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  • Chernobylite angespielt - Düsteres Survival-Abenteuer mit beeindruckend glaubwürdiger Grafik
    Quelle: The Farm 51

    Chernobylite angespielt - Düsteres Survival-Abenteuer mit beeindruckend glaubwürdiger Grafik

    Auf der Gamescom konnten wir das neue Spiel des polnischen Studios The Farm 51 anspielen. Bei der Pre-Alpha-Version besticht vor allem die düstere Atmosphäre und die sehr glaubwürdige Nachbildung der radioaktiven Zone um den Katastrophen-Reaktor, welche die Entwickler mit der Unreal Engine 4 und Photogrammetrie sowie Laser-Scans umgesetzt haben. Wir schildern unsere Eindrücke der frühen PC-Version.

    Der polnische Entwickler The Farm 51 hat ein Händchen für stimmige und atmosphärische Spiele, das jüngste Horror-Abenteuer des Studios setzt nach unseren Eindrücken von der Gamescom gar nochmals Akzente. Der Titel ist eine interessante Mischung aus Horror- und Rollenspiel samt Diaglogsystem und verzweigender Handlung und würzt die Melange mit Shooter- und Survival-Elementen sowie einem Touch Sci-Fi und Surrealismus. In Chernobylite begeben Sie sich in der Haut des Protagonisten Igor 30 Jahre nach dem Unglück von 1986 in die Sperrzone um den Katastrophen-Reaktor, um nach Ihrer verschollenen Verlobten Tatyana zu suchen, die ihm immer wieder in Visionen und Träumen erscheint. Tatyana verschwand wie unzählige andere Personen während der Katastrophe auf mysteriöse Weise. Igor, der zum Zeitpunkt des GAUs als Wissenschaftler in Tschernobyl tätig war, macht sich zu Beginn der Gamescom-Demo mit einem kleinen Team in das verwilderte, verlassene und verstrahlte Gebiet um das zerstörte Kernkraftwerk auf, um das Geheimnis zu lösen und seine verschollene Geliebte zu finden. Als Einleitung in Demo und Stimmung dient ein kurzes Intro-Video, untermalt mit dem gruselig-atmosphärischen, russischen Schlaflied "Tili Tili Bom". Dann spielen wir los. Die Demo läuft mit "Very High" mit freigeschalteten Bildraten in Full HD auf einem dafür - wie so oft auf der Gamescom - eigentlich deutlich überdimensionierten Präsentationsrechner. Über die Performance lassen solcherart Demos daher oft nur sehr begrenzte Rückschlüsse zu. Aber es handelt sich ja auch noch um eine sicher nicht final optimierte Pre-Alpha-Version, also Schwamm drüber.

    Da die Gamescom-Demo noch auf einer frühen Version beruht, erklären die Entwickler uns, dass sich Gameplay, Grafik und Performance noch ändern werden, ja dass selbst der Einstieg in das Spiel, wie wir ihn erleben, noch nicht in Stein gemeißelt ist. In Bezug auf den Spieleinleitung erscheinen uns große Abänderungen allerdings nicht nötig, denn die Demo von Chernobylite präsentiert sich direkt von Beginn sehr atmosphärisch und spannend. Im Video sehen Sie einen Zusammenschnitt der Gamescom-Demo.

    Chernobylite Preview - Glaubhafte Umgebungen und Reminiszenz an Metro, Stalker und Fear

    Zusammen mit unseren beiden Begleitern Anton und Olivier schleichen wir nachts durch die ukrainische Wildnis auf den stillgelegten Reaktor zu. Doch schon bald stellt sich heraus, dass offenbar nicht alles mit rechten Dingen zugeht, denn um das Kernkraftwerk herrscht nicht nur auffallende, militärische Aktivität, sondern unser Protagonist wird außerdem von Flashbacks und Visionen des Unglücks heimgesucht. Immer wieder taucht während des Spieles außerdem eine mysteriöse, sich seltsam abgehackt bewegende Figur mit Gasmaske auf, auch mal in Form eines kleinen Jump-Scares samt passender Akustik. Auch wenn es sich bei der Erscheinung nicht um ein gruseliges kleines Mädchen handelt, fühlten wir uns beim Anspielen an den Horror-Klassiker Fear erinnert. Die Präsentation und die Gestaltung der Umgebungen kitzelt in unserem Gedächtnis indes deutlich häufiger Bilder von Stalker oder Metro hervor, was insbesondere auf das Szenario, die dreckig-realistische Präsentation, sowie die gefährlich wirkenden Soldaten zurückgeht, die sich zudem, genau wie unsere Protagonisten, auf Russisch unterhalten.

    Während wir in Igors Person zusammen mit Anton und Olivier durch den nächtlichen Wald auf das Kraftwerk zugehen und uns anschließend an einigen Soldaten vorbeischleichen, um durch die Kanalisation bis in die verwitterten Gänge des Katastrophenreaktors vorzudringen und dabei dem Knacken und Knistern des Geigerzählers lauschen, begutachten wir als spielender Redakteur die Gestaltung der Umgebung. Die Entwickler von Farm 51 nutzen die Unreal Engine 4 in Kombination mit erprobten und verbesserten Methoden der Photogrammetrie, welche das Studio für Get Even entwickelt und für Chernobylite verfeinert habt. Die Entwickler haben uns bereits vor einigen Jahren die für Get Even eingesetzten Techniken nähergebracht, Chernobylite geht - auch dank der genutzten Unreal Engine 4 noch weiter und nutzt beispielsweise Laserscans und Drohnenmaterial, um gesamte Gebäude und bekannte Plätze der Todeszone akkurat in das Spiel zu integrieren. Die UE4 ist laut den Entwicklern deutlich besser für ihre Zwecke und den Einsatz von Photogrammetrie geeignet ist als die noch in Get Even genutzte Unreal Engine 3, für welche zudem umfassende Änderungen nötig waren. Dank der neuen Engine, deren Physically Based Rendering und erweiterten Beleuchtungstechniken können die Umgebungen und Objekte sowie die Lichtsituationen und andere Einflüsse in Chernobylite zudem deutlich dynamischer als noch in Get Even ausfallen.

    Das Integrieren der per Photogrammetrie erfassten Gebäude, Objekte, Texturen und Vegetation in die händisch ausgeschmückten Umgebungen funktioniert augenscheinlich ausgesprochen gut, denn das sich zum Beginn der Gamescom-Demo vor dem nebligen Nachthimmel abzeichnende Kernkraftwerkt samt dem gewaltigen Betonsakrophag über Reaktor 4 wirkt sehr authentisch. Dies gilt auch für viele der restlichen Levelbausteine sowie viele der Texturen sowie Elemente wie den pflanzlichen Bewuchs oder umherliegenden Schutt. Besonders realistisch wirken die staubigen und mit Schutt und blätternder Farbe atmosphärisch ausgeschmückten und schick ausgeleuchteten Eingeweide des Kraftwerks. Dass die Entwickler die Umgebungen von Chernobyl und der verlassenen Arbeiterstadt Prypjat so akkurat umzusetzen wissen, ist allerdings etwas weniger überraschend, wenn man ein weiteres Projekt von The Farm 51 berücksichtigt: Mit Chernobyl VR Project arbeitet das Studio außerdem an einer virtuellen Version von Chernobyl, in der Sie die Geschichte der Umgebung und von betroffenen Personen erfahren können. Es ist davon auszugehen, dass es bei den Assets von Chernobylite und den virtuellen Umgebungen von Chernobyl VR einige Überschneidungen gibt und dass die Recherche zur Historie der Katastrophe und den Schicksalen ehemaliger Bewohnern der Authentizität von Chernobylite zugutekommt.

    Im Inneren des Kraftwerks angelangt, erleben wir einige der Horror-, Sci-Fi- und surreal anmutenden Elemente von Chernobylite. Mit unseren Begleitern sind wir auf dem Weg in den Kontrollraum, um einen Teil des Reaktors wieder hochzufahren, während Igor wiederholt von geisterhaften Stimmen und Visionen geplagt wird. Zugang zum Reaktorraum benötigen wir wiederum, um ein seltsames Gerät, das Igor entwickelt hat, mit Energie zu versorgen. Denn das in sinisterem Grün glühende Chernobylite, das namensgebende Material, welches nach der katastrophalen Kernschmelze entstanden ist, ist eine extrem potente Energiequelle. Mit dieser und Igors Gerät können wir Risse im Zeit-Raum-Kontinuum auftun, wie unser Protagonist seinen verdutzten Begleitern erklärt und schlussendlich, am Ziel angekommen, durch den Einsatz des Geräts demonstriert. Mithilfe dieser Risse wollen wir Tatyana, Igors Verlobte wiederfinden. Doch während der Demo kommt uns ein mysteriöser "Black Stalker" in die Quere, der offensichtlich übernatürliche Fähigkeiten besitzt. Mit Ach und Krach können wir durch den zuvor erstellten Riss flüchten und finden uns in einer seltsamen Parallelwelt wieder, in deren schwarzem Nichts dicke Streben des düstergrünen Chernobylites ineinander verschlungene, labyrinthartige Pfade bildet. Schließlich entkommen wir durch einen weiteren Riss und finden uns mitten in der verwildert-verwunschenen Zone wieder, in der ein seltsamer, widernatürlicher Sturm tobt und gift-grün gefärbte, radioaktive Blitze niedergehen lässt - hat Igor mit seinem Riss das Raum-Zeitkontinuum zerstört und die Welt dem Untergang geweiht? Die Antwort auf die beklemmende Frage muss vorerst warten. Wir erkunden den schön gestalteten, verwilderten Wald, bröckelnde Bunker, verwitterte Bauwagen und Ruinen aus rostzerfressenem Stahlbeton, während der Sturm abklingt und sich die Nacht langsam ihrem Ende neigt, am noch düsteren Morgenhimmel indes schön wie beunruhigend farbige Auroren tanzen. Hier beginnt das eigentliche Abenteuer von Chernobylite. Doch nachdem wir ein kleines Rätsel gelöst und anschließend per Crafting-System sowie einer Feuerstelle ein Mahl inmitten der verwilderten Ruinen zubereitet haben, endet leider unsere Anspielzeit.

    02:00
    Chernobylite: Story-Trailer zum Survival-Horror-Spiel mit düsterer Atmosphäre

    Chernobylite Preview - Fazit der Gamescom-Demo

    Das Chernobyl-Abenteuer hat uns auf der Gamescom viel Freude bereitet und wir sind sehr gespannt, wie Igors Geschichte weitergeht und wie sich das Gameplay entwickeln und ob schließlich alles sauber ineinander greifen wird. Soweit es die Demo betrifft, funktionierten die wenigen testbaren Mechaniken schon gut und motivierten. Die Atmosphäre, die schicke Beleuchtung sowie die per Photogrammetrie ausgesprochen glaubhaft ins Spiel integrierten Texturen, Objekte und Gebäude wirken außerdem sehr appetitlich und trotz einiger recht offensichtlichen Inspirationsquellen wirkt Chernobylite eigenständig. Ob das Spielkonzept schlussendlich aufgehen wird, wird sich indes noch klären müssen. Um uns diesbezüglich eine Meinung zu bilden, war die Demo zu kurz und wir konnten nur wenige der für das finale Spiel geplanten Mechaniken ausprobieren. Auch sollten die Entwickler noch ein wenig an der Technik feilen, denn hier und dort verschluckte sich unser Präsentationsrechner trotz nur Full-HD-Darstellung ein wenig - sichtbar sind diese Ruckler auch im von den Entwicklern stammenden Gameplay-Video. Einige der Texturen sind zudem etwas niedrig aufgelöst und die Charaktere wirken ein wenig polygonarm und etwas hölzern animiert - doch ist die Entwicklung von Chernobylite natürlich auch noch lange nicht abgeschlossen. Bei The Farm 51 handelt es sich ja außerdem nicht um einen multimilliardenschweren Triple-A-Produzenten, sondern um ein kleines Studio, mit nur wenigen an Chernobylite beteiligten Entwicklern, welche zudem auf öffentliche Unterstützung via Kickstarter angewiesen waren - und für ein solches Projekt ist die audio-visuelle Präsentation im Grunde durchaus eindrücklich. Wir jedenfalls sind von dem Gespielten sehr angetan und freuen uns gespannt darauf, weitere Ausflüge in die gespenstige Todeszone zu unternehmen. Wenn es nach Plan geht, wird im Herbst eine Early-Access-Version erscheinen.

    Außerdem beliebt bei PCGH-Lesern: Chernobylite: Datum für Early-Access-Start steht fest (1)PC1

    Chernobylite: Datum für Early-Access-Start steht fest

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    Chernobylite: Der Survival-Horror im Gameplay-Trailer

    Ein bisschen Horror, ein bisschen Science Fiction und ein Hauch Historie - das ist das Rezept von Chernobylite. Der neueste Titel aus dem Hause The Farm 51, den Machern des preisgekrönten Get Even, entführt euch in die Region rund um das namensgebende Atomkraftwerk. Dort sucht ihr mit Protagonist Igor nach dessen geliebter Freundin, die bei der verheerenden Reaktor-Katastrophe vor 30 Jahren spurlos verschwand. Im kürzlich veröffentlichten gamescom-Trailer gibt es nun neue Eindrücke zu dem düsteren First-Person-Abenteuer.
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    Chernobylite: Gamescom-Trailer zum Survival-Horror-Spiel mit düsterer Atmosphäre

    Das Entwicklerstudio The Farm 51 bringt den ungewöhnlichen Gamescom-Trailer für das Survival-Horror-Spiel Chernobylite. Der Mix aus Gameplay-Szenen und Zwischensequenzen gibt einen Vorgeschmack auf die düstere Atmosphäre - und das Atomkraftwerk in Chernobyl spielt eine entscheidende Rolle. Der Startschuss für die Early-Access-Phase ist übrigens für den November 2019 geplant.
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      • Von Amigo BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von Basileukum
        Ich find ja die Thematik spannend. Eigentlich erstaunlich, wie man den Energiebringer Kernenergie, wie auch das Rauchen anbei, von jahrzentelangem Hype hin zum "Bösen" und "Gefahrvollen" hat hinstilisieren können.

        Als junger Mensch oder aktuelles Propagandaopfer kennt man ja die Zeit "davor" nicht, als Rauchen als gesund oder unbedenklich galt und Kernenergie als Forschritt. Schön ist dieser Enthusiasmus bei der Fallout Reihe der neueren Generation eingefangen.

        Erschütternd ist da anbei der Paradigmenwechsel, bei dem allseligmachende Wahrheiten einfach ersetzt und von Gesellschaften nicht hinterfragt werden, nur weil man "gut" sein will und der Masse gefallen, die halt auch so denkt, wie ich und diejenigen, welche mir vorbeten.
        Ich hab das Gefühl, du sprichst hier ein ganz anderes Thema an... es nur nicht aus. Schon sehr ironisch, nicht wahr?!
        @Topic: Sehr nice, was man sehen kann.
      • Von Zeiss PC-Selbstbauer(in)
        Sieht auf jeden Fall sehr spannend aus.
      • Von .oLo. PC-Selbstbauer(in)
        Zitat von MircoSfot
        Selbst in der Serie wird gelogen....angebliche Opferzahl 93.000.....und der GAU sollte das schlimmste Ereignis gewesen sein....Majak war viel schlimmer.
        Also bezüglich Majak muss man erstmal festhalten dass der Vorfall bis in die späten Siebziger Jahre vertuscht worden ist. Mittlerweile ist man tatsächlich der Ansicht dass das Ausmaß des Zwischenfalls mit Chernobyl und Fukushima vergleichbar ist.

        aber bezüglich deiner Aussage die Serie würde „lügen“... zum einen wurde von Anfang an klar kommuniziert das einige Dinge für den dramaturgischen Aspekt angepasst wurden. Und die 93.000 toten? Habe das mediabook zur Serie. Im Booklet steht das man die genaue nie erfahren wird, und die meisten Schätzungen zwischen 4.000-93.000 liegen. Manche Organisationen schätzen bis in die Hunderttausende.

        Aber damit genug offtopic.
      • Von derneuemann BIOS-Overclocker(in)
        Ich denke auch, solange das Gameplay und co passen, die Story passt und die Atmosphäre stimmt, geht das schon klar!
        Ich für meine Teil, möchte gut unterhalten werden und keinen Dokumentarfilm spielen.
      • Von empy BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von klink
        Zur der Zeit wurde in UdSSR nicht mit Sievert gemessen sondern Röntgen. Roentgen (Einheit) – Wikipedia
        Ja, das kommt irgendwie noch erschwerend dazu, dass Sievert wohl eine relativ moderne Einheit ist. Aber solange der Rest vom Spiel passt.
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