Core i7-3970X im Test: Weihnachtliches Takt-Update
Wenige Wochen vor dem Jahresende aktualisiert Intel sein Prozessor-Aufgebot und lässt mit dem Core i7-3970X ein neues Flaggschiff vom Stapel. Im Test zeigt sich, dass der Chip zwar der schnellste seiner Art ist - jedoch auf Kosten der Leistungsaufnahme.
Vor gut einem Jahr, im November, schickte Intel den Core i7-3960X für den Sockel 2011 ins Rennen, gefolgt vom Core i7-3930K und dem Core i7-3820. Damals wie heute sind diese Prozessoren, gerade die beiden Sechskerner 3960X sowie 3930K, mit das schnellste, was im Consumer-Segment verfügbar ist. Der Core i7-3970X, welcher mit der Aktualisierung der Preisliste am 12. November ohne viel Pressewirbel ins Portfolio aufgenommen wurde, legt die Messlatte nun ein kleines bisschen höher und wird bis voraussichtlich zum Spätherbst 2013 das Intel-Flaggschiff bleiben.
Core i7-3970X im Test: Modellpalette und Spezifikationen
Unter der Haube des Core i7-3970X steckt die vom Vorgänger bekannte "Sandy Bridge EP"-Techik, der Chip basiert auf einem achtkernigen Die, bei dem zwei Rechenherzen deaktiviert sind. Die volle Anzahl samt 20 statt 15 MiByte L3-Cache gibt's derzeit nur für bestimmte Xeon-Modelle wie den E5-2687W, dennoch liegt die TDP des Core i7-3970X mit 150 statt 130 Watt auf Augenhöhe mit dem Xeon und damit 20 Watt höher als bei den bisherigen i7 für den Sockel 2011. Die letzte Consumer-CPU mit einem so hohen Wert war der Core 2 Extreme Q9775 für die Skulltrail-Plattform, im Prinzip ein QX9770 (der aber eine TDP von "nur" 136 Watt aufweist).
Warum die höhere TDP? Ganz einfach, der Core i7-3970X tritt mit einem Basistakt von 3,5 GHz unter Last an und bietet damit 200 MHz mehr als der 3960X. Der Turbo auf allen Kernen liegt bei 3,7 GHz und damit nur 100 MHz oberhalb des Vorgängers, für die maximale Frequenz gilt dies übrigens auch. Wem diese Leistung nicht ausreicht, der übertaktet den Chip dank freiem Multiplikator - eine gute Kühlung aber ist Pflicht.
| Modell | Kerne | Basistakt | Turbo (alle Kerne) | Turbo (ein Kern) | L3-Cache | TDP |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Core i7-3970X | 6 + SMT | 3,5 GHz | 3,7 GHz | 4,0 GHz | 15 MiByte | 150 Watt |
| Core i7-3960X | 6 + SMT | 3,3 GHz | 3,6 GHz | 3,9 GHz | 15 MiByte | 130 Watt |
| Core i7-3930K | 6 + SMT | 3,2 GHz | 3,5 GHz | 3,8 GHz | 12 MiByte | 130 Watt |
| Core i7-3820 | 4 + SMT | 3,6 GHz | 3,7 GHz | 3,8 GHz | 10 MiByte | 130 Watt |
Core i7-3970X im Test: Spieleleistung im Überblick
Als Basis unserer Spiele-Benchmarks dient der bekannte Test-Parcours, den wir unter anderem auf Basis einer Umfrage im PCGHX-Forum gestalteten. So kommen Anno 2070, Battlefield 3, Dirt 3, Shogun 2, Starcraft 2 und The Elder Scrolls 5 Skyrim zum Einsatz. Als Grafikkarte dient eine auf 900/1.800/2.300 MHz übertaktete Asus Geforce GTX 580 DCII, die Auflösung beträgt die mittlerweile üblichen 1.920 x 1.080 Pixel (Full-HD) ohne Kantenglättung oder anisotrope Filterung. Weitere Details zum Testaufbau finden Sie auf der zweiten Seite dieses Artikels. Falls Sie Ihr System benchen möchten, werfen Sie einen Blick auf die Benchmark-FAQs: So testet PCGH CPUs und Grafikkarten mit Spielen.
Der Core i7-3970X setzt seinen gegenüber dem 3960X knapp drei bis sechs Prozent höheren Takt in entsprechend mehr Leistung um, womit er sich im Mittel unseres Spiele-Parcours an die Spitze setzen kann und somit den Core i7-3770K als schnellstes Gaming-Modell ablöst. Der Vorsprung ist allerdings minimal, teils ist der 3770K dank der höheren IPC flotter und selbst der nur 160 teure Core i5-3470 liefert in Spielen rund 90 Prozent der Performance der Extreme Edition. Einen nennenswerten Abstand dürfte sich der 3970X nur in Multiplayer-Partien von Battlefield 3 erkämpfen, ausnutzen lässt diese Leistung aber nur Crossfire oder SLI.
Core i7-3970X im Test: Anwendungsleistung im Überblick
Als Basis unserer bekannter Parcours, bestehend aus dem FPU-lastigen Cinebench R11.5 (1- sowie X-CPU-Test), der Bildbearbeitung Paint.Net, die Verschlüsselungs-Software Truecrypt inklusive AES (welches die FX in Hardware beschleunigen können) sowie der Integer-lastigen Videokonvertierung via x264 HD.
Im Anwendungsbereich schlägt der Core i7-3970X wenig überraschend die versammelte Konkurrenz, der Abstand zu den beiden SNB-EP-Sechskernern ist jedoch erneut sehr gering und der nur 200 Euro teure Xeon E3-1230 v2 leistet immerhin noch etwa drei Vierteil dessen, was der 3970X bietet. Betrachtet man die Preise der achtkernigen Xeons, so ist die Extreme Edition für gut 900 Euro gar kein schlechtes Angebot, denn dafür erhalten Sie nur den E5-2650 mit 2,4 GHz Turbo auf allen Kernen - und der ist bei Multhreading langsamer.
| CPU-Modell | Anwendungen (norm.) | Cinebench R11.5 x64 (X- / 1-CPU) | Paint.Net | Truecrypt | x264 HD |
|---|---|---|---|---|---|
| Core i7-3970X | 100 Prozent | 10,72 / 1,61 Punkte | 8,5 Sekunden | 309 MB/s | 56,2 Fps |
| Core i7-3930K | 95,7 Prozent | 10,24/ 1,57 Punkte | 8,9 Sekunden | 295 MB/s | 53,2 Fps |
| Core i7-3770K | 78,7 Prozent | 7,52 / 1,66 Punkte | 11,5 Sekunden | 227 MB/s | 41,2 Fps |
| Xeon E3-1230 v2 | 74,2 Prozent | 7,09 / 1,56 Punkte | 12,1 Sekunden | 214 MB/s | 38,9 Fps |
| FX-8350 | 72,3 Prozent | 6,86 / 1,10 Punkte | 12,0 Sekunden | 254 MB/s | 42,8 Fps |
| Core i7-2700K | 72,3 Prozent | 7,05 / 1,56 Punkte | 12,4 Sekunden | 200 MB/s | 37,3 Fps |
| FX-8320 | 66,5 Prozent | 6,19 / 1,05 Punkte | 13,0 Sekunden | 231 MB/s | 38,9 Fps |
| Core i5-3570K | 66,1 Prozent | 6,01 / 1,60 Punkte | 13,9 Sekunden | 170 MB/s | 33,7 Fps |
| FX-8150 | 63,0 Prozent | 5,95 / 1,02 Punkte | 14,4 Sekunden | 221 MB/s | 36,9 Fps |
| Core i5-3470 | 62, Prozent | 5,65 / 1,51 Punkte | 14,8 Sekunden | 151 MB/s | 31,7 Fps |
| Core i5-2500K | 58,7 Prozent | 5,37 / 1,50 Punkte | 15,7 Sekunden | 141 MB/s | 28,9 Fps |
| Phenom II X6 1100T | 57,3 Prozent | 5,82 / 1,11 Punkte | 17,1 Sekunden | 173 MB/s | 32,5 Fps |
| FX-8120 | 54,5 Prozent | 5,05 / 0,96 Punkte | 16,8 Sekunden | 184 MB/s | 31,4 Fps |
| FX-6300 | 53,3 Prozent | 4,52 / 1,07 Punkte | 16,8 Sekunden | 170 MB/s | 29,5 Fps |
| Core i7-860 | 50,9 Prozent | 4,99 / 1,13 Punkte | 17,1 Sekunden | 122 MB/s | 27,5 Fps |
| Phenom II X6 1055T | 49,5 Prozent | 4,94 / 0,99 Punkte | 19,8 Sekunden | 147 MB/s | 28,0 Fps |
| Core i7-920 | 47,8 Prozent | 4,76 / 0,99 Punkte | 17,3 Sekunden | 117 MB/s | 26,2 Fps |
| Phenom II X4 980 BE | 46,5 Prozent | 4,32 / 1,11 Punkte | 22,1 Sekunden | 129 MB/s | 24,7 Fps |
| Core i5-760 | 43,1 Prozent | 3,87 / 1,10 Punkte | 21,0 Sekunden | 96 MB/s | 22,6 Fps |
| Core i3-3220 | 41,9 Prozent | 3,28 / 1,37 Punkte | 23,9 Sekunden | 841MB/s | 18,8 Fps |
| FX-4300 | 42,2 Prozent | 3,28 / 1,03 Punkte | 22,0 Sekunden | 124 MB/s | 21,6 Fps |
| C2Q Q9550 | 37,8 Prozent | 3,43 / 0,87 Punkte | 22,4 Sekunden | 95 MB/s | 19,5 Fps |
| Pentium G2120 | 35,0 Prozent | 2,52 / 1,30 Punkte | 31,1 Sekunden | 60 MB/s | 14,4 Fps |
Core i7-3970X im Test: Stromverbrauch im Leerlauf und unter Last
Das Testsystem vertraut auf eine Asus Geforce GT 430, welche die komplette Leistungsaufnahme aller Plattformen um nur 7 Watt erhöht. Um möglichst gute Werte zu erzielen, kombinieren wir jede CPU-Generation mit dem laut unseren Tests sparsamsten ATX-Board für den jeweiligen Sockel; selbstverständlich mit aktuellem BIOS und aktivierten Stromsparmodi. Welche Platinen wir genau einsetzen, erfahren Sie auf der zweiten Seite.
Geht es um den Stromverbrauch im Leerlauf, so entsprecht der 3970X den Erwartungen und unterbietet diese sogar ein kleines bisschen. Mit gut 40 Watt ist die komplette Plattform angesichts dessen, was sie bietet, nicht sonderlich Energie-hungrig. Unter Last hingegen kratzt der Aufbau an der 200-Watt-Marke, was allerdings immer noch weniger ist als bei einem weitaus langsameren FX-8350-Rechner. Die hohe TDP von 150 Watt dürfte der 3970X erreichen, der 3960X ist knapp zehn Watt sparsamer.
Core i7-3970X im Test: Zusammenfassung und Fazit
Für die bei einer Exteme Edition üblichen 900 Euro ist der 3970X natürlich alles andere als ein Schnäppchen, der Geschwindigkeitsvorteil in Spielen ist gegenüber Prozessoren wie dem 160 Euro teuren Core i5-3470 durch diesen Preis nicht zu rechtfertigen. Im Anwendungslager und bei reinem Multithreading bietet das neue Sockel-2011-Flaggschiff hingegen rund 45 Prozent mehr Leistung als beispielsweise der Xeon E3-1230 v2 (200 Euro), für 900 Euro erhalten Sie aber bei Intel nicht mehr MT-Performance.
Für Herbst 2013 sind die "Ivy Bridge EP" geplant, die i7 werden wahrscheinlich aber nur weiterhin sechs Kerne bieten - die Modelle mit bis zu zwölf Kernen sind den Xeon E5-2600 v2 vorbehalten.
Aber wirklich weniger auch nicht! Es gehen weit über 99,9% der Gesamten Energie die in die CPU gehen in wärme verloren. Der PC ist das Ineffizienteste was es gibt in der Hinsicht.
Die Prozessoren von heute können nur mehr Berechnen Pro Takt und die Spannungsversorgung hat sich gebessert, aber es ändert nichts daran, das weniger als 0,1% der Energie nur genutzt werden kann.
Und wenn ich dann noch lese das der scheinbar (anders als 3930) keine AES Hardwarebeschleunigung hat - fail