Ryzen 9 3950X angeblich 24 Prozent schneller als Core i9-10980XE

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Ryzen 9 3950X angeblich 24 Prozent schneller als Core i9-10980XE (1)
Quelle: WCCFTech

Es ist ein schlechter Vergleich, aber im Moment ist die Auswahl nicht groß und drüber gesprochen wird so oder so: Der Ryzen 9 3950X soll 24 Prozent schneller sein als der Core i9-10980XE - im physikbasierten 3D-Mark-Test.

Ein Ryzen 9 3950X soll angeblich 24 Prozent schneller sein als ein Core i9-10980XE. So legt es jedenfalls der 3D Mark nahe, durch den beide Modelle geschickt wurden. Wie immer sollte man hier vorsichtig sein, denn die Prozessoren sind nicht allgemein verfügbar - und damit kann man die Ergebnisse nicht verifizieren. Zudem sind synthetische Benchmarks so oder so immer eher etwas für Balkendiagramme, weniger für echte Nutzwerte.

Genau vergleichbar sind die beiden Prozessoren ohnehin nicht. Man würde den Intel-Prozessor insbesondere in stark parallelisierten Anwendungen stärker einschätzen, weil er schlichtweg zwei Kerne mehr hat. Der Ryzen 9 3950X ist ein Mainstream-Prozessor auf Basis von Matisse, der 16 Kerne ins Feld führt. Der Core i9 10980XE indes ist ein HEDT-Prozessor auf Basis von Cascade Lake X, der 18 Kerne ins Feld führt. Hier stehen auch sonst durchaus zwei unterschiedliche Kaliber gegenüber:

3,5/4,7 GHz, 64 MiB L3-Cache, DDR4-3200 Dual-Channel, 105 Watt TDP bei AMD gegen 3,0/4,8 GHz, 24,75 MiB L3-Cache, DDR4-2933, 165 Watt TDP bei Intel. Und auch 350 US-Dollar Preisunterschied zugunsten von AMD, wenn man das berücksichtigen will. Und obendrein ist es kein echter Vergleichstest, weil die Plattformen um die CPU herum zu unterschiedlich sind. Der AMD bekommt mit der Geforce RTX 2080 Ti die schnellere Karte als Partner, während der Core i9-10980XE mit einer Geforce RTX 2070 auskommen muss.

Dennoch werden die 24 Prozent Vorsprung für AMD für Diskussionsstoff sorgen. Die wurden errechnet aus dem Ergebnis von 32.082 Punkte gegenüber 25.838 Punkte. Aber auch gerade weil die Prozessoren aus unterschiedlichen Klassen kommen, ist der Vergleich interessant: AMD wildert ohne Furcht mit Mainstream-Modellen in Territorium, das zuvor dem High-End-Segment vorbehalten war und in dem die Margen deutlich besser sind als im Mainstream.

Auch lesenswert: Core i9-10000X und Xeon W-2200 offiziell: Intel senkt Preise wegen AMD Threadripper

Ein Schnäppchen sind auch 750 US-Dollar für den Ryzen 9 3950X nicht, aber angesichts des Preisvorteils und des hier aufgeführten Leistungsvorsprungs - selbst, wenn er nur halb so groß ist -, dürfte wohl einige Rechenschieber unter dem Schreibtisch hervorblitzen lassen. Leider hinkt der Test selbst im CPU-fokussierten Physik-Test von 3D Mark mit den unterschiedlichen Grafikkarten. Was er aber erahnen lässt ist, dass der natürliche Gegner von Cascade Lake X eigentlich Castle Rock ist, oder bürgerlich Threadripper 3000. Und dem werden zum Einstieg schon 24 Kerne nachgesagt - Intel hört mit 18 auf. Und über PCI Express 4.0 haben wir noch nicht geredet. Der Nutzen mag akut gering sein, aber wer noch einen SSD-Cache vor seine digitalisierte Videofarm hängen will, der überlegt sicher nicht zweimal. Warum sollte man das machen? Weil es geht.

Quelle: Twitter (1, 2)

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    • Kommentare (111)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von empy Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von gaussmath
        Ich kenne den "break-even" bei diesen Szenarien nicht. Mir ist nur das Prinzip bekannt.
        Ich weiß nicht, ob man das als break-even bezeichnen kann. Es entsteht ja im schlimmsten Fall kein Vorteil. Ohne Prefetching und mit einem ein Byte breiten Interface hätten wir eben die Bandbreite wie mit ~50MT/s. Mit Prefetching und den üblichen 64-Bit-Interfaces kommt man halt, wenn man mindestens 64 Byte sequentiell lesen will, halt auf die von den üblichen ~3-4 GT/s. Insofern war meine Aussage eigentlich Quatsch. Es bleibt ein Achtel von den T/s, aber nur ein Achtel der Daten würde genutzt.
      • Von empy Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von gaussmath
        Ich kenne den "break-even" bei diesen Szenarien nicht. Mir ist nur das Prinzip bekannt.
        Ich weiß nicht, ob man das als break-even bezeichnen kann. Es entsteht ja im schlimmsten Fall kein Vorteil. Ohne Prefetching und mit einem ein Byte breiten Interface hätten wir eben die Bandbreite wie mit ~50MT/s. Mit Prefetching und den üblichen 64-Bit-Interfaces kommt man halt, wenn man mindestens 64 Byte sequentiell lesen will, halt auf die von den üblichen ~3-4 GT/s. Insofern war meine Aussage eigentlich Quatsch. Es bleibt ein Achtel von den T/s, aber nur ein Achtel der Daten würde genutzt.
      • Von gaussmath
        Ich kenne den "break-even" bei diesen Szenarien nicht. Mir ist nur das Prinzip bekannt.
      • Von empy Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von gaussmath
        Prefetching + großer L3 Cache deckt wirklich schon verdammt viel ab.
        Wobei Prefetching ja überhaupt erst mal greifen muss, damit die >3GT/s überhaupt effektiv so viele sind. Wenn man wirklich randomisiert byteweise zugreift, landet man ja effektiv eher bei 50MT/s.
      • Von gaussmath
        Ich meinte Multi-Processing mit mehren Standard-Anwendungen. Multi-Threading ist nochmal was anderes. Wann wird schon randomisiert auf eine riesige, monolithische Datenstruktur zugegriffen? Prefetching + großer L3 Cache deckt wirklich schon verdammt viel ab.
      • Von empy Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von gaussmath
        Was so Standard-Workloads betrifft, sehe ich nicht die großen Probleme.
        Die meisten Standardworkloads werden auch keine 16 Kerne auslasten. Ich denke aber auch, dass man selbst mit Dual-Channel auch bei Last auf allen Kernen in aller Regel noch weit von ernsthaften Engpässen weg ist. Viel kann in solchen Szenarien ja auch das SMT abfedern und natürlich wird in den meisten Szenarien auch der Cache greifen.
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