durchspielte, weil ich dachte, es steckt Zeitmanagment drin, was ich echt hasse, also unter Zeitdruck eine Mission zu Ende zu bringen. Der letzte Gig mit Samurai fand ich echt geil, um mal eine wirklich gut gemachte Nebenmission von allen zu nennen.
Um Cyberpunk 2077 vernünftig spielen zu können, wäre imho ein Reboot nötig, um aus den entstandenen Fehlern zu lernen bzw. diese komplett aus der Welt zu schaffen, es sind einfach zu viele. Mir persönlich ist das Ding mit dem Relic-Chip ein Dorn im Auge, noch schlimmer das es das wichtiges Kernelement des Spiels darstellt.
Besser wäre es doch gewesen, wenn man beim neuen Durchgang sich entscheiden könnte, mit oder ohne permanenten Relic-Chip im Kopf. Spielt man mit, bekäm man einen Bonus, so was wie 5% mehr von allem Eurodollar, XP, Komponente für Basteln usw., schön wären auch ein wenig mehr Fraktionen, denen man sich anschließen könnte.
Eines steht fest, da ich jetzt weiß, was mich in Cyberpunk erwartet, starte ich das Spiel noch einmal als Street Kid evtl. auch als Konzernratte (ja ich mag die nicht besonders, selbstgerechtes Pack) und gehe es echt gemütlich an und kaufe auch nicht mehr jedes Fahrzeug.