Russische CPU: Benchmarks zum Baikal-S sollen Skeptiker überzeugen
Das russische Unternehmen Baikal Electronics hat Benchmarks zum eigenen Server-Flaggschiff, dem Baikal-S veröffentlicht. Die ausgewählten Konkurrenten von Huawei und Intel sind inzwischen aber veraltet.
Um sich von westlichen Produkten unabhängig zu machen, arbeiten Länder wie Russland und China schon länger an eigenen Rechenchips. Zu diesen zählt unter anderem auch das Server-Flaggschiff Baikal-S, das im Oktober 2021 vom russischen Unternehmen Baikal Electronics vorgestellt wurde. Dieses hat nun eine Benchmark-Reihe veröffentlicht, die von der russischen Website Cnews aufgegriffen wurden. Der Test verspricht dabei einen Vergleich mit angeblich aktuellen Konkurrenzprodukten und "Unerwartete Testergebnisse für Skeptiker".
Alles wie erwartet
Als Konkurrenten für den Baikal-S wurden ein Intel Xeon Gold 6230 und ein Huawei Kunpeng 920 ausgewählt. Der Baikal-S verfügt dabei über 48 Cortex-A75-Kerne, die in TSMCs 16-nm-Prozess gefertigt wurden und mit 2,0 GHz arbeiten. Huaweis 2020 vorgestellter Kunpeng 920 setzt auf dieselbe Anzahl Kerne, die aber mit der Taishan-v110-Architektur, 2,6 GHz Takt und 7-nm-Fertigung arbeiten. Das "aktuelle" Konkurrenzmodell von Intel ist sogar noch älter: Der Xeon Gold 6230 wurde schon 2019 vorgestellt und setzt auf 20 Cascade-Lake-Kerne mit 2,1 bis 3,9 GHz. Gefertigt wurde die CPU dabei im alten 14-nm-Prozess.
In einigen Benchmarks liegt der Baikal-S dann auch tatsächlich vorne, beispielsweise im Geekbench 5. Im Multicore werden dort laut Hersteller angeblich 14.246 Punkte erzielt, womit er die Konkurrenz "souverän übertrifft". Zum Vergleich: Intels Xeon Gold 6230 kommt dort auf nur 9.165 Punkte.
Dieser Vorsprung kommt aber schlicht durch den deutlichen Unterschied bei den Kernen zustande. Im Singlecore sieht der russische Prozessor mit 405 Punkten kein Land, der veraltete Xeon Gold 6230 schafft mit 1.058 Punkten mehr als das Doppelte. Hätte Baikal hier das damalige Intel-Topmodell mit 56 Kernen als Konkurrenz ausgewählt, würden die Ergebnisse also ganz anders aussehen - zumal Intel seitdem mehrere Nachfolger auf den Markt gebracht hat.
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Im Großen und Ganzen sind die Benchmark-Ergebnisse damit wohl so, wie man sie erwarten würde: Der Baikal-S kann sich zwar in einigen Szenarien vor den ausgewählten, veralteten Konkurrenten abheben, er dürfte aber schon im Vergleich zu damaligen Topmodellen hinten liegen. Zudem steht Russland vor dem Problem, dass der Chip aktuell weder gefertigt noch weiterentwickelt werden kann. Denn Taiwan liefert als Folge des russischen Überfalls auf die Ukraine keine schnellen Rechenchips mehr, und eine moderne Halbleiterfertigung gibt es in Russland nicht.
Quelle: Cnews.ru via Tom's Hardware

*Anmerkung: Sonderlich verlassen würde ich mich auf die knappen und teils merkwürdigen Benchmarkangaben aber nicht.
Dann liefert ASML eben für ein "JointVenture" nach Indien, wo dann die Maschinen zufällig weiter nach China reisen.
Verwendung!
Zitat: "Der Baikal-S verfügt dabei über 48 Cortex-A75-Kerne, die in TSMCs 16-nm-Prozess gefertigt wurden ".
Und der Benchmark... halt Marketing à la Russland.
Ich bin mal so ehrlich: Wenn die Amis mal wieder irgendein Nahost- oder sonstiges Land zerbomben find ich das zwar *** aber meist sind die Implikationen für mich und meine Angehörigen vergleichsweise gering. Wenn Russland nach bester neoimperialistischer Art Richtung Ukraine und Europa greift oder China droht sich Taiwan einzuverleiben und dann auch dort sicherlich nicht Halt machen würde, dann hat das(insbesondere im Erfolgsfall) massivste Auswirkungen auf mich und die Meinen.
Die Amis muss man nicht mögen aber letztendlich sind es vor allem sie, die uns vor chinesisch/russischer Vasallenschaft bewahren.
Da gehts nicht um Heuchelei sondern um ganz banale wirtschaftliche und Sicherheitsinteressen.
Ist schon interessant wie sich die Leute manchmal reinsteigern und aufregen.
Uns gehts eigentlich echt gut hier in DE / EU. Wir können im PCGH Forum rumlästern und andere Leute anmachen wie auf dem Pausenhof der Hauptschule - interessiert keinen. Oder sagen wir es mal anders es zensiert / verbietet keiner.
Immer dran denken wenn man autoritäre Staaten toll finden will, euer Forums-Geläster dürftet ihr da aber nicht vom Band lassen.
Nein ich will hier nicht streiten.
Finde es nur schade, wie schnell teilweise die Gesprächskultur in Foren verloren geht. Würden so einige hier sich privat nicht trauen, ruck zuck gäbe es blaue Augen...
Alles bitte mit einem
Back to TO.
Völlig uninteressante CPU... Lediglich ein nice to know "ah sie probieren da was"... das wars dann auch schon.