Cloud-Gaming: Xbox-Chef will zur E3 gegen Googles Stadia auftrumpfen
Im Zuge der Vorstellung von Googles Spiele-Streaming-Dienst "Stadia" gab es bei Microsoft intern eine Reaktion von Microsofts Xbox-Chef Phil Spencer, der sich zwar teils beeindruckt von der Konkurrenz zeigt, jedoch mit dem hauseigenen "Project xCloud" auch bestens gewappnet sieht. Unterdessen gibt es auch erste Latenzmessungen zu Google Stadia von unabhängiger Seite.
Die Vorstellung von Googles Stadia hat laut der gut informierten Webseite thurrott.com auch Phil Spencer mit einer internen Rundmail auf den Plan gerufen, in welcher der Xbox-Chef an Microsofts Gaming-Sparte gerichtet die eigenen Bestrebungen im Cloud-Gaming bekräftigt hat: "Ihre Ankündigung ist eine Bestätigung des Weges, den wir vor zwei Jahren eingeschlagen haben", heißt es darin mit Hinblick auf Project xCloud. "Heute haben wir gesehen, wie ein großer Technologiekonkurrent in den Gaming-Markt eingetreten ist und die notwendigen Voraussetzungen für den Erfolg in Sachen Content, Community und Cloud geschaffen hat", so Spencer.
Passend zum Thema: Technik von Google Stadia: Multi-GPU mit RX Vega 56 steht im Vordergrund
Dabei räumt der Xbox-Chef dem Wettbewerber auch einen Teilerfolg bei den Features ein, zeigt sich aber ansonsten unbeeindruckt: "Es gab keine großen Überraschungen in ihrer Ankündigung, obwohl ich von der Nutzung von YouTube, dem Einsatz des Google Assistant und dem neuen WiFi-Controller beeindruckt war. Aber ich möchte auf uns zurückkommen, es wurde wirklich gute Arbeit geleistet, um uns an die Position zu bringen, an der wir im Wettbewerb um zwei Milliarden Spieler auf der ganzen Welt stehen. Google hatte heute einen Riesenerfolg und wir haben ein paar Monate bis zur E3, dann werden wir groß rauskommen."
Google Stadia: Erste unabhängige Latenzmessungen
Derweil hatte Eurogamer.net beziehungsweise Digital Foundry die Möglichkeit unter anderem erste Latenzmessungen mit Google Stadia vorzunehmen und sie mit dem Stand des vormaligen "Project Stream" von Google zu vergleichen, ebenso wie mit dem PC und der Xbox One X. Angemerkt wird dabei, dass es sich nicht um Laborbedinungen handelt, man aber dennoch einen positiven Eindruck erhalten hat. Erläuterungen zu den Sternchen finden sich auf eurogamer.net.
| Google Stadia* | Google Stadia 15mbps** | Project Stream | PC 30fps | PC 60fps | Xbox One X | |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Latency | 166ms* | 188ms* | 179ms | 112ms | 79ms | 145ms |
| Latency (inc display lag)*** | 166ms | 188ms | 200ms | 133ms | 100ms | 166ms |
"Insgesamt waren meine Tests mit Stadia zwar etwas eingeschränkt (insbesondere der Encoder benötigt Stresstests bei viel mehr Inhalten), aber es gibt viele Gründe optimistisch mit Hinblick auf das Angebot von Google zu sein: sofortiger Zugriff auf Ihre Spielebibliothek über eine Reihe von verschiedenen Geräten, angemessene Bildqualität und anständige Reaktionszeiten sowie verbesserte Ladezeiten.
Es scheint signifikante Verbesserungen gegeben zu haben, seit wir Project Stream vor einigen Monaten getestet haben, aber mehr als das wird das System im Laufe der Jahre sowohl in Hardware-Spezifikationen als auch in der Leistung skalieren, wenn sich die Infrastruktur und die interne Technologie von Google verbessern." - Richard Leadbetter (Digital Foundry)

Mittlerweile hört sich das so an, als wenn man sich darüber aufregt das der Backofen nun Strom benötigt und bei einem Stromausfall dieser nicht mehr so wie früher benutzt werden kann. ^^
Ja, niemand möchte von irgendetwas abhängig sein...doch sehen wir nicht das wir ohnehin schon längst vom Internet abhängig sind. Komplett ohne geht es heutzutage eben auch nicht mehr und im Gaming Sektor sowieso nicht.
Heißt wie oft kommt nun prozentual der Ausfall des kompletten Internets wirklich vor?
Denn die selbe Frage stellt man sich ja auch nicht beim Strom, Gas oder Wasser. Und warum? Weil es selbstverständlich für einem geworden ist. Und genau dahin muss es auch mit dem Internet gehen.
Klar würde ich mich an einem Freitag. oder Samstag Abend ärgern wenn ich mal nicht zocken könnte und gerade Lust und Zeit dazu hätte. Auf der Xbox gab es schon ein paar mal Probleme mit Xbox Live, aber hochgerechnet auf die 6 Jahre in denen ich nun schon Xbox Live habe und nutze, verdammt wenig. Am Internet lag es meistens nicht, denn da hatte ich in den letzten 10 Jahren keinen längeren Unterbruch. Ja nicht mal einen Unterbruch an den ich mich noch erinnern kann, auch wenn ich sicher bin dass ich schon welche hatte.
Natürlich ist man dann abhängig davon dass der Service läuft, aber wer nicht gerade bei einem instabilen Anbieter ist, der dürfte sich da keine Sorgen machen. Wohl eher wahrscheinlich ist es, dass der Service des Streaming-Anbieters mal nicht läuft.
Ich denke das Internet ist in gut ausgebauten Gebieten inzwischen schon so fest im Haushalt verankert, dass man dieses Argument auf zu viele technische Geräte anwenden könnte, als dass es wirklich noch ein Kontra zu Streaming darstellt.
Wer natürlich Zocken als sein Nr. 1 Hobby betrachtet und jeden Abend oder jedes Wochenende Stunden damit verbringt, der fühlt sich dann wie ein Junkie ohne Stoff. Aber bei mir ist dies zum Glück nicht so
Das Thema Latenz spielt ja bei der PC Fraktion anscheinend eine grosse Rolle. Auf Konsolen am TV hat man von Natur aus bereits eine höhere Latenz. Wireless Controller, TV Geräte, das führt zur Verlängerung der Signale. Und wer ernsthaft PvP betriebt, dürfte wohl kaum auf Reaktionszeit verzichten wollen. Für die Masse, als den Casual Markt, dort wo das Geld gemacht wird (Und nicht bei Hardcore Paul mit dem fetten PC oder der grossen Konsolen Sammlung), dürfte dies aber recht schnell recht interessant werden.
Performance gibt es nicht umsonst, auch wenn es sich um Streaming handelt und durch den Massenankauf günstiger ist. Verbindungsqualität im Live-System mit Millionen an Nutzern und zu jeder Tageszeit (auch Abends, wo die Netze ohnehin schon überlastet sind) ist ebenfalls was anderes als jetzt im Aufbau. Was mit einem Haushalt in dem mehrere Familienmitglieder Spiele- und Videostreams am laufen haben? Welche Bandbreite wird benötigt, wenn Mutter Filme streamt, Vater und beide Kinder Spiele und nebenbei Youtube streamen und Bandbreite noch anderweitig nutzen wollen.
30€ im Monat für das Streaming aller weltweit erscheinenden Titel wird ein Wunschtraum. Streaming ist natürlich auch eine Möglichkeit, Region-Locking bei PC-Spielen einzuführen. Noch mehr, als es jetzt schon per Accountbindung der Fall ist, da es dann keine Ausweichmöglichkeiten mehr gibt.
Übrigens haben sich damals die Fans mit Händen und Füßen gegen Microsofts Always-Online Pläne mit der XBone gewährt und MS musste zurückrudern. Streaming ist das Gleiche, nur anders verpackt. Internet tot? Kein Spielen mehr möglich.