Wunder-Chip soll Prozessoren 100-mal schneller machen

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Wunder-Chip soll Prozessoren 100-mal schneller machen
Quelle: Flow Computing

Das finnische Start-up Flow Computing verspricht Prozessoren mit einer mehr als zehn Jahre alten Idee, einer sogenannten Parallel Processing Unit ("PPU"), 100-mal schneller zu machen. Eine Analyse soll zeigen, ob das stimmen kann.

Das finnische Start-up Flow Computing verspricht Prozessoren mit einer mehr als zehn Jahre alten Idee, einer sogenannten Parallel Processing Unit ("PPU"), 100-mal schneller zu machen. Eine Analyse der Website Golem soll nun zeigen, ob dieses Vorhaben wirklich funktionieren kann. Die Versprechungen klingen erst einmal "plausibel", so Golem, denn die enorme Leistungssteigerung soll durch die Parallelisierung besonders vieler Threads realisiert werden, heißt es.

PPU Quelle: Flow Computing Hinter Flow Computing und der Idee einer Parallelisierungseinheit, einer sogenannten PPU ("Parallel Processing Unit"), stehen mehr als zehn Jahre Entwicklungsarbeit. Die dedizierte PPU soll (ähnlich einer NPU) dem Prozessor hinzugefügt werden und Wartezeiten beim Speicherzugriff eliminieren. Flow Computing nennt diese parallelisierten "leichtgewichtigen" Threads "Fibres". Damit könnten sich Systemlatenzen gegenüber heutigen CPUs deutlich senken lassen.

Die PPU von Flow Computing
CPU ohne PPU
CPU ohne PPU CPU mit PPU

Die Ergebnisse einer PPU-Recheneinheit sollen sich zudem direkt an eine andere PPU-Recheneinheit weiterleiten lassen, ohne dabei "den Umweg über Prozessorregister" nehmen zu müssen. Weitere Details zu der eingesetzten Architektur, welche die Bezeichnung Thick Control Flow ("TCF") trägt, liefert ein Patent (PDF), das ursprünglich 2019 vom finnischen Unternehmen eingereicht wurde.

Zweifel sind durchaus angebracht

Wie Golem entsprechend anmerkt, macht sich "hohe Parallelität nur selten bezahlt" und merkt an, dass das Konzept der PPU so wirke, "als hätten die Gründer von Flow Computing eine alte Idee aus dem Keller geholt". Es scheint schlussendlich so, als wiederhole Flow Computing gescheiterte Ideen, die nicht ohne Grund seit nun mittlerweile mehr als zehn Jahren in der Schublade liegen.

Damit kommt man aber zum Schluss, dass die angekündigte Revolution wieder ausbleibt. Ideen für hoch parallele Prozessoren mit verhältnismäßig einfachen Kernen gab es in den vergangenen Jahren immer wieder.

Außer GPUs und NPUs hat sich keine davon durchgesetzt, und das hat einen einfachen Grund: Alltägliche Anwendungen profitieren größtenteils kaum von extrem hoher Parallelität.

- Johannes Hiltscher, Golem -

Weitere Details und ein noch tieferen Einblick in die Architektur und Umsetzung der PPU von Flow Computing liefert die technische Analyse von Johannes Hiltscher von der Website Golem.

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Quelle: Flow Computing via Golem

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    • Kommentare (15)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Es scheint ein Sport in der IT-Welt zu sein, neue Konzepten/Produkten nach Möglichkeit mit einer Abkürzung zu bezeichnen, die schon lange vergeben ist. Die ersten "APUs" z.B. waren auch nicht von AMD, sondern von Creative.
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Es scheint ein Sport in der IT-Welt zu sein, neue Konzepten/Produkten nach Möglichkeit mit einer Abkürzung zu bezeichnen, die schon lange vergeben ist. Die ersten "APUs" z.B. waren auch nicht von AMD, sondern von Creative.
      • Von Alderson-RApID
        "einer sogenannten Parallel Processing Unit ("PPU")"

        Eine PPU gab´s doch anno Dazumal schon mit Physics Processing Unit von AGEIA ...

        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von BigBoymann
        Wenn ich das richtig verstehe, ist das aber eine Art Vorverarbeitung, die grds. schlecht gearbeiteten Code parallelisiert! Also im Prinzip ist die Idee nicht schlecht, nur weiß ich halt gar nicht in wie weit sich gewisse Workloads überhaupt parallelisieren lassen.

        Ich hatte auch schonmal die Idee, wieso nicht eine NPU (also KI) vorschlagen die Sprungvorhersagen vieleicht verbessern kann, so würde man ggfls. mehr Auslastung in den Kernen bekommen.
        Jede Out-of-Order-CPU (also jeder x86-Prozessor seit der Pentium-Pro-Generation mit Ausnahme der ersten Atom-Architektur und dem – massiv parallelen – Xeon Phi) versucht die einzelnen Code-Fragmente in eine möglichst schnell abzuarbeitende Reihenfolge umzusortieren. Flächen- und vermutlich auch verbrauchstechnisch ist über die Hälfte eines aktuellen Prozessor-Kerns (ohne Caches) nur damit beschäftigt. Die eigentlichen Berechnungen sind beinahe schon Nebensache im Vergleich zu Zerlegung, Sortierung, Zusammensetzung, spekulative Vorbereitung und wenn man all das wegdenkt, bliebe stellenweise nur noch ein Bruchteil der Leistung. Das ist übrigens auch der Grund, warum leistungsfähige GPUs oder auch hocheffiziente Low-End-Mobile-Chips nicht in den CPU-Markt eindringen können: Die erscheinen nur deswegen soviel leistungsfähiger/effizienter, weil sie diesen ganzen Overhead durch mehr Rechenleistung ersetzen und sich auf Arbeitsbereiche beschränken, wo man damit durchkommt.

        Das besser machen zu wollen ist ein derart seltener Gedanke, dass er bei wortwörtlich jeder einzelnen Neuvorstellung, und sei es nur ein Refresh, ganz oben auf der Feature-Liste steht und mit voller Absicht nie ein Detail dahinter. Jetzt will ein kleines Start-Up die Idee haben, die AMD, ARM, IBM, Intel und ein paar weitere seit Jahrzehnten übersehen? Ich sag mal so: Zu 99,9 Prozent bringen die kein Produkt raus, weil das einfach nicht stimmt. Zu 0,1 Prozent bringen die kein Produkt raus, weil sie für einen acht- bis zehnstelligen Betrag aufgekauft werden.
      • Von Nanchatte Komplett-PC-Käufer(in)
        Zitat von h_tobi
        Mir würde schon ein ordentliches Windows Multitasking reichen, da war Commodore vor Jahrzehnten schon weiter!
        Windows setzt schon seit Jahrzehnten präemtives Multitasking ein. Schon bei Windows 95 wurde dies bei 32 Bit Anwendungen genutzt. Nur 16 Bit Anwendungen nutzen in W95 noch kooperatives Multitasking.
      • Von h_tobi Kokü-Junkie (m/w)
        Mir würde schon ein ordentliches Windows Multitasking reichen, da war Commodore vor Jahrzehnten schon weiter!
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