Intel Alder Lake-S: Neue CPU-Generation in Netzteilanforderungen gesichtet
Intels für 2021 erwartete Prozessorgeneration mit Codenamen "Alder Lake-S" ist in durchgesickerten Spezifikationsvorgaben für Netzteilhersteller aufgetaucht.
Bisherigen Informationen zufolge wird die nach dem Big-Little-Prinzip in 10 Nanometer konzipierte Alder Lake-S-Generation von Intel gegenwärtig für das zweite Halbjahr 2021 erwartet und soll vorher noch von "Rocket Lake-S" ein letztes Mal in 14 Nanometer debütiert werden. Gemeinsam sind die beiden kommenden CPU-Reihen nun gemäß eines offiziell erscheinenden Intel-Dokuments erstmals in den Spezifikationsvorgaben für Netzteilhersteller aufgetaucht, die der für seine Leaks bekannte Twitter-Nutzer "@momomo_us" veröffentlicht hat.
Diese Testpläne für Netzteile sind im Grunde genommen Entwürfe für die Motherboard- und Netzteilhersteller zur Vorbereitung auf die kommende Intel Core-Serie. Die Dokumente erwähnen direkt die 11. Generation der Core-Serie, was in diesem Zusammenhang Rocket Lake-S (Desktop) und Alder Lake-S bedeutet, wobei im letzteren Fall interessanterweise nicht explizit von der 12. Generation die Rede ist.
Die Testpläne sind in 300-, 350-, 400- und 450 Watt-Gruppen unterteilt, wobei letztere auch die Spezifikationen für Netzteile mit höherer Wattzahl widerspiegeln soll. Der Zweck der Vorgaben besteht darin, zu zeigen, welche Belastungskriterien von Intel für diese vier Netzteilgrößen als Teil des Testplans verwendet werden, während außerdem die empfohlenen Belastungswerte zwischen den sechs Spannungsschienen eines ATX-Netzteils bei den genannten Gesamtleistungspegeln angegeben werden.
Wie videocardz.com unter Berufung auf den Leak berichtet, scheint ein schneller Vergleich zwischen den Tabellen für die 11. und 12. zur 8. und 9. Generation zu bestätigen, dass die neueren Empfehlungen strenger sind. Für Endkunden sind die Werte in den Tabellen dabei auf den ersten Blick weniger relevant, da sie für die Hersteller gedacht sind, die die Richtlinien befolgen müssen, um die erforderlichen Zertifizierungen zu erhalten. Dabei zeigte sich in der Vergangenheit aber auch am Beispiel der "Haswell"-Generation, das ältere Netzteile mit neuen CPU-Generationen nicht unbedingt immer reibungslos zusammenarbeiten und dementsprechend durchaus auch beim Nutzer von Relevanz sein können.

Intel hat nach offiziellen Meldungen die 7nm-Einführung um ein halbes Jahr verschoben, nicht um ein halbes Jahrzehnt. Ist das eine Leseschwäche bei dir oder schlicht dein AMD/TSMC-Bias, der dich zwingt so einen Unsinn zu schreiben wie "bis mindestens Mitte/Ende der 2020er"? Aktuell wird man einfach abwarten müssen.
Mir ist es völlig unerklärlich, wie Intel derart heftig und nachhaltig auf die Schnauze fliegen konnten. Wir reden ja hier inzwischen über JAHRE. Das spricht auch nicht wirklich für Professionalität und gute Planung. Das kann unmöglich nur Pech gewesen sein, sondern da muss auch eine ganze Menge Unvermögen eine Rolle gespielt haben. Mit Pech lassen sich Verzögerungen von 6 bis 12 Monaten erklären, aber keine drei/vier/fünf Jahre andauernden Fertigungsprobleme.
Eine Leseschwäche kann ich bei mir auch nicht verorten. Ich zitiere gerade noch mal, was Intel im Original gesagt haben...
Einen TSMC-Bias kann ich als deren (sehr zufriedener) Aktionär allerdings nicht gänzlich abstreiten
Was den Rest Deines Posts angeht, so sehe ich das nicht so optimistisch (für Intel) bzw. pessimistisch (Annahme sehr später Zeitpunkte bei AMD). Es mag gut sein, dass Intel im Tiger Lake Segment einigermaßen wird mithalten können, aber uns interessieren hier doch überwiegend die Desktop-CPUs.
Da ist es äußerst fragwürdig, ob Alder Lake überhaupt jemals Taktraten erreichen wird, die die CPU zu einem ernstzunehmenden Desktop-Flagschiff werden lassen können. Was 7nm angeht, ist das alles noch unsicherer nach dieser erneuten massiven Verschiebung.
AMD haben ihrerseits kundgetan, dass sie weiterhin eine "aggressive" Strategie bei neuen Fertigungsschritten fahren werden. Sie werden stets versuchen vorne dabei zu sein und haben mit Zen eine Architektur, die noch Potential zu haben scheint.
Daher erscheint es mir nach wie vor plausibel, dass Intel im Segment *Desktop-CPUs* (um das noch mal zu betonen) in diesem 2020er Jahrzehnt quasi keine Rolle mehr spielen werden. Dafür ist der Vorsprung von TSMC schon zu groß. Intel braucht ein Wunder wie einen Durchbruch beim Quantumcomputing oder so etwas in der Art
Die einzigen zwei Chancen für Intel wieder aufzuschließen lauten: Invasion der PLA in Taiwan oder ein episches Erdbeben in Taiwan.
Intel hat nach offiziellen Meldungen die 7nm-Einführung um ein halbes Jahr verschoben, nicht um ein halbes Jahrzehnt. Ist das eine Leseschwäche bei dir oder schlicht dein AMD/TSMC-Bias, der dich zwingt so einen Unsinn zu schreiben wie "bis mindestens Mitte/Ende der 2020er"? Aktuell wird man einfach abwarten müssen.
Darüber hinaus wird es erst in 2022 5nm-x86-CPUs von TSMC/AMD geben und voraussichtlich von Intel (möglicherweise als Mobile-Chip) in 7nm ggf. schon Ende 2022, d. h. die sind nicht nennenswert weit weg. Einzig Granite Rapids SP wird sich gesichert auf 2023 verschieben. (Und Intels 7nm übertreffen TSMCs 5nm bereits deutlich bzgl. der reinen Prozessdaten.)
Ergänzend zu GAA heißt das bei TSMC zudem erst mal nicht viel, denn 2nm sind noch weit weg und TSMC hat sich zwecks einfacherer Markteinführung bei 3nm gar explizit gegen GAAs ausgesprochen, während es bei der Konkurrenz (Samsung, Intel) derzeit eher so aussieht, als wenn die bereits GAAs bei deren Konkurrenzprozessen verwenden werden. Was da am Ende bei allen Beteiligten bei rauskommt, wird man ebenso abwarten müssen.
Tiger Lake hat mit 10nm++ alias 10nm SuperFin bereits einen ordentlichen, prozessualen Sprung geschafft und Alder Lake wird auf 10nm+++ alias 10nm Enhanced SuperFin setzen, d. h. mit den CPUs wird man bereits sehr gut arbeiten können und die Unterschiede zur Konkurrenz werden nicht allzu groß ausfallen. *) Erst mit Zen4 wird AMD eine nennenswerte Schippe drauflegen können. Mit einem vergleichbaren (bzw. voraussichtlich leicht besseren) Prozess auf dem Desktop wird Intel vermutlich erst in 2023 aufwarten können (Intels 7nm+ gegen TSMCs N5P, denn in 2023 wird AMD voraussichtlich noch keine 3nm nutzen; schlicht zu teuer und zu früh), jedoch ist das schon relatriv weit entfernt von deiner angegebenen Spanne 2025 - 2029.
*) Im Wesentlchen dürfte hier weiterhin die Kernskalierung den größten Unterschied ausmachen, denn Alder Lake wird voraussichtlich nicht über 8 (ggf. 10?) große Kerne hinaus gehen. Für den Mainstream spielt das jedoch nur eine untergeordnete Rolle, denn die gemittelt gekauften Kernzahlen dort werden sich auch in 2021/22 nicht übermäßig erhöhen, weil der Großteil der Konsumenten hier weitaus kritischer auf das P/L-Verhältnis schaut.