Gefälschte CPUs: Intel warnt vor erhöhtem Aufkommen, Betrüger setzen auf neue Fälschungsmethoden

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Gefälschte CPUs: Intel warnt vor erhöhtem Aufkommen, Betrüger setzen auf neue Fälschungsmethoden (1)
Quelle: PC Games Hardware

Aktuell warnt Intel vor einem verstärktem Aufkommen gefälschter Prozessoren aus China. Neben den gewohnten und leicht erkennbaren Fälschungen seien dort derzeit auch Fake-CPUs mit modifizierten PCBs im Umlauf.

Gefälschte Hardware treibt schon seit Jahren ihr Unwesen. Insbesondere auf digitalen Marktplätzen ist die häufig anzutreffen. Besonders viele Angebote finden sich auf chinesischen Schnäppchenportalen, doch auch bei Amazon kann man Betrügern in die Falle tappen.

Während gefälschte Grafikkarten leicht zu erspähen sind, sieht es bei Prozessoren anders aus. Dort ist die Produktfälschung erst dann zu erkennen, wenn es eigentlich schon zu spät ist. Bislang bedienten sich die Betrüger allerdings eher simple Methoden. Entweder wurden passende Heatspreader auf alte Prozessoren montiert, die Beschriftung abgeschliffen und ein neuer Druck mit aktueller Bezeichnung aufgebracht oder schlichtweg ein billiger, transparenter Sticker aufgeklebt. Die Fälschungen passen in der Regel nicht auf die Sockel aktueller CPUs, sodass sie gar nicht erst zum Einsatz kommen.

Aktuelle Fälschungen von Intel-CPUs verwenden modifiziertes PCB

Bei einer neuen Masche sieht das allerdings gänzlich anders aus. So kursieren derzeit Produktfälschungen von Intel-CPUs, bei denen modifizierte PCBs zum Einsatz kommen. Deren Pinouts stimmen mit den Originalen Prozessoren der achten beziehungsweise neunten Generation Core-Generation von Intel überein. Zugleich wurden die IDs und Seriennummern auf den Heatspreadern auf die entsprechenden Pendants abgestimmt. Weggelassen wurde jedoch das entscheidende Bauteil in Form des Die, sodass die Fälschungen lediglich aus dem nackten PCB mit aufgeklebtem Heatspreader bestehen.

Gefälschte Intel-CPU ohne Die Quelle: Facebook Gefälschte Intel-CPU ohne Die

Abseits aktueller Medienberichte weist Intel selbst darauf hin, dass momentan verstärkt Produktfälschungen in China im Umlauf seien. Dort hätten insbesondere Wiederverkäufer und Ladenbesitzer zuletzt versucht, größere Mengen an gefälschten Intel-Prozessoren gegen Originale umzutauschen.

Endverbraucher sollten laut dem Chiphersteller daher aktuell besonders auf der Hut sein, insofern Prozessoren nicht über offizielle Verkaufskanäle erstanden werden. Die sollten die Käufer im Idealfall auch nutzen, wenn es ihnen möglich ist. Im Klartext bedeutet das, dass man etwa vom Kauf bei Drittanbietern via beispielsweise Amazon absehen sollte. Auch besondere Schnäppchenpreise können ein Indiz für unseriöse Angebote sein, während Anbieter aus China vorübergehend lieber gemieden werden sollten.

Intel unterstreicht indessen, dass man Produktfälschungen nicht umtausche. Zusätzlich behält sich der Chiphersteller vor, rechtliche Schritte gegen Anbieter der falschen Prozessoren einzuleiten.

Quelle: via wccftech.com

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    • Kommentare (31)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von wurstkuchen
        So ein Unfug, der der die "gefälschte" CPU dann bekommt kann die ja einfach zurückgeben ohne Gründe sogar, wenn er die im Internet gekauft hat.
        So wird das in einigen Fällen möglicherweise sogar laufen: Kunde #2 kann mangels Austauschware nicht feststellen, ob seine neue "CPU" oder sein neues Mainboard defekt ist. Wenn er beides bei unterschiedlichen Händlern bestellt hat und sich den Support-Ärger nicht antun möchte, wird er beides wegen "nicht Gefallen" zurückschicken, ehe die 14-Tage-Frist verstreicht und Rückgaben für ihn aufwendiger werden. In Folge geht die gefälschte CPU dann in der nächsten Runde an Kunde #3, möglicherweise sogar an #4 und der Betrüger #1 lässt sich überhaupt nicht mehr ermitteln.

        In den letzten 10-15 Jahren hört man aber kaum noch von gefälschten CPUs, die über niedergelassen deutsche Händler verteilt wurden. Vereinzelt gibt es Ebay-Fälle (gefälschte Grafikkarten sind zahlreich, aber die funktionieren und sind nur langsamer, sodass der Betrug Laien nicht auffällt), aber eigentlich stammen alle derartigen Meldungen aus Ostasien. Möglich, dass fehlender Käuferschutz die Betrügerein dort deutlich erleichtert. Es reicht ja schon wenn die Beweislast immer beim Kunden liegt.
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von wurstkuchen
        So ein Unfug, der der die "gefälschte" CPU dann bekommt kann die ja einfach zurückgeben ohne Gründe sogar, wenn er die im Internet gekauft hat.
        So wird das in einigen Fällen möglicherweise sogar laufen: Kunde #2 kann mangels Austauschware nicht feststellen, ob seine neue "CPU" oder sein neues Mainboard defekt ist. Wenn er beides bei unterschiedlichen Händlern bestellt hat und sich den Support-Ärger nicht antun möchte, wird er beides wegen "nicht Gefallen" zurückschicken, ehe die 14-Tage-Frist verstreicht und Rückgaben für ihn aufwendiger werden. In Folge geht die gefälschte CPU dann in der nächsten Runde an Kunde #3, möglicherweise sogar an #4 und der Betrüger #1 lässt sich überhaupt nicht mehr ermitteln.

        In den letzten 10-15 Jahren hört man aber kaum noch von gefälschten CPUs, die über niedergelassen deutsche Händler verteilt wurden. Vereinzelt gibt es Ebay-Fälle (gefälschte Grafikkarten sind zahlreich, aber die funktionieren und sind nur langsamer, sodass der Betrug Laien nicht auffällt), aber eigentlich stammen alle derartigen Meldungen aus Ostasien. Möglich, dass fehlender Käuferschutz die Betrügerein dort deutlich erleichtert. Es reicht ja schon wenn die Beweislast immer beim Kunden liegt.
      • Von wurstkuchen BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von Pu244
        6: der Kunde reklamiert die CPU, sie wird zu Intel eingeschickt
        7: es kommt heraus, dass die CPU gefälscht ist, der Kunde hat den Ärger
        So ein Unfug, der der die "gefälschte" CPU dann bekommt kann die ja einfach zurückgeben ohne Gründe sogar, wenn er die im Internet gekauft hat.
      • Von Amigo Volt-Modder(in)
        Zitat von wurstkuchen
        So ein Unfug. Wo solln die denn herkommen? Niemand kauft CPUs auf Wochenmärkten oder Wühltischen. Vielleicht in Russland oder Polen aber doch nicht hier.
        Hey, bissl netter, ist ja fies! Auch im Schland gibt es HW auf Wochenmärkten und Wühltischen...
      • Von Pu244 Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von wurstkuchen
        So ein Unfug. Wo solln die denn herkommen? Niemand kauft CPUs auf Wochenmärkten oder Wühltischen. Vielleicht in Russland oder Polen aber doch nicht hier.
        Mal ganz ausführlich für dich:

        1: der Betrüger kauft die gefälschten CPUs in China
        2: der Betrüger kauft die echte CPU bei einem renommierten Händler (Mindfactory, Amazon, Alternate, Caseking)
        3: der Betrüger schickt die gefälschte CPU zurück und behält die echte
        4: die gefälschte CPU kommt zu den anderen CPUs
        5: ein Kunde bestellt die CPU und erhält die Fälschung
        6: der Kunde reklamiert die CPU, sie wird zu Intel eingeschickt
        7: es kommt heraus, dass die CPU gefälscht ist, der Kunde hat den Ärger
        8: der Betrüger ist über alle Berge
      • Von Rotkaeppchen
        Zitat von PCGH-Redaktion
        Jetzt ist Ihre Meinung gefragt zu Gefälschte CPUs: Intel warnt vor erhöhtem Aufkommen, Betrüger setzen auf neue Fälschungsmethoden
        Intel scheint beim 0nm Prozess angekommen zu sein.
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