Zu wenige Ryzen 7 7840U: Handheld-Hersteller GPD warf AMD offen Vertragsbruch vor
Das chinesische Unternehmen Shenzhen GPD Technology ist mit der Auslieferung seiner Handheld-PCs der Serie GPD Win Max 2 deutlich in Verzug geraten und macht hierfür seinen langjährigen Technologie-Partner AMD verantwortlich. Das in Shenzhen beheimatet Unternehmen wird AMD jetzt sogar offen Vertragsbruch vor.
Das chinesische Tech-Unternehmen Shenzhen GPD Technology - kurz GPD -, bekannt für Gaming-Handhelds wie den GPD Win Mini und GPD Win 4, ist mit der Auslieferung seiner Handheld-PCs der Serie GPD Win Max 2 sehr deutlich in Verzug geraten und macht hierfür jetzt seinen langjährigen Technologie-Partner AMD verantwortlich.
AMD soll zu wenige Ryzen 7 7840U liefern
Das in Shenzhen beheimatet Unternehmen wird AMD jetzt sogar ganz offen Vertragsbruch vor, denn der CPU-Hersteller würde sich nicht an die vertraglichen Absprachen halten und zu wenig APUs an GPD ausliefern. Hierbei geht es um den AMD Ryzen 7 7840U, welcher als Topmodell neben dem Ryzen 5 7640U von GPD im Win Max 2 eingesetzt wird. Wie GPD in einem Update auf der Crowdfunding-Plattform Indiegogo bekannt gegeben hat, soll die zweite Charge der Phoenix-APUs nicht an den Hersteller ausgeliefert worden sein. In der Mitteilung heißt es jetzt wortwörtlich:
Es war AMD, das den Vertrag gebrochen hat und nicht wie vereinbart an unseren Vorlieferanten liefern konnte, sodass wir jetzt nicht in der Lage sind, die Produktion durchzuführen.
Shenzhen GPD Technology via Indiegogo
In der Zwischenzeit hat GPD das Update wieder gelöscht, voraussichtlich aufgrund möglicher juristischer Folgen. Die Mitteilung des chinesischen Unternehmens kann aber über Umwege nach wie vor abgerufen werden und wurde außerdem bereits entsprechend archiviert.
Quelle: Shenzhen GPD Technology (Screenshot: PC Games Hardware)
GPD wirft AMD ganz offen Vertragsbruch vor
Wie GPD mitteilt, sind alle Konfigurationen mit dem AMD Ryzen 7 7840U betroffen, während die kleineren Modelle mit dem AMD Ryzen 5 7640U wie geplant ausgeliefert werden können. Wie es mit den in Verzug geratenen Bestellungen weitergehen soll, hat der chinesische Hersteller bislang nicht verraten.
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Quelle: Indiegogo, Everest (@Olrak29_) via X


Das der PC-Markt im letzten Jahr einbrach und sich stellenweise Lagerbestand anhäufen konnte, hat mit dieser Angelegenheit ohnehin nichts zu tun – Phoenix wurde erst diesen Mai vorgestellt. Dem GPD-Schreiben nach ist es die zweite Lieferung überhaupt, die schlichtweg nicht eintraf und so langsam aber sicher hat man alles, was mit der ersten Lieferung gefertigt werden konnnte, verkauft und braucht dringend Nachschub. Offen bleibt lediglich, ob auch GPDs Zulieferer eine Schuld trifft. Wahrscheinlich haben sie den Beitrag auch wieder Offline genommen, um genau das rechtssicher zu klären. Eleganter wäre aber von vorneherein eine gemeinsame Presseerklärung gewesen. Denn eigentlich kann GPD nur sagen "Zulieferer liefert nicht". Was AMD (nicht) macht, muss der Zulieferer sagen.
Vor wenigen Wochen standen 200 Schiffe am Panamakanal blockiert herum, und in den Monaten davor hörte man auch immer wieder von Logistikproblemen. Vor dem Hintergrund würde ich sagen, dass es völlig unklar ist, wer Schuld hatte, wenn Produkte nicht angekommen sind (solange das die einzigen Infos sind, die man hat).
Es wäre wünschenswert, dass es dazu bessere Infos gäbe.
Auf der anderen Seite haben B2B Abläufe nichts in der öffentlichen Kommunikation zu suchen. Das Gebaren von GPD kann ich auch deswegen nicht nachvollziehen, weil die weiterhin ihre Produkt über Crowdfunding Plattformen anbieten. Klar...da ist man dann den Leuten Rechenschaft schuldig wenn man schon deren Kohle eingesackt hat aber nicht liefert
Es könnte auch schlicht sein, dass der "Vorlieferant" seine Rechnung nicht oder nicht pünktlich gezahlt hat... im Grunde ist so ziemlich alles möglich und nicht AMD muss zwangsläufig der Böse sein.