PassMark: Stellungnahme zu schlechterem Ranking für Ryzen-Prozessoren
Nachdem AMDs Ryzen-Prozessoren nach der Veröffentlichung des PassMark Performance Test V10 deutlich in den Rankings abrutschten, herrschte Verwirrung. Mittlerweile gibt es Stellungnahmen seitens des Unternehmens.
Kürzlich machte sich Verwunderung über die aktuellen Wertungen aus dem PassMark Performance Test breit. Mit Version 10 wurden die vormals in der zugehörigen Top 10 dominierenden AMD-Prozessoren auf die hinteren Ränge verwiesen. Intel übernahm die Spitzenpositionen, doch die genauen Hintergründe waren zwischenzeitlich unklar.
Eine Antwort soll sich in den offiziellen Foren von PassMark finden. Dort gibt es eine offizielle Stellungnahme zum neuerlich schlechten Abschneiden aktueller AMD-Prozessoren, mit der erklärt werden soll, warum es für diese plötzlich bergab ging.
Hintergrund seien Änderungen am Benchmark-Algorithmus im Zusammenspiel mit einem moderneren Compiler. Genauer wird von "Verbesserungen des Benchmark-Test-Algorithmus" gesprochen. Beide Neuerungen sorgen dafür, dass das Test-Szenario hinsichtlich Single-Thread-Performance deutlich anspruchsvoller geworden sei. "Diese Änderungen sollten die CPU mehr fordern und moderne CPU-Features besser nutzen (Out-of-Order-Execution und mehrere Pipelines). Das Resultat waren knapp dreimal so viele Operationen pro Sekunde im Vergleich zum Performance Test V9."
Man sei sich sicher, heißt es in einer späteren Antwort, dass der Algorithmus okay sei. Die Ergebnisse der besten CPUs im Single-Threaded-Szenario seien allesamt sehr nah beieinander und so brauche es nicht viel, um die vormaligen Rankings deutlich durcheinander zu bringen. "Wenn der i9-9900KS die Single-Threaded-Performance nun anführen sollte, haben wir absolut kein Problem damit", heißt es in der Antwort weiter.
Die Nutzer geben sich weniger zufrieden mit der Entgegnung. So wird auf auffällige Diskrepanzen hingewiesen. Beispielsweise, dass der Ryzen 7 3700 Pro nunmehr 20 Prozent schneller als der 3700X arbeiten soll, während der Ryzen 9 3950X hinter der Mobil-CPU Ryzen 3 4300U liegt. Letzteres ließe sich damit erklären, dass es für V10 keine Ergebnisse des mobilen Chips gebe, sodass das Ergebnis nicht korrekt sei und auch für andere Auffälligkeiten existieren plausible Erklärungen, wie in einem späteren Post klargestellt wird.
Auch folgt eine genauere Aufschlüsselung. Demnach profitieren einige CPU-Familien mehr vom Performance Test V10 als andere. So schneidet die Ryzen 2000-Reihe im Schnitt beispielsweise besser ab, während die Ryzen-3000-Riege Verluste einstecken muss. Erzielte beispielsweise der Ryzen 5 2600 im PT9 noch 2.004,09 Punkte, sind es im PT10 2.089,57 Punkte.
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Im Gegensatz dazu stehen die Resulate des Ryzen 5 3600 mit 2.803,98 Punkten im PT9 und 2.368,69 im PT10. Somit ergebe sich gegenüber dem Ryzen-2000-Pendant nur ein Vorteil von 13 Prozent, was deutlich näher an den tatsächlichen Performance-Zugewinnen dran sei, als die zuvor vom Performance Test V9 konstatierten 40 Prozent.


lieber, oder ist es doch der i9 7920X
Auf welcher Seite steh ich denn? Hab ich jetzt meinen R9 3900X
Nein, mal ernsthaft(er): Wenn du selbst auch keine Agenda hast, warum dann spitze Bemerkungen wie "Stimmt, hier schneiden die AMD sogar besser ab als in ihrem Vorzeigen Bench CB R20 . Die Armen werden ja so benachteiligt." als direkte Antwort auf meinen Beitrag, der eine Benachteiligung von AMD weder behauptet noch angedeutet hat? Das wirkt dann doch ein wenig um Provokation bemüht, das musst du zugeben ...
Oder hast du mich verwechselt?
Auf welcher Seite steh ich denn? Hab ich jetzt meinen R9 3900X
PassMark Intel vs AMD CPU Benchmarks - High End
Ich ging eigentlich auch davon aus, mein Beitrag wäre eindeutig gewesen: Mir ist es schnurzpiepegal, welcher Hersteller vor oder nach dem neuen Algorithmus in welchem Segment besser dasteht. Mir geht es darum, dass der Algorithmus offenkundig nicht den Zweck erfüllt, für den er - laut Aussage von Passmark - spezifisch geschaffen wurde, nämlich um die Stärken moderner Prozessoren bei realen Workloads besser abzubilden.
Das ist nämlich ganz klar nicht der Fall, wenn alte CPUs in Relation dazugewinnen und neuere abgewertet werden - auch dann, wenn sich Platzierungen dadurch nicht verändern sollten. Was sie übrigens im mittleren Leistungssegment, in dem sich ungeeignete Methoden und/oder Ungenauigkeiten stärker auswirken, eben doch tun.
Kurz: Eher fachlich verkackt als böse verkauft.
PassMark Intel vs AMD CPU Benchmarks - High End
Nun ja, es wäre nicht grundsätzlich daneben, der in ihrer Bedeutung zunehmend abnehmenden Singlecore-Leistung bei modernen CPUs mehr Gewicht zu geben, wenn dies tatsächlich dazu dienen sollte, 1.) Verzerrungen durch exzessive Kern/Threadanzahlen zu reduzieren, die womöglich (noch) keine allzu weite Entsprechung in Real-Life-Anwendungen haben und wenn 2.) tatsächlich moderne Features klarer herausgestellt werden.
Das Problem dabei ist, dass Real-Life-Anwendungen inzwischen nicht mehr danach fragen, wodurch die Leistung auf die Strecke kommt. Sie können in aller Regel von zahlreiche Kernen/Threads profitieren und erst wenn dort das Ende der Fahnenstange erreicht ist, kann brachiale Singlecore-Leistung noch etwas herausreißen.
Eine aktuelle CPU, die durch vergleichsweise viele, jedoch vergleichsweise schwache Kerne auffiele, gibt es jedoch ebenso wenig wie eine, die mit unterdurchschnittlicher Kern-/Threadanzahl, aber starker Singlecore-Leistung den Tag rettet.
Ein weiteres Problem ist, dass durch den neuen Algorithmus in Relation zahlreiche ältere CPUs mehr Punkte generieren, was die Begründung ad absurdum führt. Ganz offensichtlich werden eben nicht neuere Features stärker berücksichtigt.
An irgendwelchen Spekulationen, wer da wem einen schwarzen Koffer zugeschoben haben könnte, will ich mich nicht beteiligen, aber ich gewinne den Eindruck, der *neue* Algorithmus kommt ein paar Jahre zu spät und soll eine längst vergangene Verzerrung bereinigen, die schon damals keine Bereinigung nötig hatte, weil die Praxis zeigte, dass zumeist eine 2C/4T Einsteiger-CPUs von Intel bequem Achtkerner-Boliden von AMD deklassierte. So etwas sehe ich aber heute nicht.
Hinzu kommt, dass Passmark nicht per se ein Gaming-Benchmark ist, sondern für sich in Anspruch nimmt, eine sozusagen ganzheitliche Positionierung der CPUs vorzunehmen. Und da widerspricht der durch den neuen Algorithmus generierte Trend nun einmal den Erkenntnissen der kompletten Fachpresse und allem, was man als User beobachten kann.
Kurz: Eher fachlich verkackt als böse verkauft.