AMDs Embedded-Lösungen: Von Einplatinen-PCs, Krebsdiagnose und aussortierten Kartoffeln
Vom 14.-16. März versammelten sich auf der Embedded World in Nürnberg knapp 1.200 Aussteller und präsentierten smarte eingebettete Technologien und Lösungen, die entweder schon in unserem Alltag Anwendung finden oder bald unser tägliches Leben revolutionieren sollen. Wir waren vor Ort und haben uns den Stand von AMD etwas genauer angeschaut.
AMD ist nicht nur der zweitgrößte Prozessorhersteller der Welt, sondern auch seit über 20 Jahren mit eingebetteten Systemen vertraut. Dieses Jahr wurden von den Kaliforniern wieder einige Lösungen für intelligent eingebundene Systeme auf der Embedded World in Nürnberg präsentiert, die vor allem auf "Deep Learning" setzen. Marketing Direktor Colin Cureton präsentierte Thin Client basierte Systeme, die mit Prozessoren der G- und R-Serie betrieben werden. Solche Systeme benötigen externe Server oder die Cloud, um die dezidierten Computeraufgaben zu lösen. Viele kennen diese Systeme sicherlich vom Arztbesuch, vom Einkaufen oder direkt vom eigenen Arbeitsplatz.
Thin Client is King
AMD hat in Kooperation mit Sapphire eine neue Spielkonsole entwickelt, die ähnlich wie das Nvidia Shield funktioniert, also für rechenintensive Spiele über das Netzwerk laufen muss. Diese neue Gaming-Konsole wird mit einem Abomodell betrieben, kann 4K und HDR nativ darstellen und hat eine TDP von lediglich 10 Watt. AMD versucht in diesen Nischensektor des Gamings zu drängen und kann dank der Kooperation mit Sony, Microsoft und Nintendo auf sehr viel Erfahrung im Bereich von APUs in Spielsystemen zurück blicken.
Mit der gleichen Technologie, die für ein Spielerlebnis eingesetzt wird, werden Thin Client-Systeme im medizinischen Sektor verwendet. AMD hat hier in Kooperation mit HP einen Terminal entwickelt, der durch die eingesetzten GPUs deutlich bessere Auflösungen liefert und Untersuchungen einer Magnetresonanztomographie oder Computertomographie auf einer 12 Megapixel Coronis Unit von Barco ausgeben kann. Die verwendeten Lösungen für Krankenhäuser und Ärzte haben mehrere Vorteile: Kostenreduzierung, Langlebigkeit durch das Fehlen von mechanischen Teilen und sie sind extrem sicher, da für den Zugriff auf Patientendaten eine Verbindung zu einem Sicherheitsserver bestehen muss. Implementiert in die vorgestellten Thin-Terminal-Lösungen ist zudem noch eine Deep-Learning-Komponente: Hierdurch soll durch den Computer eine Vordiagnose erzielt werden, sodass bedenkliche Gewebestrukturen schneller erkannt und untersucht werden können.
Intelligente Kameras
Der dänische Technologiekonzern Qtec aus Kopenhagen produziert mit den Embedded Systemen von AMD eine modulare Kamera, die je nach Einsatzgebiet lediglich den Sensorkopf wechseln muss. Die gesamte Bildverarbeitung findet in der Kamera selber statt, kein externer PC ist für den Betrieb notwendig. In der Landwirtschaft findet das System bereits Anwendung, um z. B. Kartoffeln, die nicht den Qualitätsansprüchen entsprechen, zu erkennen und auszusortieren, aber auch in der Übertragung von Sportveranstaltungen wird diese modulare Kamera in Zukunft zum Einsatz kommen. Durch den Deep Learning Aspekt wird es nicht nur möglich sein, bestimmte Dinge wie einen Ball oder Puck zu tracken, sondern auch die Umgebung zu beobachten und den Fokus auf interessante Ereignisse neben dem Spielfeld zu richten.
AMD hat auf der Embedded World in Nürnberg ein weitläufiges Portfolio an eingebetteten Lösungen präsentiert, das mit stromsparenden GPUs und leistungsstarken APUs unseren Alltag smarter machen soll. So ist die dritte Generation der G-Serie durch Langlebigkeit, Unterstützung für DirectX12, 4K und den geringen TDPs von 12 bis 15 Watt durchaus zukunfts- und leistungsfähig und kann Prozesse in Industrie und Medizin optimieren. Wer auf Hochleistungs-GPUs setzen möchte, kann mit den Embedded-Radeon-Modulen sogar auf die Polaris-Architektur zurückgreifen und Performance Spitzen von knapp sechs Teraflops in seinem Thin-Client-PC erreichen. Gepaart mit Deep Learning und neuronalen Netzwerken werden Embedded-Systeme in Zukunft uns in unseren Alltag unterstützen, sei es nun bei der Krebsdiagnose oder beim Kartoffeln sortieren.
Edit: In einer vorherigen Version wurde von einer EU-Norm für Kartoffeln gesprochen, die es seit 2011 nicht mehr gibt. Der Fehler wurde korrigiert.

Lg
Aleco