Pentium G6951: Mehr Cache und Hyperthreading freischaltbar - für 50 US-Dollar
Über ausgewählte OEM-Partner vertreibt Intel die erste CPU, bei der offiziell deaktivierte Einheiten freigeschaltet werden können - für 50 US-Dollar
Das Freischalten von gesperrten oder deaktivierten Multiplikatoren, Kernen und Cacheabschnitten hat bei AMD-CPUs eine lange Tradition. Insbesondere für den Sockel A erschienen reihenweise CPUs, denen sich mit verschiedenen Modifikationen zusätzliche Leistung entlocken ließ, aber auch unter den aktuellen Athlon und Phenom gibt es Exemplare, bei denen sich mit etwas Glück und dem richtigen Mainboard ein deaktivierter Kern aktivieren lässt. Die technischen Hintergründe sind bekannt und gelten für alle Hersteller:
Um teildefekte Exemplare nicht wegschmeißen zu müssen werden zusätzliche Modellreihen geschaffen, für die nur ein Teil der Funktionen vorgesehen ist. Da zufällige Fehler und die Nachfrage am Markt selten aufeinander passen, werden aber auch vollfunktionsfähige Chips downgelabelt, um die Nachfrage in allen Preisregionen befriedigen zu können. Diese künstlichen Sperren sind nicht immer unüberwindbar und manch ein Produktangebot erweckte in der Vergangenheit den Eindruck, dass der zusätzliche Kaufanreiz für Enthusiasten auch nicht ganz zufällig bestand.
Mit dem Pentium G6951 geht Intel nun einen Schritt weiter und garantiert eine kostenpflichtige Upgrade-Option. Im Normalzustand unterscheidet sich der G9651 nicht vom bekannten G6950: Ein 32nm-Clarkdale-Chip, wie er auch als Core i3 und i5 verkauft wird, bietet zwei Kerne mit 2,8 GHz und 3 Megabyte 2nd-level-Cache. Ein über QPI angebundener, zweiter 45nm-Chip im gleichen Package übernimmt die klassischen Northbridgefunktionen in Form eines Dual-Channel DDR3 Interfaces und einer integrierten Grafikeinheit.
Mit Upgrade wird die CPU zum Pentium G6952 mit 4 Megabyte 2nd level Cache und Hyperthreading, wodurch zwei zusätzliche virtuelle Kerne verfügbar sind. Damit entspricht die CPU einem Core i3-530 mit 2,8 statt 2,93 GHz. Benchmarks bescheinigen eine Leistungssteigerung von 5 bis über 50%. Die große Differenz dürfte auf die unterschiedliche Reaktion einzelner Programme auf Hyperthreading zurückzuführen.
Vorraussetzung für die Nutzung des Intel Upgrade Service ist ein Intel-Mainboard vom Typ DH55TC oder DH55PJ (H55-Chipsatz) und der G6951 selbst. Dieser wird im Rahmen des Pilotprojektes nur über ausgewählte OEMs in den USA, Kanada, Spanien und den Niederlanden vertrieben. Über diese ist für circa 50 US-Dollar auch die Karte mit der Upgrade-Lizenz erhältlich. Der eigentliche Upgradevorgang wird mittels bootfähigem USB-Stick vorgenommen, Lizenz und Code müssen aber online verifiziert werden.
Ob das Programm in Zukunft ausgeweitet wird, ist noch unbekannt. In der Vergangenheit hatte Intel auf ähnliche Weise die Kundenreaktion auf günstige CPUs mit freiem Multiplikator getestet, die im Rahmen der "K"-Modelle nun weltweit verfügbar sind.
Quelle: nl.hardware.info
Das Upgrade-Tool kann von einem USB-Stick gebootet werden, benötigt aber eine Online-Verbindung.

Intel hat in der Vergangenheit schonmal die Herstellungskosten für einen Yorkfield in einer Präsentation gehabt (iirc 70$). Das ist imho noch wesentlich deutlicher gewesen
Wie auch immer, es wäre technisch simpel das Upgrade permament in der CPU zu verankern.
mfg
Im Endeffekt ist es ja nur eine Software-Sperre.
Bestes Beispiel Mafia 2: Halbes Spiel kauft man zum Vollpreis, Nebenmissionen kauft man extra, Intel machts ähnlich: Bereits vorhandene Features sind gesperrt und werden nur gegen ein zusätzliches Entgeld freigeschaltet. :-/