Instabile Core-CPUs: Neue Erkenntnisse zum Intel Baseline Profil

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Instabile Core-CPUs: Neue Erkenntnisse zum Intel Baseline Profil
Quelle: Sven Bauduin

Intel hat bereits seit Monaten mit anhaltenden Problemen durch schnell alternde und dadurch instabilen Core-i-Prozessoren aus der 13. und 14. Generation zu kämpfen, jetzt liegen neue Erkenntnisse zum Intel Baseline Profil vor.

Intel hat bereits seit Monaten mit anhaltenden Problemen durch schnell alternde und dadurch nicht selten instabilen Core-i-Prozessoren der 13. und 14. Generation alias "Raptor Lake" und "Raptor Lake Refresh" zu kämpfen und jetzt liegen erneut neue Erkenntnisse zum "Intel Baseline Profile" vor. Dessen Umsetzung variiert von Mainboard-Hersteller zu Mainboard-Hersteller und orientiert sich an den Werkseinstellungen von Intel, die sich seinerseits geändert haben.

Bereits seit mehreren Monaten häufen sich immer mehr Berichte von Spielern in den Subreddits r/buildapc und r/intel sowie in einem Sammelthread auf Steam, die inzwischen zweifelsfrei belegen, dass Core-CPUs der 13. und 14. Generation in gewissen Situationen und unter ganz bestimmten Lastzuständen, wie in Spielen, vermehrt zu Stabilitätsproblemen neigen. Die Website 3DCenter hat jetzt aufgelistet, wie sich der "Wildwuchs" aus den von Intel "vordefinierten" Werkseinstellungen und denen der Mainboard-Partner gestaltet.

Intel Baseline Profile und deren Umsetzung

  TDP ("PL1") MTP ("PL2") ICCMax AC_LL
Intel Baseline (Oktober 2022) 125 Watt 188 Watt - -
Intel Baseline (Februar 2023) 125 Watt 253 Watt 307A 1,1 mOhm
Intel Extreme Profile 253 Watt 253 Watt 400A 1,1 mOhm
Asus Baseline 125 Watt 253 Watt 280A -
Gigabyte Baseline 125 Watt 188 Watt 249A 1,7 mOhm

Wie auf den ersten Blick klar zu erkennen ist, halten sich Asus, das sich am aktuellen Intel Baseline Profil mit Stand Februar 2023 orientiert, und Gigabyte, welches sich den älteren Standard mit Stand Oktober 2022 zum Vorbild nimmt, nicht exakt an die vom Hersteller aus Santa Clara gemachten Vorgaben für das Intel Baseline Profile. Die offiziellen Spezifikationen können der Dokumentation von Intel entnommen werden. Es handelt sich jedoch lediglich um Empfehlungen seitens Intels.

Hier sind jetzt ganz klar Intel und die Mainboard-Hersteller in der Pflicht für Klarheit zu sorgen, denn für Anwender ist das ganze Durcheinander in hohem Maße abstrus. In der Praxis sind diese Maßnahmen zur Leistungssteigerung nur wenig zielführend, gerade weil ein Blick auf die Stromgrenzwerte ("ICCMax") dieser verschiedenen "Standards" zeigt, dass hier verstärkt mit "Undervolting" gearbeitet wird. Eine Leistungsoptimierung mittels Undervolting sollte aber immer nur mit einer vollumfänglichen händischen Evaluation auf die jeweilige CPU erfolgen.

Wie das YouTube-Video von Actually Hardcore Overclocking veranschaulicht, sind die Maßnahmen, welche die Mainboard-Hersteller jetzt ergreifen, um Intels Vorgaben zu entsprechen und die Core-CPUs endlich "stabil" zubekommen, durchaus als eher zweifelhaft zu bezeichnen. Spannungen von mehr als 1,65 Volt unter Last, in der Praxis teilweise deutlich weniger Performance sowie signifikant niedrigere Taktfrequenzen - die "Intel Baseline Profile" sind das pure Chaos.

Intel ist gefragt und muss endlich einschreiten

Durch die verschiedenen Auslegungen der "Intel Baseline Profile" und der damit verbundenen Begleiterscheinungen wird das Ziel hinter diesen "Werkseinstellungen" vollständig konterkariert. Nicht nur wird hierdurch keine höhere Stabilität erzielt, sondern auch der zuvor attestierte zu schnelle Alterungsprozess durch hohe Spannungswerte angefacht. Intel ist gefragt und muss endlich reagieren.

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Quelle: Intel, Actually Hardcore Overclocking via 3DCenter

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    • Kommentare (31)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Schnitzelnator Software-Overclocker(in)
        Ich verstehe Dein Anliegen, aber wie geschrieben ist meiner Meinung nach z.B. PCGH der falsche Ansprechpartner.
        Zitat von kawanet
        Nach gut zwei Jahren segnet das (weniger) gute Stück das Zeitlich, so dass ich auf dem Schaden sitzebleibe.
        Das sehe ich eben als Schuld Deutschlands, der EU oder USA an. Wir haben uns (ich glaube EU-weit) eben auf 2 Jahre Gewährleistung geeinigt. Faktisch gilt damit für Hersteller der Freifahrtschein, die Produkte auf nur 2 Jahre zu "optimieren".

        Wenn es nach mir persönlich ginge, wäre man als Verbraucher besser geschützt, und die gesetzliche Gewährleistung wäre auf viele Produkte höher. Z.B. 5 oder 10 Jahre. Vielleicht wären diese CPUs dann niemals mit so viel Spannung betrieben worden und niemandem wäre jemals aufgefallen, dass sie schneller Probleme bekommen als bisher.
        Jetzt diskutieren wir hier im Nachhinein über ein Problem, das vermeidbar gewesen wäre.
      • Von Schnitzelnator Software-Overclocker(in)
        Ich verstehe Dein Anliegen, aber wie geschrieben ist meiner Meinung nach z.B. PCGH der falsche Ansprechpartner.
        Zitat von kawanet
        Nach gut zwei Jahren segnet das (weniger) gute Stück das Zeitlich, so dass ich auf dem Schaden sitzebleibe.
        Das sehe ich eben als Schuld Deutschlands, der EU oder USA an. Wir haben uns (ich glaube EU-weit) eben auf 2 Jahre Gewährleistung geeinigt. Faktisch gilt damit für Hersteller der Freifahrtschein, die Produkte auf nur 2 Jahre zu "optimieren".

        Wenn es nach mir persönlich ginge, wäre man als Verbraucher besser geschützt, und die gesetzliche Gewährleistung wäre auf viele Produkte höher. Z.B. 5 oder 10 Jahre. Vielleicht wären diese CPUs dann niemals mit so viel Spannung betrieben worden und niemandem wäre jemals aufgefallen, dass sie schneller Probleme bekommen als bisher.
        Jetzt diskutieren wir hier im Nachhinein über ein Problem, das vermeidbar gewesen wäre.
      • Von Gast1717146601
        Salopp gefragt, hat sich das Dilemma denn nicht schon angekündigt? Ist ja nun nicht so, dass die Mainboard-Hersteller erst seit gestern ihr ganz eigenen Interpretation zum Besten geben, was die Vorgaben/Specs betrifft.

        Zitat von Schnitzelnator
        Es bedeutet nicht, dass PCGH die komplette Qualitätssicherungsabteilung von Intel nachbauen muss, um ihre Veröffentlichung "Testergebnis" nennen zu können.
        Niemand sprach von müssen, dennoch würde ich als Konsument erwarten, dass auch Eventualitäten berücksichtigt werden, zumal die Instabilitäten ja schon fast mit Ankündigung erfolgten.

        Zitat von Schnitzelnator
        Es ist auch die falsche Ebene, an der Du ansetzen möchtest. Die gesetzliche Gewährleistung schiebt die Haltbarkeitsfrage ganz klar auf den Verantwortlichkeitsbereich des Herstellers. Er hat somit sicherzustellen, dass das Produkt 2 Jahre lang hält.
        X testet ein Mainboard, welches mit sagen wir 350 Piepen zu Buche schlägt und befindet es für gut und spricht eine klare Kaufempfehlung aus. Mängel hinsichtlich der Haltbarkeit finden nirgends Erwähnung, worauf ich als Leser dem Produkt mein Vertrauen ausspreche und es umgehend ordere. Nach gut zwei Jahren segnet das (weniger) gute Stück das Zeitlich, so dass ich auf dem Schaden sitzebleibe.

        Also, wenn das dein Anspruch an einen seriösen Test ist... Gott sei dank unterscheiden sich die Ansprüche.

        Zitat von Schnitzelnator
        Es gibt zum Beispiel einen deutschen Waschmaschinenhersteller, der die eigenen Produkte auf 20 Jahre Betrieb testet und auch damit wirbt, ohne dass er selbst für das Gerät dann auch 20 Jahre Garantie gibt.
        Spielen wir, was es jetzt nicht alles gibt? Ja, es gibt durchaus Langzeittest, welche bspw. Mountainbikes wie Fahrzeuge auf Herz und Nieren prüfen, so dass der Kaufinteressent NICHT die Katze im Sack kauft.

        mit frdl. Gruß
      • Von Schnitzelnator Software-Overclocker(in)
        Zitat von Homerclon
        Dann würde man heute aber erst den Test zu Sandy Bridge lesen können ...
        Richtig - oder man macht das, was Intel (hoffentlich) auch macht, und betreibt die CPU bei mehreren hundert Grad und rechnet dann nach dem Defekt hoch, wie viele Jahre es werden. Und wenn man das zuverlässig wissen will, macht man das nicht nur mit einer CPU. Am Ende hat man dann mehrere kaputte CPUs und eine gigantische Stromrechnung.

        Zitat von kawanet
        So steht Test teilweise als Synonym für die Qualitäts- oder Endprüfung, Erprobung oder Messung.
        Du liest hier ja, dass diese Synonyme alternativ sind (durch Kommata und ein oder getrennt). Das bedeutet, dass ein Test die Qualität prüfen kann, oder eben auch die Leistung messen kann. Es bedeutet nicht, dass PCGH die komplette Qualitätssicherungsabteilung von Intel nachbauen muss, um ihre Veröffentlichung "Testergebnis" nennen zu können.

        Es ist auch die falsche Ebene, an der Du ansetzen möchtest. Die gesetzliche Gewährleistung schiebt die Haltbarkeitsfrage ganz klar auf den Verantwortlichkeitsbereich des Herstellers. Er hat somit sicherzustellen, dass das Produkt 2 Jahre lang hält.
        Wenn wir als Gesellschaft feststellen, dass allgemein oder für manche Produkte 5 oder gar 10 Jahre Gewährleistung passender wären, weil Produkte zunehmend absichtlich so optimiert werden, dass sie nur noch wenige Jahre halten, und bei 5-10 Jahren Gewährleistung nur sehr geringfügig teurer wären, dann sollten wir selbst unsere Gesetze ändern.

        Wenn AMD oder Intel ihre Qualitätssicherung z.B. freiwillig auf 10 oder 20 Jahre hochfahren, dann können sie ja eine entsprechende Garantie geben, oder zumindest damit werben, dass das Produkt so getestet wurde.
        Es gibt zum Beispiel einen deutschen Waschmaschinenhersteller, der die eigenen Produkte auf 20 Jahre Betrieb testet und auch damit wirbt, ohne dass er selbst für das Gerät dann auch 20 Jahre Garantie gibt. Angenommen, das Gerät läuft tatsächlich 20 Jahre und man entscheidet sich für ein Billigprodukt und hat maximales Pech, dann hat man sich in dem Zeitraum eventuell 10 Mal ein halb so teures Gerät gekauft, das nach 2 Jahren den Geist aufgibt und somit insgesamt fünfmal so viel Geld für die gleiche oder eine gar schlechtere Leistung ausgegeben.
      • Von Homerclon Volt-Modder(in)
        Zitat von kawanet
        Wünschenswert wäre, wenn mit dem Begriff Test nicht derart inflationär umgegangen wird. Denn ein Test, der dem auch tatsächlich gereicht wird, sollte auch Langzeitstabilität nicht außer Acht lassen.
        Dann würde man heute aber erst den Test zu Sandy Bridge lesen können ...
      • Von Gast1717146601
        Zitat von Schnitzelnator
        Aber zu fordern...
        Zitat von kawanet
        Wünschenswert wäre...
        Ein Test ist ein methodischer Versuch, mit dem festgestellt werden soll, ob Eigenschaften oder Leistung einer Sache, einer Person oder einer Hypothese den Erwartungen entsprechen. So steht Test teilweise als Synonym für die Qualitäts- oder Endprüfung, Erprobung oder Messung. Je wirklichkeitsnäher die Testbedingungen sind, desto aussagekräftiger ist der Test.

        Quelle: Wiki

        Zumal bereits seit längerem bekannt ist, dass die betroffenen Probanden häufig außerhalb der Spezifikationen ( die im Übrigen sehr schwammig formuliert sind) betrieben werden.

        mit frdl. Gruß
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