Intel Alder Lake als S, P und M? Angeblich auch Multi-Chip-Package
Alder Lake ist eines der heißen CPU-Themen, weil Intel seit Langem eine größere Änderung am bekannten Layout vornehmen könnte. Die Chips sollen laut einem Gerücht gleich als drei Versionen starten, S, P und M. Sie kombinieren jeweils unterschiedlich Core-, Atom- und Grafikkerne.
Alder Lake könnte eine der spannendsten Entwicklungen im Intel-Portfolio sein, weil die Gerüchteküche seit Wochen Informationen zu der Hybrid-CPU verrührt. Offenbar meint es Intel ernst mit dem auch bei ARM verwendeten Big-Little-Prinzip. Intel hatte die Existenz der Prozessoren selbst schon bestätigt. Alder Lake soll, sofern sie die Gerüchte bislang nicht verfolgt haben, neben DDR5 und PCI Express 4.0 auf dem Sockel LGA1700 Atom-Kerne mit Core-Kernen und einer integrierten Grafikeinheit vereinen. Aufgrund der unterschiedlichen Fähigkeiten bei den Befehlserweiterungen der Atom- und Core-Kerne ist das gar nicht so einfach. Laut Chiphell bringt Intel für den Desktop Golden Cove als große und Gracemont als kleine Kerne zusammen. Gracemont sei der Nachfolger von Tremont und unterstützt angeblich AVX-512-Instruktionen.
Laut neuesten Gerüchten soll es gleich drei Reihen an Alder-Lake-Prozessoren geben - Alder Lake S, P und M. Sie unterscheiden sich darin, wie die Kerne kombiniert werden. Alder Lake S soll in der Konfiguration 8+8+GT1 oder 6+0+GT1 angeboten werden. Die erste Zahl steht dabei für die großen Core-Kerne, die zweite Zahl für die kleinen Atom-Kerne und der dritte Begriff ist die Ausbaustufe der Grafikeinheit. Alder Lake P soll entsprechend in den Konfigurationen 2+8+GT2 und 6+8+GT2 verkauft werden und Alder Lake M soll als 2+8+GT2 in den Handel gebracht werden.
Für die Desktop-Plattform ist vor allem Alder Lake S interessant, der im Format 8+8+GT1 dann auch 125 Watt TDP verbrauchen dürfen soll. In Summe soll der Stromverbrauch aber außerhalb von Spitzenlastszenarien niedriger sein, weil man häufiger auf die stromsparenden Atom-Kerne zugreifen kann. Alder Lake P soll für kleine Server kommen. Denkbar, dass sie häufig in NAS-Systemen und dergleichen zu finden sein werden. Alder Lake M indes soll sich in Richtung Mobilgeräte oder Kleinst-Computer orientieren, etwa Intels NUCs.
Mehrere Prozesse möglich?
Es heißt zudem weiter, dass man sich durchaus mehrere Prozesse für Alder Lake vorstellen kann - auf einem Package. Das würde aber auch bedeuten, dass man statt einem einzelnen Chip ein Multi-Chip-Package bekommt, für die es dann auch wieder einen Kommunikationsbus geben muss. Die einfachste Version wäre, eine CPU samt IO in 10 nm auf dem Package zu haben und eine GPU in 14 nm. Eine solche Kombination wäre wirtschaftlich für Intel interessant, weil man die verhältnismäßig großflächige GPU von der CPU getrennt bekommt. Beides könnte relativ einfach mit PCI Express verbunden werden. Lagert man Teile des IO oder der Kerne aus, wird es schnell aufwendiger.
Quelle: PTT via Momomo_US, Videocardz

AVX-512 für Gracemont/Atom erscheint nicht wirklich plausibel und widerspricht der Zielsetzung dieser Mikroarchitektur. Hinzu kommt, dass in den geleakten Auszügen der Intel-Dokumentation explizit ausgewiesen wird: "The following instruction sets are available only when the big cores are enabled: AVX-512, TSX-NI, FP16 support"
Voraussichtlich war Lakefield in diesem Sinne der Testballon und man hat Microsoft die Scheduler-Anpassungen nicht zu sehr verkomplizieren wollen, sodass man dort AVX generell wie auch SMT auf dem Sunny Cove-Kern deaktivierte (wobei sicherlich auch das Power Envelop von 5 bis 7 W eine Rolle spielte). Für einen Desktop-Ableger käme so ein Vorgehen jedoch nicht infrage.
*) Ergänzend dazu, dass es schon vor einiger Zeit Gerüchte gab, die bzgl. Gracemont von einer "höheren Vektor-Performance" sprachen, was zumindest auf die Implementation von AVX (ggf. auch AVX2?) hinweisen könnte.