Neue Server-CPUs von AMD: Bergamo und Genoa-X für Cloud- und High-End-Einsatz

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Genoa X und Bergamo PCGH
Quelle: PC Games Hardware

AMD präsentierte in San Francisco erstmals offiziell zwei neue Server-CPUs: Bergamo und Genoa-X gehören zur 4. Epyc-Generation und wollen Intel im Server-Markt das Fürchten lehren.

Der Genoa-Server-Chip von AMD, der auf dem Zen-4-Design basiert, bekommt gleich zwei Geschwister: zur 4. Epyc-Generation stoßen die CPUs Bergamo und Genoa-X. Damit möchten die Texaner das komplette Server-Spektrum abdecken und Intel zeigen, was eine Harke ist. Während der bereits bekannte Genoa als Allroundtalent für das Rechenzentrum konzipiert ist, sollen die beiden Neulinge besondere Einsatzgebiete bekommen und darin punkten.

Bergamo: Cloud-Experte mit bis zu 128 Kernen

Stecken im "normalen" Genoa-Chip auf Zen-4-Basis noch zwölf CCDs (Core Complex Dies) mit je acht Kernen, gelang es den CPU-Designern bei AMD, doppelt so viele Kerne in ein CCD zu packen. Dabei verminderten die Entwickler die Größe eines Zen-4-Kerns von 3,84 auf 2,48 Quadratmillimeter - eine Ersparnis von rund 35 Prozent. Insgesamt acht CCDs mit je 16 Kernen finden auf dem Chip Platz und bieten so bis zu 128 physische Kerne. Die neue Architektur hört auf den Namen Zen 4c und ist auf Leistung per Watt ausgelegt, während ein reguläres Zen-4-System für Leistung per Kern optimiert wurde. Neben der CCD-Zahl unterscheidet sich der Bergamo-Chip nur durch die den Kernen zugewiesenen Anteilen des insgesamt 386 MByte großen L3-Caches. Teilten sich im Genoa-Chip acht Kerne pro CCD 32 MByte L3-Cache, bleiben den 16 Kernen pro CCD in der Bergamo-CPU nur jeweils zwei statt vier MByte.

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Das lässt sich aber verschmerzen, denn in der Cloud zählt vor allem eine hehre Menge von gleichzeitigen Operationen. Als Beispiele dafür nannte AMD den Einsatz in VM-Umgebungen und Front-End-Webdiensten - dem Teil von Webseiten, die ein Benutzer sehen und mit denen er interagieren kann. Im Vergleich zu Genoa bietet Bergamo außerdem eine 2,7-fach bessere Energieeffizienz - für Betreiber von Rechenzentren bei steigenden Energiepreisen kein kleines Argument. Als einer von vielen AMD-Geschäftspartnern pries stellvertretend Alexis Björlin von Meta denn auch die ersten Tests, nach denen Bergamo 2,5 Mal so schnell wie Vorgänger Milan rechnet - aber zu deutlich besseren Betriebskosten. Und bei Meta sind immerhin mehrere 100.000 AMD-CPUs im Einsatz.

Genoa-X: Schnellster Epyc-Chip mit 3D-V-Cache

Wer bei fluiddynamischen Problemen, Simulationen oder Designaufgaben komplexe Berechnungen durchführen will, setzt hingegen auf jede Menge Rechenpower. Für diese Einsatzgebiete präsentierte AMD Details zum neuen Genoa-X-Chip. Der Nachfolger des Milan-X besitzt wie die reguläre Genoa-CPU zwölf CCDs mit je acht Kernen - insgesamt also 96 Kerne. Allerdings verdreifachten die AMD-Designer den L3-Cache pro CCD auf satte 96 MByte. Somit machen jedem Kern 12 MByte L3-Cache Beine - oder sagenhafte 1,152 GByte L3-Cache pro Chip. In zahlreichen Benchmarks ist der zum regulären Genoa sockelkompatible Genoa-X bis zu 2,9 Mal flinker als ein Intel Xeon 8490H mit 60 Kernen.

Auch dieses Mal erschien ein AMD-Kundenvertreter auf der Bühne: Nidhi Chappell von Microsoft pries den Einsatz von Genoa-X in der Azure-Cloud, der eine bis zu 5,7-fache "relative Performance" bieten solle. Sowohl Genoa-X also auch Bergamo sind ab sofort verfügbar, die bereits angekündigte Light-Version Siena für Telekommunikations- und Edge-Computing-Anwendungen soll im 2. Halbjahr 2023 erscheinen.

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