CPU-Marktanteile: AMD holt im ersten Quartal 2023 wieder auf

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AMD Zen 5 und Zen 6: Codenamen durchgesickert, Zen 6 in 2 nm
Quelle: AMD

Die Analysten von Mercury Research haben die Marktanteile der Hersteller AMD und Intel im ersten Quartal 2023 veröffentlicht - trotz der turbulenten Zeiten kann AMD einen Zuwachs verzeichnen.

Die schlechten Geschäftszahlen der beiden Prozessor-Giganten haben es bereits angedeutet: Während Intel für das erste Quartal 2023 einen horrenden Finanzbericht vorlegen musste, konnte AMD letzte Woche zumindest vermelden, dass das erste Vierteljahr nicht ganz so katastrophal verlief. Die Zahlen spiegeln sich nun auch in der Analyse der Marktforscher Mercury Research wieder, die die x86-CPU-Marktanteile für diesen Zeitraum ausgewertet hat.

Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum konnte AMD von einem Marktanteil von 27,7 auf 34,6 Prozent zulegen und Intel auf einen Anteil von "nur" noch knapp zwei Drittel zurückdrängen. Allerdings betont der Bericht, dass es sich hierbei um alle x86-Prozessoren handelt, also auch den in Konsolen wie der Playstation 5, Xbox Series X oder Steam Deck zu findenden CPUs mit in die Rechnung einbezieht. Grundsätzlich wurden allerdings so wenige Prozessoren verkauft wie zuletzt vor 30 Jahren.

In einzelnen Sparten kann AMD dem Mercury-Research-Bericht zufolge neue Höchststände feiern: Bei reinen Desktop-CPUs stieg der Anteil auf 19,2 Prozent, in Servern stammen wiederum 18 Prozent aller Prozessoren von AMD - beides bedeute neue Marktanteilrekorde. Jedoch ging das Mobil-Segment dafür zurück: Hier kann das Unternehmen nur noch auf einen Wert von 16,2 Prozent für das erste Quartal 2023 kommen; im Vorjahr waren es hier noch 22,5 Prozent.

Eine Anmerkung zu dem Bericht gibt es seitens Mercury Research dennoch: Aufgrund der hohen Lagerbestände beider Hersteller können die ausgewerteten Zahlen etwas verzerrt sein, da sowohl AMD als auch Intel Verkäufe in den Zwischenhandel ebenfalls einrechnen. Erst im zweiten Halbjahr soll dieser Faktor wieder zu vernachlässigen sein, da man bis dahin eine Entspannung des Marktes erwarte.

Quelle: Mercury Research via Tom's Hardware

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    • Kommentare (12)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von latiose88 BIOS-Overclocker(in)
        Nun zu der damaligen Zeit wusste ich das Phenom 1 kaum schneller als der Amd Ahlohn 64 x2 6000 war.Ich kann mich noch gut an das Erinnern weil ich zu dem Zeitpunkt eigentlich aufrüsten wollte,damit ich die GPU voll ausfahren konnte.Ich hatte nämlich nur den Ahlohn 64 x2 4600 gehabt.Ich stand also vor der Qual der Wahl.Doch da kam ja kurze Zeit später die Core i Reihe und dann Stand die Enscheidung sehr schnell fest.An mir lag es nicht,damals war es AMD gewesen der meine Erwartung einfach nicht Stillen wollte.Aber gut,zum glück ist das ja nun alles geschichte und AMD kann sich immer weiter Erholen.Ist zumindest ne bessere Ausgangslage als damals.Zwar mag TSMC noch durch die Kapazitäten bremsen.Können jedoch mehr Mengen herstellen als AMD es jemals in ihrerem Leben machen konnten.Also so gesehen ist das ja schon mal besser wie ich finde.Und so schlecht wie damals wird es so schnell bei AMD nicht mehr sein.Sie werden wohl ja aus ihren fehlern dazu gelernt haben.So sehe ich das.
      • Von latiose88 BIOS-Overclocker(in)
        Nun zu der damaligen Zeit wusste ich das Phenom 1 kaum schneller als der Amd Ahlohn 64 x2 6000 war.Ich kann mich noch gut an das Erinnern weil ich zu dem Zeitpunkt eigentlich aufrüsten wollte,damit ich die GPU voll ausfahren konnte.Ich hatte nämlich nur den Ahlohn 64 x2 4600 gehabt.Ich stand also vor der Qual der Wahl.Doch da kam ja kurze Zeit später die Core i Reihe und dann Stand die Enscheidung sehr schnell fest.An mir lag es nicht,damals war es AMD gewesen der meine Erwartung einfach nicht Stillen wollte.Aber gut,zum glück ist das ja nun alles geschichte und AMD kann sich immer weiter Erholen.Ist zumindest ne bessere Ausgangslage als damals.Zwar mag TSMC noch durch die Kapazitäten bremsen.Können jedoch mehr Mengen herstellen als AMD es jemals in ihrerem Leben machen konnten.Also so gesehen ist das ja schon mal besser wie ich finde.Und so schlecht wie damals wird es so schnell bei AMD nicht mehr sein.Sie werden wohl ja aus ihren fehlern dazu gelernt haben.So sehe ich das.
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Effizienz kann ich mich nicht mehr genau erinnern. Würde aus dem Bauch heraus sagen, dass spätestens der Phenom II (mit funktionierender Fertigung) wieder eingermaßen konkurrenzfähig war. Aber allgemein hat das damals wenig interessiert, man kam ja von 140-W-Pentium-Ds. Dagegen wirkten beide gut. Aber der Phenom I ließ sich auch mit der Brechstange nicht in Leistungsregionen takten, wo er es mit den Core 2 Quad hätte aufnehmen können. Damals wurden CPUs noch architektur- statt power-limitiert verkauft und meiner Erinnerung nach hat er in vielen Endanwender-Szenarien sogar gegen die Core 2 Duo verloren. Der Phenom II lieft dann besser und wäre gegen die erste Core-2-Generation konkurrenzfähig gewesen – war aber eher gegen die zweite avisiert und ehe die letzte Ausbaustufe mit 6-Kernen draußen war, musste sie sich den ersten Core i stellen, die eine ganze Liga höher spielten. So war AMD gezwungen, zwei komplette Generationen als High-End geplante Prozessoren über den Preis in der Mittelklasse verkaufen. => Akutes Einnahmenproblem in einer Zeit, in der man gerade alle Barreserven in einen Grafikkarten-Hersteller investiert hatte. Der sich ebenfalls gerade im Absturz von einem Höhepunkt seiner Geschichte befand.

        Zum Glück folgten eine Runde später nicht nur Bulldozer, sondern auch die HD3000 und HD4000. So konnte die Veräußerung nahezu allen anderen Tafelsilbers AMD retten. Ohne diesen Erfolg oder wenn Intel damals tatsächlich auf GMA-Basis in die GPU-Markt gegangen wäre (anstatt mit Larrabee zu spielen)...
      • Von Rollora Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von Bärenmarke
        Da stimme ich dir sogar ausnahmsweise zu Intel hat da eine gute Basis von der sie noch zehren können. Meines erachtens schlafen sie aber zu sehr z.B. auch im Datacenterumfeld wo man im Prinzip Nvidia vor jahren das Marktumfeld überlassen hatte, da hätten sie eigentlich schon viel eher tätig werden müssen.
        überhaupt hat man sich viel zu lange auf x86 als alleinige Zukunft verlassen und was ich bis heute nicht verstehe ist warum man die guten Ansätze 2011 mit einer eigentlich performanten iGPU einschlafen hat lassen und erst 6-7 Jahre später mal beginnt in diesem Bereich viel Geld zu investieren.
        Intel könnte schon seit 2015 GPU Hersteller sein
        Zitat von Bärenmarke
        Du hast dich einfach sehr schlecht ausgedrückt, denn in deinem Ausgangpost hast du gesagt " natürlich hat AMD immer noch weniger Geld für Qualitätssicherung und Softwareentwicklung zur Verfügung wie etwa Nvidia und Intel" und das ist so schlicht und ergreifend nicht richtig.
        Ich kenne die konkreten Summen zur Qualitätssicherung von AMD nicht, aber ob sie so viel Geld in die Hand nehmen können wie Intel und Nvidia wage ich zu bezweifeln, vor allem in der Kombination nicht (Intel bei CPUs, Mainboards) und Nvidia bei den GPUs.
        Auch mag es sein, dass man da jetzt aufholt, aber wie man an Intel und deren GPU Treiber sieht sind heir Vorsprünge fot nur langsam aufzuholen.

        Also gut: mag sein, dass man jetzt mehr Geld hat für QS, aber das kommt noch lange nicht an, es kommt noch nichtmal bei den QS Partnern an, wie oben beschrieben: wir haben hier unterschiedliche Verträge
        Zitat von Bärenmarke
        Richtig wäre, dass sie da aus deiner Sicht noch aufholbedarf bzw. einen Rückstand haben.
        Aus meiner persönlichen Sicht kann ich eben noch nicht sehen, dass sie gleichwertig viel investieren, dann kommt hinzu, dass sie den Rückstand haben ja. Und damit haben wir unter Umständen noch auf mehrere Jahre noch den Rückstand. Geld alleine auf ein Problem werfen reicht ja nicht
        Zitat von Bärenmarke
        Ich sehe da eher die Schuld bei den Mainboardherstellern als bei AMD oder intel
        Hier ist eindeutig eben auch wieder die Marktmacht etwas, das Intel bevorzugt. Denn die können gewisse Standards einfordern und sonst die Zusammenarbeit erschweren/kündigen. Wenn AMD das macht reden wir von viel kleineren Summen die im Spiel sind. Man hat also nicht dieselbe "leverage"
        Zitat von Bärenmarke
        Kritisch bewerte ich da eher so Sachen wie Specte und Meltdown oder der TLB Bug von AMD.
        Je nachdem: Spectre und Meltdown, sowie diverse weitere Sicherheitslücken sind für Privatanwender nicht wirklich problematisch, außer du meinst:
        Zitat von Bärenmarke
        Klar Bugs können immer auftreten, aber wenn sie Performance kosten ist das immer nicht so toll.
        ja das stimmt, vor allem in dem Ausmaß. Umgekehrt: die Errata-Liste ist von beiden Herstellern lang. Wär mal interessant wie viel die in Summe an Performance kosten
        Zitat von Bärenmarke
        Aber was die Qualität betrifft ist man bei allen 3 Firmen aufjedenfall deutlich weiter im Vergleich zu vor 20 Jahren
        ja das ist auf jeden Fall richtig, da leben wir im Luxus
        Zitat von PCGH_Torsten
        Du widersprichst dir selbst:
        Wenn AMD soviel verkauft hätte, wie sie produzieren konnten, wären etwaige Qualitätsprobleme und Rabattaktionen egal gewesen. Erstere waren es auch tatsächlich, allerdings aus anderen Gründen – die Qualität mag nicht perfekt gewesen sein (ich hatte nichts zu meckern), aber sie war dennoch ein Fortschritt gegenüber der Sockel-A-Zeit. AMD mag deswegen Probleme gehabt haben, weitere Marktanteile zu gewinnen, aber die bereits gewonnen stammten aus einer Zeit noch größerer Probleme. Einzig das Intel sich im zeitlichen Umfeld der ATI-Übernahme auf einen Preiskampf einließ, also die eigenen Preise parallel zu AMDs senkte und den Preisabstand nicht größer werden ließ, kann man gelten lassen.
        Ich bin mir grad nicht sicher, ob wir vom selben reden. Ich hab das aus der Perspektive von OEMs und PCbauern gesehen.
        Für Heimanwender war das wurst: in der Zeit mag es instabile Boards gegeben haben, das hat man aber nach Win98 eh ein paar Jahre so hingenommen, man war froh wenn der PC 2h durch funktioniert hat.
        Zitat von PCGH_Torsten
        Wichtiger war im Heimanwender- und Büromarkt aber die andere Seite: Was man für sein Geld bekam.
        AMDs Athlon-64-High war schlichtweg nur zu einem (kleinen) Teil erkämpft, der (größere) Rest war geschenkt. Und das endete im Juli 2006, bekannt sowohl als "Monat der ATI-Übernahme" aber auch "des Conroe-Launches". Der Athlon 64 war gut gewesen (vor allem als X2), aber geglänzt hat er nur im direkten Vergleich mit den Netburst-Prozessoren, die vor allem in der 2004/2005er 90-nm-Generation so mies waren, wie ihr Ruf.
        Vor allem HT hat im Bürobereich Intel absolut geholfen: beim Multitasking fühlte sich ein Pentium 4 mit HT trotz kürzerem Spielebalken deutlich schneller an als ein Athlon 64 oder gar der teure FX.
        Zitat von PCGH_Torsten
        Als Intel endlich die weiterentwickelte Pentium-M-Architektur außerhalb des Mobile-Marktes anbot, war diese Freibier-Zeit für AMD vorbei.
        Ich weiß nicht mehr welcher Prozess es war, aber irgendeiner hat auch damals beim Athlon 64 nicht die gewünschte Beschleunigung gebracht und CPUs waren außerdem schlecht lieferbar.
        Zitat von PCGH_Torsten
        Und ausgerechnet da wurde erst die Einführung des Phenom 1 um bald ein Jahr verschoben, dann lief der wegen nicht konkurrenzfähiger AMD-Fertigung langsamer als erwartet und als i-Tüpfelchen hat man auch noch ein halbes Jahr lang versucht, den TLB-Bug tot zu schweigen, obwohl er in aller Munde war – mit dem Ergebnis das viele gar nicht betroffene Leute, insbesondere das gesamte professionelle Segment, vorsichtshalber Intel gekauft hat. Weil man sich mangels Informationen von AMD nicht sicher sein konnte, nicht betroffen zu sein.
        Das war schon krass damals, aber damals war der Core 2 doch so weit effizienter, dass der Phenom eh nur zur günstig-CPU verkam soweit ich mich erinnere (aber die Erinnerung mag mich trügen). Lag aber vielleicht auch am oben genannten Prozess-Dilemma
        Zitat von PCGH_Torsten
        Mit der heutigen Situation kann man die Lage somit aber gar nicht vergleichen: Weder AMD noch Intel haben Übernahmen getätigt, weder der eine noch der andere Produkte komplett vermasselt und mit Ausnahme von X3D, das aber nicht wie damals ganze Märkte bedient, gibt es auch keine sonderlich herausragende Technik.
        Ich hätte wohl schreiben sollen "es gibt Parallelen" statt "es ist ähnlich".
      • Von Bärenmarke BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von Rollora
        deshalb schrieb ich im Vergleich.
        Und auch wenn es momentan anders ist/sein sollte (wir haben immer noch ganz andere Vorgaben von AMD wie Intel), bis die Änderungen eine Parität bringen dauert das noch einige Zeit.
        Abgesehen davon ist es natürlich schwieriger eine neue Plattform (die nach oben offen sein soll) wie AM5 von Anfang an stabiler/sicherer zu machen, wie Intels alle 2 Jahre neu eingeführter Sockel mit minimalen Änderungen, die aber auch weniger auf Kompatibilität gedrillt sind.
        Ich bin also durchaus Verständnisvoll, dass AMD hier noch nicht die Zuverlässigkeit haben kann wie Intel und mir ist deren Kundenfreundlicherer Ansatz auch prinzipiell lieber.
        Da stimme ich dir sogar ausnahmsweise zu Intel hat da eine gute Basis von der sie noch zehren können. Meines erachtens schlafen sie aber zu sehr z.B. auch im Datacenterumfeld wo man im Prinzip Nvidia vor jahren das Marktumfeld überlassen hatte, da hätten sie eigentlich schon viel eher tätig werden müssen.

        Zitat von Rollora
        Glaube du hast das in den falschen Hals bekommen
        Du hast dich einfach sehr schlecht ausgedrückt, denn in deinem Ausgangpost hast du gesagt " natürlich hat AMD immer noch weniger Geld für Qualitätssicherung und Softwareentwicklung zur Verfügung wie etwa Nvidia und Intel" und das ist so schlicht und ergreifend nicht richtig. Geldprobleme spielen aktuell keine Rolle mehr, was man an den Zahlen und den offenen Stellen bzw. den Einstellungen letztes Jahr deutlich sehen kann. Bis entsprechende Strukturen etabliert werden, dauert einfach seine Zeit.

        Richtig wäre, dass sie da aus deiner Sicht noch aufholbedarf bzw. einen Rückstand haben. Wobei ich das Softwareseitig auch nur bedingt sagen würde, da man mit Xilinx schon sehr viel Expertise hinzugewohnen hat. In manchen Punkten ist Nvidia voraus und AMD muss nachziehen aufholen, aber gilt auch andersrum für Nvidia und was die SW Qualität angeht muss ich als langjähriger Nvidianutzer, der erst seit "kurzem" eine AMD Grafikkarte nutzt sagen, dass sich beide hier wenig schenken.
        Hinsichtlich dem professionellem Umfeld haben sie ja auch gut aufgeholt, da wurde die lezten Jahre schon einiges investiert.

        Zitat von Rollora
        Es war auch damals keine "Schuld von AMD" per se, außer man verbietet gewisse Specs (was wiederum schon die Aufgabe von AMD sein kann)
        Ich sehe da eher die Schuld bei den Mainboardherstellern als bei AMD oder intel, was aber auch daran liegen kann, dass ich mit Mainboards schon nen ziemlichen Griff ins Klo gemacht hatte. Angefangen bei dem nforce 590 SLI von MSI und ihrem unterirdischem Support und schlechten BIOS Versionen bis hin zum FM2 Sockel war es glaube ich als ich einen 7850K von AMD auf ein Asrock Board setzen wollte und das System Stock einfach nicht stabil lief und ständig abgestürzt ist, ich hatte mehrere Rams probiert nichts hat geholfen. Dann Board getauscht und ein Asus verbaut und man konnte die Selbe CPU sogar übertakten.
        Seitdem bin ich bei solchen Geschichten ziemlich vorsichtig und kaufe auch nie die neuste Revision bzw warte immer etwas ab, ob sich Probleme häufen.
        Kritisch bewerte ich da eher so Sachen wie Specte und Meltdown oder der TLB Bug von AMD. Klar Bugs können immer auftreten, aber wenn sie Performance kosten ist das immer nicht so toll.

        Aber was die Qualität betrifft ist man bei allen 3 Firmen aufjedenfall deutlich weiter im Vergleich zu vor 20 Jahren
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von Rollora
        AMD hat das "verhauen" auf mehrere Art und Weise: hier in aller Kürze, weil ichs schon so oft erklärt habe.

        - der wichtigste Faktor: AMD hatte gar nicht mehr Produktion: die eigenen Fabs waren voll ausgelastet, man KONNTE einfach nicht mehr herstellen. Fremdherstellung wie heute TSMC war noch 1-2 Jahre weiter hinten.
        - dadurch hat man viele OEMs (hab damals selbst bei einem gearbeitet und nebenbei einem Familieninternen PC Laden ausgeholfen) auf mehrere Art und Weise verärgert: gewünschte CPUs waren lange Zeit nicht lieferbar. Demand war high, Verfügbarkeit niedrig. Oft war auch hier der Preis dann Verhandlungssache, wer mehr geboten hat, hat die CPUs vorrangig bekommen - die Preise von Intel waren damals als sogar bessser. Hinzu kam einfach, dass man Kunden verärgert hat mit langen Lieferzeiten von PCs, die Kunden scheren sich ja nicht darum (zu recht) warum der PC nicht kommt (weil die CPUs nicht da waren)
        - Qualitätssicherung, speziell bei Drittherstellerboards: es gab damals eine große Auswahl an Boardherstellern, die Boards aber hatten kaum die Qualität von Intel Boards (klar, die waren ja auch auf den 10x Absatz eingestellt und testeten die viel länger/ausgiebiger). Wir hatten also oft das Problem, dass Kunden viel zurückgeschickt haben wegen Instabilitäten. Dann waren die identen Boards oft nicht lieferbar, Ersatzboards hatten andere Problemchen usw usf. Insgesamt hat eine (vom Balken her) schnellere Kombination mit AMD + Drittherstellerboards wesentlich mehr Troubles verursacht (und vor allem gekostet) als es Intel+Intel (im Paket) getan hat. Außerdem wurden bekannte Probleme (im Chipsatztreiber etc, etwa die 780G Causa) lange nicht gefixt. Die Kunden hatten Bluescreens und andere Probleme, AMD hat das gewusst, aber hatte nicht das Geld (oder den Willen) das zu lösen. Das hat dazu geführt, dass OEMs teilweise einen großen Bogen um AMD gemacht haben und "geholfen", dass Intel weiter bevorzugt wurde, hinzu kam die berühmte, aber bei den meisten kaum ausschlaggebende...
        -... Intel-Rabattaktion.

        Kurzum: es war komplex, lag aber hauptsächlich an den mangelnden Produktionskapazitäten von AMD.

        Die Situation ist heute ähnlich, aber dann doch anders:
        1) man produziert nicht mehr selbst, muss aber die Bestellung bei TSMC schon knapp 1 Jahr oder mehr im Voraus geben, wie viele Chips (eigentlich: Wafer) man haben möchte. Damit kann man nicht mal eben 50% der Chips produzieren
        2) natürlich hat AMD immer noch weniger Geld für Qualitätssicherung und Softwareentwicklung zur Verfügung wie etwa Nvidia und Intel. Das sieht man auch da und dort. Dass CPUs durchbrennen oder Mainboards instabil laufen (wie etwa Linus immer mal wieder feststellt) ist aber trotzdem eher ein seltenes Problem heutzutage und mit der damaligen Zeit nicht vergleichbar. Inzwischen laufen die Systeme beider Hersteller wesentlich stabiler/zuverlässiger. Natürlich Intel mehr als AMD, das liegt einfach in der Natur der Sache, dass man bislang für unter 20 (AMD) und über 80% des Marktes entwickelt hat. Aber das wird besser und AM5 wird auch weiter reifen.
        Du widersprichst dir selbst:
        Wenn AMD soviel verkauft hätte, wie sie produzieren konnten, wären etwaige Qualitätsprobleme und Rabattaktionen egal gewesen. Erstere waren es auch tatsächlich, allerdings aus anderen Gründen – die Qualität mag nicht perfekt gewesen sein (ich hatte nichts zu meckern), aber sie war dennoch ein Fortschritt gegenüber der Sockel-A-Zeit. AMD mag deswegen Probleme gehabt haben, weitere Marktanteile zu gewinnen, aber die bereits gewonnen stammten aus einer Zeit noch größerer Probleme. Einzig das Intel sich im zeitlichen Umfeld der ATI-Übernahme auf einen Preiskampf einließ, also die eigenen Preise parallel zu AMDs senkte und den Preisabstand nicht größer werden ließ, kann man gelten lassen.

        Wichtiger war im Heimanwender- und Büromarkt aber die andere Seite: Was man für sein Geld bekam.
        AMDs Athlon-64-High war schlichtweg nur zu einem (kleinen) Teil erkämpft, der (größere) Rest war geschenkt. Und das endete im Juli 2006, bekannt sowohl als "Monat der ATI-Übernahme" aber auch "des Conroe-Launches". Der Athlon 64 war gut gewesen (vor allem als X2), aber geglänzt hat er nur im direkten Vergleich mit den Netburst-Prozessoren, die vor allem in der 2004/2005er 90-nm-Generation so mies waren, wie ihr Ruf. Als Intel endlich die weiterentwickelte Pentium-M-Architektur außerhalb des Mobile-Marktes anbot, war diese Freibier-Zeit für AMD vorbei. Und ausgerechnet da wurde erst die Einführung des Phenom 1 um bald ein Jahr verschoben, dann lief der wegen nicht konkurrenzfähiger AMD-Fertigung langsamer als erwartet und als i-Tüpfelchen hat man auch noch ein halbes Jahr lang versucht, den TLB-Bug tot zu schweigen, obwohl er in aller Munde war – mit dem Ergebnis das viele gar nicht betroffene Leute, insbesondere das gesamte professionelle Segment, vorsichtshalber Intel gekauft hat. Weil man sich mangels Informationen von AMD nicht sicher sein konnte, nicht betroffen zu sein.

        De facto hat AMD also ein Jahr nur veraltete Produkte gehabt, dann ein Jahr unverkäufliche bis weit unterlegene und der Phenom II konnte den zeitlichen Rückstand auch nicht wieder einholen, nur ein weiteres Absacken verhindern. Das hat man den Marktanteilen natürlich angesehen. Parallel kamen die Folgen des ATI-Kaufs an sich – AMD schnitt sich selbst von der Versorgung mit High-End-Desktop-, mit Oberklasse-IGP- und vor allem mit aktuellen Workstation- und Server-Chipsätzen ab. Man erklärte sich selbst über Nacht zum größten Feind Nvidias, hatte aber insbesondere für den Nforce Pro auf Jahre hinaus gar keinen Ersatz parat.

        Mit der heutigen Situation kann man die Lage somit aber gar nicht vergleichen: Weder AMD noch Intel haben Übernahmen getätigt, weder der eine noch der andere Produkte komplett vermasselt und mit Ausnahme von X3D, das aber nicht wie damals ganze Märkte bedient, gibt es auch keine sonderlich herausragende Technik. Stattdessen spielen heute das Wechselspiel zwischen stark beschleunigter Entwicklung bei TSMC und stark verlangsamter bei Intel sowie der von Corona ausgelöste Scheinzyklus im Absatz eine große Rolle; als Sonderfaktor kommen die Konsolen hinzu. (Und, wenn man sich statt x86-Marktanteilen die Bilanzen anguckt: Xilinx-FPGAs.)
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