Intel macht Verlust: Desktop-Markt stürzt ab, Grafiksparte immer noch tiefrot

48
News Thilo Bayer Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Intel macht Verlust: Desktop-Markt stürzt ab, Grafiksparte immer noch tiefrot 
Quelle: imgur.com

Pessimisten erwarteten bereits, dass Intel, AMD und Nvidia schwache Zahlen vorlegen würden. Intel legt nun vor und muss heftige Einbrüche bei Umsatz und Gewinn erklären.

Das letzte Quartal 2022 und auch das Gesamtjahr liefen für Intel alles andere als rund. Am gestrigen Abend musste Intel-CEO Pat Gelsinger gute Miene zum bösen Spiel machen und heftige Verluste erklären.

Heftige Einbrüche im Desktop-Markt

Im Q4 setzte Intel gut 14 Mrd. US-Dollar um, das bedeutet ein Minus von 32 Prozent zum vergleichbaren Vorjahresquartal, wo man noch 20,5 Mrd. US-Dollar umsetzte. Die wichtige Bruttogewinnmarge stürzte von 53,6 Prozent im Vorjahr auf nun 39,2 Prozent ab. Der Gewinn drehte von 4,6 Mrd. USD im Q4 2021 nun sogar auf ein Minus von 660 Mio. USD. Damit war Intel nahe dran am schlechtesten Quartal, wenn man nur auf den Gewinn schaut. Das Gesamtjahr sah nicht viel besser aus. Insgesamt schaffte man einen Umsatz von 63,1 Mrd., immerhin knapp 16 Mrd. weniger als 2021 - ein Minus von 20 Prozent. Der Gewinn sank um satte 60 Prozent von 19,9 Mrd. auf 8,0 Mrd. USD.

Am härtesten traf es die Client Computing Group, wo unter anderem Desktop-CPUs verbucht werden. Hier stürzte der Umsatz von 10,3 Mrd. im Q4 2021 auf jetzt 6,6 Mrd. USD ab. Das ist ein Minus von 36 Prozent. Im Gesamtjahr ging es immer noch 23 Prozent runter. Aber auch Datacenter und AI musste einen Quartalsrückgang beim Umsatz von 33 Prozent verkraften. Die Grafiksparte legt beim Umsatz zwar leicht zu, mit insgesamt 837 Mio. Umsatz für 2022 bleibt Arc und Co. aber wirtschaftlich gesehen nur ein Nebenschauplatz. Und damit verdient Intel auch weiter kein Geld: Insgesamt macht die Sparte 2022 heftige 1,7 Mrd. US-Dollar operativen Verlust.

Empfohlener redaktioneller Inhalt [EMBED_URL] An dieser Stelle finden Sie externe Inhalte von [PLATTFORM]. Zum Schutz Ihrer persönlichen Daten werden externe Einbindungen erst angezeigt, wenn Sie dies durch Klick auf "Alle externen Inhalte laden" bestätigen: Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit werden personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.
Externe Inhalte Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Die Aussichten für das erste Quartal 2023 sind auch nicht wirklich gut. Intel rechnet mit weiteren Rückgängen und nur noch 10,5 - 11,5 Mrd. US-Dollar Umsatz, das wäre ein Minus von gut 40 Prozent zum Q1 2022. Intel stellt auch einen Quartalsverlust in Aussicht. Trotzdem verbreitet die Pressemeldung Optimismus. Man habe trotz des Gegenwindes am Markt "gute Fortschritte bei der strategischen Transformation" geschafft. Bis Ende 2025 möchte man 8-10 Mrd. US-Dollar einsparen, es dürften also weitere Entlassungen ins Haus stehen.

Wie sehen Sie die Entwicklung bei Intel? Nutzen Sie die Kommentarfunktion und teilen Sie uns Ihre Meinung mit. Zum Kommentieren müssten Sie auf PCGH.de oder im Extreme-Forum eingeloggt sein. Sollten Sie noch keinen Account haben, könnten Sie über eine Registrierung nachdenken, die viele Vorteile mit sich bringt.

48
    • Kommentare (48)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von PCGH_Thilo Lötkolbengott/-göttin
        Aktuell werden deutliche Kürzungen bei Gehältern und Boni bei Intel vermeldet.
      • Von Bärenmarke BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von Rollora
        sorry, bin eigentlich in der Arbeit und nur abgelenkt. Habs nicht genau gelesen
        Kein Problem, ich bin aktuell auch sehr busy

        Zitat von Rollora
        Davor wärs aber mal gut, das ganze zum wachsen zu bringen.
        49% von einer Foundry in der aktuellen größe ist nicht viel Geld. Aber wenn das Ding jetzt 3 Jahre lang wächst sind ganz andere Summen möglich
        Jain, die 49% wären ja nur auf der EK Seite, mit der Vorraussetzung, dass intel die Mehrheit behalten möchte. Dazu kann man sich ja noch entsprechend FK mit ins Boot holen, die Frage ist nur mit welchem Wert könnte man das Foundrygeschäft überhaupt ansetzen?

        Zitat von Rollora
        jap. Wobei das gar nicht mal so viel ist heutzutage, wenn man bedenkt was TSMC so investiert und was Intel in den letzten Jahren an Geld geschöpft hat
        Ich weiß, was TSMC und Samsung investieren ist eine andere Hausnummer. Das war jetzt von mir auch nur mal eine in den Raum geworfene Zahl, damit man eine Grundlage hat, diskutiert sich damit einfach besser, wie wenn man nur Prozentangaben hat.
        Aber ich finde es schon sehr interessant zu wissen, mit wie viel Milliarden sie das Foundrygeschäft bewerten könnten?
        Weil das Problem bei Konzernen wie intel ist ja immer das Klumpenrisiko wie es auch VW hat, spalte ich alles auf, erziele ich höhere Werte wie der Konzern, der alle Werte vereint.

        Zitat von Rollora
        Ja, kann durchaus Sinn machen. Warten wir mal ab.
        Ich hab ja auch geschrieben, dass ichs mir nicht vorstellen kann. Also damit ist nicht gemeint, dass es nicht realistisch ist. Mein Hirn ist einfach nicht flexibel genug das nach all den Jahrzehnten die wir mit Intel zusammenarbeiten einfach so zu "akzeptieren"
        An Veränderungen gewöhnt man sich nicht immer leicht. Wenn sie das machen, ist halt die große Frage wie sie es mit der Zusammenarbeit machen. Weil man kann es ja gut und weniger gut umsetzen
        Aber ich denke mal die nächsten Jahre müssen sie aufjedenfall eine Entscheidung treffen, welchen Weg sie einschlagen wollen und das mit einem starken Statement zementieren.
      • Von XXTREME Lötkolbengott/-göttin
        Das ist genau das was so Riesen ab und an mal brauchen. Einen fetten Schuss vor den Bug. Mein Mitleid hält sich "ark" ( ) in Grenzen.
      • Von RyzA Flüssigstickstoff-Guru (m/w)
        Zitat von PCGH_Thilo
        Da wurden sie ja auch als Erstes angeboten, wäre also kein Wunder.
        Vielleicht sind die in großen Teilen dort aber auch nicht so anspruchsvoll?
        Und brauchen nicht unbedingt Highend für ihre Spiele.
        Anders kann ich mir nicht erklären, warum Intel den Markt als erstes ausgewählt hat.
      • Von PCGH_Thilo Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von RyzA
        Die Intel Grafikkarten verkaufen sich auf dem asiatischen Markt besser, oder?
        Da wurden sie ja auch als Erstes angeboten, wäre also kein Wunder.
      Direkt zum Diskussionsende
  • Print / Abo
    Apps
    PCGH Magazin 08/2026 PC Games 08/2026 play5 08/2026 N-Zone 08/2026 Linux Magazin 08/2026 LinuxUser 08/2026 Raspberry Pi Geek 09/2026
    PC Games Hardware PC Games Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk