Kampf der Generationen: Crysis 1 gegen Crysis 2 im Technik-TÜV
Crysis "1" gegen Crysis 2: Beide Cryengine-Shooter leisten Großes, jeder auf seine Art und Weise. Aber welcher bietet die bessere Grafik, die bessere Story und bei welchem möchte der Spieler die Nachbarn den Sound ebenfalls genießen lassen?
Crysis "1" gegen Crysis 2: Beide Cryengine-Shooter leisten Großes, so viel steht fest. Aber welcher Shooter bietet die bessere Grafik, welcher die bessere Story und bei welchem möchte der Spieler die Nachbarn den Sound ebenfalls genießen lassen? Im Folgenden vergleichen wir die beiden Crytek-Titel unter verschiedenen Gesichtspunkten, garniert mit dem entsprechenden Bildmaterial. Los geht's!
Crysis 1/2: Kantenglättung und Texturen
Crysis bietet klassisches Multisampling-AA für Polygonkanten (was allerdings aufgrund des Deferred-Renderers nur bedingt funktioniert) und Cryteks Edge-AA, welches "Treppchen" erkennt und bügelt. Letzteres findet sich auch in Crysis 2, allerdings stellt Crytek dem Edge-AA zudem noch das sogenannte Post-MSAA zur Seite: Dieses arbeitet auf Subpixel-Basis und erfasst nicht nur Polygonkanten, sondern auch (Alpha-Test-)Texturen oder Shader-Flimmern. Obendrauf packen die Entwickler Nvidias FXAA ("Fast Approximate Antialiasing"). Klarer Vorteil Crysis 2: Eine solche Bildruhe wie der aktuelle Shooter der Frankfurter erreicht von Haus aus kein anderes Spiel, selbst der eigene Vorgänger nicht.
Was die Qualität der Pixeltapeten anbelangt, hat Crysis 2 einen schweren Stand: Die urbane Gestaltung von New York ist schlicht vielfältiger als der (vereiste) Dschungel auf Ling-Shan. In Folge dessen sind die Ansprüche an unterschiedliche Texturen und das Streaming auch höher. Im Großen und Ganzen sind wir der Ansicht, dass Crysis über die besseren Texturen verfügt, allerdings leisteten sich die Entwickler auch hier diverse Ausfälle. In Crysis 2 sind die Ausrutscher aber vor allem deshalb störender, weil sich zwischen diversen vielen detaillierten Texturen nicht zu wenige sehr grob auflösende Varianten finden - in Crysis werden diese oft von Vegetation verdeckt. Angesichts von Titeln wie Call of Duty oder dem tpyischen UE3-Spiel sind aber beide Crytek-Spiel in Sachen Texturqualität deutlich besser aufgestellt.
Crysis 1/2: Vegetation und Wasser
Crysis lebt durch die detailgetreue, realistische Darstellung von von großflächigem Dschungel - Crysis 2 dagegen spielt in New York. Insofern ist es nicht verwunderlich, dass Crysis die klar bessere Flora auf den Bildschirm bringt. Vor allem der Bodenbewuchs samt Farnen und die Palmen können sich sehen lassen. Crysis 2 kann hier nicht mithalten, vor allem die Bäume sind optisch keine Augenweide - aber auch die Büsche, welche nicht passierbar sind, überzeugen nicht. Auch was das kühle Nass anbelangt - ein in Crysis oft gesehenes Element - kann Crysis 2 seinem Vorgänger nur bedingt das Wasser reichen. Zwar bieten beide Titel Refraktionen, Kaustiken, realistische Wellen und Perleffekte auf dem Nanosuit-Visier sowie diverse Lichtspielereien, der zweite Teil aber wirkt trotz FFT-basierenden Normal-Maps und Vertex-Displacement-Mapping platter. Zudem ist die Oberfläche nicht transparent, sondern von oben betrachtet zumeist kein Grund zu sehen - dies geht zulasten des Realismus.
Bildergalerie
Crysis 1/2: Licht und Schatten sowie NPCs
Die beste Beleuchtung am Markt bietet Crysis 2, ohne Wenn und Aber. Die Global Ilumination sucht in Kombination mit Color Grading, FP16-HDR sowie Screen-Space Ambient Occlusion ohne Frage ihresgleichen und lässt regelmäßig die Kinnlade nach unten klappen. Allerdings hält der bald vier Jahre alte Vorgänger noch halbwegs Schritt und bietet ebenfalls eine vor dynamischen Schatten strotzende Spielwelt, die mit angepasstem TOD (Time of the Day) ebenfalls nicht von schlechten Eltern ist. Die Auflösung der Shadow-Maps liegt jeweils bei bis zu 1.024 Texeln, hier geben sich Vorgänger und Nachfolger ebenso wenig etwas wie bei den weichen Schattenkanten. So stimmig und fein ausgeleuchtet das Gesamtbild von Crysis 2 aber auch sein mag, der Wow-Effekt ist nicht mehr so groß, wie er es seinerzeit bei Crysis war - dennoch hat Crytek vor allem angesichts der parallelen Entwicklung für die hüftlahmen Konsolen Erstaunliches geleistet. Noch einen Schritt weiter als Crysis geht der zweite Teil bei der Darstellung der Charaktere: Dank Eigenschatten, aufgeweichten Alpha-Test-Haaren, Sub-Surface Scattering für die Haut und feinen Details wie Poren und Wimpern sehen die Figuren sehr lebensecht aus - und bewegen sich auch so.
Crysis 1/2: Effekte, Sichtfeld und Sound
Geht in Crysis 2 zur Sache, dreht die Cryengine 3 erst richtig auf: Das grandiose Spiel aus Licht und Schatten erhält Schützenhilfe durch eine ganze Armada an (Post-)Effekten: Egal ob die HDR-basierte Bewegungsunschärfe der Kamera oder diverse Objekte, die Tiefenunschärfe samt Bokeh, die weiche Partikelflut, Körnung oder Vignettierung - Crysis 2 fährt Bombast am Fließband auf. Crysis beherrscht dies zwar auch, aber lange nicht in diesem Maße. Dafür bietet der erste Teil ein größeres Sichtfeld (65 zu 55 Grad), keinen Safeframe und deutlich weniger Anzeigen auf dem Bildschirm. In Crysis 2 nerven vor allem die ständigen Einblendungen a la "Drücke X um Y zu tun", Crysis nimmt den Spieler hier schlicht weniger an die Hand und wirkt dadurch unaufdringlicher.
Letzteres zeichnet auch die Musik des ersten Teils aus, denn die Untermalung von Crysis 2 ist fast durchweg treibend. Allerdings hat der weltbekannte Komponist Hans Zimmer ganze Arbeit geleistet - alleine das Theme ist grandios. Aber auch so ist die Sound-Kulisse in Crysis 2 mehr als auf Augenhöhe mit dem Vorgängern, insbesondere die Kämpfe werden so zum akustischen Genuss: Der Nanosuit knirscht auf dem Boden, die gegnerischen Projektile hämmern auf die Außenhaut des Anzug und die SCAR sorgt mit Wucht für anschließende Stille. Auch wenn ruhige Töne ihr Gutes haben, die Untermalung von Crysis 2 ist einfach stimmiger.
Crysis 1/2: Level und Physik
Crysis bietet gigantische Level, die zu durchqueren selbst per Humvee geraume Zeit dauert. Diese Größe und die spielerische Freiheit, die sich daraus ergibt, bietet Crysis 2 nicht. Von CoD-Schläuchen aber ist Crysis 2 genauso weit entfernt wie die Gegner in Serious Sam von einer KI. Dem Spieler stehen in vielen Arealen mehrere alternative Routen und Möglichkeiten zur Verfügung, der neue Taktikmodus des Nanosuit weist auf Vorgehensweisen wie Flankieren hin. Hier und da ist die Enge zu spüren: Unsichtbare Wände im Wasser statt ein weißer Hai und Zäune, die selbst per Nanosuit-Sprung nicht zu überwinden sind, statt unerklimmbar hohen Berge, sind dennoch etwas Anderes als Grasbüschel, welche mangels Sprungfunktion nicht überwunden werden können (ahoi Bulletstorm!).
Steht in Crysis eine Hütte oder Palme im Weg, wird sie einfach niedergerissen. Und wenn ein Jeep bei seiner durch eine Handgranate generierten Explosion in eine Wellblechhütte kracht, dann geht diese zu Bruch - und erschlägt dabei womöglich noch einen Koreaner. In Crysis 2 wurde diese Interaktion spürbar zurückgefahren: Zwar dürfen die meisten Gegenstände aufgehoben werden und auch so manche Mauer zerfällt bei Beschuss und gibt den dahinter kauernden Gegner frei, zumeist aber geht in Crysis 2 nur dann etwas zu Bruch, wenn es dem Effekt dient - abgesehen von den obligatorischen Blumentöpfen und Autoscheiben.
Crysis 1/2: Künstliche Intelligenz, Gameplay und Fahrzeuge
Autoscheiben finden Sie zwar an jedem herumstehenden PKW, steuerbare Fahrzeuge aber sind in Crysis 2 selten anzutreffende Mangelware. Der erste Teil dagegen bietet unter anderem Humvees, bewaffnete Patrouillen-Boote, VTOLs, einen Pickup und diverse Panzer. Dafür erlaubt der überarbeitete Nanosuit vielfältigere Taktiken und bietet beispielsweise die Möglichkeit, höhere gelegene Ebenen zu erklimmen. Auch darf der Spieler den Anzug im Laufe des Spiels modifizieren und an die eigene Vorgehensweise anpassen. Egal wie diese ausfällt, die künstliche Intelligenz der Gegner kommt damit zumeist gut klar - leidet aber immer und immer wieder an heftigen Aussetzern. Generell zog es die KI in Crysis eher vor, sich in Gruppen zu formieren, auszuschwärmen und den Spieler in die Zange zu nehmen - in Crysis 2 geschieht dies auch, jedoch seltener und mit deutlich erhöhter Fehlerquote.
Crysis 1/2: Story und Inszenierung
Die Geschichten aus Crysis und Crysis 2 gewinnen beide sicher keinen Oscar - obwohl beim zweiten Teil mit Richard Morgan ein Besteller-Autor für die Handlung verantwortlich zeichnet. In sich sind beide Storys stimmig und nicht wirklich innovativ (und mit einem unbefriedigenden Ende versehen), allerdings sind gewisse Brüche zu erkennen. Bei einem aber zieht Crysis klar den Kürzeren: In Sachen Inszenierung nähert sich Crysis 2 der vielerorts gelobten Call-of-Duty-Serie an und zieht den Spieler viel mehr ins Geschehen - zur Not per Knopfdruck.
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Insgesamt finde es aber schlechter als in Crysis 1, weil ich nicht mehr alles zerstören kann und ich durch die Checkpoint-Autosave-Funktion ziemlich eingeschränkt bin. Dadurch wurde auch der Wiederspielwert erheblich gemindert.
Konsole eben.
Crytex erster Teil war damals schon auf High spielbar, sogar auf very high mit einem SLI System, nur in 1024 x 768 eben.
Und das ist der Punkt. Heute spielen alle in Full HD, die Erwartungen sind gestiegen. Deshalb , sieht Crysis heute noch so bombast aus und fordert die GPU´s extrem, die hochen Auflösungen sind es die das Spiel aktuell noch zum Hardwarefresser machen.
Die DX 10 Effekte suchen ihres gleichen und das Gameplay, die Handhabung der Waffen, die Physik das alles zusammen lässt selbst vergessen das das Spiel ja eigentlich doch garnicht zu Ende gepatch worden ist.
Mein persönliches Fazit zu Crysis 2:
Die Grafik ist eigentlich recht gut aber im Vergleich zu Crysis 1 fehlt mir einfach der "WoW"- Effekt. Bei der ganzen Werbung die gemacht wurde habe ich halt mehr erwartet.
Das Gameplay wurde durch ein paar neue Funktionen aufgewertet. Insgesamt finde es aber schlechter als in Crysis 1, weil ich nicht mehr alles zerstören kann und ich durch die Checkpoint-Autosave-Funktion ziemlich eingeschränkt bin. Dadurch wurde auch der Wiederspielwert erheblich gemindert. Der Sound/Musik ist in beiden Teilen gut.
Crysis 2 ist eigentlich kein schlechtes Spiel, da meine Erwartungen viel zu hoch waren bin ich doch etwas entäuscht (jedenfalls im Moment.)
Mich enttäuscht Crysis 2 auch ein wenig. Irgendwie fehlt mir der Reiz.
"Nur" sehr gute Grafik (eher schlechter wie Crysis find ich), mit weniger Physik und nem schlechter passendem Setting für die Engine.
Die ersten Südseeinsel Demos von der Cryengine3 waren um einiges ansprechender.
Damals bei Crysis war die Grafik einfach Wahnsinn, ganz zu schweigen von der Physik mit der ich etliche Stunden verbracht habe.
BTW: Crysis Warhead hätte nun wahrlich nicht mehr die wahnsinns Anforderungen wie noch Crysis 1.
raumich
Ich hoffe, das die CE3 bei den Entwicklern gut ankommt, und einige auf diesen Zug aufspringen. An der UE3 hat man sich wirklich satt gesehen (wobei sie jetzt schon wieder mit DX11 werben).