Core i7-3770K: High-End-DDR3-RAM bei Ivy Bridge problematisch? Leserbrief der Woche

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Tag für Tag erhält PC Games Hardware Anfragen, Vorschläge und Kritik von Lesern. In der Rubrik "Leserbrief der Woche" stellen wir Ihnen wöchentlich einen ausgewählten Leserbrief und bei Bedarf die Antwort eines Fachredakteurs vor. Beachten Sie, dass der Leserbrief der Woche nicht zwangsläufig in der Woche an die Redaktion geschickt wurde, in der er Ihnen an dieser Stelle präsentiert wird.

In der Ausgabe 03/2013 stellten wir ein wassergekühltes PC-System vor, dessen hohe Grundleistung wir durch Overclocking noch weiter steigerten. Leser Peter S. hat sich auf Grundlage dieses Artikels neue Hardware gekauft und Fragen zur Verwendung von High-End-DDR3-RAM im Zusammenspiel mit einem Core i7-3770K.

Der Leserbrief von Peter S.:

"Über Ihre Beschreibung des wassergekühlten PC habe ich mich sehr gefreut und begonnen, einzelne Teile wie Mainboard, CPU und RAM zu bestellen. Die Überraschung folgte auf dem Fuß: In der Qualified Vendor List zum Asus Maximus V Formula findet sich kein DDR3-2400-RAM der Corsair-Dominator-Platinum-Serie (das ich mangels Verfügbarkeit der DDR3-2666-Version bei meinem Verkäufer erstanden habe). In den Spezifikationen zum Intel i7-3770K sieht es noch weit extremer aus: Da ist DDR3-1600 der höchstzulässige Speichertakt.

Wie verhält sich das nun?
- Wie wichtig ist die Einhaltung der RAM-"Klasse"? Kann man ohne solide Overclocking-Fachkenntnisse einen stabilen Betrieb erwarten?
- Kann man sich mit veränderten Parametern zerstörungsfrei an eine stabile Funtion herantasten?
- Setzt man dabei grundsätzlich die Lebensdauer herunter?
- Warum gibt es keinen entsprechenden genaueren Hinweis (ausser dem allgemeinen) in Ihrem Text ? Setzen Sie dieses Wissen bei den Lesern von PCGH voraus? (Ich lese PCGH eben erst seit kurzem)"

Die Antwort von Stephan Wilke (Fachbereich Overclocking):

"Zu Ihren Fragen:
- Die Beachtung der Intel-Vorgabe ist vor allem dann wichtig, wenn Sie keinen Verlust der Gewährleistung und Garantie erleiden möchten - diese erlischt beim Übertakten der CPU-Kerne aber ohnehin.
- Nach unserer Erfahrung ermöglicht ein Großteil der Core i7-3770K einen stabilen DDR3-2400-Betrieb ohne viel Herumprobieren. (Tipp: XMP-Profil nutzen, falls die manuelle Konfiguration nicht zum Erfolg führt.) Wie im Artikel erwähnt, kann DDR3-2666 aber für einige Speicher-Controller zu viel des Guten sein. In einem solchen Fall hilft nur das Absenken des RAM-Takts oder - zeitaufwendiger und riskanter - das Verändern der RAM-Controller-Spannung. Uns war durch vorherige Tests schon bekannt, dass der für den Artikel verwendete i7-3770K bei DDR3-2666 keine Probleme macht.
- Die Lebensdauer des RAM-Controllers hängt primär von der Betriebsspannung, aber auch der RAM-Spannung ab. Beides sollte beim Übertakten also in Maßen angehoben werden. Reine Takterhöhungen sorgen nur für einen geringfügig erhöhten Verschleiß. PC-Systeme, die nicht mit der Brechstange übertaktet werden, funktionieren im Normalfall viele Jahre lang problemlos, bis sie hoffnungslos veraltet sind. Bei Ivy-Bridge-Systemen gibt es aufgrund des Erscheinens 2012 noch keine Langzeiterfahrungen, aber auch keine Hinweise, die auf beschleunigtes Altern hinweisen.
- Wir setzen nicht grundsätzlich voraus, dass einem Leser bei jedem CPU-Modell die maximal freigegebene RAM-Taktfrequenz bekannt ist. Daher ist diese Angabe auch im Einkaufsführer zu finden (in Ausgabe 03/2013 auf Seite 121). Da beim Übertakten aber bewusst ein Verlust der Gewährleistung und Garantie in Kauf genommen wird, fokussieren wir uns bei Artikeln zu diesem Thema eher auf Werte, die in der Praxis möglich sind, anstelle die Herstellerspezifikationen zu beleuchten."

Leserbriefe können Sie an redaktion@pcgameshardware.de senden. Der Leserbrief der Woche wird jeden Samstag um 15:30 Uhr vorgestellt. Der Leserbrief gibt nicht die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich außerdem vor, Leserbriefe zu kürzen.

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    • Kommentare (1)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Gast1655586602
        Die Probleme mit High-Speed-Speichern sind mir schon seit 2011/2012 bekannt!

        Bei meinem Asus Maximus IV (P67) hat es damals als einziges Board funktioniert, erforderte aber ein Bios-Update! Man kann es dann als overclocking betreiben. Der Witz war, das das Board die 2400er DDR3-Dimms unterstützt, die CPU aber nicht. Wenn man noch eine Sandy-Bridge hat wie ich mit meinem damaligen 2500k, ist ab 2133 MHz schluss.
        Das XMP-Profil funktioniert dann nicht und lässt den PC beim booten regelmäßig nur als schwarzen Bildschirm laufen.

        Die volle Leistung für Sockel 1155 erreicht man "nur" mit Ivy-Bridge. Dann lässt sich wie in der Antwort des Leserbriefes mit XMP regeln. Ich persönlich habe eine Intel i3770T-CPU (45W TDP). Vom Aufbau her ist sie der 3770K sehr ähnlich, einmal abgesehen vom offenen Multiplikator. Manche behaupten sogar es wäre derselbe Chip.

        Die Leistung ist in der Tat höher als mit niedriger getakteten Speicherriegeln. Das Problem fängt nur an, wenn der PC einmal abstürzt oder nicht richtig hoch-/heruntergefahren wird. Dann meldet sich der Post-Screen mit "overclocking failure" und zwingt ins Bios. Das muss nicht immer mit dem RAM zu tun haben und ist äußerst nervig. Schlimm kann es wohl vorallem mit übertakteter CPU werden. Dafür ist die K-Reihe ja eigentlich gedacht! Dann wird die Fehlersuche mitunter besonders kritisch!

        Meinen Beobachtungen nach kann es bei P67, Z68 und sogar bei manchen Z77 (nicht alle getestet!) zu gleichen oder ähnlichen Fehlern kommen. Es ist auch auffällig, dass manche Programme einen BSOD in Windows 7/8 erzeugen, weil sie mit höhergetaktetem Speicher nicht klarkommen.

        Für die Hardwareebene muss vor dem Kauf immer die Kompatibilitätsliste des Mainboards überprüfen. Da diese Listen (u.a. ASUS) sehr kurz gehalten sind, findet man den passenden oder gewünschten Speicher selten vor. Auch wenn der Speicher aufgeführt ist, sollte dennoch Vorsicht geboten sein!
        Es heißt nur, dass der Speicher vom Hersteller getestet wurde, nicht aber absolut störungsfreier Betrieb. Es kann durchaus sein, dass die Riegel, das Mainboard oder sonstige Faktoren sich mit anderer Hardware nicht verträgt. Empfehlenswert ist es daher erst einmal sämtliche Foren und Reviews im Internet nach Bugs, Aussetzern und Inkompatibilitäten abzuklappern. Ist die Hardware erst einmal gekauft, könnte es schon zu spät sein.

        Aus persönlicher Erfahrung rate ich von High-End-DDR3 noch ab. Stabiler DDR3-1600 bis 2133 MHz halte ich aktuell noch für die sichere Wahl. Besonders beim Übertakten ... wobei sich Sandy-Bridge wohl immer noch höher und stabiler takten lässt als der Nachfolger Ivy.
        (Haswell hier noch außen vor gelassen )

        Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht?

        Meine aktuelle Hardware:
        -Asus Maximus IV Extreme
        -Intel i7-3770T
        -8GB Transcend @2400 MHz-1,65V (XMP)
        Transcend aXeRAM DIMM Kit 4GB PC3-19200U CL10-12-11-28 (DDR3-2400) (TX2400KLU-4GK) in Speicher: DDR3 240pin | heise online Preisvergleich

        -EVGA Geforce GTX570
        -480GB OCZ Revodrive-3 (PCI-Express SSD)
        -Auzentech X-Fi Home Theater HD
        -BH10LS30 Blueray-RE
        -Samsung LE55B650 (Monitor)
      • Von Gast1655586602
        Die Probleme mit High-Speed-Speichern sind mir schon seit 2011/2012 bekannt!

        Bei meinem Asus Maximus IV (P67) hat es damals als einziges Board funktioniert, erforderte aber ein Bios-Update! Man kann es dann als overclocking betreiben. Der Witz war, das das Board die 2400er DDR3-Dimms unterstützt, die CPU aber nicht. Wenn man noch eine Sandy-Bridge hat wie ich mit meinem damaligen 2500k, ist ab 2133 MHz schluss.
        Das XMP-Profil funktioniert dann nicht und lässt den PC beim booten regelmäßig nur als schwarzen Bildschirm laufen.

        Die volle Leistung für Sockel 1155 erreicht man "nur" mit Ivy-Bridge. Dann lässt sich wie in der Antwort des Leserbriefes mit XMP regeln. Ich persönlich habe eine Intel i3770T-CPU (45W TDP). Vom Aufbau her ist sie der 3770K sehr ähnlich, einmal abgesehen vom offenen Multiplikator. Manche behaupten sogar es wäre derselbe Chip.

        Die Leistung ist in der Tat höher als mit niedriger getakteten Speicherriegeln. Das Problem fängt nur an, wenn der PC einmal abstürzt oder nicht richtig hoch-/heruntergefahren wird. Dann meldet sich der Post-Screen mit "overclocking failure" und zwingt ins Bios. Das muss nicht immer mit dem RAM zu tun haben und ist äußerst nervig. Schlimm kann es wohl vorallem mit übertakteter CPU werden. Dafür ist die K-Reihe ja eigentlich gedacht! Dann wird die Fehlersuche mitunter besonders kritisch!

        Meinen Beobachtungen nach kann es bei P67, Z68 und sogar bei manchen Z77 (nicht alle getestet!) zu gleichen oder ähnlichen Fehlern kommen. Es ist auch auffällig, dass manche Programme einen BSOD in Windows 7/8 erzeugen, weil sie mit höhergetaktetem Speicher nicht klarkommen.

        Für die Hardwareebene muss vor dem Kauf immer die Kompatibilitätsliste des Mainboards überprüfen. Da diese Listen (u.a. ASUS) sehr kurz gehalten sind, findet man den passenden oder gewünschten Speicher selten vor. Auch wenn der Speicher aufgeführt ist, sollte dennoch Vorsicht geboten sein!
        Es heißt nur, dass der Speicher vom Hersteller getestet wurde, nicht aber absolut störungsfreier Betrieb. Es kann durchaus sein, dass die Riegel, das Mainboard oder sonstige Faktoren sich mit anderer Hardware nicht verträgt. Empfehlenswert ist es daher erst einmal sämtliche Foren und Reviews im Internet nach Bugs, Aussetzern und Inkompatibilitäten abzuklappern. Ist die Hardware erst einmal gekauft, könnte es schon zu spät sein.

        Aus persönlicher Erfahrung rate ich von High-End-DDR3 noch ab. Stabiler DDR3-1600 bis 2133 MHz halte ich aktuell noch für die sichere Wahl. Besonders beim Übertakten ... wobei sich Sandy-Bridge wohl immer noch höher und stabiler takten lässt als der Nachfolger Ivy.
        (Haswell hier noch außen vor gelassen )

        Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht?

        Meine aktuelle Hardware:
        -Asus Maximus IV Extreme
        -Intel i7-3770T
        -8GB Transcend @2400 MHz-1,65V (XMP)
        Transcend aXeRAM DIMM Kit 4GB PC3-19200U CL10-12-11-28 (DDR3-2400) (TX2400KLU-4GK) in Speicher: DDR3 240pin | heise online Preisvergleich

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