[26/11/2021] Intels Core i9-14900KS … kombiniert die bis dato schnellste CPU i9-14900K und den bislang stromhungrigsten Prozessor i9-13900KS. Auf technischer Ebene entspricht das Ergebnis dem, was seit Monaten erwartet wurde. Noch viel länger ist bekannt, nämlich seit Intels eigenen i9-12900K-Launch-Dokumenten, was man stattdessen hätte tun sollen: die 125 W TDP einhalten und so bei halbem Verbrauch 85 Prozent der Leistung erhalten. Mit einer fünf Jahre alten Fertigung (gemäß Intels Cannon-Lake-Vermarktung ^^) würde man so natürlich auch keine Bäume ausreißen, aber zumindest auch keine mehr anzünden. Leider besteht Intel stattdessen darauf, mit einem 8-Kerne-plus-4-Cluster-Prozessor gegen zwei Jahre modernere 16-Kerner von AMD anzustinken (auch bei den Preisen).
Überrascht hat mich Intel dennoch – mit „ICCmax“. Eigentlich ist das, auch laut Intel, ein Schutzmechanismus für die „Stromversorgung“, genauer die Spannungswandler des Mainboards. Die in der Regel ein Vielfaches von Intels „307 A“-Empfehlung verkraften – und selbst diese Grenze sollte bei einem realen Stromfluss von 200 A noch nicht getriggert werden. Irgendwie hat Intel es aber hinbekommen, mehrere Tage zusätzliche Redakteurszeit zu verbrennen und diesen Fehler sowohl bei Asus- als auch MSI-Mainboards auszulösen. Kaum schneller, zu heiß und verbuggt: Bei Produkten, die viele verschiedene Funktionen vereinen, komplexe Treiber erfordern oder grundlegend neue Technik nutzen kann, das schon mal zum Launch passieren. Bei Variationen eines alten Chips mit genau einer Aufgabe ist es einfach nur peinlich und nimmt dem KS seinen einzigen Existenzgrund: Eigentlich soll eine Halo-CPU den Ruf des Herstellers fördern.
Vielleicht hätte Intel sich stattdessen lieber auf das konzentrieren sollen, was sie mir gegenüber 2021 zu Meteor Lake gesagt haben? „5 bis 125 W“, also auch als Desktop-Produkt, und „ein Jahr nach Alder Lake“. (Torsten Vogel)