Intel: 20-Mrd.-Investment für Fabriken und Foundry-Pläne
Intel hat einen Webcast veranstaltet, in dem der neue CEO Pat Gelsinger die Pläne umrissen hat, wie Intel zurück zum Technologieführer der Branche will. 20 Milliarden USD für Fabriken und Prozesstechnologien sollen es richten. Das Investment soll auch über den Verkauf von Kapazitäten an Kunden eingespielt werden - Intel wird damit zum (Teilzeit-)Auftragsfertiger.
Intels neuer CEO Patrick Gelsinger hat in einem Webcast den "Schlachtplan" präsentiert, wie er das Unternehmen zurück in die Erfolgsspur führen will. Erfolgreich war Intel eigentlich auch zuletzt, wenn man sich die ökonomischen Zahlen anschaut, aber bei Produktion und CPU-Architektur gibt es angesichts des Wettbewerbes durchaus Verbesserungsbedarf. Insbesondere beim Thema Produktionsprobleme scheint man bei Intel, wo man gerne der Technologieführer sein möchte, endlich einen Schlussstrich ziehen zu wollen.
Und so kündigte Pat Gelsinger an, dass Intel 20 Milliarden US-Dollar in neue Fertigungstechnologien und -standorte investieren will. Das Geld soll in eine bestehende Fab in Irland investiert werden, die auf 7 nm umgerüstet wird, sowie in zwei neue Standorte nahe der Fab 42 in Chandler, Arizona, USA, wo schon vier Linen stehen und welche die ausgelasteten Kapazitäten erhöhen sollen. Wie schnell diese in Betrieb gehen, hängt auch vom einzigen Ausrüster für die notwendigen EUV-Belichtungsmaschinen ab - ASML.
Zudem prüft Intel weitere Standorte in Europa, da die EU finanzielle Anreize bietet, um mehr Chipfertigung anzusiedeln. Bis 2030 will Intel 20 Prozent seiner Kapazität in der EU installieren. 1.600 neue Arbeitsplätze sollen entstehen und die Investitionen auf das Umfeld wie das Baugewerbe abstrahlen, so Christin Eisenschmid (VP, Geschäftsführerin der Intel Deutschland GmbH und Direktorin für weltweite Regierungsbeziehungen).
Intel wird zur Foundry: IDM 2.0
Die hohen Investitionen in die Fabriken, insbesondere die beiden neuen Standorte, sollen teils auch über Aufträge eingespielt werden. Der Markt für Auftragsfertigung ist zurzeit aufgrund der knappen Kapazitäten sehr lukrativ und Intel möchte einen Teil des Kuchens mit den Intel Foundry Service mitnehmen. Das geht aber nicht ohne Anstrengungen: Intel muss Werkzeuge für Kunden liefern, die die möglichst einfach nutzen können. Dazu verpartnert man sich mit Cadence und Synopsys, um die EDA-Tools zu liefern. Intel nennt nämlich unter anderem Qualcomm und Apple als potenzielle Kunden und das, die eben keine x86-Architektur vertreiben. Andererseits ist Intel spätestens seit der Altera-Übernahme auch selbst in anderen Gewässern unterwegs. Das ist zwar alles in der Intel-Welt nicht ganz neu, verdeutlicht aber den Umbruch.
Zeitgleich steht das bereits verkündete Vorhaben, dass Intel sich auch die Expertise von Auftragsfertigern zunutze machen will. Was man nicht selbst produzieren kann oder will, soll von extern kommen. Intel kaufte Fertigungskapazitäten zwar schon länger extern zu, von um 20 Prozent war einmal die Rede, aber produziert wurden da keine High-End-Chips. Intel sagt klar, dass künftig grundsätzlich alle Prozessoren und Grafikchips auch außer Haus produziert werden können und sollen, wenn sich die Notwendigkeit ergibt. Gleichzeitig betont Intel, dass die eigene Fertigung einen hohen Stellenwert im Unternehmen genießt, man keinesfalls den Fabless-Weg gehen will und fest an die Expertise eines möglichst vertikal integrierten Unternehmens glaubt. Mit der neuen Strategie, so könnte man es wohl verstehen, verschafft sich Intel mehr Flexibilität im schnell wandelnden Halbleitermarkt.
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Umbruch bei Intel: The Wall, Part 2
Pat Gelsinger scheint als neuer CEO alte Mauern niederreißen zu wollen, an denen andere Manager zuvor gescheitert waren. Selten dringen Details nach außen, aber auf der Straße sagt man sich, dass unter anderem Jim Keller entsprechende Vorschläge gemacht hat und damit beim alten Management auf taube Ohren stieß, was dann letztlich zum Abgang geführt haben soll. Gelsinger galt schon einmal als CEO-Anwärter bei Intel, da zog man damals aber Paul Otellini vor. Für Beobachter sind die Änderungen im Intel-Universum teils so progressiv, dass der Marketing-Spruch "Intel Unleashed" gar nicht mal so verrückt klingt.
Das Problem bei Intel war zuletzt allerdings nicht nur die Fertigung, sondern auch AMD. Da hat man mit der Zen-Architektur und etwas Geduld Intel "kalt erwischt". Wer sich einen Spaß erlaubt, fühlt sich vielleicht an ein Reh im Scheinwerferlicht erinnert. Intel schmerzt die Situation sicher mehr als die Fan-Lager, die sich in den Haaren liegen; und so muss lösungsorientiert gearbeitet werden: Es entsteht eine Kooperation mit IBM im Bereich Chip-Performance und -Packaging. Ins Detail ging man hier nicht, aber beide Unternehmen werden ihre Forschungsbemühungen und Technologien in die Waagschale werfen, um die Produkte zu verbessern und sich Vorteile zu verschaffen.
Und letztlich wurde auch das IDF (Intel Developer Forum) wiederbelebt; oder zumindest eine Veranstaltung in dessen Sinne namens "Intel's *on". Im Oktober 2021 soll das in San Francisco stattfinden, insofern die Lage um Corona das zulässt; zur Not eben digital.

Die Investitionskosten sind natürlich sehr hoch. Aber ich denke auf Dauer wird es dann besser laufen bei Intel.
Die Autonomie ist natürlich dazu goldwert und sogar Subventionen wert, da man im Ernstfall einfach die Idioten(Ländereien), welche aus Gier ausgelagert haben, im Regen stehen laßen kann. Siehe derzeit. Aber das wissen wir beide natürlich, da es faktisch ist, Du mehr als meine Wenigkeit, die Dir nur fragestellend und nacharbeitend eigentlich beipflichtet.
Für? Eventuell AMD?
Gewinn Intel 2020 - 20,9 Mrd. $
Gewinn AMD 2020 - 2,49 Mrd. $
Puh, da wird die Lisa sich nicht drüber freuen. Mit so viel Kohle kann man einiges bewegen.
Auch Intel: Hey Apple, wanna cooperate?
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