Intel Meteor Lake vs. Ryzen 7: Großes Lob und leise Enttäuschung mischen sich unter Linux
In einem groß angelegten Test unter Linux kann Intels Meteor Lake zwar bei der iGPU auftrumpfen, unterliegt einem AMD-Pendant aber bei der CPU-Leistung.
Im PCGH-Test konnte Intels neue Core-Ultra-100-Reihe aus der Meteor-Lake-Generation unter anderem bereits ihre Leistung unter Windows mit bis zu zweimal mehr Grafikleistung darbieten und die Fachseite Phoronix hat nun kürzlich die Linux-Performance der neuen Mobilprozessoren unter die Lupe genommen. Dabei ließ man Notebooks mit einem Intel Core Ultra 7 155H (6P + 8E + 2LPE) gegen einen AMD Ryzen 7 7840U (8C) aus der 28-Watt-Klasse in 370 Benchmarks unter Ubuntu 23.10 mit Linux-Kernel 6.7 gegeneinander antreten.
Bei den CPU-Benchmarks, in denen der Ryzen 7 7840U in 80 Prozent der Fälle die Nase vorne hatte, gab es im geometrischen Mittel einen Vorsprung von 28 Prozent gegenüber dem Intel Core Ultra 7 155H. Für den Ryzen 7 7840U wurden in den Standardeinstellungen des jeweiligen Notebooks ein ähnlicher oder geringerer Stromverbrauch wie beim Core Ultra 7 155H verzeichnet, jedoch neigte letzterer zu deutlich höheren Leistungsspitzen.
Intel Meteor Lake: Bei der GPU-Performance vorne
Beim geometrischen Mittel aller OpenGL/Vulkan-Benchmarks mit den integrierten Grafikeinheiten der Prozessoren lag der Core Ultra 7 155H im Durchschnitt unterdessen etwa 8 Prozent vor der Radeon 780M (12 CUs) auf RDNA-3-Basis beim Ryzen 7 7840U. Verglichen mit der älteren Iris Xe-Grafik (96 EUs) bei einem Core i7-1280P aus der Alder-Lake-Generation konnte die neue Meteor-Lake-Grafik (8 Xe) unterdessen um 62 Prozent zulegen. Die Leistung der neuen Arc-Grafik wird daher im Test auch als fantastisch bezeichnet und habe die Erwartungen übertroffen, während CPU-Leistung von Meteor Lake eine Enttäuschung sei.
Intel Core Ultra vs. AMD Ryzen 7: Testproblematik
3dcenter.org weist bezugnehmend allerdings auf eine Testproblematik und die schwere Vergleichbarkeit bei Laptops in Bezug auf TDP und RAM hin: Trotz der 28-Watt-Angabe der CPU-Hersteller standen sich im konkreten Fall der neue Intel-Prozessor mit 45/55-W-Powerlimits samt LPDDR5-6400 und der AMD-Prozessor mit 35/51-W-Powerlimit samt DDR5-5600 gegenüber, was nur über die Webseiten der Notebook-Hersteller zu erfahren war.
Dementsprechend sehe das Ergebnis der CPU-Tests noch einmal beeindruckender für AMD aus, da dieser das klar bessere Performance-Ergebnis noch mit niedrigerem Powerlimit erzielte. Auch die Differenz bei den Speichertaktungen wäre bei den iGPU-Tests demnach erwähnenswert gewesen und angesichts des eher geringen Performance-Unterschieds bei den iGPU-Benchmarks sogar relevant für das Ergebnis.

Fertigungsbereinigt wirft das trotzdem kein schlechtes Licht auf das Konzept von Meteor Lake. Denn während die Kerne aus vergleichbaren Prozessen stammen (siehe unten) und die IGP nur minimal schlechter ist (N5 vs. N4), wird der SoC (und damit die LPEs) nur in N6 gefertigt.
(und was soll das "mal wieder".
Es gab lange Zeit eine branchenweite Normung, in der die Eckgrößen der kommenden Nodes abgesprochen wurden. Diese ITRS-Roadmap lief mit "22 nm" aus, wobei "14 nm" aber schon recht klar umgrenzt war. Danach hat Intel die Bezeichnung einfach weitergeführt: "10 nm" war ein Full-Node nach "14 nm", "7 nm" wäre ein Full Node nach "10 nm" gewesen, mit einem Viertel des Flächenverbrauchs von "14 nm". Bzw. die Überstreber von Intel haben natürlich wieder versprochen, etwas mehr als zwei Halbierungen zu liefern. Da man, als sich das Ding endlich mal der Fertigstellung näherte, aber als Foundry aufzutreten begann und "7 nm" da keinen mehr interessiert hat, hat man ihn in "Intel 4" umbenannt.
TSMC dagegen haben ihren 10-nm-Node nicht auf die Reihe bekommen und praktisch komplett eingestampft zugunsten einer Neuauflage mit EUV. Da sie 10 nm ohne EUV aber schon angekündigt hatten und es sowieso keine Vorgaben mehr gab, wurde dieser 10-nm-EUV-Node einfach als "N7" vermarktet, ohne die Transistordichte nennenswert zu steigern. Die verfeinerte, aber nicht verkleinerte Optimierung hieß dann "N6", der nächste Schrumpfungsschritt "N5" mit "N4" als Optimierungsphase.
tl;dr: Sowohl "Intel 4" als auch TSMC "N4" sind besonders feine Ausgaben des dritten Fullnodes nach "22 nm" und würden somit als "7+ nm" laufen, wenn man die ITRS-Roadmap fortgeführt hat. Stattdessen bildet sich jetzt aber ein neuer Branchenkonsenz rund um die geschönten Bezeichnungen von TSMC, nicht zuletzt auch weil Apple und ganz besonders AMD diese als "? nm" zum Gegenstand der Selbstdarstellung gemacht haben. (Ich für meinen Teil werde mich hüten, jemals ein "nm" hinter diese Ziffern zu schreiben, denn es gibt keinen physischen Bezug mehr, während zumindest Intel bis einschließlich "10 nm" – alias Intel 7 – tatsächlich auf Maße deuten konnte, die laut TEM 9,x nm betrugen.)
Phoenix versus Meteor Lake ist also ein Duell, dass sowohl hinsichtlich des Zielmarkts als auch der Fertigung vergleichbar und somit, meiner Meinung nach, extrem spannend ist. Schade, dass vergleichbare Geräte bei Laptops so selten zu finden sind. Aber es gibt Leute, die werden nächste Jahr volljährig und waren beim letzten Wettkampf dieser Art noch nicht einmal geboren. (Dezember 2006: 65-nm-Wettkampf zwischen Core 2 Duo Conroe und Athlon 64 X2 Brisbane. Danach hatte Intel 11 Jahre lang einen klaren und von 2017 bis 2019 mit Intel 14 nm versus Global Foundries 14 nm einen leichten Fertigungvorsprung, seit dem 2019er Wechsel auf TSMC lag umgekehrt AMD immer klar in Führung.)
Trotzdem ist das doch ein ganz schöner mis-match, wenn man allein dumpf über den Daumen gepeilt ~15% Dichteunterschied mit 27-38% Threadunterschied pariert.
Interessant wäre übrigens auch wie viel die MTL CPU im Idle oder bei geringer Last (Surfen, Video gucken, etc) verbraucht, vielleicht spielen da ja die 2 LPE Cores ihre Stärke aus. Ein reiner max Performance Test ist eben auch nur ein geringer Teil dessen was man am Laptop so alltäglich macht. Wenn einem lange Akkulaufzeit bei wenig Last wichtiger ist, dann könnte MTL durch ihre Architektur z.B. auch richtig gut sein.
Mal weitere Test abwarten.
Intel bleibt nun nix anderes übrig als mal die fertigung voran zu bekommen. Weil noch höhere allcore takt, nocb mehr Hitze und Stromverbauch das geht dann auch nicht mehr. Klar könnte Intel auf das pfeifen aber das wird nicht ohne Folgen sein. Zum schluss kommen sie mit noch mehr Brechstange daher. Die die Fläche von einer 13900k oder 14900k mit 6,5 GHz und mehr geht nicht mehr. Es sei denn man setzt 120 oder 130 grad als Standard und Stromverbauch von 450 bis 500 Watt als normal. Dann geht das schon. Aber damit holt man solche User wie mich nicht mehr ab. Das ist mir dann ja eh schon zu hart. Damit kann man also keine neuen verkaufarekorde mehr machen. Intel kommt nicht drum rum ihre fertigung in den griff zu bekommen also die kleineren. Denn ich sehe da keine Sprünge mehr sonst.
Intel hat die 10 nm schon bis zum Anschlag ausgelastet. Ob da noch so große Sprünge zu erwarten ist, das wird sich zeigen.
Die Sprünge werden allerdings ohnehin immer kleiner. Wer glaubt mit einer kleineren fertigung eben mal mehr als 20 % alleine nur durch das zu schaffen das täuscht halt.
Selbar amd wird von 5 nm auf 4 nm auch keine riesigen Sprünge schaffen. Man sollte schon realistisch bleiben. Es gab ja Gerüchte das Zen 5 30 % mehr leistung zu Zen 4 schaffen sollte. Aber das ist wenn dann nur Wunsch denken. Geil wäre es ja schon aber wenn ich das bei jeder Anwendung erwarten würde, würde ich nur entäuscht werden.
Das zeigt, wann Intel mit solchen Aussagen herauskam und das ist ihr Marketing auch heute noch, oder nicht?
Ihre ganzen Aussagen, labeling und Vermarktung setzt auf die angeblichen Prämissen auf, die sie damals vorgeschoben haben.
Davon sind sie nicht abgekommen.
Der Bumerang kam schön zurück (wenn man sich nicht nur die "Historie" der letzten 3 Jahre anschaut).
Nö, ich störe mich daran dass ein Prozess-Vorteil als unwichtig dargestellt wird. Du hast nur die Thread Anzahl verglichen, das ist eben nicht die einzig wichtige Messeinheit wenn man Prozessoren vergleicht.
(Wobei ich rechnerisch nicht auf 20% Transistordichteunterschied komme, mit Deinen Angaben. Eher 14 bis 16% - je nachdem ob man von unten nach oben oder oben nach unten rechnet)
Trotzdem ist das doch ein ganz schöner mis-match, wenn man allein dumpf über den Daumen gepeilt ~15% Dichteunterschied mit 27-38% Threadunterschied pariert.