[19/09/2014] Intels Verzug bei 10 nm... ist die spannendste Halbleiter-Story des Jahrtausends. Große Pläne, große Versprechungen und ganz große Bruchlandungen; der Absturz vom beinahe einzigen CPU-Hersteller am Beginn der 14-nm-Generation zum Schlusslicht an deren Ende; der (laut Intel-Angaben) größte Fertigungssprung seit (vermutlich) Jahrzehnten, der ein Jahr nach der „Markteinführung“ (mit gefühlt drei Cannonlake-Exemplaren) nur Nachteile bringt – in der ganzen Branche gibt es keine epischere Tragödie. Leider weiß niemand, wie genau die Handlung dieses Dramas aussieht. Intels „wir waren überambitioniert“ ist jedenfalls nur ein winziger Teil des Puzzles. Ja, der 10-nm-Node war aggressiv. Aber in zwei Jahren den Fortschritt von drei Jahren zu versuchen, führt nicht direkt zu fünf Jahren ohne Fortschritt. Intel hatte mehrfach 10-nm-CPUs kurz vor der Serienreife – um dann sechs Monate vor Marktstart zu bemerken, dass man keine 10-nm-Fab hat? Bullshit. Da gab es eine ganze Reihe von Fehlern, die lange unbemerkt blieben. Leider erzählt niemand, welche es waren – und werden es auch nie erfahren. Dafür haben wir jetzt zwei weitere Zeiteinheiten: „Destkop-10-nm“ ist immer „in gut einem Jahr“, das mobile-Gegenstück immer „in 6 Monaten“. Das gilt 2019 genauso wie 2016 und reiht sich damit ein in die Fusions-Konstante („Kraftwerke in 30 Jahren“, gilt seit den 1950ern), die OLED-Konstante („Massenmarkt-Monitore in 2 Jahren“ gilt seit 2004) und die Squadron-42-Konstante (erst kurz dabei, aber immer „in 9 Monaten fertig“).