TSMC macht mit Ryzen & Co. in 7 nm mehr Geld und braucht weniger Wafer
Der Auftragsfertiger TSMC vermeldet ein rekordverdächtiges Quartal, indem fast zehn Prozent mehr Umsatz generiert wurde. Vor allem die Chipfertigung im 7-nm-Prozess trägt mit 35 Prozent zum Umsatz bei.
Bei AMD läuft es momentan richtig gut. Die Ryzen-Prozessoren für Desktop-PCs setzen sich klar an die Spitze der Verkaufscharts. Von diesen Zahlen profitiert auch der Auftragsfertiger TSMC. Das asiatische Unternehmen fertigt im Auftrag von zahlreichen Großkunden. Das letzte Quartal konnte sich TSMC über sehr gute Zahlen freuen. So ist der Umsatz um 10 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen, auch der Gewinn klettert um 16 Prozent. Im vierten Quartal hat TSMC so einen Umsatz von 10,39 Milliarden US-Dollar zu verzeichnen. Allerdings wurden nur 10,07 Millionen 300-mm-Wafer verwendet. Im Jahr 2018 waren es noch 10,75 Millionen Siliziumscheiben, die in den Werkshallen genutzt wurden.
AMD, Apple und die Konsolenhersteller als Abnehmer
Vor allem die Fertigung im 7-nm-Prozess hat mit 35 Prozent den größten Anteil an den Einnahmen. In diesem Verfahren werden die aktuellen AMD-Ryzen-Chips gefertigt, ebenso wie der Apple A13-Chipsatz für die aktuellen iPhone-11-Modelle sowie Chips für Huawei-Smartphones. Auch der SoC für die in diesem Jahr startenden Playstation 5 und Xbox Series X wird im 7-nm-Prozess gebaut. Laut TSMC kommen 29 Prozent aller Einnahmen durch die produzierten Chips aus dem Bereich High Performance Computing und dem vorrangigen Kunden AMD. 53 Prozent aller Einnahmen macht TSMC aber mit der Produktion von Smartphone-Chips. Auf Platz zwei der Einnahmequellen steht das Geschäft mit Chips im 16-nm-Verfahren, das für 20 Prozent aller Einnahmen verantwortlich ist. Die Produktion in 10 nm spielt hingegen keine Rolle mehr bei TSMC.
In diesem Jahr will TSMC dann die Fertigung im 5-nm-Prozess voranbringen. So sollen noch im ersten Halbjahr der Großteil der Produktion umgestellt werden, damit TSMC hier die Chips für Apple und Huawei fertigen kann. Erst später sollen dann auch Chips für andere Bereiche im 5-nm-Fertigungsverfahren produziert werden. Perspektivisch plant TSMC schon eine Produktion im 3-nm-Prozess.
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Fakten zum letzten Quartal des Jahres 2019 von TSMC:
- Der Auftragsfertiger TSMC konnte letztes Quartal mehr Umsatz verbuchen, obwohl weniger Wafer verwendet wurden. Maßgeblichen Anteil am Plus von 10 Prozent hatte die Fertigung in 7 nm.
- 53 Prozent aller Einnahmen erzielte TSMC mit den Chips für Smartphones von Apple und Huawei. Mit 29 Prozent auf dem zweiten Platz rangieren die gefertigten Prozessoren für PCs. Vor allem AMD setzt bei Ryzen auf das 7-nm-Fertigungsverfahren.
- Auch die kommenden Konsolen Playstation 5 und Xbox Series X werden mit SoCs im 7-nm-Verfahren ausgerüstet sein.
- Bereits für dieses Jahr plant TSMC mit einer Fertigung in 5nm. Ab dem Jahr 2021 soll dann gar der 3-nm-Prozess genutzt werden können.
Quelle: TSMC

Abseits dessen hat TSMC wohl eher nicht die "eigene Marge bei 7nm erhöht", denn dass würde bedeuten, dass sie 7 nm jetzt teuerer anbieten, als sie es noch vor vielleicht 9 Monaten taten (bzw. dass die Betriebskosten plötzlich signifikant günstiger für sie wurden). Die korrekte Aussage lautet, dass TSMC mit den 7 nm-Prozessen mehr anteiligen Umsatz erwirtschaftet, weil hierfür mehr Aufträge gefahren und mehr Fertigungsvolumen auf Basis dieser Prozesse generiert wird. Das hat Potential TSMCs Marge insgesamt zu erhöhen (was ihnen jedoch nachfolgend nicht gelungen ist, s.u.)
Für 4Q19 gibt TSMC einen Umsatzanteil von 35 % für die 7 nm-Prozesse an, dagegen in bspw. 1Q19 lag der Anteil bei gerade mal 22 % und entsprechend steigt auch der Umsatz basierend auf 7 nm, was jedoch nicht identisch mit einer höheren Marge bei 7 nm ist (hierbei handelt es sich um unterschiedliche Kennziffern; die Marge bzgl. 7 nm kann durchaus unverändert geblieben sein oder sich aber aufgrund technischer Probleme sogar verringert haben, alles möglich und nicht einmal abwegig, da es in 2HJ19 mehrfache Gerüchte zu Yield-Drops bei TSMCs 7 nm gab).
Abseits dessen, um das ins rechte Licht zu rücken:
TSMCs 12"-Wafer-Äquivalent hat sich gerade mal um -6,3 % reduziert ggü. dem Vorjahr und da sich ein nennenswerter Teil zu den dichteren/moderneren Nodes hin verschoben hat (nicht nur 7 nm), die einerseits teuerer sind und andererseits mehr Output pro Wafer liefern, ist das Endergebnis auch keinesfalls überraschend.
Abgesehen davon hat TSMC in 2019 seinen Umsatz lediglich um geringfügige 1,3 % steigern können, hat jedoch -4,0 % weniger Gewinn erwirtschaftet und deren Handelsspanne hat sich ebenfalls von 48,3 % in 2018 auf 46,0 % in 2019 verringert.
Und das mit TSMCs "7 nm-Quasimonopol", ist, wie schon zuvor gesagt, etwas weit vorgegriffen. Samsung und TSMC sind bzgl. EUV technologisch etwa gleichauf, sowohl bei 7 nm als auch 5 nm, wie auch bzgl. dem Anlaufen der Massenfertigung. Auch Samsung hat eine komplett eigene Fab für EUV gebaut und bspw. von dem Rekordbestelleingang bei ASML über 23 EUV-Scanner in 3Q19 dürften bereits 15 auf eine Order von Samsung in der Größenordnung von "3 trillion won" zurückzuführen sein. Auch hier plant man einen weiteren Ausbau der Kapazitäten, so u. a. mit dem Bau einer zusätzlichen Fab.
TSMC hat zweifelsfrei das höhere Fertigungsvolumen bei 7 nm, aber noch keine Monopolstellung.
Bei Samsung laufen einige Polaris-GPUs vom Band, einige Pinnacle Ridges kommen auch von Samsung.
doppelpost
AMD und Nvidia geben die Kosten an die Kunden weiter, wie es üblich ist.
NVIDIA zahlt auch mehr, wenn sie mehr Wafer abnehmen!
AMD lässt aktuell bei GF, Samsung und TSMC fertigen!
Wieder ein neuer Nick?
Was den Beitrag von "EPBAPA" angeht ( die Tasten sind eigentlich weit weg voneinander für .. ), TSMC hat genug Kapazitäten, Samsung hat noch zu wenig. Anscheindend wollte die Lederjacke 16/12nm Preise bei 7nm, TSMC hat abgeleht, Nvidia schaut sich nach Alternativen um. AMD zahlt brav die Preise, weil sie keine anderen Wahl haben, Samsung kann nicht Zen und RDNA produzieren. Es wäre aber trotzdem schlau, einen Teil der Produktion bei Samsung auszulagern, damit man wenigstens verhandeln kann.