Prozessoren 2018: Threadripper 2000, Coffee Lake Refresh mit bis zu acht Kernen

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Threadripper 2000: 32 Kerne für alle diejenigen, die 2017 bei den typischen Threadripper-1000-Anwendungsbeispielen (spielen, streamen, Youtube-schauen und zwei Videos transcodieren gleichzeitig) laut schrien: "Und wie soll mein sechster Arm auf der ausgelasteten CPU jetzt das Blender-Projekt fertigstellen?".
Quelle: PC Games Hardware

Auf der dritten Seite unseres CPU-Rückblicks 2018 geht es um Themen wie Ryzen Threadripper 2000 und dem Coffee Lake Refresh mit bis zu acht Kernen

Computex: AMD liefert Threadripper, Intel verspricht 28-Kerner

Threadripper 2000: 32 Kerne für alle diejenigen, die 2017 bei den typischen Threadripper-1000-Anwendungsbeispielen (spielen, streamen, Youtube-schauen und zwei Videos transcodieren gleichzeitig) laut schrien: 'Und wie soll mein sechster Arm auf der ausgelasteten CPU jetzt das Blender-Projekt fertigstellen?'. Quelle: PC Games Hardware Threadripper 2000: 32 Kerne für alle diejenigen, die 2017 bei den typischen Threadripper-1000-Anwendungsbeispielen (spielen, streamen, Youtube-schauen und zwei Videos transcodieren gleichzeitig) laut schrien: "Und wie soll mein sechster Arm auf der ausgelasteten CPU jetzt das Blender-Projekt fertigstellen?".

Die zweite bedeutende Hardware-Messe des Jahres fand wie üblich im Juni statt und stand im Zeichen des Kriegs der Kerne. 12 Monate, nachdem man Intel mit der Präsentation von Threadripper-1000-Sechzehnkernern in Panik versetzt hatte, stellte AMD die 2000er-Serie vor. Mit bis zu 32 Kernen. Zugegeben: Praxistests ein paar Monate später bescheinigten dem komplexen Design mit teilweise indirekter Verbindung zwischen Recheneinheiten und Speicher-Controller einige Schwächen und selbst professioneller Software fiel es schwer, überhaupt einen Nutzen aus so vielen parallelen Pipelines zu ziehen. Außerdem strapazierte die nachträglich um 70 W angehobene TDP nicht nur diverse Kühllösungen, sondern überforderte auch manches TR4-Mainboard. Aber Prestige-Hardware soll ja auch nicht in der Praxis überzeugen, sondern Titel abräumen und Aufmerksamkeit für die kleinen Geschwister generieren. Und in dieser Hinsicht hatte AMD vollen Erfolg. Der sündteure Threadripper-1000-Konter Core i9-7980XE aus dem Vorjahr verabschiedete sich von zahlreichen Benchmark-Spitzenplätzen und in Intels berüchtigter Schublade fand sich auch keine serienreife Antwort auf diesen Kernwaffen-Einsatz.

Stattdessen präsentierte man einen "5 GHz 28-Kerner". Der war eigentlich nur ein radikal übertakteter Xeon-EP, für den Gigabyte und Asus zwei "Desktop"-LGA-3647-Platinen eher schnell zusammengeschustert, denn entwickelt hatten. Die Stromversorgung für den Monster-Prozessor passte in keinen existierenden Mainboard- respektive Gehäuse-Standard und der für die Wärmeabfuhr eingesetzte Wasserkühlungs-Chiller brachte Intel wochenlangen Spot ein - aber hey: Das System lief. Und es schlug AMD in der Paradedisziplin Cinebench. Technisch war die Demo damit durchaus interessant, denn trotz Chiller gab es keine Hinweise darauf, dass Intel den Prozessor deutlich unter Raumtemperatur kühlen musste, um die gezeigte Leistung zu erreichen. Auch Asus schien es mit dem "Dominus Extreme" ernst zu meinen. Bis zum Ende des Jahres 2018 beschränkten sich die Skylake-A-Lebenszeichen dann aber auf die offizielle Vorstellung des zur Übertaktung freigegebenen Xeon W-3175X, der für 4.000 bis 6.000 Euro in einigen Shops vorbestellt werden konnte. AMD lieferte derweil die 32-Kern-Threadripper für 1.800 Euro aus.

Coffee Lake Refresh: Mainstream-Achtkerner jetzt auch bei Intel

Coffee Lake Refresh: Es sieht (nicht nur) aus wie Copy & Paste, aber Intels Erweiterung des 14-nm-Skylake-Designs von 2015 auf acht Kerne steigerte die Spieleleistung erneut spürbar. Quelle: PC Games Hardware Coffee Lake Refresh: Es sieht (nicht nur) aus wie Copy & Paste, aber Intels Erweiterung des 14-nm-Skylake-Designs von 2015 auf acht Kerne steigerte die Spieleleistung erneut spürbar. Nach dem Feuerwerk im ersten Halbjahr wurde es dann ruhig um AMD. Den Rest des Jahres beschäftigten sich Hardware-Redakteure, wenn Windows-Updates es zuließen, vor allem mit Intel-Prozessoren. Zunächst aber nicht mit neuen: Im (Spät-)Sommer stiegen die Preise für die 2017er Core-i-8000-Serie in ungeahnte Höhen, teilweise zahlte man das Anderthalbfache der Frühjahrspreise. Als beste Erklärung gilt bis heute die Überlastung von Intels 14-nm-Fabs - trotz Cannon-Lake-Pseudo-Launch fertigt Intel nahezu alle der zunehmend größeren Prozessoren in dem alten Verfahren, während gleichzeitig neue PCHs und Controller in die eben noch nicht frei gewordenen Fabriken drängen.

Trotzdem kamen im Oktober endlich die Coffee-Lake-Achtkerner auf den Markt. "Endlich" deutet in diesem Fall nicht auf unerträgliche Verzögerungen hin, tatsächlich starteten außer dem aus markttaktischen Gründen verschobenen Kaby Lake alle Intel-Mainstream-Prozessoren seit Skylake im Herbst. Die Coffee-Lake-Refresh-Generation war allerdings bereits im Sommer 2017 ein offenes Geheimnis, als ihre hohe Stromaufnahme die inoffizielle Begründung für Änderungen am Sockel 1151 lieferte. Entsprechend verlief der Refresh-Launch 2018 eher unspektakulär, denn bis auf die finalen Taktraten waren alle Eckdaten schon vorher bekannt. Diese wurden postwendend zum Gesprächsthema Nummer 1, denn Coffee Lake hatte ein (vermeintliches) Problem: Intel spezifizierte die Prozessoren weiterhin mit 95 W TDP, "voll ausgefahren" erreichte man aber durchaus die doppelten Werte.

Obwohl der neue Core i9-9900K auch bei Limitierung auf 95 Watt die mit Abstand schnellste und dabei auch effizienteste Gaming-CPU war, fanden vor allem synthetische Tests mit den "unlimited"-Werkseinstellungen der Mainboard-Hersteller Beachtung. Deren Fazit: Coffee Lake ist schnell, aber auch sehr heiß und schwer zu kühlen. Intel hatte zwar mit leidlichem Erfolg die Wärmeableitung aus dem Sockel-1151-Package verbessert, gegen Werks-Overvoltage und -clocking der Mainboard-Hersteller reichte dies allerdings bei Weitem nicht. Aber nicht nur die Temperaturen, auch die Preise von Sockel-1151-Prozessoren erreichten mit Coffee Lake Refresh neue Höhen. Rekord-Preise zum Launch sprengten gar die 800-Euro-Marke, obwohl Intels Preisvorgaben für die neuen CPUs eigentlichen einen normalen Oberklasse-Start vorsahen. Mangels Lieferbarkeit ließen viele Händler die Preise der neuen Core-i-9000-Modelle aber da beginnen, wo die ohnehin schon überteuerten Core-i-8000-Vorgänger endeten. Erst zum Jahresende pendelte sich Coffee Lake auf typisches Intel-Niveau ein - spürbar teurer als die AMDs Schnäppchen, gemessen an der Leistung aber nicht mit mehr Luxus-Aufschlag als in früheren Generationen.

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    • Kommentare (42)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von eazrael Kabelverknoter(in)
        Zitat von PCGH_Torsten
        Quasi keine Endnutzer-Anwendung ist NUMA-aware, dass ist das Problem. Und da entsprechende Programmierung aufwendig ist, die Entwickler keine Erfahrung haben und Threadripper eine minimale Verbreitung hat, wird sich daran auch nichts ändern. Viele Anwendungen, die heterogenen oder gar indirekten Speicherzugriff und langsamer Kern-Kern-Kommunikation mit schlechter Performance abstrafen – und das sind gerade die für PCGH-Leser interessanten – laufen deswegen auf Threadripper oft kaum besser als auf Ryzen.
        Sehe ich genauso und wunder mich dann dass manche TRs in Spiele-PCs verbauen. Auch die üblichen Anwendungen dürften kaum NUMA-Unterstützung implementiert haben. Ich kenne nur die Linux-Schnittstellen und da ist es wichtig dass auch alle NUMA relevanten Daten zur Verfügung stehen. Ich auch schon länger nach einer lscpu -e Output bei TR.
      • Von eazrael Kabelverknoter(in)
        Zitat von PCGH_Torsten
        Quasi keine Endnutzer-Anwendung ist NUMA-aware, dass ist das Problem. Und da entsprechende Programmierung aufwendig ist, die Entwickler keine Erfahrung haben und Threadripper eine minimale Verbreitung hat, wird sich daran auch nichts ändern. Viele Anwendungen, die heterogenen oder gar indirekten Speicherzugriff und langsamer Kern-Kern-Kommunikation mit schlechter Performance abstrafen – und das sind gerade die für PCGH-Leser interessanten – laufen deswegen auf Threadripper oft kaum besser als auf Ryzen.
        Sehe ich genauso und wunder mich dann dass manche TRs in Spiele-PCs verbauen. Auch die üblichen Anwendungen dürften kaum NUMA-Unterstützung implementiert haben. Ich kenne nur die Linux-Schnittstellen und da ist es wichtig dass auch alle NUMA relevanten Daten zur Verfügung stehen. Ich auch schon länger nach einer lscpu -e Output bei TR.
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von bofferbrauer
        Dies liegt aber nicht nur an deren Preispolitik, sondern an deren vorigen Produkten und was der Konsument von AMD da kennt: APUs mit lausiger (CPU-)Leistung, hinzu kommt dass die allermeisten sehr lausig zusammengeschustert wurden; besonders Carizzo und Bristol Ridge mussten schwer darunter leiden. Die CPU war ja schon nicht besonders stark, aber dann den GPU-part verkrüppeln indem man den Speicher auf einen DDR3L-1333 Riegel beschränkt

        Kurzum: Es muss sich erstmal wieder beim Verbraucher rumsprechen, dass AMD eine vernünftige Alternative zu Intel Chips in Laptops ist. AMD versucht dies über den Preis zu pushen, aber wie du ja selbst anmerkst, tun sie das all zu sehr

        Btw, hab erst vor kurzem lesen können dass Lenovo eine ganze Reihe seiner Laptops auf AMD ausrüsten wird - leider bleibt Stoney Ridge die (wohl am meisten verkaufte) Basis, erst darüber kommt Raven Ridge rein.
        Gerade in Laptops hat AMDs Verkaufsstrategie kaum Aussichten auf Erfolg: Die eigenen APUs für sich genommen mögen relativ billig erscheinen, absolut liegen aber aufgrund des allgemein niedrigen Preisniveaus aber nur ein paar dutzend Euro zwischen den Kontrahenten. Bei qualitativ guten Geräten mit angemessener Infrastruktur sind das Peanuts im Vergleich zum Gesamtpreis. Über den Preis kann AMD also nur in der unter-500-Euro-Klasse punkten und da sind weder die Bedingungen für noch die Anforderungen an die GPU sonderlich hoch. Schon ein paar Prozent höhere Effizienz bei Intels Zweikernern oder leichte Werbevorteile durch die größere Bekanntheit der Marke kippen auch die Bilanz zugunsten von Intels. Und jenseits der 1.000 Euro kann man auch eine günstige (Nvidia-)GPU dazustecken und damit insgesamt noch mehr Leistung bieten. So gelungen Raven Ridge auch aus technischer Sicht ist – das Marktfenster für ihn ist einfach klein.
      • Von Blackout27 Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von Nettertyp
        Das liegt nicht an AMD, sondern an Low API und guter Optimierung, was ihr auf dem PC nicht kennt. Das bekommt selbst ein 10 Jahre alter Intel hin. Ach so und natürlich kein verseuchtes Drecks Windows. Intel ist halt teurer, deswegen greift man zum billigen AMD, kann ich natürlich nachvollziehen.
        Diese Antwort ist schlichtweg falsch. Wenn dein Argument daher kommt solltest du nochmal genau diese Bereiche nachlesen.
        Wie erklärst du dir beim direkten Vergleich der Betriebssysteme (zum Beispiel Windows vs Apple) die Erfebnisse bei identischen Spielen?

        Grüße
      • Von Bec00l Software-Overclocker(in)
        Zitat von I3uschi
        Haha ^^ Genau so wie bei mir. Mein 4790k ist einfach für meine Belangen zu alt geworden. Intel ist was Performance betrifft immer noch stärker, aber die Preise gehen einfach gar nicht.
        Also für den Unterbau wird es Zeit, AMD rein mit 2700x, 3000er rein wenn verfügbar und die Tests (bei der PCGH ) entsprechend ausfallen.
        Auf warten habe ich auch keine Lust, ich will möglichst schnell was neues.

        Nur mit dem Board bin ich mir halt nicht sicher gewesen, CPU austauschen OK, aber wieder den Rest neu kaufen muss nicht unbedingt sein.

        Vllt. bekommen wir die CPU ja noch gut verkauft dann haben wir wenigstens etwas der Kosten gespart
      • Von bofferbrauer Volt-Modder(in)
        Zitat von PCGH_Torsten
        Ich würde nicht mit einer weiteren Zunahme von AMD-APU-Design-Wins für die aktuellen Designs rechnen. AMDs eigene Preispolitik hat dafür gesorgt, dass Prozessoren mit der CPU-Leistung von Raven Ridge nur noch im absoluten Low-End-Segment eingesetzt werden und daran wird sich auch nichts mehr ändern.
        Dies liegt aber nicht nur an deren Preispolitik, sondern an deren vorigen Produkten und was der Konsument von AMD da kennt: APUs mit lausiger (CPU-)Leistung, hinzu kommt dass die allermeisten sehr lausig zusammengeschustert wurden; besonders Carizzo und Bristol Ridge mussten schwer darunter leiden. Die CPU war ja schon nicht besonders stark, aber dann den GPU-part verkrüppeln indem man den Speicher auf einen DDR3L-1333 Riegel beschränkt

        Kurzum: Es muss sich erstmal wieder beim Verbraucher rumsprechen, dass AMD eine vernünftige Alternative zu Intel Chips in Laptops ist. AMD versucht dies über den Preis zu pushen, aber wie du ja selbst anmerkst, tun sie das all zu sehr

        Btw, hab erst vor kurzem lesen können dass Lenovo eine ganze Reihe seiner Laptops auf AMD ausrüsten wird - leider bleibt Stoney Ridge die (wohl am meisten verkaufte) Basis, erst darüber kommt Raven Ridge rein.
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