Chipmangel geht weiter: Bald werden WLAN-Router knapp
Nachdem Grafikkarten, Prozessoren und Spielekonsolen wie etwa die PS5 kaum zu bekommen sind, bahnt sich der nächste Engpass in Sachen Hardware an. Nun werden bald WLAN-Router knapp werden, warnt die Industrie.
Im Februar berichteten wir, dass der Auftragsfertiger TSMC hat etliche Wasserwagen bestellt hat, um sich auf das "Schlimmste" vorzubereiten. So herrschte in Taiwan eine Dürreperiode, sodass die Wasserstände unter 20 Prozent gesunken sind. Für die Herstellung von Chips benötigt TSMC allerdings eine Menge an Ressourcen, darunter auch Wasser. Selbst einen Monat später hat sich die Lage nicht entspannt. Zudem gibt es eine globale Knappheit an Halbleitern inmitten der Covid-19-Pandemie. Wie Bloomberg mit Verweis auf Herstellerquellen berichtet, beklagen sich nun Hersteller von WLAN-Routern über zu lange Lieferzeiten bei eingekauften Komponenten. Besonders Netzwerkchips sind wohl sehr schlecht verfügbar, sodass bald Router für die stationäre Internetleitung knapp werden und somit im Preis sehr wahrscheinlich steigen werden.
Warum gibt es die globalen Probleme mit dem Chip-Mangel?
Netzwerkchip-Hersteller wie beispielsweise Broadcom designen ihre Chips nur und lassen die Chips dann bei Auftragsfertigern wie TSMC & Co. zu möglichst geringen Lohnkosten herstellen. Allerdings fertigen TSMC und einige andere Auftragsfertiger aktuell lieber Aufträge mit möglichst hohen Margen, etwa iPhones von Apple. Folglich müssen Broadcom & Co. länger darauf warten, dass ihre Netzwerkchips hergestellt werden, was wiederum Auswirkungen auf die Produktion von Routern hat.
"Seit dem Neustart der chinesischen Fabriken sind Chipsätze zu einem globalen Engpass geworden, der durch Engpässe bei Teilen wie Silizium-Wafern sowie ein Missverhältnis zwischen Angebot und Nachfrage hervorgerufen wird. Komponenten für andere Systeme wie Speicher und Power Management sind ebenfalls betroffen. Es ist ein Schneeballeffekt, den wir vor uns herschieben, und die Situation hat sich seitdem einfach immer weiter verschlechtert. Wenn ich mit einigen Chipsatz-Anbietern spreche, sagen mir einige von ihnen, dass sie so etwas wie eine Überbuchung von 300 Prozent ihrer Kapazität haben." - Karsten Gewecke, Chef des Europageschäfts bei Zyxel Communications Corp., einem Router-Hersteller aus Taiwan für Internet-Provider.
Neben gedrosselten Produktionskapazitäten aufgrund von lokalen Vorschriften zum Infektionsschutz, wurde die Menge an hergestellten Chips letztes Jahr gesenkt, weil viele Firmen weniger bei TSMC & Co. bestellt hatten. Allerdings hat die Nachfrage nach Produkten mit Chips in der Pandemie zugenommen, da etwa mehr Notebooks und Tablets verkauft werden und Grafikkarte, Prozessoren, Spielekonsolen & Co. ebenfalls stark gefragt sind, weil sich Leute im Lockdown daheim beschäftigen wollen. Die Produktion ist zwar inzwischen wieder hochgefahren, doch nun beeinträchtigen Probleme wie zu wenig Wasser. Zudem muss sich produzierte Hardware den Platz auf Schiffen mit medizinischen Gütern teilen, sodass weniger Hardware transportiert wird, als unter normalen Umständen. Schließlich wird in einer Pandemie besonders viel medizinisches Material benötigt, wie etwa Gesichtsmasken oder Impfstoffe. So steigen die Transportkosten teilweise auf das Zehnfache.
Wäre eine Produktionsverlagerung die Lösung?
Die Produktionsstätten in andere Länder zu verlagern, ist schwierig. Weniger als zehn Prozent der derzeitigen Chipproduktion findet in Europa statt, der Großteil der Produktion ist dagegen in Nordamerika und vor allem in Asien angesiedelt. Herausfordernd ist, dass es einige Zeit benötigt, ehe ein Halbleiterwerk mitsamt den notwendigen Reinräumen den Betrieb aufnehmen kann. Die strengeren Umweltauflagen und die teuren Strompreise sind weitere Faktoren, die gegen eine europäische Chip-Fertigung sprechen.
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Sammlung zur Knappheit bei Netzwerkchips:
- Viele Hersteller von Netzwerkchips, wie z. B. Broadcom, lassen ihre Chips nur bei Auftragsfertigern, etwa bei TSMC, produzieren.
- Wie Bloomberg unter Berufung auf Herstellerquellen berichtet, bauen Auftragsfertiger momentan lieber Geräte mit hohen Margen anstatt Netzwerkchips.
- So kommt es zur Knappheit an Netzwerkchips, sodass letztlich weniger Router gebaut werden können und demnächst wohl die Internet-Router deutlich teurer werden.
Quelle: Bloomberg

[Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen] Wir hatten gestern ein Meeting weil bei uns in der Bude zunehmend Nervosität herrscht.... da war der strategische Einkauf von uns mal mit dabei...
Wir haben im Einkauf für popelige Halbleiter SMD-Bauteilchen aktuell eine Preissteigerung innerhalb von 12 Monaten von bis zu 800%(!) also nix mehr mit 0,5€/Stk.....
Das betrifft mittlerweile immer mehr Bauteile....
Das sprengt gerade jede(!) Kalkulation für unsere Produkte!
Dann kam der Hammer:
Aktuell sind die meisten Lieferzusagen für unsere Rohmaterialien (Kunstoffe, Halbleiter,Bauteile,usw) für des 2.HJ gecancelt worden!
Wir wissen stand gestern nicht, OB und wenn, WANN wir Rohmaterial im 2.HJ bekommen. Wir haben die Bücher voll! ...und allein in Europa & Amerika ca. 1500 Mitarbeiter in verschiedenen Produktionsstandorten, die davon betroffen sind...
Das geht da um Industrieanlagen! Also ob z.b. ein VW Polo/Tesla gebaut werden kann, oder ein Joghurt hergestellt werden kann oder der Becher dazu, oder das Glas... Ob in der Papierfabrik der Karton für Amazon hergestellt werden kann... Oder das allseits beliebte Kloppapier...
Ich hab mit nem Kollegen von früher geschrieben.. ist heuer bei einem Marktbegleiter.... die haben die gleichen Probleme...
Das hat lt. unseren Einkäufern nichts mit Ever Given etc. zu tun... es zeichnete sich vorher schon ab....
Das hat auch nichts damit zu tun, das irgendwelche Miner GPUs aufkaufen und alle Bauteile im PC Hardwaresegment verschwinden....
Wir können gespannt sein.... wie das weiter geht!
Außerdem gehört es ja mittlerweile zum "guten Ton" sofort zu schreien : "Quelle?!", "Beweise"..etc...
Ich kann nur sagen, das wir Branchenübergreifend die Industrie beliefern... und einige Kunden wenn sich die Rohmateriallage nicht bessert Ende diesen Monats die Produktion drosseln werden...
[Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]: Guter Ansatz... zum Bespiel gibt es Folien/Verpackungshersteller, die Netze für Zwiebeln/Kartoffeln usw usw usw herstellen... macht mal den Kühlschrank auf und sucht nach Plastik....
in der 12.KW gebaut bzw. wurden in China beide Chiplets von TSMC aus Taiwan und der IO-Die von GlobalFoundries aus den USA dort montiert(Leiterplatte+Chips+Heatspreader). Die 12. Kalenderwoche ist der 22.03-28.03.2021, der Prozessor ist noch ganz backfrisch, der Transport von China nach Deutschland hat keine 3 Wochen gedauert, und dass obwohl neulich der Suez-Kanal verstopft war. Die Ryzen Prozessoren werden also eingeflogen... Ein Güterschiff benötigt doch ca 4 Wochen von China nach Deutschland...