Intel Haswell-EX: Xeon E7 v3 mit 18 CPU-Kernen und 45 MiB L3-Cache im Preisvergleich [Update]
Intel hat seine Server-Prozessorfamilie des Typs Xeon E7 v3 offiziell vorgestellt. Die ordnet sich mit Unterstützung für 4- oder 8-Sockel-Systeme über Haswell-EP alias Xeon E5 v3 ein, ist dessen Maximalausbau allerdings identisch: Zum Einsatz kommt der gleiche, 662 mm² große Die mit bis zu 18 CPU-Kernen und 45 MiByte L3-Cache.
Update vom 12.05.15:
Inzwischen werden alle 12 Haswell-EX-Prozessoren beim Händler Klarsicht IT und damit in unserem Preisvergleich gelistet. Derzeit können die CPUs vorbestellt werden, die ersten Chargen werden ab dem 27. Mai erwartet. Die für Haswell-EX nötigen Mainboards sind schon seit einiger Zeit verfügbar, immerhin wird die Plattform von Ivy Bridge-EX übernommen. Achtung: Es wird zwingend ein 2011-1-Mainboard benötigt. Mit einer Desktop-2011-Platine lassen sich die Xeon E7 v3 nicht betreiben. Möchte man eine einzelne, bis zu 18 Kerne starke CPU betreiben, bietet sich ohnehin Haswell-EP mit einem 2011-3-Mainboard an.
Originalartikel vom 06.05.15:
Quelle: Intel
Haswell-EX Die-Shot
Nachdem im vergangenen Februar bereits Intels angehende Haswell-EX-Produktpalette geleakt ist, stellt der Chipriese ebendiese jetzt offiziell vor. 12 Modelle der "Xeon E7 v3"-Familie schickt Intel ins Rennen und speckt damit das Portfolio gegenüber Ivy Bridge-EX um fast die Hälfte ab. Grund dafür ist mitunter die gemeinsame Die-Basis zwischen Haswell-EX und -EP (im Maximalausbau), ein 662 mm² großer Chip, der 5,69 Milliarden Transistoren in sich trägt. Somit bieten beide CPU-Familien bis zu 18 Kerne mit 36 Threads sowie 45 MiByte L3-Cache. Ivy Bridge-EP beschränkte Intel noch auf 15 Recheneinheiten, nur Ivy Bridge-EX hatte den Vollausbau mit 18 an der Zahl.
Quelle: Intel
Intel Haswell-EX: Xeon E7 v3 mit 18 CPU-Kernen und 45 MiB L3-Cache geht an den Start (12)
Eingegliedert werden die 12 Haswell-EX-Prozessoren in die Kategorien "Advanced" (E7 8000 v3), "Standard" (E7 4000 v3), "Basic" (E7 4000 v3) sowie "Segment Optimized" (E7 8000 v3). Letztere können beispielsweise mit nur vier Kernen plus SMT daherkommen, dafür mit bis zu 3,5 GHz takten und den vollen Speicherausbau verwenden. Neben den normalen Taktraten gibt Intel wie schon bei Ivy Bridge welche für AVX-Anwendungen an. Dort steigt die Leistungsaufnahme an, sodass die Frequenzen gesenkt werden müssen, damit das TDP-Limit nicht gesprengt wird. 300 bis 400 MHz beim Basistakt macht das aus, der Turbo wird um bis zu 200 MHz gedrosselt, aber nicht mehr so häufig ausgefahren.
Obwohl die Spannungsregler bei der Haswell-Architektur auf den CPU-Die wandern, nutzt Haswell-EX die gleiche Brickland-Plattform (Sockel 2011-1) wie sein Vorgänger. Die Spannungsregler bisheriger Mainboards werden demzufolge "übergangen", was eine feinere Spannungsregelung ermöglicht. Server-Betreiber sollen so vergleichsweise günstig auf Haswell-EX aufrüsten können. Die Preise für die CPUs selbst reichen von 1.224 bis hin zu 7.175 US-Dollar, sofern mindestens 1.000 Stück abgenommen werden.
Den Performance-Zuwachs sieht Intel bei sechs bis 72 Prozent – und vergleicht dabei einen E7-8890 v3 (18 Kerne, 36 Threads, 2,5 GHz) mit einem E7-4890 v2 (15 Kerne, 30 Threads, 2,8 GHz), nicht aber einen ausgewachsenen Ivy Bridge-EX. Höhere Leistungsgewinne werden von der Software abhängen, denn Haswell-EX unterstützt im Gegensatz zu Haswell-EP (dort noch fehlerhaft und daher deaktiviert) oder Ivy Bridge-EX/-EP TSX und damit In-Memory-Anwendungen, die komplett in dem Arbeitsspeicher abgelegt werden. Speicherzugriffe auf langsamere Datenträger fallen somit weg, womit sich die Performance bis zu versechsfachen soll – dabei vergleicht Intel allerdings verschiedene Software-Versionen der SAP-Hana-Datenbank. Beim Vergleich der gleichen Versionen bleibt immerhin noch der Faktor 3 übrig.
Zudem verspricht man sich durch die Unterstützung von DDR4-RAM einen Effizienzsprung. Jede CPU beziehungsweise jeder Sockel kann bis zu 24 Speicherriegel ansprechen, bei einer Modulgröße von 64 GiByte entspricht das einer Kapazität von 1,5 TiByte pro CPU/Sockel. In einem 8-Sockel-System ergibt das folglich 12 TiByte, eine Kapazitätssteigung gegenüber Ivy Bridge-EX gibt es somit nicht. Zur Anbindung des RAMs nutzt Intel "Jordan Creek (2)"-Riser-Karten, die neben DDR4 auch DDR3L unterstützen. Die Kommunikation mit den Speichercontrollern in den CPUs übernimmt dann wahlweise ein C112- (DDR3L-1600) oder C114-Zusatzchip (DDR4-1866).
Innerhalb der kommenden Wochen will Intel Haswell-EX auf den Markt bringen. Unter anderem Bull, Cisco, Dell, Fujitsu, Hitachi, HP, Huawei, Inspur, Lenovo, NEC, Oracle, PowerLeader, Quanta, SGI, Sugon, Supermicro und ZTE werden entsprechende Systeme in das eigene Sortiment aufnehmen.
Quelle: Intel, Golem, theplatform.net
