Intel Core 2 Quad vs. Pentium J5005: Modernes Low-End übertrifft altes High-End
In gut einem Jahrzehnt der Prozessorentwicklung hat sich viel getan. Ein kurzer Nutzervergleich zwischen einem Core 2 Quad Q6600 aus dem Jahre 2007 mit einem Pentium Silver J5005 zeigt, das eine moderne Low-End-CPU das alte High-End besiegen kann und dabei nur einen Bruchteil der Energie benötigt.
Bis 2017 stagnierte die Prozessorentwicklung ein wenig, nachdem Intel begann, sich auf seine iGPUs zu konzentrieren und bei der reinen CPU -Leistung pro Generation nur wenige Prozent Zuwachs erzielt wurden. Trotzdem ist nicht zu verachten, welche Fortschritte es innerhalb eines guten Jahrzehnts gab. Auf Reddit sorgte kürzlich ein kurzer Vergleich zwischen dem Core 2 Quad Q6600 und dem Pentium Silver J5005 für nostalgische Gefühle. Zwar wurde nur der synthetische Benchmark von Passmark herangezogen, die grobe Richtung ist aber klar. Beide Modelle erzielen knapp 3.000 Punkte bei der reinen CPU-Leistung.
Den Core 2 Quad Q6600 hat Intel im Januar 2007 veröffentlicht. Abseits der teuren Extreme-Editionen stellte der Kentsfield-Vierkerner das noch bezahlbare High-End mit einer Preisempfehlung in Höhe von 851 US-Dollar dar - hierzulande ging die CPU für knapp 830 Euro an den Start. Erst im Sommer 2007 fiel der Preis auf unter 250 Euro und mit der Vorstellung der 9000er-Serie auf unter 200 Euro. Die Core 2 Quads stellten noch zwei Dualcores dar, deren Kommunikation über die externe Northbridge auf den Sockel-775-Mainboards lief. Dort steckte damals auch der externe Speicher-Controller. Mit einem Ryzen Threadripper, dessen Inter-Die-Kommunikation komplett über das Package läuft, ist das nicht mehr zu vergleichen.
Seit 2007 wanderte der Speicher-Controller schließlich in die CPU, Intel führte den Ringbus für die Kommunikation zwischen den Kernen ein, die Mikroarchitektur wurde deutlich überarbeitet und die Fertigung erlaubt inzwischen wesentlich feinere Strukturen. Der Core 2 Quad Q6600 wurde noch in 65 nm gefertigt, taktete mit 2,4 bis 2,7 GHz und wies im ursprünglichen B3-Stepping eine TDP von 105 Watt auf. Die spätere G0-Revision kam auf die heute gängigen 95 Watt. Der Turbo war vor 11 Jahren noch deutlich simpler gestrickt und nicht so "intelligent" wie heute. Der Dualcore-Verbund maß indes 286 mm².
Der Pentium Silver J5005 gehört der Gemini-Lake-Familie an und nutzt folglich energieeffizientere Atom- statt Core-Kerne. Inzwischen ist Intel dort bei Goldmont+ im 14-nm-Fertigungsverfahren angelangt. Die vier Rechenkerne haben einen Basistakt von 1,5 GHz, der maximale Turbo liegt bei 2,8 GHz. Die TDP beläuft sich auf nur noch 10 Watt inklusive der integrierten GT1.5-iGPU UHD Graphics 605 mit 18 Ausführungseinheiten. Genauso wie der Q6600 nutzt der J5005 einen L2-Zwischenpuffer als Last-Level-Cache (2 × 4 MiB vs. 1 × 4 MiB zugunsten des Q6600). Chipgrößen nennt Intel nicht mehr, der Die sollte jedoch nur noch einen Bruchteil der Fläche einnehmen. Als BGA-Modell ist der Pentium Silver J5005 hauptsächlich für den mobilen Einsatz gedacht, Asrock bietet aber auch ein Mainboard mit verlöteter CPU für etwas über 100 Euro an.

Es ist doch wohl klar, dass irgendwann High-End schlechter ist als Low-End!
Dann kann man auch gleich die GPUs mit heran ziehen, eine X1950XTX ist langsamer als eine RX 550. -.-
Was erwartet man eigentlich? Außer das die getestete Hardware hier nicht einmal zu kaufen ist?
Ein Ryzen 2200U aus einem Laptop ist auch schneller als ein 965BE von 2009. So ist der Lauf der Dinge!
Wäre es nicht so, würde der C64 immer noch ein High-End Modell sein.
Danke euch beiden.
Wobei Mainboards und Barebones mit den Gemini-Lake Celerons, z.B. in Form des J4105 4-kerner, keine Lieferschwierigkeiten zu haben scheinen.
Beispiel:
Intel NUC Kit NUC7PJYH - June Canyon (BOXNUC7PJYH)
ASRock J5005-ITX (90-MXB6D0-A0UAYZ)
Gigabyte Brix GB-BLPD-5005
Sind die Dinger bzw. die CPU schon wieder EOL?
Laut Aussage der Distris feuert auch hier mal wieder volles Pfund die Lieferschwierigkeit von Intel rein.
Geschätzte Lieferdaten sind aktuell Juni-Oktober 2019. Da ist alles mit dabei. Nachfolgeprodukte sind noch nicht angekündigt.