[26/11/2021] Intels Core i9-14900KS … ich weiß nicht so recht, was ich von dem Ding halten soll. Klar, Leistungskrone und so. Es ist natürlich nützlich, wenn man der Schnellste, Beste, Größte ist und das den Leuten stolz erzählen kann. Aber irgendwie erinnert mich das Teil auch an einen Cadillac der frühen 80er, damals, als ich noch jung war. In den irgendwer einen extrem mäßig effizienten, völlig anachronistischen 8,2-Liter-Brickblog-Gusseisen-V8-Bootanker im Motorraum versenkt hat. Und darauf 180 stolze Pferde bei 35 Litern Verbrauch an der Nordschleife antraben lässt und so hofft, bewundernswert und attraktiv auszusehen, die Konkurrenz zu beeindrucken. Weiß nicht so recht, ob man da eher lachen oder weinen sollte. Der Start war außerdem ein ganz schönes Geschlingere und obendrein hatte CPU-Rennmeister Dave mit Überhitzungsproblemen zu kämpfen, sodass trotz gewaltiger Motorisierung und hohem Verbrauch die Leistung absank und der 14900KS auf der Rennbahn gar von dem Ghost der vorherigen Bestzeit abgeledert wurde. Was nicht nur in Benchmark-Balkenlänge resultierte, sondern Dave außerdem zu unterhaltsamer Verbal-Maßregelung animierte. ^^
Ja, ja, hinkende Auto-Vergleiche mit Zugverspätung und Platten, oder so. Aber im Großen und Ganzen trifft es das. Ich könnte natürlich auch die goldene Krone aus Game of Thrones zitieren, die mit ihrer glänzenden Glorie Häupter in Brand gesteckt hat, oder so. Aber das reicht jetzt vielleicht auch mit Drama, egal ob Yacht-Rennsport oder Fantasy. Ja, der 14900KS ist schnell, wenn er richtig genutzt wird, und kann sich an die Benchmark-Spitze setzen. Und technisch finde ich die jüngeren Intel-CPUs eigentlich auch ganz interessant, jedenfalls spannender als „einfache“ Mehrkern-Prozessoren. So altmodisch wie schon damals anachronistische US-Stoßstangen-V8 ist Intel jedenfalls nicht, spätestens hier ist der Vergleich unfair. Trotzdem: Saufen tut das Ding – und im Sinne der Effizienz wirkt Intels Schlachtschiff in meinen Augen nicht sonderlich beeindruckend. (Philipp Reuther)