Intel-Fertigung erwartet 30 bis 50 Prozent mehr Transistoren pro Fläche, zehnmal höhere Dichte beim Interconnect

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Intels Fertigung hat viele Pläne für die Zukunft.
Quelle: Intel

Auf dem diesjährigen IEDM hat Intel die Weiterentwicklung der eigenen Fertigung umrissen. Durch gestapelte 3D-Transistoren erwartet das Unternehmen einen um 30 bis 50 Prozent gestiegene Transistordichte. Außerdem sollen bald mehr als zehnmal so viele Interconnects möglich werden wie noch in der aktuellen Fertigung.

Pünktlich zur 67. Ausgabe der Fachkonferenz IEDM hat Intel die Zukunft der eigenen Fertigung skizziert und dabei einige Prognosen aufgestellt. Nach 2025 soll sich demnach durch die Einführung von gestapelten 3D-Transistoren, auch als Nanoribbon oder GAAFET (Gate-All-Around-FET) bekannt, die Transistor-Dichte um weitere 30 bis 50 Prozent erhöhen.

Zusammen mit Verbesserungen auf anderen Gebieten soll das Mooresches Gesetz somit auch dann noch eingehalten werden. Für die weitere Zukunft, also für Sub-Nanometer-Prozesse, forscht Intel zudem am Einsatz neuer Materialien, um die Transistoren dann noch weiter verkleinern zu können. Bei zukünftigen DRAM-Produkten wird das Unternehmen etwas konkreter: Hier sollen in Zukunft ferromagnetische Materialien zum Einsatz kommen.

Nicht nur Transistoren im Fokus

Wesentlich mehr Änderungen als bei der Transistor-Skalierung erwartet Intel hingegen beim Packaging, das bei dem Unternehmen in den letzten Jahren stark im Fokus stand. Hier soll die neue Technik Foveros Direct für die Zukunft eine mehr als zehnmal höhere Kontaktdichte ermöglichen, wodurch sich mehr Möglichkeiten bei der Kombination von verschiedenen Chips auf dem selben Package ergeben dürften.
Intels Fertigung hat viele Pläne für die Zukunft. Quelle: Intel Intels Fertigung hat viele Pläne für die Zukunft. Auch beim Power-Management der eigenen Chips sollen neue Fertigungsprozesse helfen. Hier hebt Intel die erstmalige Integration von GaN-Transistoren auf Silizium-Wafern hervor. Dadurch sollen die für Leistungselektronik-Schaltungen guten Eigenschaften von GaN-Halbleitern mit den für Rechenschaltungen wichtigen Eigenschaften von Silizium verbunden werden. Hier werden leider keine konkreten Zahlenwerte geliefert, doch im Raum stehen Effizienz-Verbesserungen und eine Reduktion der notwendigen Bauteile auf dem Mainboard.

Auch spannend: Intel "accelerated": Neue Fertigung 2022 und 2023, 20 Ångström 2024

Zuletzt hat Intel außerdem noch die Wichtigkeit der Quantenforschung hervorgehoben, mit der sich Unternehmen momentan befasst. Hier stehen derzeit sowohl siliziumbasierten Lösungen als auch solchen auf Basis von winzigen Magneten im Raum. Diese sollen wohl die bisherige, rein elektrische Datenverarbeitung ersetzen. Konkrete Details bleibt Intel hier aber leider schuldig.
Durch gestapelte 3D-Transistoren will Intel den Flächenverbrauch weiter reduzieren. Quelle: Intel Durch gestapelte 3D-Transistoren will Intel den Flächenverbrauch weiter reduzieren. Quelle: Intel via Business Wire

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    • Kommentare (8)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        HBM ist im Prinzip auf solche Techniken (bzw. deren Gegenstücken von vor einigen Jahren) angewiesen, aber selbst eben nicht die Lösung sondern eher ein Beispiel für die einhergehenden Probleme. So, wie es aussieht, könnte Intel dieses Jahr zum größten HBM-Nutzer überhaupt werden (Sapphire Rapids und Ponte Vecchio zusätzlich zu den bestehenden FPGAs), eben weil sie EMIB schon seit längerem in Großserie haben (erster Masseneinsatz mit HBM müsste bei Kaby Lake G gewesen sein), während AMD und Nvidia immer noch auf teure, empfindliche, aufwendige Si-Interposter in voller Chipgröße angewiesen sind.

        Zitat von Rollora
        Und eine Frage an die Experten: wenn die Dichte der IO (etwa Speicherinterfaces) um den Faktor 100 erhöht wird - diese konnte mit den aktuellen Prozessen ja stets am wenigsten erhöht werden - heißt das nicht auch, dass sich daraus wieder ein Thermischees Problem (Energie/Hitzedichte) ergeben könnte?
        Du betrachtest die Rückseite der Medaille:
        Man will die immer kleineren Interconnects, um im Nahbereich/zwischen sich berührenden Chips Anbindungen mit geringem Energieverbrauch hinzubekommen. Bislang sind so leistungsfähige Interfaces nicht nur eine technisches oder ein Latenzproblem, sondern vor allem auch ein energetisches. Z.B. AMDs IF viermal so breit auszulegen, wäre keine Schwierigkeit, aber bereits in seiner heutigen Form trägt es ordentlich zum Stromverbrauch der Chips bei und bei einer weiteren Skalierung muss man aufpassen, dass die Kosten nicht den Nutzen übersteigen. Intel dagegen scheint bei Sapphire Rapids via EMIB eine Lösung gefunden zu haben, um die bisherigen Chip-internen Kommunikationsmethoden beinahe unverändert von einem Stück Silizium aufs andere zu routen.
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        HBM ist im Prinzip auf solche Techniken (bzw. deren Gegenstücken von vor einigen Jahren) angewiesen, aber selbst eben nicht die Lösung sondern eher ein Beispiel für die einhergehenden Probleme. So, wie es aussieht, könnte Intel dieses Jahr zum größten HBM-Nutzer überhaupt werden (Sapphire Rapids und Ponte Vecchio zusätzlich zu den bestehenden FPGAs), eben weil sie EMIB schon seit längerem in Großserie haben (erster Masseneinsatz mit HBM müsste bei Kaby Lake G gewesen sein), während AMD und Nvidia immer noch auf teure, empfindliche, aufwendige Si-Interposter in voller Chipgröße angewiesen sind.

        Zitat von Rollora
        Und eine Frage an die Experten: wenn die Dichte der IO (etwa Speicherinterfaces) um den Faktor 100 erhöht wird - diese konnte mit den aktuellen Prozessen ja stets am wenigsten erhöht werden - heißt das nicht auch, dass sich daraus wieder ein Thermischees Problem (Energie/Hitzedichte) ergeben könnte?
        Du betrachtest die Rückseite der Medaille:
        Man will die immer kleineren Interconnects, um im Nahbereich/zwischen sich berührenden Chips Anbindungen mit geringem Energieverbrauch hinzubekommen. Bislang sind so leistungsfähige Interfaces nicht nur eine technisches oder ein Latenzproblem, sondern vor allem auch ein energetisches. Z.B. AMDs IF viermal so breit auszulegen, wäre keine Schwierigkeit, aber bereits in seiner heutigen Form trägt es ordentlich zum Stromverbrauch der Chips bei und bei einer weiteren Skalierung muss man aufpassen, dass die Kosten nicht den Nutzen übersteigen. Intel dagegen scheint bei Sapphire Rapids via EMIB eine Lösung gefunden zu haben, um die bisherigen Chip-internen Kommunikationsmethoden beinahe unverändert von einem Stück Silizium aufs andere zu routen.
      • Von Incredible Alk Flüssigstickstoff-Guru (m/w)
        Ja, wobei die Kontaktdichte bei HBM sehr viel kleiner ist als die von stacked cache.
      • Von RyzA Flüssigstickstoff-Guru (m/w)
        Zitat von Incredible Alk
        Das ist aber seit vielen Jahren Gegenstand der Forschung bei allen großen Halbleiterherstellern. Intel, AMD, Samsung, TSMC,... sind allesamt seit langem dran solche Packagingmethoden zu entwickeln (streng genommen ist der demnächst erscheinende Ryzen mit stacked extracache genau das).
        Ist das bei HBM Speicher nicht auch der Fall?
      • Von Incredible Alk Flüssigstickstoff-Guru (m/w)
        Zitat von raPid-81
        Haben die daran schon geforscht als sie noch eine "eigene" Fertigung (GF) hatten?
        Ja. R&D zu dem Thema bzw. einem fortgeschritteneren Packaging gabs schon zu Athlon/Phenom-Zeiten. Umgesetzt hatte es damals aber Intel beim Core2Quad.
      • Von raPid-81
        Zitat von Incredible Alk
        Intel, AMD, Samsung, TSMC,... sind allesamt seit langem dran solche Packagingmethoden zu entwickeln (streng genommen ist der demnächst erscheinende Ryzen mit stacked extracache genau das).
        AMD? Haben die daran schon geforscht als sie noch eine "eigene" Fertigung (GF) hatten? Weil aktuell verlässt sich AMD ja komplett auf Drittfirmen was Prozesse / Packaging angeht.
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