Cralon: Ex-Gothic-Entwickler über "Hass und Hetze"
Nach schwachen Spielerzahlen und massiver Kritik melden sich die Entwickler von Cralon jetzt ausführlich zu Wort und sprechen offen über persönliche Angriffe und Drohungen.
Nach dem mehr als holprigen Start des rustikalen Dungeoncrawlers Cralon hat sich das deutsche Pithead Studio mit einem ausführlichen Youtube-Video an die Community gewandt. Das Studio, hinter dem das Ehepaar Jennifer und Björn Pankratz, also ehemalige Mitarbeiter von Piranha Bytes, steht, reagiert darin auf die technischen Probleme, Kritik am Spielkonzept und die anhaltend niedrigen Spielerzahlen auf Steam.
Pithead Studio verteidigt Indie-Ansatz und Shadow-Drop
Im Video betont das Pithead Studio mehrfach, dass Cralon nie als großes Open-World-Rollenspiel im Stil früherer Piranha-Bytes-Projekte gedacht gewesen sei. Stattdessen habe man bewusst ein kleineres Indie-Spiel entwickelt, das mit einem sehr kleinen Team entstanden sei. Viele Erwartungen aus der Community hätten sich dennoch weiterhin an früheren Produktionen des Studios orientiert: "Entsprechend war völlig klar: Das, was wir jetzt machen, wird etwas ganz anderes sein. Das zu verkaufen, war uns sehr wichtig."
Besonders ausführlich geht das Studio auf die Demo und den überraschenden Shadow-Drop ein. Die frühe Demo sollte laut Pithead Transparenz schaffen und den Spielern zeigen, welche Art Spiel sie erwartet: "Wir hatten die Idee: Wenn man eine halbe Stunde, vierzig Minuten Spiel als Demo herausgibt, dann ist es zumindest fair enough zu sagen: Okay, das gefällt mir, und da kann ich mir vorstellen, so etwas auch weiterzuspielen - oder es gefällt mir gar nicht, dann brauche ich aber auch keinen Cent dafür auszugeben."
Gleichzeitig habe die Veröffentlichungsstrategie des Shadow-Drops aber zu Missverständnissen geführt. Vorgefertigte Videos, fehlende Release-Kommunikation und unfertig wirkende Gameplay-Elemente hätten bei vielen Spielern den Eindruck erzeugt, das Spiel sei noch nicht bereit für den Markt gewesen. Das Studio räumt ein: "Das war super unglücklich und würden wir mit der Außenkommunikation so auch nicht noch einmal machen."
Gleichzeitig sprechen die beiden Entwickler aber auch über deutlich härtere Reaktionen aus Teilen der Community. Laut Eheleute Pankratz seien inzwischen sogar persönliche Beleidigungen und sogar Drohungen eingegangen: "Das ist nämlich eine Gruppe von Menschen, die völlig unverhältnismäßig zu dem Indie-Spiel, das wir auf den Markt gebracht haben, sehr viel Hass und Hetze dalassen. Das ufert mittlerweile extrem aus, auch in persönliche Beleidigungen, die weit unter die Gürtellinie gehen, uns denunzieren und mittlerweile auch in persönliche Drohungen. Das ist nicht in Ordnung."
Technische Probleme und Kritikpunkte wollen die Entwickler derweil weiter angehen. Bereits kurz nach Release erschienen erste größere Patches gegen Abstürze und Quest-Probleme. Inzwischen wurden unter anderem neue Kampfmechaniken wie eine Parade-Funktion ergänzt.
Mitmachen und kommentieren:
Wie sehen Sie die Situation rund um Cralon? Wird das Spiel unfair hart beurteilt? Die PCGH-Redaktion freut sich über Ihre fundierte Meinung in den Kommentaren zu dieser Meldung. Sollten Sie noch keinen Extreme-Account haben, laden wir Sie zu einer Registrierung im Forum ein. Beachten Sie beim Kommentieren aber bitte die gültigen Forenregeln. Folgen Sie gerne PCGH bei 🔈 Youtube oder 💬 Whatsapp und erhalten Sie Neuigkeiten zu Grafikkarten, CPUs und Gaming direkt in Ihrem Feed.
Quelle: Pithead Studio auf Youtube

Ja, genau das meine ich! Bugs sind keine Unvollständigkeit oder Missverständnisse.
Na ja, an den Fehlern werden sie wohl hoffentlich noch arbeiten. Am Spiel selbst wird sich wohl nicht mehr viel ändern.
Wer sich die Like-Rate sowie die Kommentare ansieht, wird feststellen, dass ich mit dem Eindruck wohl auch nicht allein dastehe.
Ja, das Spiel soll weitere Patches erhalten, aber wie lange, weiß offenbar noch keiner. Wie weiter oben schon jemand schrieb, hat sich Björn dazu auch mind. 2x selbst widersprochen.
[Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]
Selbst wenn das Video mit der Bekanntgabe der Fehler ein paar Wochen vorproduziert war, wussten die beiden von den Fehlern zum Release nichts ?
Kann ich mir nicht vorstellen und glaube es auch nicht!
Dennoch:
Die Demo war, wie im Video ausgeführt wird, offenbar gar nicht dafür gedacht Feedback zu sammeln... Sie sollte viel mehr Unentschlossenen einen Eindruck geben, ob das Spiel etwas für sie ist. Zur oft kritisierten Standardschrift ähnlich: Die Wahl der Schrift wurde, zwecks Lesbarkeit, bewusst so getroffen. Kein Missverständnis also, sondern Absicht. Björn betont auch nochmal nachdrücklich, dass es beabsichtigt war, das Spiel genau so zu veröffentlichen. Zum Ende hin heißt es entsprechend: "Wir glauben dass das Spiel gut ist." (!)
Cralon hat also, deren Meinung nach, prinzipiell keine wirklichen "Fehler", sondern ist allenfalls unvollständig. Jeder der was anderes erwartet habe, hätte einfach nur falsche/zu hohe Erwartungen gehabt oder sei eben ein Hater. Schließlich seien doch die eigenen Ziele auch immer transparent kommuniziert worden. Es liegen also lediglich lauter "Missverständnisse" (besonders seitens der Zuschauer) vor.
Seit diesem Statement habe ich die Hoffnung wirklich komplett aufgegeben, dass die beiden doch noch begreifen, was für eine unausgegorene Sache sie da abgeliefert haben. Viel mehr versuchen sie in der Öffentlichkeit weiterhin, krampfhaft, ihr ganz eigenes Narrativ zu etablieren. Deshalb wird auch nie konkret auf Kritikpunkte eingegangen, um sich einem objektiven Vergleich mit der Konkurrenz nicht stellen zu müssen. Nur so lassen sich auch längst widerlegte Argumente (2-Mann-Projekt) aufs Neue runterbeten. Es ist ein Denken, dass sich nicht nur in einer Parallelwelt aufhält, sondern offenbar dort auch bleiben möchte...